Flexenpass

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Flexenpass
Flexenpass mit Flexen-Häusl, im Hintergrund die Rüfispitze (2632 m ü. A.)

Flexenpass mit Flexen-Häusl, im Hintergrund die Rüfispitze (2632 m ü. A.)

Himmelsrichtung Nord Süd
Passhöhe 1773 m ü. A.
Bundesland Vorarlberg
Talorte Zürs Stuben
Ausbau Flexenpassstraße
Erbaut 1895–1897
Wintersperre -
Karte (Vorarlberg)
Flexenpass (Vorarlberg)
Flexenpass
Koordinaten 47° 9′ 30″ N, 10° 9′ 54″ O47.15833333333310.1651773Koordinaten: 47° 9′ 30″ N, 10° 9′ 54″ O

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Der Flexenpass ist ein Gebirgspass im Bundesland Vorarlberg (Österreich), der das obere Lechtal zwischen Warth, Lech und Zürs auf 1773 m ü. A. mit dem Klostertal bei Stuben verbindet.

Die Flexenpassstraße (offiziell Teil der Lechtalstraße L 198) führt von Lech und Zürs über den Flexenpass und durch die Flexengalerie und mündet seit 1940 bei der Alpe Rauz zwischen Stuben und dem Arlbergpass in die Arlbergstraße (L 197).

Geschichte[Bearbeiten]

Dass der Flexenpass schon in vorhistorischer Zeit begangen wurde, ist durch den Fund einer bronzezeitlichen Axt belegt, den man beim Bau der Straße nach Zürs machte. Dies vermeldete zumindest der Vorarlberger Museumsbericht des Jahres 1899. Im späten Mittelalter gewann der Flexen an Bedeutung, spätestens damals wurde auch ein Saumweg angelegt. Im 15./16. Jahrhundert wurde der Saumweg über den Flexenpass als „Landstraße“ bezeichnet. Der nur regional genutzte Saumweg errang nie eine große Bedeutung, sondern stand immer im Schatten des Arlbergpasses.[1]

Die moderne Straße[Bearbeiten]

Bedarf für die heutige Straße entstand nach Eröffnung der Arlbergbahn im Jahr 1884, geplant wurde die Erstbebauung der Trasse von Paul Ilmer.[2] Zuvor führten die am meisten benutzten Wege – unter anderem von der heutigen Gemeinde Lech über den Tannberg – nach dem nördlich gelegenen Oberstdorf.

Am 3. August 1895[3] wurde unter Baumeister Johann Bertolini (1895–1897) mit dem Bau der Flexenstraße von Stuben über den Flexenpass nach Lech bis Warth begonnen.

Am 11. Oktober 1897 wurde das erste Teilstück der neuen Flexenstraße bis zur Passhöhe feierlich eingeweiht.[4] Anstelle des alten Saumwegs mit seinen vielen Kehren (Flexen) von Stuben westlich des Zürser Bachs durch einen ständig lawinengefährdeten steilen Südhang nach Zürs hinauf wurde eine Abzweigung von der Arlbergstraße oberhalb Stuben bei der Alpe Rauz gebaut und eine neue Trasse im Fels verlegt. Erste Schutzdächer entstanden, dazu ein Tunnel und eine Brücke über den Hölltobel. Die Straßenbreite betrug zunächst drei Meter. 1909 war die Straße bis in das Tiroler Lechtal fertig.

Die Flexenstraße wurde 1933 durch eine Verordnung der Bundesregierung zur Bundesstraße erklärt.[5] Seit 1936 wird die Flexenstraße regelmäßig auch im Winter geräumt und befahrbar gehalten. Bis dahin wurde die Straße meistens erst ab Pfingsten geräumt. Ab 1948 flossen erhebliche Mittel des Marshallplans in die Verbesserung der Lawinensicherung der Straße.

Tunnelprojekte[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 wurden Pläne für einen Flexen-Basistunnel von Stuben nach Zürs bekannt mit dem Ziel einer wintersicheren Zufahrt von Langen bis Lech. Der Tunnel sollte von Stuben bis zur Monzabon-Alpe führen. Damit sollte Zürs autofrei werden. Die Flexenstraße sollte langfristig stillgelegt werden. Der Vorarlberger Landeshauptmann Herbert Sausgruber stellte im Jahr 2002 klar: „Für den Erzbergtunnel, die geplante wintersichere Straßenverbindung nach Lech und Zürs, ist in der ganzen Geschichte kein Geld vorhanden.“ Nach diesem Machtwort wurden die Planungen begraben.

Sanierung[Bearbeiten]

Das Land Vorarlberg will - Stand Mai 2013 - die seit 1897 bestehende Flexengalerie bis 2018 grundlegend sanieren, nachdem in den letzten Jahren sowohl die Arlberg- und Flexenstraße infolge diverser Hangrutschungen sowie Felsstürze stark beschädigt worden ist und dadurch die Sicherheit der Zufahrt nach Lech und Zürs gelitten hat. Ursprünglich wünschte man sich vor allem in Lech einen neuen Tunnel (vgl. oben), doch auch die Sanierung der Flexengalerie wird die notwendige Sicherheit des Zugangs leisten können; bis 2018 wird die Sanierung Schritt für Schritt umgesetzt werden. Danbei muss die bestehende Galerie teilweise von Grund auf neu errichtet werden. Außerdem ist es in einigen Bereichen notwendig, die Fahrbahn abzusenken, damit die Flexengalerie den heutigen Anforderungen gerecht werden kann – temporäre Straßensperren werden wohl unerlässlich sein, diese sollen aber mit Rücksicht auf touristische Bedürfnisse lediglich nachts erfolgen. Die veranschlagten Bau- und Sanierungskosten belaufen sich auf 16,8 Millionen Euro.[6]

Bilder[Bearbeiten]

360°-Panorama von der Flexenpassstraße mit Blick auf den Ort Stuben am Arlberg in Vorarlberg

Quellen[Bearbeiten]

  1.  Steffan Bruns: Alpenpässe. Die Pässe zwischen Bodensee und Comer See. 2, L. Staackmann Verlag KG, München 2010, ISBN 978-3-88675-281-2, S. 26.
  2. Helmut Tiefentaler: Johann Bertolini 1859–1931. In: Montfort 60.1/2 (2008), S. 129/130.
  3. Vorarlberger Volksblatt vom 4. August 1895, S.979.
  4. Vorarlberger Volksblatt vom 12. Oktober 1897, S.4.
  5. Verordnung der Bundesregierung vom 9. Juni 1933.
  6. Arlberg-friends.com - Bericht vom 22. Mai 2013 - Sanierung der Flexengalerie, der Arlbergpassstraße und des Arlbertunnels

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flexenpass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien