Volkach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Volkach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Volkach
Volkach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Volkach hervorgehoben
49.86583333333310.226111111111203Koordinaten: 49° 52′ N, 10° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kitzingen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Volkach
Höhe: 203 m ü. NHN
Fläche: 60,19 km²
Einwohner: 8664 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 144 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97332
Vorwahl: 09381
Kfz-Kennzeichen: KT
Gemeindeschlüssel: 09 6 75 174
Stadtgliederung: 19 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
97332 Volkach
Webpräsenz: www.volkach.de
Bürgermeister: Peter Kornell (FWG)
Lage der Stadt Volkach im Landkreis Kitzingen
Landkreis Bamberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Würzburg Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Wiesenbronn Segnitz Rüdenhausen Rödelsee Obernbreit Martinsheim Marktsteft Markt Einersheim Marktbreit Mainstockheim Mainbernheim Kleinlangheim Kitzingen Geiselwind Castell (Unterfranken) Buchbrunn Albertshofen Abtswind Willanzheim Wiesentheid Volkach Sulzfeld am Main Sommerach Seinsheim Schwarzach am Main Prichsenstadt Nordheim am Main Iphofen Großlangheim Dettelbach Biebelried Landkreis HaßbergeKarte
Über dieses Bild

Volkach ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Volkach. Die Stadt liegt am Main im mainfränkischen Weinanbaugebiet.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Volkach liegt im Norden des Landkreises Kitzingen, der zum Regierungsbezirk Unterfranken des Freistaats Bayern gehört. Die Stadt bildet den nördlichen Abschluss des Landkreises und grenzt (im Uhrzeigersinn) an den Landkreis Schweinfurt im Norden, die Stadt Prichsenstadt im Osten, die Marktgemeinde Wiesentheid im Südosten, die Gemeinde Schwarzach am Main im Süden sowie die beiden Dörfer der Verwaltungsgemeinschaft Volkach, Sommerach und Nordheim. Im Westen schließt der Landkreis Würzburg an die Stadt an.

Die Stadt Volkach ist etwa 14 Kilometer von der Kreisstadt Kitzingen entfernt. Die nächsten größeren Städte sind Schweinfurt, 20 Kilometer entfernt, und Würzburg mit einer Entfernung von 22 Kilometern.[2]

Mit einer Fläche von 60,19 km² ist Volkach die drittgrößte Kommune im Landkreis. Bei einer Einwohnerzahl von etwa 9000 ergibt sich eine Einwohnerdichte von 150 je km². Die Stadt liegt somit knapp unter dem bayerischen Durchschnitt von 176 je km².[3] Die Einwohnerzahl weist sie dagegen als zweitgrößte Kommune im Landkreis aus.

Der Freistaat Bayern zählt Volkach in seinem Regionalplan zur Region Würzburg; es ist als Unterzentrum vermerkt.[4]

Geologie, Hydrologie, Böden[Bearbeiten]

Volkach liegt an der Mainschleife, der größten Flussmäanderlandschaft in Bayern. Die Region ist geprägt von steilen Prallhängen und flachen Gleithängen, die besonders gut für den Weinbau genutzt werden können. Diese Nutzung durch den Menschen hat die Landschaft stark verändert. Dennoch ist die erdgeschichtliche Vergangenheit weiterhin gut sichtbar. Die Eintiefung des Mains in sein heutiges Bett erfolgte vor allem im Pleistozän, die Flussmäander vertieften sich und ließen die beiden Hangtypen entstehen. Durch Erosion setzt sich dieser Vorgang fort. Dadurch schneiden die Flussläufe immer tiefer in den Berg der Vogelsburg ein und lassen so einen Durchbruchsberg entstehen.[5]

Hydrologisch profitiert Volkach vor allem durch die tonigen und lehmigen Bodenbeimischungen. Ihre hohe Wasseraufnahmefähigkeit ermöglicht den Pflanzen die Feuchtigkeitsaufnahme, da gleichzeitig ein sehr tiefer Grundwasserstand vorhanden ist. Durch diese Beimischungen kann die Winterfeuchtigkeit bis in den Sommer gehalten werden und ermöglicht der Flora auch in trockenen Jahren das Überleben.[6]

Die Bodenbeschaffenheit um die Stadt ist vielfältig. Oberer Muschelkalk, Lettenkeuper, Lösslehm, Sand, schwere Tonböden und anmoorige Böden existieren. Im Westen herrschen die Muschelkalkflächen vor, während im Bereich des Mains Löß und Lößlehm überwiegen. Östlich des Flusses gibt es vor allem schwere bis tonige Lehme und Sande. Am vielfältigsten sind die Böden im Maintal beschaffen: Sand, Kies, Geröll, lehmige und tonige Sande sowie anmoorige Aueböden sind dort anzutreffen. Eine Grobgliederung kann mit dem fruchtbaren Lößstreifen um Gaibach und dem großen Flugsandgebiet mit Dünenbildung um Volkach vorgenommen werden.[7]

Klima[Bearbeiten]

Volkach liegt in der Maingauklimazone, die zu den trockensten und wärmsten Zonen Deutschlands zählt. Dies ist auch ein Grund für den Weinanbau in der Region. Klimaerhebungen für Volkach werden in der Wetterwarte in Würzburg durchgeführt.

Die Klimaklassifikation von Köppen rechnet die Stadt zur Cfb-Kategorie.[8] (Klimazone C: warm-gemäßigtes Klima, Klimatyp: f: feucht-gemäßigtes Klima, Untertyp b: warme Sommer).


Klimatabelle für Volkach
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2 4 9 14 20 22 24 23 20 14 7 3 Ø 13,5
Min. Temperatur (°C) -4 -3 0 3 7 11 12 12 8 5 2 -2 Ø 4,3
Sonnenstunden (h/d) 2 3 5 6 6 7 8 7 6 5 2 1 Ø 4,8
Regentage (d) 10 9 9 10 11 11 10 9 8 7 10 10 Σ 114
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: [9]

Flächennutzung[Bearbeiten]

Flächennutzung 2010
Nutzung Hektar
Gebäude- und Freifläche 348
Betriebsfläche 24
Erholungsfläche 31
Verkehrsfläche 403
Landwirtschaftsfläche 3933
Waldfläche 973
Wasserfläche 271
Flächen anderer Nutzung 36
Gesamtfläche 6019

Die Flächennutzungstabelle[10] Volkachs zeigt ein sehr großes Übergewicht von landwirtschaftlich genutzten Flächen an. Der Anteil an der Gemeindefläche beträgt 65,3 Prozent. Es folgen die Waldflächen mit 16,2 Prozent. An sechster Stelle tauchen in der Tabelle die Wasserflächen auf. Neben dem Main und diversen Baggerseen sind hier vor allem die Bäche Volkach, Weidach, Sommerach, Schwarzach und Gaibach zu nennen.[11] Auch existieren eine geringe Anzahl an Erholungsflächen, die etwa 0,5 Prozent des Stadtgebiets ausmachen.

Bebaute Fläche nimmt 13,3 Prozent der Kommune ein. Hier überwiegt die Stadt Volkach mit großem Abstand. Auf die Ortsteile entfallen nur geringe bebaute Flächen. Verkehrsflächen, wie Straßen, Wege und Plätze sind hiervon etwa die Hälfte (6,7 Prozent).

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Das Bundesamt für Naturschutz[12] weist die gesamte Mainschleife als Landschaftsschutzgebiet aus. Besonderen Schutz genießen einige Gebiete, die als Naturschutzgebiete eingetragen sind: die Dürringswasen in Astheim aufgrund der gefährdeten Pflanze Jurinea cyanoides und des Biotops Sandgrasheide[13], ebenso die Sandgrasheiden am Elgersheimer Hof. Der Main genießt teilweise ebenso Naturschutz, so zum Beispiel der Altmain um Volkach oder die Mainauen bei Sommerach.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Volkach gliedert sich in 19 Stadtteile[14]:

Das Zentrum der Gemeinde bildet die Stadt Volkach mit circa 5000 Einwohnern. Westlich, auf der anderen Mainseite, liegt Astheim, der größte der Volkacher Ortsteile (ca. 800 Einwohner). Am Main entlang westwärts stößt man auf Escherndorf (ca. 300 Einwohner) und Köhler, das mit lediglich 40 Einwohnern der kleinste der Ortsteile ist. Im Uhrzeigersinn folgen dann Fahr (ca. 650 Einwohner) im Nordwesten, Gaibach (ca. 500 Einwohner) im Norden, Obervolkach (ca. 700 Einwohner) und Krautheim (ca. 200 Einwohner) im Nordosten, Rimbach (ca. 300 Einwohner) im Osten, Eichfeld (ca. 450 Einwohner) im Südosten und Dimbach (ca. 150 Einwohner) im Süden.[15] Weiterhin existieren um Volkach stillgelegte Mühlen und Aussiedlerhöfe. Als Ortsteile werden auch die Burgen Hallburg und Vogelsburg vermerkt.

Geschichte[Bearbeiten]

Von der Siedlung zur Stadt Volkach (bis 1258)[Bearbeiten]

Keltischer Grabhügel am Rande von Volkach

Die Besiedlung der fruchtbaren Region um Volkach erfolgte äußerst früh. Als Bodendenkmäler eingestufte Funde wie Gräber, Freilandstationen oder Siedlungen sind für viele vor- und frühgeschichtliche Kulturen belegt. Sowohl Linearbandkeramiker als auch Mitglieder der Urnenfelderkultur, der Hallstattkultur und der Kelten lebten an der und um die Mainschleife.[16]

Die kulturlandschaftliche Entwicklung der Mainschleife setzte allerdings erst wesentlich später ein. Fränkische Bauern, bereits zum Christentum bekehrt, bauten im 8. Jahrhundert erstmals Wein am Main an.[17] Religiöses Zentrum dieser ersten christlichen Siedler war die Kirche auf dem heutigen Berg der Vogelsburg. Verwaltet wurde die Mainschleife von Prosselsheim aus, wo ein fränkischer Königshof stand. Zu diesem zählten bereits die Siedlungen Ostheim (Astheim), Nordheim und Sommerach sowie mehrere andere Orte.[18] Der Einfluss des Königshofes war bereits im Jahr 889 gemindert, denn durch mehrere Teilungen wurde das Gebiet zersplittert und der Main die Grenze des „Volkfelds“. 903 kam die Vogelsburg zum Kloster Fulda. 906 schenkte König Ludwig IV. Fulda auch die verbliebenen Siedlungen am Main.[19] Das Kloster verteilte den erhaltenen Besitz an verschiedene Grundherrn und förderte dadurch die unterschiedliche Entwicklung der Siedlungszellen.

Das „niedere“ (lat. inferior) Volkach war nun vom „oberen“ (lat. superior) Volkach getrennt und legte seinen Namenszusatz ab.[20] In den Erwähnungen von Volkach war bisher nur von „Volkaha“ (1190), „villa“ (1230) und allgemein von „in Volkach“ (1254) die Rede. Die Stadtbezeichnung fehlte. Dies änderte sich erst in einer Urkunde aus dem Jahr 1258 mit „civitate nostra Volka“ (unserer Stadt Volkach). Mittlerweile war Volkach vom Kloster Fulda auf die Grafen von Castell übergegangen. Diese Adelsfamilie erkannte den Wert der Lage am Main und baute die Siedlung zu einem Eckpfeiler ihres Herrschaftsgebiets aus. Zwischen 1254 und 1258 verlieh der Kaiser das Stadtrecht.[21]

Volkach unter den Grafen von Castell (1258–1520)[Bearbeiten]

Für die neuen Herren war Volkach die wichtigste Siedlung innerhalb ihres Machtbereichs und so wurde eine Stadterhebung forciert.[22] Die Aufwertung der Mainsiedlung schien notwendig, da die castellschen Besitzungen von Gebieten des Hochstifts Würzburg umgeben waren. Die Verwaltung der Stadt übernahm ein Stadtvogt (Ostergerus advocatus). Derweil bemühte sich der Würzburger Bischof immer mehr um die Siedlungen an der Mainschleife. 1230 musste die Hallburg an den Bischof abgetreten werden. In der Folgezeit geriet Volkach in verschiedene Hände. Heinrich II. und Hermann zu Castell besaßen je die Hälfte der Stadt. Heinrich teilte Volkach unter seinen Söhnen Rupert und Hermann, die so jeweils ein Viertel der Stadt erhielten. Rupert verpfändete seinen Teil an das Hochstift Würzburg. Hermann verkaufte das andere Viertel 1328 ebenfalls an Würzburg. Die andere Hälfte, in Händen der Herrn von Hohenlohe, wurde 1447 gedrittelt.

Der erste Teil kam für 2998 Gulden an den Schenken von Limpurg, der ihn 1479 an Bischof Rudolf von Scherenberg weitergab. Der zweite Teil wurde den Herren von Weinsberg übergeben, die ihn 1479 auch an den Würzburger Bischof abstießen. Vollständig unter die Herrschaft des Würzburger Hochstifts kam Volkach 1520, als die Grafen von Castell auf ihr Wiederkaufsrecht verzichteten, das ihnen für den letzten Teil 1509 eingeräumt worden war.[23]

Die häufigen Herrschaftswechsel behinderten das wirtschaftliche Vorankommen Volkachs nicht. Im Gegenteil, die Zahl der Privilegien für die Stadt steigt in dieser Zeit ganz erheblich. Die Bürger erhielten ein Befestigungsrecht, 1398 das Münzrecht und 1406 sowie 1451 Marktprivilegien. Seit 1432 war Volkach ein eigener Hochgerichtsbezirk und übte die Blutgerichtsbarkeit aus.[24] Der Stadtschreiber Niklas Brobst von Effelt verfasste 1504 das Volkacher Salbuch[25], eine Sammlung der zahlreichen Privilegien, Ordnungen, Vorschriften und Rechtsbräuche mit zahlreichen Abbildungen.

Volkach als fürstbischöfliche Amtsstadt (1520–1814)[Bearbeiten]

Das Wappen Fürstbischofs Julius Echters von Mespelbrunn am Sommeracher Tor

Das Ende des Mittelalters läutete auch für die Stadt am Main eine neue Epoche ein. Fortan war die gesamte Stadt unter der Herrschaft des Würzburger Bischofs. Dieser verschärfte die Verordnungen und Abgaben und brachte so die Volkacher Bauern gegen sich auf. 1525 während des Deutschen Bauernkriegs plünderten deshalb auch Volkacher Bauern die Astheimer Kartause und die Vogelsburg unter ihrem Hauptmann Johann Buthner. Nach der Niederschlagung der Aufstände kam es zu mehreren Enthauptungen von Volkacher Rädelsführern. Die Bürger mussten einen Treueid auf den Bischof Konrad von Thüngen schwören.[26]

Nach einer kurzen Erholungsphase, in der auch das neue Rathaus (Baubeginn 1544) fertiggestellt wurde, begann 1618 der Dreißigjährige Krieg. Im Jahr 1631 wurde Volkach von schwedischen Truppen besetzt, 17 Jahre später von königsmarckschen Truppen. Die Stadt wurde geplündert. Politisch war Volkach zu dieser Zeit Sitz des Amtes Volkach, das aus dem Amt Hallburg hervorging. Zu diesem gehörte zuerst nur Obervolkach, später kamen die Orte Sommerach, Untereisenheim, Nordheim und Köhler hinzu. Verwaltet wurde das Amt durch ein Amtshaus in der Stadt.[27]

Durch die vielen Aufstände und Kriege kam es zeitweise zu einem wirtschaftlichen Niedergang der Stadt. So verödeten während des Dreißigjährigen Krieges Weinberge und Felder. Dennoch konnte sich Volkach immer wieder erholen. Dies zeigen der Neubau der Stadtmauer circa 1540–1600 und die Stiftung eines Seelhauses 1785. Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung hatte sicher auch die Einrichtung von Frucht- und Getreide-, Vieh- und Fechsermärkten im 18. Jahrhundert. Zeichen des steigenden Selbstbewusstseins der Volkacher Bürger ist das vom Volkacher Senator Georg Adam Schelf, 1719 erbaute Schelfenhaus.

In Bayern (1814–1945)[Bearbeiten]

Mit der Mediatisierung durch Napoleon begann ab 1803 für Volkach eine wechselvolle Zeit. Die Stadt kam kurze Zeit zum Kurfürstentum Bayern, bevor sie 1806 wieder würzburgisch wurde. Das Jahr 1814 beendete diese Wirren; Volkach war fortan Stadt im Königreich Bayern. Sie war weiterhin Amtsstadt und erhielt nach 1814 einen eigenen Dekanatsbezirk.[28] 1872 wurde der Amtsbezirk Volkach aufgelöst und dem Amt Gerolzhofen zugeschlagen. Der Verlust von Verwaltungsstellen setzte sich nach dem Ersten Weltkrieg fort. Bis 1939 verschwanden das Gericht, das Finanzamt und das Eichamt aus der Stadt.[29]

Für Volkach hatten die Veränderungen aber auch positive Seiten. 1840 erhielt die Stadt eine Poststation. In den Jahren 1825, 1844 und 1893 siedelten sich mehrere Banken in der Stadt an. Eine ungeheuere Erleichterung für den Verkehr war 1892 die Fertigstellung der Volkacher Mainbrücke nach zweijähriger Bauzeit, die dem Fährverkehr zwischen der Stadt und Astheim ein Ende setzte. Volkach wurde 1909 mit der Mainschleifenbahn der Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Wirtschaftlich war die Zeit von einer riesigen Umwälzung geprägt: Der Weinanbau, jahrhundertelang das wirtschaftliche Rückgrat der Mainschleife, war durch das Auftreten der Reblaus gestört und die Stadt verschuldete sich. Abhilfe konnte die Forcierung des Obstanbaus schaffen. Nun gehörten auch Apfelbäume zur Region Volkach. Vor Ende des Zweiten Weltkriegs spielte die Industrie in Volkach eine untergeordnete Rolle. Nur das 1903 errichtete Gaswerk und die 1918 eröffnete Druckerei stachen aus der rein landwirtschaftlich geprägten Umgebung hervor.[30]

Im Zweiten Weltkrieg entging Volkach großen Zerstörungen, lediglich die Mainbrücke wurde beim sinnlosen Rückzugskampf der Wehrmacht am 7. April 1945 gesprengt. Zuvor kam es am 6. Februar zu Bombenabwürfen auf die Stadt, bei denen vier Tote zu beklagen waren. Volkach blieb bis zum Dezember 1946 unter amerikanischer Besatzung.[31]

Nach dem Zweiten Weltkrieg (seit 1945)[Bearbeiten]

Volkach. Stahlstich nach einer Vorzeichnung von Fritz Bamberger 1847.

Die Zerstörung der Mainbrücke bestimmte die Politik der unmittelbaren Nachkriegszeit in Volkach. Bereits 1947 erfolgte die Grundsteinlegung für eine neue Brücke, nachdem zuvor der bayerische Ministerpräsident Hans Ehard die Situation besichtigt hatte. Ein weiteres Problem der Stadt war die Versorgung der zahlreichen Flüchtlinge und Evakuierten. Neue Siedlungen entstanden, um den neuen Bewohnern Wohnraum zu verschaffen.[32]

Die Madonna im Rosenkranz von Tilman Riemenschneider in der Wallfahrtskirche Maria im Weingarten auf dem Volkacher Kirchberg wurde 1962 geraubt, konnte aber 1963 zurückgeführt werden.[33] Nach einer Restaurierung befindet sich die Madonna heute wieder in der Kirche oberhalb Volkachs.

Ein weiterer politischer Neuanfang wurde durch die bayerische Gebietsreform nötig. Ab 1972 wurden zehn Ortschaften nach Volkach eingemeindet. Außerdem wurde die jahrhundertealte Verbindung mit Gerolzhofen durch die Auflösung des Landkreises zerstört. Volkach wurde dem Landkreis Kitzingen zugeschlagen. Die Stadt ist seit 1986 Bundeswehrstandort, als das mittlerweile aufgelöste Pionierbataillon 12 in die Mainfranken-Kaserne einzog.

Wirtschaftlich entwickelte sich Volkach auch in der Nachkriegszeit weiter. Die Kanalisierung des Mains 1958 und die Anlage eines Hafens trugen dazu ebenso dazu bei wie die Ansiedlung einer Kugellagerfabrik. Gleichzeitig übernahm die Stadt Anstrengungen zur Förderung des Fremdenverkehrs.[34] Heute ist der Tourismus eine der wirtschaftlichen Säulen Volkachs und der Mainschleife.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Astheim und Escherndorf in die Stadt Volkach eingegliedert. Am 1. Juli des gleichen Jahres kamen Eichfeld und Köhler hinzu.[35] Krautheim folgte am 1. Januar 1977. Rimbach wurde am 1. Juli 1977 eingemeindet. Dimbach wurde am 1. Oktober 1977 zum Ortsteil der Stadt Volkach. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Obervolkach am 1. Januar 1978 sowie von Fahr und Gaibach am 1. Mai 1978 abgeschlossen.[36]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl des mittelalterlichen Volkach blieb über die Jahrhunderte relativ konstant. Da der nahe Fluss Main ein weiteres ausbreiten der Stadt verhinderte und die wirtschaftliche Situation einen Stadtausbau nicht zuließ, lebten zu dieser Zeit immer um 1000 Bewohner in der Stadt. Älteste Aufzeichnung der Einwohner Volkachs ist die Statistik aus dem Jahr 1698. Danach lebten in den vier Stadtvierteln rund 1200 Einwohner, die in 267 bis 274 Haushalten organisiert waren.[37]

Sogar im 19. Jahrhundert stieg die Stadtbevölkerung nur sehr langsam an. So vermerkte Pfarrer Georg Scheurich in seiner Volkacher Chronik des Jahres 1864 insgesamt 1967 Einwohner in der Stadt. Der Anstieg ist durch die Wohnhäuser an den Ausfallstraßen erklärbar, die im 19. Jahrhundert errichtet wurden. Um 1900 lebten dann bereits um 5000 Personen auf dem Gebiet, dass heute die Gemeinde Volkach bildet. Der Anstieg um fast 2000 Einwohner bis ins Jahr 1950 ist vor allem durch Flüchtlinge des Zweiten Weltkriegs zu erklären.

Diese Situation brachte die Stadtverwaltung in der Nachkriegszeit auch zur Planung eines Siedlungsgürtels um die alte Stadt, der heute vom Ring der Staatsstraßen 2260 und 2274 eingerahmt wird.[38] Zusammen mit den Ortsteilen, die nach dem Krieg ebenfalls neue Siedlungen erschlossen stiegen die Einwohner der Gemeinde deshalb bis 2005 auf knapp 10000 an. Der einsetzende demographische Wandel und die Landflucht des neuen Jahrtausends führte in der Folgezeit zu einer Abwanderung, die heute noch anhält.

Religionen[Bearbeiten]

Die Stadt Volkach weist zwei Kirchengemeinden auf. Eine evangelische und eine katholische. Die katholische gehört dem Dekanatsbezirk Kitzingen an. Sie bildet die Pfarreiengemeinschaft St. Urban an der Mainschleife mit den Pfarreien St. Bartholomäus in Volkach, St. Johannes Evangelist in Astheim, St. Johannes der Täufer in Escherndorf und in Fahr.[39] Die evangelische Gemeinde liegt im Dekanat Castell.[40] Die Verteilung der Konfessionen wurde letztmals 1987 erfragt. Hier findet sich eine überwältigende Mehrheit von Katholiken, die etwa 80 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Auf evangelisch-lutherische und freikirchliche Gruppen entfallen nur 17,4 Prozent.[41]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat und Wahlen[Bearbeiten]

Der Stadtrat hat 20 Mitglieder. Er setzt sich seit der Kommunalwahl vom 16. März 2014 wie folgt zusammen:

Partei / Liste Sitze
CSU 6
FWG 6
SPD 4
Bürgerliste Volkach 3
Einzelbewerberin 1

Die Freie Wählergemeinschaft Volkach stellt den ersten Bürgermeister. Neben den Stadträten existieren noch drei Ortssprecher, die die Orte Dimbach, Köhler und Gaibach vertreten.[42]

Bei Landtags- und Bundestagswahlen ist in Volkach ein Rückgang der Wahlbeteiligung zu beobachten. Seit der Wiedervereinigung profitieren hiervon vor allem die kleineren und regionalen Parteien. Die Grünen erhielten bei der Bundestagswahl 2009 10,8 Prozent der Stimmen, die FDP 14,3 Prozent und die Linke 7,2 Prozent. Die SPD erhielt 14,8 Prozent, die CSU 44,8 Prozent.[43]

Bei der Bundestagswahl 2014 konnte die CSU ihr Ergebnis auf 54,8 Prozent erhöhen. Auch die SPD verbesserte sich auf 16,8 Prozent der Stimmen. Verlierer der Bundestagswahl waren in Volkach die kleinen Parteien: Die Grünen erreichten nur noch 8,4 Prozent, die Linkspartei verlor 3,1 Prozent und lag bei 4,1 Prozent der Stimmen. Die FDP erreichte nur noch 4,3 Prozent.[44]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Vom Schultheiß zum Ersten Bürgermeister[Bearbeiten]

Ein Bürgermeister ist für Volkach erstmals im Jahr 1395 überliefert. Die offizielle Bezeichnung lautete damals: „Schultheiß, Bürgermeister, Rat und Bürger der Stadt Volkach und Vorstädte“. Zumeist entstammten die Stadtoberhäupter den vermögenden Familien der Stadt, die sich aus castellischen, ebrachischen und würzburgischen Lehensleuten zusammensetzten. Seit der Frühen Neuzeit kamen vermehrt Mitglieder der Weinhändler-Familien ins höchste Stadtamt. Insbesondere die Familien Balbus und Schwan stellten häufig den Bürgermeister.

Während bis ins 19. Jahrhundert die Bürgermeister lediglich ein Jahr regierten, wobei häufig Bestätigungen über Jahre hinweg erfolgten, setzten sich mit der Erwerbung durch das Königreich Bayern längere Amtszeiten durch. Während der NS-Zeit setzte die nationalsozialistische Regierung den Bürgermeister ein, er wurde am 15. April 1945 von den Amerikanern abgesetzt. Für die Zeit danach sind lange Amtszeiten der Stadtoberhäupter die Regel.[45]

Aktueller Bürgermeister ist Peter Kornell, der Mitglied der Freien Wähler Bayern (FWG) ist.[46] Er amtiert seit dem 1. Mai 2002 und ist hauptamtlicher Erster Bürgermeister der Stadt. Im Jahr 2013 setzte er sich in einer Stichwahl gegen den Kandidaten der Bürgerliste Volkach, Fred Mahler, durch. Der Stadtrat ernennt den Zweiten und Dritten Bürgermeister der Stadt.

Bürgermeister Volkachs seit 1900[Bearbeiten]

Der Bürgermeistereid, Miniatur aus dem Volkacher Salbuch
Bürgermeister Amtszeit Anmerkungen
Johann Baptist Schmitt 1900-1905
Josef Wächter 1906-1935 „Ehrenbürgermeister“ und Ehrenbürger der Stadt Volkach
Josef Dittmann 1935-1945 Von der nationalsozialistischen Regierung eingesetzt
Georg Berz 1945 1. Amtszeit, von der amerikanischen Militärregierung eingesetzt
Josef M. Erb 1945-1948
Georg Berz 1948-1970 2. Amtszeit
Friedrich Ruß 1970-1990 Ehrenbürger der Stadt Volkach
Karl Andreas Schlier 1990-2002
Peter Kornell seit 2002 Auch Mitglied des Kreistages des Landkreises Kitzingen[47]

Kommunale Finanzen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Volkach wies 2010 eine Verschuldung von knapp 9 Millionen Euro auf. Es stehen Bruttoausgaben von 14 Millionen Steuereinnahmen von 5 Millionen gegenüber. Auf der Ausgabenseite überwiegen die Personalausgaben mit 3,5 Millionen, während Sachinvestionen den geringsten Teil der Ausgaben ausmachen.[48] Im Jahr 2012 betrugen die Gemeindeschulden 8,285 Millionen Euro.[49]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Volkach
Blasonierung:

„Gespalten; vorne in Rot drei silberne Spitzen, hinten in Gold ein blauer Schrägwellenbalken.“

Beschreibung:

Bereits beim ältesten Siegel aus dem 14. Jahrhundert war das Wappen gespalten. Anstelle dem Schrägwellenbalken, der selbstverständlich den Fluss Main darstellen soll, fand sich jedoch das Wappen der Grafen von Castell. 1544 verlieh der Würzburger Fürstbischof der Stadt ihr heutiges Wappen. Lediglich von 1819 bis 1952 änderten sich die Wappenfarben kurz: Der Rechen wurde nun blau-weiß gefärbt.[50]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Marktplatz
Rathaus
Oberes (Sommeracher) Tor

Bauwerke[Bearbeiten]

Stadtkern[Bearbeiten]

Volkach besitzt eine geschlossene Altstadt mit zwei Stadttoren. Oberes und Unteres Tor gehen auf das 13. Jahrhundert zurück; beide Türme wurden unter Julius Echter von Mespelbrunn im 16. Jahrhundert erweitert. Das Obere Tor heißt auch Sommeracher Tor (Diebenturm), das untere auch Gaibacher Tor (Krakenturm). Innerhalb der Stadtmauern sind folgende Bauwerke bemerkenswert:

  • Die 1413–1512 entstandene katholische Stadtkirche St. Bartholomäus mit Renaissance-Taufstein von 1559, Barockaltären und Rokoko-Stuck geht auf einen älteren Vorgängerbau zurück, von dem wenig bekannt ist. Der bestehende Bau geht zurück auf Meister Friedrich Reuß, den Steinmetzen. Meister der barocken Innenausstattung des 18. Jahrhunderts sind Nikolaus Huber, Johann Michael Wolcker und andere Maler und Bildhauer der Region.[51]
  • Das Volkacher Renaissance-Rathaus ist ein Gebäude aus dem Jahr 1544; charakteristisch für den fränkischen Stil ist über dem Sockelgeschoss, in dem die Händler ihre Waren feilboten, eine doppelläufige Außentreppe, die zum Ratssaal führte. In Volkach mündet er – ähnlich wie am Rathaus in der nicht weit entfernten Stadt Dettelbach – in einen mit Fachwerk verzierten Erker. Verwandt ist die Architektur mit anderen fränkischen Rathäusern, beispielsweise in Ochsenfurt und in Karlstadt.
  • Den Marktplatz zeichnet neben dem Rathaus ein Brunnen mit einer Maria Immaculata aus dem Jahr 1480 aus. Ein bemerkenswertes Fachwerkhaus an der Ecke zur Hauptstraße, heute ein familiengeführtes Hotel, war seit dem 16. Jahrhundert Handwerkerhaus, Schmiede und Färberei.
  • Der Echterhof (benannt nach Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn) in der Hauptstraße war das fürstbischöfliche Amtshaus und wurde 1605 errichtet. Als dieser Zweig der Familie Echter ausstarb, wurde es 1698 Spital, worauf Spitalgasse, der Name der Seitenstraße, hinweist. Im 19. Jahrhundert wurde es königlich-bayerisches Amtsgericht. Es ist heute ein Hotel der gehobenen Klasse.
  • Der ehemalige Zehnthof mit seinem typischen Giebel war ursprünglich im Besitz des Würzburger Domkapitels, im 19. Jahrhundert königlich-bayerisches Rentamt.
  • Die alte Amtskellerei in der Hauptstraße ist ein Gebäude aus dem ausgehenden Barock und wurde im 19. Jahrhundert von der königlich-bayerischen Post genutzt.
  • Das Schelfenhaus (heute Stadtbibliothek) in einer Seitengasse der Hauptstraße ist ein barockes Stadtpalais des Handelsmanns und Ratsherren Johann Georg Adam Schelf von 1719/20 mit reich verzierter Straßenfront und mehreren Sälen mit prächtigem Deckenstuck und Deckengemälden.
  • Eine Reihe von Wirtschaftsgebäuden in Fachwerk mit Hinterhöfen ist erhalten. In ihnen befinden sich heute Weingüter und gastronomische Einrichtungen. Es gibt Schankhöfe, die bereits das Volkacher Salbuch erwähnt und in denen sich immer noch Gaststätten befinden.
  • Das Städtische Museum befindet sich in einer 2003 umgebauten Scheune aus dem 18. Jahrhundert (so genannte Barockscheune). Das Stadtarchiv beherbergt das Volkacher Salbuch als seinen größten Schatz. Ein Faksimile ist erhältlich und auch eine Online-Version zugänglich.[52]

