Gaibach

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49.88972222222210.226666666667252Koordinaten: 49° 53′ 23″ N, 10° 13′ 36″ O

Gaibach
Stadt Volkach
Höhe: 252 m
Einwohner: 246
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Das Gaibacher Barockschloss im Ortskern

Das Gaibacher Barockschloss im Ortskern

Gaibach, früher eine selbstständige Gemeinde, ist ein Ortsteil der Stadt Volkach am Main in Unterfranken (Bayern).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gaibacher Konstitutionssäule

Erstmals erwähnt wird der Ort im 12. bzw. 13. Jahrhundert. Ein Rittergeschlecht- von Gubach- leitete damals die Geschicke des Dorfes. Sie waren Lehensmänner des Fürstbischofs von Würzburg. Die Zollner von der Hallburg bauten im Dorf 1492 eine Burg, die 1525 dem Deutschen Bauernkrieg zum Opfer fiel.[1]

1580 wechselte Gaibach wiederum den Besitzer. Valentin Echter von Mespelbrunn, der Bruder des Fürstbischofs Julius, erhielt das Dorf. 1650 bekamen die Grafen von Schönborn das Schloss und den Ort Gaibach. Mit den Grafen kam die Blütezeit des Ortes: Das Schloss wurde im Stil des Barock umgestaltet, der Schlosspark erlangte europaweite Bekanntheit.[2]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde in die Stadt Volkach eingegliedert.[3]

Gaibacher Fest[Bearbeiten]

Am 27. Mai 1832 fand – zeitgleich zum größeren Hambacher Fest – in der kleinen Gemeinde das Gaibacher Fest statt, bei dem ca. fünf- bis sechstausend Teilnehmer liberale und demokratische Reformen forderten. Der Würzburger Bürgermeister Prof. Wilhelm Joseph Behr (1775–1851), der auf dem Gaibacher Fest gesprochen hatte, wurde daraufhin wegen Hochverrats und Majestätsbeleidigung zu einer Festungshaft von unbestimmter Dauer verurteilt.

Siehe auch: Vormärz | Hambacher Fest | Märzrevolution

Ortsname[Bearbeiten]

Der Name des Ortes war im Laufe der Jahrhunderte vielen Änderungen unterworfen. Für das Jahr 1299 ist "Guebach" überliefert. 1303 wird das Dorf "Gubach" genannt. Es folgt 1667 "Gaubach". Die Bedeutung lässt sich mit "freies Land am Bach" fassen.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss[Bearbeiten]

Der Innenhof des Gaibacher Schlosses

Bekannt ist Gaibach u. a. durch sein Schloss. Anstelle der alten Burg wurde zwischen 1590 und 1608 zunächst ein Wasserschloss im Renaissance-Stil errichtet; 1650 erwarb es Philipp Erwein von Schönborn. Zwischen 1694 und 1710 wurde es in ein spätbarockes Lustschloss umgewandelt. Im Zeitraum von 1800 bis 1830 erfolgten klassizistische Umbauten, zugleich wurde ein Englischer Landschaftsgarten um das Schloss angelegt.

Der damalige Reichsrat Graf Franz Erwein von Schönborn-Wiesentheid (1776-1840) war von der bayerischen Verfassung von 1818 so begeistert, dass er nach den Plänen des Architekten Leo von Klenze im Gaibacher Schlosspark die Konstitutionssäule errichten ließ, die der Trajanssäule von Rom nachempfunden ist.

Die Rundkapelle Zum Heiligen Kreuz auf dem Gaibacher Sonnenhügel

Die Grundsteinlegung erfolgte am 27. Mai 1821, dem 3. Jahrestag der Verkündung der Verfassung. Dabei wurde im Schloss auch der Konstitutionssaal eingerichtet, an dessen Wänden Medaillons mit den Inschriften der Verfassungsgrundsätze angebracht sind. Die Einweihung der Säule fand am 22. August 1828 in Anwesenheit König Ludwigs I. von Bayern und seiner Gemahlin Therese statt. Am Fuß der Säule befindet sich die Inschrift: „Der Verfassung Bayerns, ihrem Geber Max Joseph, ihrem Erhalter Ludwig zum Denkmale.“

Ein Gemälde der Einweihung der Konstitutionssäule ist im Mainfränkischen Museum in Würzburg zu sehen. Es wurde von Peter von Hess gemalt, der 1792 in Düsseldorf geboren wurde. Später war er Hofmaler in München und wurde am 2. Januar 1861 von König Max II. von Bayern geadelt.

Seit 1949 ist im Gaibacher Schloss ein Gymnasium mit Realschule und angegliedertem Internat untergebracht.

Sakralbauten[Bearbeiten]

Balthasar Neumanns Pfarrkirche in Gaibach

Balthasar Neumanns schlichte Pfarrkirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit ist ein Spätwerk des Baumeisters und entstand in den Jahren 1743–45; sie ist eine Stiftung des Würzburger Fürstbischofs Friedrich Carl von Schönborn.

Die Heilig-Kreuzkapelle auf dem Sonnenberg wurde als Stiftung von Lothar Franz von Schönborn hier errichtet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Meyer: Die Konstitutionssäule und ihre Geschichte. In: Feuerbach, Ute (Hrsg.): Unsere Mainschleife. Beiträge zu Kunst und Geschichte an der Volkacher Mainschleife. Volkach 2008.
  • Karl Treutwein: Von Abtswind bis Zeilitzheim. Geschichtliches, Sehenswertes, Überlieferungen. Volkach 1987.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Treutwein, Karl: Von Abtswind bis Zeilitzheim. S.86.
  2. Schneider, Erich: Die Kirchen zu Gaibach. S.3.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 747.
  4. Treutwein, Karl: Von Abtswind bis Zeilitzheim. S.86.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gaibach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien