Flughafen Linz

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Flughafen Linz-Hörsching
Blue Danube Airport
Hörsching Flughafen.JPG
Kenndaten
ICAO-Code LOWL
IATA-Code LNZ
Koordinaten
48° 14′ 0″ N, 14° 11′ 15″ O48.23321944444414.187511111111298Koordinaten: 48° 14′ 0″ N, 14° 11′ 15″ O
298 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 12 km südwestlich von Linz
Straße B133, Autobahn A1, Autobahn A7
Nahverkehr Bus
Basisdaten
Eröffnung 1955
Betreiber Flughafen Linz GmbH
Fläche 376 ha
Terminals 1
Passagiere 549.961[1]
Luftfracht 8.283 t [1] (2012) (ohne Post)
Flug-
bewegungen
10.894 [1] (2012)
Beschäftigte 155 [2]
Start- und Landebahnen
08/26 3000 m × 60 m Asphalt
07/25 (Hubschrauberpiste) 15 m × 15 m Asphalt

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Flughafentower

Der Flughafen Linz-Hörsching (auch Blue Danube Airport; ICAO-Code: LOWL) wurde 1955 offiziell eröffnet, er bestand jedoch schon seit 1939 am Standort Hörsching.

Geschichte[Bearbeiten]

Erster Standort für den Luftverkehr war das Gelände am Südbahnhofmarkt im Linzer Zentrum, wo am 30. Oktober 1909 das Luftschiff Estaric I aufstieg. 1925 wurde der Flugverkehr zwischen Linz und Wien aufgenommen. Ab 1934 wurde der Flugverkehr im Stadtteil Linz-Katzenau (heutige Industriezeile) abgewickelt, jedoch nach 1938 durch die Errichtung der Chemie Linz durch die NSDAP aufgelöst. Es erfolgte die Übersiedelung auf das heutige Flughafengelände in Hörsching.

Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe der Wehrmacht die hier zwischen 1943 und 1945 stationiert waren.

Von Bis Einheit[3]
Oktober 1943 Dezember 1943 I./KG 51 (I. Gruppe des Kampfgeschwaders 51)
November 1943 März 1944 III./KG 76
Oktober 1944 April 1944 II./KG(J) 27
April 1945 April 1945 II./KG 51
April 1945 Mai 1945 I./JG 52 (I. Gruppe des Jagdgeschwaders 52)

Seit 1956 findet regelmäßiger Passagierluftverkehr statt. Ab 1972 wurde auf der Nordseite des Geländes ein eigenes Passagierterminal errichtet, welches 1976 in Betrieb ging. Seit 1985 ist die Piste des Linzer Flughafens mit einem Instrumentenlandesystem der Kategorie III B ausgerüstet. Von 1998 bis 2003 erfolgte die Adaptierung und Vergrößerung des bestehenden Passagierterminals. 2005 wurde ein neues Instrumentenlandesystem (ILS) auf der Start- und Landebahn 09 in Betrieb genommen.

Seit 1966 bestehen tägliche Flugverbindungen nach Frankfurt am Main, daneben beinhaltet der aktuelle Flugplan Verbindungen nach Düsseldorf, London (durch Ryanair), und Wien, sowie ab Juni 2014 nach Zürich durch Etihad Regional. Daneben gibt es noch ein Charterprogramm mit Flügen in die Urlaubsregionen. Seit Mai 2006 ist der Blue Danube Airport dritte Basis von Niki, mit sechs wöchentlichen Flügen nach Palma de Mallorca sowie zahlreichen anderen Ferienflügen.[4]

Bis 1989 konnte mehrmals der Überschalljet Concorde begrüßt werden, daneben finden in letzter Zeit in den Sommermonaten bei großer Nachfrage gelegentlich auch Charterflüge mit Boeing 747 statt. Seit Mitte der 90er wurden auch einige Frachtflüge mit dem Großraumtransporter Antonow An-124 Ruslan abgefertigt, 2003 erfolgte die Erstlandung des größten Frachtflugzeuges der Welt in Österreich, der Antonow An-225. Am 2. Juni 2010 erfolgte im Rahmen des Linientrainings die Landung des Airbus A380-800 'Frankfurt am Main', dem weltweit größten zivilen Verkehrsflugzeug, von Lufthansa. Die A380 landete um 15:34 Uhr, von Wien kommend, am Linzer Flughafen, um 16:30 Uhr hob das Flugzeug wieder nach München ab.[5] Mit Amerer Air war das einzige Flugfrachtunternehmen in Österreich am Flughafen Linz stationiert. Seit 1978 ist Linz hinter Wien-Schwechat der größte Frachtflughafen Österreichs, wobei der überwiegende Frachtanteil per LKW umgeschlagen wird. Nach Passagieraufkommen ist der Flughafen Linz-Hörsching nach Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck der fünftgrößte in Österreich.

Organisation[Bearbeiten]

Die Flughafen Linz GesmbH - blue danube airport linz gehört zu 50 % dem Land Oberösterreich (seitens der OÖ Verkehrsholding GmbH), und zu 50 % der Stadt Linz.[6] Sie führt „sämtliche Verwaltungs- und für den Flugverkehr notwendigen Abwicklungstätigkeiten, wie z. B. Flugzeugwartung, Benzinverkauf, Gästebetreuung usw.“ durch.[7]

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Folgende Linienflüge starten ab Linz im Sommerflugplan 2014:

Fluggesellschaft Ziele Flugzeugtyp
Austrian Airlines Flughafen Wien Bombardier Dash 8, Dornier 328
Lufthansa Düsseldorf, Frankfurt am Main Bombardier Dash 8, Embrear 195, Embraer 190
Ryanair London (STN) Boeing 737-800
Etihad Regional Flughafen Zürich ATR 72-500
DHL (Fracht) Flughafen Ljubljana, Flughafen Leipzig/Halle Boeing 757-200
SunExpress Flughafen Antalya Boeing 737-800
Niki Flughafen Palma de Mallorca Airbus A320, Airbus A321
Tunisair (Charterlinie) Flughafen Enfidha Boeing 737-600
Aegean Airlines (Charterlinie) Flughafen Heraklion Airbus A320

Flughafenanlage[Bearbeiten]

Der Flughafen verfügt über eine 3000 m lange Präzisions- Start- und Landebahn mit zwei Instrumentenlandesystemen (eines davon für Schlechtsichtanflüge bis CAT IIIb), sowie zusätzlich noch eine Hubschrauberpiste. Für Mittelstreckenflugzeuge stehen 16 Abstellpositionen zur Verfügung.

Der Flughafen Linz-Hörsching ist eigentlich ein Flughafen der österreichischen Luftwaffe und gehört somit dem österreichischen Bundesheer. Es gibt jedoch ein ziviles Nutzungsrecht. Der zivile Teil ist nördlich der Start- und Landebahn, südlich davon befindet sich Österreichs zweitgrößte Kaserne, der Fliegerhorst Vogler mit Teilen der Flieger und dem Militärkommando OÖ.

Am 1. November 2010 wurde die Kennung der Start- und Landebahn von 09/27 auf 08/26 geändert, sowie der Hubschrauberpiste von 08/26 auf 07/25. Diese Änderung ergab sich dadurch, dass sich die Abweichung zwischen geographischer und magnetischer Nordrichtung permanent ändert. Da die eingerechnete Variation der Kompassrose einen solchen missweisenden Wert ergibt, der näher an der 08/26 liegt als an der bestehenden Kennung 09/27, wurde von der österreichischen Flugsicherung Austro Control die Nachführung der neuen Pistenbezeichnung in die Wege geleitet.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

In der Datenbank des Aviation Safety Network sind schwere Flugunfälle weltweit seit dem Jahr 1943 erfasst. Mit Stand August 2014 sind dort keine Luftfahrtunfälle am oder in der Nähe des Flughafens Linz vermerkt[8].

Bedeutung[Bearbeiten]

Flughafenhalle
Check-In-Bereich

Wirtschaftsfaktor[Bearbeiten]

Der Flughafen Linz ist der zweitgrößte Frachtflughafen Österreichs. Nach Passagieraufkommen liegt er auf Platz 5.

Verkehrszahlen[Bearbeiten]

Zahlen laut österreichischer Verkehrsstatistik[9]:

Jahr Passagiere Flugbewegungen Luftfracht Fracht gesamt (inkl. Trucking)
2005 726.529 13.955 0.384 31.829
2006 762.094 12.705 0.404 33.862
2007 773.114 14.282 1.505 34.661
2008 803.163 15.674 5.181 36.540
2009 682.945 13.881 5.709 33.325
2010 692.039 13.688 6.558 ohne Post 44.809
2011 679.220 10.669 8.341 ohne Post 47.341
2012 623.385 10.894 8.283 ohne Post 42.974
2013 549.961 10.227 9.531ohne Post 42.987

Von 2008 bis 2013 ist die Zahl der Passagiere um mehr als 30 % gesunken. Mit der geplanten Eröffnung der direkten Bahnverbindung von Linz zum Flughafen Wien-Schwechat im Dezember 2014 wird ein weiterer Passagierschwund erwartet.[10]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Linz Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Statistiken auf der Website des Flughafensabgerufen am 23. März 2014
  2. Jobs & Karriere auf der Website des Flughafens. Abgerufen am 12. Mai 2013
  3. Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935-45 Austria (1937 Borders), S. 13–14, abgerufen am 4. September 2014
  4. Flughafen Linz mit fast 12 Prozent Passagierrückgang in 2013 9. Februar 2014
  5. ORF Oberösterreich: Airbus A380 in Linz gelandet, vom 2. Juni 2010
  6. Firma Flughafen Linz GesmbH. Firmenbuchdaten Creditreform/firmenabc.at
  7. Firmenbuch wörtlich
  8. Länderseite Österreich in englischer Sprache im Aviation Safety Network.
  9. Statistik Austria
  10. Roman Payer: Bahn als Konkurrenz für Regionalflughäfen? auf austrianaviation.net. Abgerufen am 2. August 2014