Die heute evangelische Kirche St. Michael vor den Mauern befindet sich, wie der Name sagt, außerhalb des Stadtkerns vor dem Sommeracher Tor. Über dem Portal ist ein Marienkrönungsrelief angebracht. Das ursprüngliche Kirchenpatronat St. Maria von 1420 wurde 1739 geändert.[53]

Außerhalb der Stadt[Bearbeiten]

  • Die im 14. und 15. Jahrhundert erbaute Wallfahrtskirche Maria im Weingarten beherbergt mit der 1521–1524 entstandenen Maria im Rosenkranz eines der bedeutendsten Holzbildwerke Tilman Riemenschneiders. Das eigentliche Gnadenbild und Ziel der Wallfahrer ist eine Pietà aus dem späten 14. Jahrhundert.[54]
  • Auf dem Vogelsberg, drei Kilometer von Volkach entfernt an der Straße Richtung Würzburg, liegt das 1282 gegründete Kloster Vogelsburg.[55]
  • Im Ortsteil Astheim befindet sich die 1409 gegründete und 1803 durch die Säkularisierung aufgelöste Kartause Marienbrück, von der die 1603–1609 errichtete Kirche und das alte Priorat mit der Johanneskapelle von 1583 erhalten sind.
  • Auf dem Hallburger Schlossberg an der Volkacher Mainschleife ist der Bergfried der Burg Hallburg weithin zu sehen.[56][57]

Theater und Museen[Bearbeiten]

Die Stadt Volkach selbst besitzt aufgrund ihrer Größe kein eigenes Theater. Im Ortsteil Eichfeld existierte bis 2010 allerdings die sogenannte Kulturscheune, die mit einem wechselnden Ensemble Theatervorführungen gab.[58] Die Geschichte der Stadt an der Mainschleife kann im Museum Barockscheune erkundet werden. Seit 2003 gibt es hier eine Dauerausstellung. Auf der anderen Mainseite, im Ortsteil Astheim, steht das Museum Kartause, das sich der Geschichte der christlichen Bildverehrung widmet.[59]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Aufgrund der touristischen Attraktivität der Stadt gibt es in Volkach sehr viele Feste und Veranstaltungen. In jedem Quartal richtet die Stadt Volkach einen Markt aus, welcher entlang der Hauptstraße und im Stadtpark stattfindet. Angeboten werden regionale Produkte, aber auch Trödel. Regelmäßig finden auf dem Marktplatz auch Konzerte der Stadtkapelle Volkach statt. Eine festliche Institution ist auch das Volkacher Weinfest, welches seit 1949 immer im August ausgerichtet wird. Die Ortsteile Volkachs feiern im Sommer ebenso Weinfeste, sodass jedes Wochenende mindestens ein Fest besucht werden kann. Neben dem Weinfest hat sich in Volkach seit einigen Jahren die Volkacher Lebensart etabliert. Winzerhöfe öffnen ihre Pforten und Bands spielen in der gesamten Innenstadt.[60]

Sprache[Bearbeiten]

Volkach liegt im Mainfränkischen Dialektraum. Gesprochen wird Unterfränkisch, welches dem südlichen Würzburger Raum zuzuordnen ist. Im Alltag, vor allem von älteren Bewohnern, wird der Dialekt noch häufig gebraucht, auch wenn das Hochdeutsche mehr und mehr vorherrscht.[61]

Sport[Bearbeiten]

In fast allen Ortsteilen der Gemeinde existieren Sportvereine, größter ist der VfL-Volkach, der die Fußballmannschaften der Stadt unter seinem Dach vereint. Neben Fußball trainiert hier auch eine Volleyballmannschaft, außerdem werden Gymnastikstunden angeboten. Des Weiteren existieren in Volkach ein Handball- und ein Tennisverein. Ein Tauchsportverein bietet Einblicke in die Wasserwelt der Mainschleife.[62]

Für die Vielzahl der sportlichen Veranstaltungen unterhalten die Vereine mehrere Sportplätze. Neben einigen Rasenplätzen im Norden der Stadt, gibt es Tennis- und Bolzplätze, die von der Stadt selbst bereitgestellt werden. Größte Halle ist die Mainschleifenhalle, in der neben Sportveranstaltungen, auch Messen veranstaltet werden. Außerdem gibt es in der Stadt ein Hallen- und ein Freibad, die sich an zwei unterschiedlichen Stellen des Stadtgebiets befinden.[63]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Volkach gehört zu jener historischen Keimzelle des Weinbaugebiets Franken im Maindreieck, wo gemäß einer Urkunde der Grafschaft Castell mutmaßlich im 17. Jahrhundert der erste Silvaner der Region gepflanzt wurde. Silvaner dominiert immer noch in den Rebhängen um Volkach, das zudem vom Wein-, Wander- und Kultur-Tourismus (Riemenschneider-Madonna) lebt.

Tourismus[Bearbeiten]

Typische Schautafel für Touristen in Volkach

Der Tourismus ist heute einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Volkach und der es umgebenden Mainschleife. Anziehungspunkt ist vor allem die alte Kulturlandschaft der Weinhänge, die heute durch den Obstanbau ergänzt wird. Daneben wird Volkach wegen der vielen historischen Kulturdenkmäler besucht. Bereits im Spätmittelalter waren Fremde aus dem Hochstift Würzburg regelmäßig Gäste in der Stadt. Der Grund waren die Märkte und Kirchweihen, sowie die häufigen Prozessionen und Wallfahrten an die Kirche Maria im Weingarten.[64]

Geplanter Fremdenverkehr kam erstmals im 19. Jahrhundert an der Mainschleife auf. Die Naturbegeisterung des Bürgertums zog mehr und mehr Wanderer nach Volkach. Vor allem die Aussichtspunkte der Vogelsburg und des Nordheimer Kreuzbergs waren die Mittelpunkte dieses frühen Tourismus. Folge dieser Entwicklung war die Gründung des Verschönerungsvereins Volkach, der sich am 18. Januar 1893, als einer der ersten seiner Art in Nordbayern, konstituierte. Im 19. Jahrhundert tauchten auch erste Ansichtskarten Volkachs auf.

Ausweis des zunehmenden Fremdenverkehrs sind auch die Erteilungen von Schanklizenzen und die steigenden Übernachtungszahlen. 1890 blieben insgesamt 1309 Gäste, für das Jahr 1932 sind bereits 1570 Übernachtungen registriert. In der Zwischenkriegszeit konnte sich Schloss Hallburg als Künstlerkolonie etablieren, unter anderem stattete die Pianistin Elly Ney der Ruine einen Besuch ab.[65] Im Jahr 1925 begannen die sogenannten „Blütenzüge“ aus Nürnberg, Ansbach und Bamberg Tagesausflügler an die Mainschleife mit ihren blühenden Obstwiesen zu bringen.

Vorausgegangen war eine Forcierung des Tourismus durch den Bürgermeister Josef Wächter. Der Niedergang des Weinbaus durch das Auftreten der Reblaus und der Abbau der Verwaltungsämter in der Stadt, machte die Etablierung neuer Wirtschaftszweige für die Bevölkerung notwendig. Insbesondere der Tagestourismus aus dem nahen Würzburg stieg schnell an. Im Zweiten Weltkrieg brach die Besucherzahl für einige Jahre ein, nur um nach dem Krieg wieder anzusteigen.

Mit dem vom 27. bis zum 29. August 1949 ausgerichteten 1. Fränkischen Weinfest im Hindenburgpark in Volkach, etablierte man den Weintourismus, der bis heute für die Region prägend ist. Im Jahr 1975 besuchten bereits 66000 Gäste das Fest. Der bayerische Staat zeichnete Volkach 1971 als staatlich anerkannter Erholungsort aus. Mit der Gemeindegebietsreform des Jahres 1972 entstand die Fremdenverkehrsregion Mainschleife.[66]

Im Jahr 1977 wurde dem Fremdenverkehr im Volkacher Stadtrat ein eigenes Referat, das Verkehrsamt, zuerkannt. Insbesondere der Senioren-Tourismus, sowie Tagesausflügler prägen heute den Fremdenverkehr. Daneben nimmt der Wander- und Radtourismus mehr und mehr zu. Ein Campingplatz bietet Stellplätze für Wohnwägen. Volkach ist als Teil des Tourismusverbandes Fränkisches Weinland organisiert.[67]

Im Jahr 2012 kamen insgesamt 71766 Gäste in die Hotels und Gasthäuser der Stadt. Die Beherbergungsbetriebe der Stadt boten 504 Betten zur Übernachtung an. Die Gäste blieben zumeist etwa zwei Tage in der Stadt, es handelt sich hierbei also zumeist um Wochenendurlauber. Die angebotenen Betten Volkachs waren im Jahr 2012 im Durchschnitt zu 34 Prozent ausgelastet, vor allem im Sommer sind jedoch teilweise volle Auslastungen zu beobachten.[68]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Mainschleifenbahn

Die Gemeinde Volkach wird von einem dichten Netz an Kreis- und Staatsstraßen durchzogen. Volkach selbst ist Endpunkt der Kreisstraßen KT 10, 34 und 36. Im Stadtgebiet liegen außerdem die Staatsstraßen St 2260, 2271 und 2274. Die einzelnen Ortsteile weisen ebenfalls mehrere überregionale Straßen auf. Auf dem Gebiet der Gemeinde liegen allerdings weder Bundesstraßen noch Autobahnen. Die nächste Bundesstraße ist die B 286, welche durch Gerolzhofen führt. Die B 22 liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Schwarzach am Main und ist über die St 2271 zu erreichen. Über diese Staatsstraße gelangt man auch zur nächstgelegenen Autobahn A 3. Ausfahrt 74 (Kitzingen/Schwarzach) liegt Volkach am nächsten.[69]

Volkach liegt am Main und hat Anlegestellen für Personen- und Frachtschiffe. Die beiden Mainfähren Fahr und Escherndorf verbinden Volkach mit den Mainanrainern. Die Personenschifffahrt führt in der Sommersaison – vom letzten Wochenende im März bis zum ersten Wochenende im November – planmäßige Rundfahrten über die Volkacher Mainschleife durch; das Fährschiff wurde auf den Namen Undine getauft.[70]

Nach Seligenstadt(–Würzburg) und seltener nach Kitzingen fahren Busse der OVF. Zusätzlich existiert für die Volkacher Mainschleife das sogenannte Mainschleifenshuttle. Er bedient im Sommer die Weinfeste in der Umgebung und fährt teilweise bis tief in die Nacht.[71]

Die vorübergehend stillgelegte Mainschleifenbahn ist für den touristischen Bahnverkehr wieder in Betrieb genommen worden. Sie pendelt sonntags (September/Oktober auch samstags) zwischen Seligenstadt und Volkach-Astheim.[72]

Es besteht ein überörtlich ausgeschildertes Radwegenetz. Die Stadtteile sind über Radwege untereinander gut erreichbar. Der wichtigste dieser Radwege stellt der Main-Radweg dar, der von Kahl am Main kommend auch Volkach durchquert.[73] Im Stadtteil Volkach selbst ist das Fahrradfahren auf Grund der relativ flachen Topographie und der geringen Verkehrsstärke ohne Probleme möglich. Die kompakte Siedlungsfläche Volkachs und die damit verbundenen kurzen Distanzen begünstigen die Nutzung des Fahrrads als alltägliches Transportmittel.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Volkach ist heute eines der Zentren des Weinbaugebietes Franken. Daneben etablierte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Obstanbau an der Mainschleife, dessen Auftreten durch die Reblaus ausgelöst wurde. Insgesamt ist die Region und Stadt Volkach immer noch weitgehend von der Landwirtschaft geprägt, lediglich Viehzucht ist kaum noch anzutreffen.

Weinbau[Bearbeiten]

Bereits bei der ersten Erwähnung Volkachs im Jahr 906, nannte die Urkunde Weingarten, die in der Umgebung der Siedlung angebaut wurden. Ebenso kann die Forcierung der Stadterhebung Volkachs, die im 13. Jahrhundert auch erfolgte, unter anderem auf den Wein zurückgeführt werden: Die Bauern der Umgebung benötigten einen Absatzmarkt für den Wein, außerdem bot ihnen die Stadtmauer Sicherheit, ihre Produkte anzupreisen. Im 16. Jahrhundert wurde die Stellung Volkachs als Weinhandelszentrum weiter ausgebaut, als die Stadt ein eigenes Eichmaß erhielt.

Das 17. und 18. Jahrhundert ist mit dem Aufstieg einiger Weinhändlerfamilien verbunden, die ihre Produkte auch außerhalb Frankens absetzen konnten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm dann die Verschuldung der Volkacher Winzer immer mehr zu. Grund hierfür war die Realteilung, die im Laufe der Jahrhunderte für immer kleinere Anbauflächen sorgte. Pläne kamen auf, die Weinwirtschaft durch Modernisierung zu retten.[74]

Diese weitreichenden Planungen wurden um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert mit dem Auftreten der Reblaus schnell zunichtegemacht. Die Erträge der Volkacher Weinbauern schrumpften Jahr für Jahr. Im Jahr 1921 konnte immerhin eine regionale Organisation der Volkacher Weinbauern in der Winzergenossenschaft Volkach erreicht werden, obwohl der Vollerwerbswinzer mehr und mehr der Vergangenheit angehörte.

Erst in der Nachkriegszeit konnte der Niedergang des Volkacher Weinbaus aufgehalten werden. Vor allem verbesserte chemische Bekämpfungsmöglichkeiten der Weinschädlinge und die Flurbereinigung der 1960er und 1970er Jahre trugen hierzu bei. Heute konzentrieren sich die Winzer auf typisch fränkische Rebsorten wie den Silvaner oder Müller-Thurgau. Volkach forciert den qualitativen Weinbau, seine Winzer sind, zusammen mit denen der Ortsteile, in der Winzergenossenschaft Mainschleife organisiert, die Teil der Gebietswinzergenossenschaft Franken ist.[75]


Liste der Weinlagen der Gemeinde Volkach

Die Weinlage Volkacher Ratsherr an der Kirche Maria im Weingarten
Weinlage Ortsteil Hauptrebsorten Himmelsrichtung Großlage
Berg Escherndorf Müller-Thurgau Süden Volkacher Kirchberg
Fürstenberg Escherndorf Müller-Thurgau, Silvaner Osten, Südosten Volkacher Kirchberg
Kapellenberg Gaibach Müller-Thurgau, Silvaner, Riesling Süden, Osten Volkacher Kirchberg
Karthäuser Astheim Müller-Thurgau, Silvaner Süden Volkacher Kirchberg
Landsknecht Obervolkach Müller-Thurgau, Silvaner Südwesten Volkacher Kirchberg
Lump Escherndorf Silvaner, Müller-Thurgau, Riesling Süden Volkacher Kirchberg
Pforte Vogelsburg Silvaner, Traminer Süden, Osten großlagenfrei
Ratsherr Volkach Müller-Thurgau, Silvaner, Kerner, Bacchus Süden, Südwesten Volkacher Kirchberg
Schlossberg Hallburg Müller-Thurgau, Silvaner Süden großlagenfrei
Schlosspark Gaibach Silvaner, Traminer Süden großlagenfrei
Sonnenberg Krautheim Müller-Thurgau, Silvaner Süden Volkacher Kirchberg[76]

Gesundheit[Bearbeiten]

Volkach ist eines der Zentren für das Gesundheitswesen im Landkreis Kitzingen. Größter Anbieter ist hierbei die Helios Klinik Volkach, die als private Klinik mit insgesamt 40 Betten die medizinische Grundversorgung für die Bevölkerung bereithält. Ein Belegarzt und mehrere angestellte Mediziner leisten diese Versorgung. Daneben wurde im Gebäude ein Facharztzentrum (MVZ) untergebracht.[77] Die Klinik ging aus dem ehemaligen Kreiskrankenhaus Volkach hervor, das im Jahr 1993 aufgelöst worden war.

Die medizinische Versorgung wird durch mehrere private Arztpraxen ergänzt, die sich auf das gesamte Stadtgebiet Volkachs verteilen. Neben Allgemeinmedizinern befinden sich auch gynäkologische Praxen, sowie Psychotherapeuten in der Stadt. Das Ärzteangebot wird durch mehrere Veterinäre ergänzt. Arzneimittel stellen die Apotheken der Stadt bereit. Des Weiteren existieren in der Stadt zwei private Altenpflegeheime.

Bildung[Bearbeiten]

Für die grundlegende Bildung existiert eine Grundschule in der Stadt, die, gemeinsam mit der Mittelschule, zur Volksschule Volkach zusammengefasst wurde. Die Mittelschule eröffnet ihren Schülern den Qualifizierenden Hauptschulabschluss. Über den sogenannten M-Zweig kann an der Schule des Weiteren die Mittlere Reife erworben werden. Die Ortsteile sind ebenfalls im Schulsprengel Volkach zusammengefasst. Lediglich Dimbach gehört dem Sprengel der Grundschule Sommerach an.[78]

In der Volkacher Altstadt befindet sich außerdem die Mädchenrealschule der Dillinger Franziskanerinnen. Die Einrichtung besteht seit dem Jahr 1860 und wurde ursprünglich als hauswirtschaftliche Ausbildungsstätte für Mädchen gegründet. Die Schülerinnen wählen heute zwischen drei Ausbildungsrichtungen, dem wirtschaftlichen, sprachlichem oder sozialem Schwerpunkt, um zur Mittleren Reife zu gelangen. Daneben bietet die Schule offene Ganztagsbetreuung und einen Kinderhort an.[79]

Ein Gymnasium besitzt Volkach nicht, jedoch wurde im Ortsteil Gaibach das Franken-Landschulheim Schloss Gaibach aufgebaut. Als Landschulheim wurde es nach dem Krieg gegründet, um der Schulnot, die durch die zerstörten Städte ausgelöst worden war, entgegenzuwirken. Die Schule befindet sich heute in kommunaler Trägerschaft und bietet neben dem Gymnasium eine Realschule mit Tagesheim und Internat. Daneben existiert eine Außenstelle der Schule in Gerolzhofen.

Außerschulische Bildung eröffnet die Stadtbücherei. Sie wurde in einem Nebentrakt des historischen Schelfenhaus mitten in der Volkacher Altstadt untergebracht. Außerdem bietet das Volksbildungswerk der Stadt weitere Angebote zur Erwachsenenbildung. Die Musikschule Volkacher Mainschleife, in den alten Bahnhofsgebäuden untergebracht, ist Heimat des Symphonischen Blasorchesters. Daneben gibt es ein Angebot zur musikalischen Früherziehung und zur Grundausbildung in verschiedenen Instrumenten.[80]

Medien[Bearbeiten]

Im Gebiet der Stadt Volkach erscheint als regionale Tageszeitung die Main-Post aus Würzburg. Sie wird durch den Kitzinger Lokalteil ergänzt und das Markt-Magazin ergänzt.[81] Daneben erscheint „Die Kitzinger“ als Zeitung für den Landkreis. Außerdem erscheint einmal monatlich der Mainschleifenkurier, der neben Anzeigen, auch öffentliche Benachrichtigungen und Aufsätze des Heimatvereins Volkacher Mainschleife enthält.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Volkacher Rathaus ist Sitz der Stadtverwaltung Volkach. Hier existiert neben einem Bürgerbüro, einem Steuer-, Friedhofs- und Sozialamt auch das Standesamt für die Eheschließungen der Gemeinde. Im Rathaus ist auch die Verwaltungsgemeinschaft Volkach untergebracht, die aus den Gemeinden Sommerach, Nordheim am Main und der Stadt Volkach selbst besteht. Das Jugendhaus am alten Bahnhof ist ebenso in städtischer Hand. Des Weiteren unterhält die Gemeinde im Ortsteil Astheim ein Stadtarchiv, die Stadtbibliothek im Schelfenhaus sowie Frei- und Hallenbad. Der städtische Bauhof dient außerdem als Wertstoffhof.[82]

Volkach ist Sitz der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e. V.. Diese literarische Gesellschaft vergibt alljährlich im November einen Großen Preis und einen Volkacher Taler sowie das Buch des Monats von jeweils drei Neuerscheinungen aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch.[83]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Der Stadtschreiber Niklas Brobst (rechts)

Älteste überlieferte Persönlichkeit der Stadt Volkach ist der Stadtschreiber Niklas Brobst von Effelt (* nach 1450; † um 1506), der aus dem heutigen Ortsteil Eichfeld stammte und zusammen mit seinem Sohn Sebastian das Volkacher Salbuch verfasste. Weitere Personen des Mittelalters entstammten dem Adelsgeschlecht der Zollner von Halberg. Sie hatten ihren Stammsitz auf der, heute zu Volkach gehörigen, Hallburg. So kommt der Abt Konrad III. († 1342) von Münsterschwarzach wohl aus dieser Familie.

Nach dem Ende des Mittelalters konnten sich in der Stadt bürgerliche Familien hervortun, die es durch den Weinhandel zu einigem Reichtum gebracht hatten. Vor allem die Schelf und Balbus sind hier hervorzuheben. Schnell nahmen Mitglieder ihrer Familien auch wichtige öffentliche und kirchliche Ämter wahr. Christophorus Balbus (* 1702, † 1766) wurde Abt der Benediktinerabtei Münsterschwarzach, während sein jüngerer Bruder Ambrosius Balbus (* 1704; † 1794) Vorsteher des Zisterzienserklosters in Bronnbach war.

Im 19. und 20. Jahrhundert brachte die Stadt einige Akademiker hervor, die weit über ihre Grenzen hinaus wirkten. So wurde der Würzburger Bürgermeister Sebastian Benkert (* unbekannt; † unbekannt), sowie der Augenarzt und Professor August von Rothmund (* 1831; † 1906) und der Verwaltungsjurist Philipp Brunner (* 1844; † 1919) in Volkach geboren. Ernst Rösser (* 1903; † 1989), Professor und Mitglied des bayerischen Senats, wirkte vor allem in der Universität Würzburg. In der Zwischenkriegszeit wurde im Ortsteil Fahr der Medienunternehmer Leo Kirch (* 1926; † 2011) geboren, der später einen der größten deutschen Medienkonzerne, die Kirch-Gruppe, leiten sollte.

Einige Politiker stammen auch aus der Stadt. Franz Vogt (* 1935) war in den Jahren 1984 bis 2000 Regierungspräsident von Unterfranken. Aufgrund der Lage in der fränkischen Weinregion brachte der Ort mehrere Deutsche Weinköniginnen hervor. Renate Schäfer (* 1968) wurde im Ortsteil Astheim geboren und vertrat im Jahr 1989/1990 den deutschen Wein, ihr folgte Marlies Dumbsky (* 1985) 2008/2009 nach.

Mit Volkach verbunden[Bearbeiten]

Der Bundestagsabgeordnete und Diplom-Landwirt Friedrich Funk (* 1900 in Neuses am Sand; † 1963 in Volkach) lebte bis zu seinem Tod im Ort. Die in Würzburg geborene Marita Bäuerlein (* 1944) wuchs auf Gut Strehlhof auf, das heute ein Teil der Stadt Volkach ist. Sie war später Deutsche Weinkönigin und Politikerin der CSU. Frank Hofmann (* 1949 in Schweinfurt) lebte lange Jahre in der Stadt und hatte hier auch sein Wahlkreisbüro. Auch der Fernsehkoch Stefan Marquard (* 1964 in Schweinfurt) wuchs im Ortsteil Astheim auf.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Erster Ehrenbürger: Wilhelm Joseph Behr

Im Laufe der Jahre wurden mehrere Persönlichkeiten, die sich um die Stadt besonders verdient gemacht hatten, mit dem Ehrenbürgerrecht Volkachs geehrt. Vor allem Bürgermeistern und Stadtpfarrern wurde diese Ehre zuteil. Erster Ehrenbürger wurde im Jahr 1819 der Bürgermeister der Stadt Würzburg, Wilhelm Joseph Behr. Es folgte der Stadtpfarrer Eugen Schön, dessen geschichtliches Werk über die Stadt mit der Auszeichnung gewürdigt wurde.

Im Jahr 1873 zeichnete der Stadtrat Franz Christoph von Rothmund mit der Ehrenbürgerwürde aus. Er hatte als Volkacher Gerichtsarzt während der Choleraepidemie 1835/1836 die Stadt gerettet. Es folgte der Stadtpfarrer Georg Josef Scheurich und der Stadtschreiber Kaspar Mainzinger im Jahr 1888. Im Jahr 1890 wurde der Geistliche Rat Johann Georg Friedrich für sein fünfzigjähriges Priesterjubiläum geehrt. 1892 zeichnete man den Arzt Gregor Schmitt mit der Ehrenbürgerwürde aus.

