Gavi (Piemont)

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Gavi
Kein Wappen vorhanden.
Gavi (Italien)
Gavi
Staat: Italien
Region: Piemont
Provinz: Alessandria (AL)
Koordinaten: 44° 41′ N, 8° 49′ O44.6886111111118.8102777777778233Koordinaten: 44° 41′ 19″ N, 8° 48′ 37″ O
Höhe: 233 m s.l.m.
Fläche: 50,92 km²
Einwohner: 4.691 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einw./km²
Postleitzahl: 15066
Vorwahl: 0143
ISTAT-Nummer: 006081
Volksbezeichnung: Gaviesi
Schutzpatron: San Giacomo
Website: Gavi
Die Via Mameli in Gavi (2005)
Die Festung oberhalb von Gavi (2011)

Gavi (ligurisch Gâi) ist eine Gemeinde mit 4691 (Stand 31. Dezember 2013) Einwohnern in der Provinz Alessandria (AL), Region Piemont in Italien.

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Rovereto, Monterotondo, Alice, Pratolungo und Sottovalle. Die Nachbargemeinden sind Arquata Scrivia, Bosio, Carrosio, Francavilla Bisio, Isola del Cantone, Novi Ligure, Parodi Ligure, San Cristoforo, Serravalle Scrivia, Tassarolo und Voltaggio.

Geographie[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst 50,9 km². Gavi liegt 34 km von der Provinzhauptstadt Alessandria entfernt auf einer Höhe von 233 m s.l.m. Der Ort befindet sich am rechten Ufer des Flusses Lemme, am Zusammenfluss mit dem Rio Neirone.

Geschichte[Bearbeiten]

Ausgrabungen lassen eine Besiedlung der Region bereits im Neolithikum vermuten. Während des Römischen Reiches existierte ein Militärposten zur Verteidigung der Straße Via Postumia. Nach dem Untergang Roms war der Ort von den Sarazenen erobert, unter deren Herrschaft, der Legende nach, die erste Burg durch die Prinzessin Gavia errichtet wurde.

Später waren die Fürsten von Gavi Verbündete Kaiser Barbarossas, der sich nach der Schlacht von Legnano hierher zurückzog. Der Ort geriet in das Blickfeld der Republik Genua, da er sich an einer strategisch wichtigen Straße von der ligurischen Küste zur Poebene befand und 1202 wurde er ihrem Herrschaftsgebiet zugeschlagen. Die Machterweiterung Genuas bis in die Poebene hinein erregte die Feindschaft der Herrscher von Alessandria und der Ort geriet zuerst unter die Herrschaft der Visconti, später unter die der Franzosen und diel erst im Jahr 1528, als Andrea Doria an die Macht kam, wieder an Genua.

Im Jahr 1625 wurde der Ort von den Fürsten Savoyens erstürmt, nach nur 21 Tagen jedoch von Genua zurückerobert. Nach dem Ende des Krieges wurde die Burg zur Festung umgebaut. Bei einem Angriff der Österreicher 1746 ergab man sich erst auf Befehl aus Genua. 1804 fiel der Ort erneut an Frankreich und wurde nach der Niederlage Napoleons 1805 durch den Wiener Kongress dem Königreich Sardinien zugeschlagen. Die Festung wurde 1859 aufgegeben und in ein ziviles Gefängnis umgewandelt. Während des Zweiten Weltkriegs diente es als Kriegsgefangenenlager.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Ort lebt hauptsächlich vom Tourismus und wenigen ortsansässigen Kleinbetrieben. Landwirtschaftlich ist der Weinanbau dominierend, in der Gegend von Gavi wird der gleichnamige Weißwein Cortese di Gavi angebaut.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert ist die antike Festung der Stadt, das Forte di Gavi, in dem sich auch ein Museum zur Geschichte der Region befindet. Darüber hinaus gibt es mehrere interessante Kirchen, unter anderem die Dreifaltigkeitskirche Chiesa della Santissima trinità und die dem Ortsheiligen geweihte Pfarrkirche Parrocchiale di San Giacomo.

Kommunale Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Kleinstadt besitzt eine Bibliothek, einen Kindergarten, eine Grundschule und eine staatliche weiterführende Schule. Außerdem gibt es zwei Apotheken und einen Campingplatz.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Andrea Carrea (1924–2013), Radprofi.
  • Enzo Traverso, Historiker und Philosoph
  • Paola Traverso, Dozentin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und für Romanische Philologie an der Freien Universität Berlin

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.