Ein Jahr später, 1893, wurde der Regierungspräsident Friedrich von Luxburg für sein fünfundzwanzigjähriges Dienstjubiläum geehrt. Ihm folgte 1894 der Bamberger Gymnasialprofessor Anton Jäcklein, dem die Stadt auch eine Straße, die „Professor-Jäcklein-Straße“ widmete. Im Jahr 1925 wurde mit Peter Braun wiederum ein Stadtpfarrer mit der Ehrenbürgerwürde bedacht. In der gleichen Ratssitzung wurde auch der Oberlehrer Franz Klühspies geehrt.

Karl Friedrich Lippert wurde 1928 ausgezeichnet. Mit Josef Wächter, auch nach ihm wurde eine Straße benannt, folgte 1933 wiederum ein Bürgermeister, der sogar den Titel „Ehrenbürgermeister“ erhielt. Ebenfalls 1933 erhielt Paul von Hindenburg das Ehrenbürgerrecht der Stadt Volkach. Zusätzlich benannte man den Ringpark nach dem Reichspräsidenten. Nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnete Johann Erbig, Besitzer des Schelfenhaus, die Ehrenbürgerernennungen.

Im Jahr 1958 wurde der Stadtpfarrer und Geistliche Rat, Simon Himmel, geehrt. Im gleichen Jahr ernannte man den Bürgermeister Georg Berz zum Ehrenbürger. Ebenso wurde eine Straße nach ihm benannt. Im Zuge des Madonnenraubes des Jahres 1962 machte man den Journalisten Henri Nannen zum Volkacher Ehrenbürger. Er hatte sich für die Wiederbeschaffung der geraubten Skulptur eingesetzt. 1990 ehrte man wiederum einen Bürgermeister, Friedrich Russ. Die Ortsteile haben des Weiteren eigene Ehrenbürger.[84]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bayerische Staatskanzlei, Landeszentrale für politische Bildungsarbeit (Hrsg.): Unser Landkreis Gerolzhofen. In: Schriftenreihe "Unser Landkreis". München 1970.
  • Dronke, Ernst Friedrich Johann(Hrsg.): Codex Diplomaticus Fuldensis. Kassel 1850.
  • Egert, Gerhard: Stadt und Pfarrei Volkach am Main (Ein Beitrag zur Stadtgeschichte). Teil I. Das städtische Territorium von den Anfängen bis zum Ende des Alten Reiches 1803. Würzburg und Volkach 1964.
  • Egert, Gerhard: Der Raub der Rosenkranz-Madonna von Tilman Riemenschneider aus der Wallfahrtskirche Maria im Weingarten auf dem Kirchberg bei Volkach 1962. Volkach 2004.
  • Feuerbach, Ute (Hrsg.): Volkach. 906-2006. 1100 Jahre verbriefte Geschichte. In: Volkacher Hefte Nr. 12. Volkach 2006.
  • Feuerbach, Ute (Hrsg.): Unsere Mainschleife. 1978-1992. Volkach 2008.
  • Feuerbach, Ute (Hrsg.): Unsere Mainschleife. 1993-2007. Volkach 2008.
  • Feuerbach, Ute; Volk, Christa: Volkach und seine Ortsteile. In: Die Reihe Archivbilder. Erfurt 2011.
  • Kramer, Karl-Sigismund: Fränkisches Alltagsleben um 1500. Eid Markt und Zoll im Volkacher Salbuch. Würzburg 1985.
  • Schild, Wolfgang: Die Halsgerichtsordnung der Stadt Volkach aus 1504. In: Schriftenreihe des Mittelalterlichen Kriminalmuseums Rothenburg o. d. T. Nr. 2. Rothenburg ob der Tauber 1997.
  • Schön, Eugen: Historische Nachrichten über Volkach, besonders dessen kirchliche Verhältnisse. Würzburg 1833.
  • Stadt Volkach am Main: Volkach am Main. 1258-1958. Volkach 1958.
  • Treutwein, Karl: Von Abtswind bis Zeilitzheim. Geschichtliches, Sehenswertes, Überlieferungen. Volkach 1987.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Volkach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Volkach – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Volkach – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Alle Entfernungsangaben: Luftlinie.org, abgerufen am 30. Januar 2013.
  3. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Statistische Ämter, abgerufen am 30. Januar 2013.
  4. Seite der Regierung von Unterfranken: Raumstruktur Regionalplan 2, PDF-Datei, abgerufen am 30. Januar 2013.
  5. Bayerisches Landesamt für Umwelt: Geotop Volkacher Mainschleife, PDF-Datei, abgerufen am 31. Januar 2013.
  6. Egert, Gerhard: Stadt und Pfarrei Volkach am Main. S.5.
  7. Egert, Gerhard: Stadt und Pfarrei Volkach am Main S.4.
  8. Seite der Universität Wien: Klimaklassifikation nach Köppen-Geiger, abgerufen am 1. Februar 2013.
  9. Klimadaten für Volkach: Klima.org, abgerufen am 1. Februar 2013.
  10. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal Volkach, PDF-Datei, S.12, abgerufen am 1. Februar 2013.
  11. Egert, Gerhard: Stadt und Pfarrei Volkach am Main. S.3.
  12. Bundesamt für Naturschutz: Verteilung der Schutzgebiete in Deutschland, abgerufen am 1. Januar 2013.
  13. Umweltobjektkatalog Bayern: Verordnung über das Naturschutzgebiet "Astheimer Dürringswasen", PDF-Datei, abgerufen am 1. Januar 2013.
  14. Bayerische Landesbibliothek: Ortsteile Volkach, abgerufen am 20. Juni 2014.
  15. Alle Zahlenangaben: Volkach und seine Ortsteile, abgerufen am 1. Januar 2013.
  16. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Bau- und Bodendenkmäler in Volkach, PDF-Datei, Bodendenkmäler ab Seite 34, abgerufen am 5. Februar 2013.
  17. Egert, Gerhard: 700 Jahre Stadt Volkach 1258-1958. In: Volkach am Main. S.16.
  18. Dronke, Ernst Friedrich Johann (Hrsg.): CDF. S.300 f. Nr. 652.
  19. MGH DD/LK 46.
  20. Egert, Gerhard: Stadt und Pfarrei Volkach am Main. S.22.
  21. Egert, Gerhard: 700 Jahre Stadt Volkach 1258-1958. In: Volkach am Main. S.18.
  22. Egert, Gerhard: Stadt und Pfarrei Volkach am Main. S. 34.
  23. Egert, Gerhard: 700 Jahre Stadt Volkach 1258-1958. In: Volkach am Main. S. 18 f.
  24. Schild, Wolfgang: Halsgerichtsordnung. S. 6.
  25. Kramer: Fränkisches Alltagsleben
  26. Egert, Gerhard: 700 Jahre Stadt Volkach am Main 1258-1958. In: Volkach am Main. S.22.
  27. Egert, Gerhard: Stadt und Pfarrei Volkach am Main. S.44.
  28. Egert, Gerhard: Stadt und Pfarrei Volkach am Main. S.150.
  29. Feuerbach, Ute; Volk, Christa: Volkach und seine Ortsteile. In: Die Reihe Archivbilder. S.12
  30. Buschmann, Hermann: Wirtschaftsleben in Volkach. In: Volkach am Main. S.92.
  31. Treutwein, Karl: Von Abtswind bis Zeilitzheim. S.259.
  32. Feuerbach, Ute: Volkach. 906-2006. S.321.
  33. Vgl.: Egert, Gerhard: Der Raub der Rosenkranz-Madonna von Tilman Riemenschneider aus der Wallfahrtskirche Maria im Weingarten auf dem Kirchberg bei Volkach 1962.
  34. Feuerbach, Ute: Volkach. 906-2006. S.322.
  35.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 472.
  36.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 747.
  37. Egert, Gerhard: Zur Statistik der Stadt Volkach im Jahre 1698. S. 298.
  38. Egert, Gerhard: Stadt und Pfarrei Volkach am Main. S. 75.
  39. Bistum Würzburg: Pfarreien im Dekanatsbezirk Kitzingen, abgerufen am 17. Februar 2013.
  40. Dekanat Castell: Kirchengemeinde Volkach, abgerufen am 17. Februar 2013.
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