Gerswalde

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Gerswalde in Brandenburg. Für den gleichnamigen Ort Gerswalde in Ostpreußen (poln. Jerzwałd), siehe: Jerzwałd.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Gerswalde führt kein Wappen
Gerswalde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gerswalde hervorgehoben
53.1666713.7666752Koordinaten: 53° 10′ N, 13° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Gerswalde
Höhe: 52 m ü. NHN
Fläche: 97,06 km²
Einwohner: 1612 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17268
Vorwahl: 039887
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 201
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfmitte 14a
17268 Gerswalde
Webpräsenz: www.amt-gerswalde.de
Bürgermeister: Dr. Ernst Zeiger
Lage der Gemeinde Gerswalde im Landkreis Uckermark
Angermünde Berkholz-Meyenburg Boitzenburger Land Brüssow Carmzow-Wallmow Casekow Flieth-Stegelitz Gartz (Oder) Gerswalde Göritz Gramzow Grünow Hohenselchow-Groß Pinnow Lychen Mark Landin Mescherin Milmersdorf Mittenwalde Nordwestuckermark Oberuckersee Passow Pinnow Prenzlau Randowtal Schenkenberg Schöneberg Schönfeld Schwedt/Oder Tantow Temmen-Ringenwalde Templin Uckerfelde Uckerland Zichow BrandenburgKarte
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Gerswalde ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Uckermark im Norden von Brandenburg (Deutschland). Sie ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Amtes, dem weitere vier Gemeinden angehören.

Am 31. Dezember 2001 wurden die vormals selbständigen Gemeinden Friedenfelde, Gerswalde, Groß Fredenwalde, Kaakstedt und Krohnhorst zur neuen Gemeinde Gerswalde zusammengefasst.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Die großflächige Gemeinde liegt in der wald- und seenreichen Region Uckermark zwischen den Städten Prenzlau und Templin. Das Gemeindegebiet reicht im Nordosten bis zum Oberuckersee (Ortsteil Fergitz). Das hügelige Gebiet erreicht im Weinberg nahe dem Ortsteil Groß Fredenwalde eine Höhe von 111 m ü. NN. Die nach dem Ort benannte Gerswalder Staffel ist eine Eisrandlage der letzten Eiszeit (Weichselvereisung). Die kleinen Gräben und Bäche entwässern zum Oberuckersee beziehungsweise zur Ucker.

Der Haussee in Gerswalde


Gemeindeteile[Bearbeiten]

Haus Waldscheune in Arnimswalde
Wüste Kirche in Berkenlatten
  • Krohnhorst
  • Klein Fredenwalde
  • Neudorf
  • Pinnow
  • Weiler
  • Willmine
  • Herrenstein hat 91 Einwohner, liegt nordöstlich von Templin und wurde 1755 von Otto von Arnim als Molkerei angelegt. 1795 ist der Ort als Pächterei urkundlich erwähnt. 1821 war es dann Vorwerk Herrenstein mit etwa 100 Einwohnern, 1821 waren es 146 Einwohner. Das alte Gutshaus ist noch heute erhalten.[3]
Herrensteiner See


  • Kaakstedt ist ein Ort mit 73 Einwohnern. Die erste urkundliche Erwähnung war 1284 als Kocstede. Die Stadt, so sagt es der Name, stammt von Albertus de Cocstede ab, welcher hier sesshaft war. Namensforscher vermuten eine Übertragung des Namens von Cochstedt bei Aschersleben[4]. Die Kirche des Ortes stammt aus dem 13. Jahrhundert, welche im 18. Jahrhundert durch einen Turm aus Backstein erweitert wurde. Ursprünglich hatte der Turm eine offene Laterne, die 1971 wegen Baufälligkeit entfernt wurde; 1988 wurde ein ziegelgedecktes Zeltdach errichtet.[5]
  • Willmine ist ein Dorf mit 60 Einwohnern. Gebildet wurde der Ort 1765 als Fredenwalde geteilt wurde. Der Name kommt von der Frau des Besitzers des Ortes Kurt Friedrich von Arnim, Johanne Wilhelmine geb. von Dargitz.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Gebiet um Gerswalde begannen im 11. Jahrhundert Rodungen. Der Ort Gerswalde wurde 1256 als Gyrswalde urkundlich erstmals an der Handelsstraße von Magdeburg nach Stettin erwähnt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung seit 1875.
Blaue Linie: Bevölkerungsentwicklung des Gebietes in den heutigen Grenzen.
Gepunktete Linie: Normierte Bevölkerungsentwicklung des Landes Brandenburg.
Gerswalde:
Bevölkerungsentwicklung in den Grenzen von 2013
Jahr Einwohner
1875 3 301
1890 3 016
1910 2 822
1925 3 075
1933 3 159
1939 3 059
1946 4 441
1950 4 259
1964 3 080
1971 3 021
Jahr Einwohner
1981 2 412
1985 2 365
1989 2 266
1990 2 216
1991 2 151
1992 2 090
1993 2 052
1994 2 049
1995 2 018
1996 1 999
Jahr Einwohner
1997 1 980
1998 1 974
1999 1 977
2000 1 974
2001 1 956
2002 1 924
2003 1 889
2004 1 844
2005 1 815
2006 1 763
Jahr Einwohner
2007 1 723
2008 1 723
2009 1 680
2010 1 672
2011 1 656
2012 1 637
2013 1 612

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[7].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Burg Gerswalde
Gutshaus in Friedenfelde
Blick auf Groß Fredenwalde

In der Liste der Baudenkmale in Gerswalde stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Gerswalde besitzt einen Marktplatz mit einer Feldsteinkirche und eine Heimatstube. Sehenswert ist auch die restaurierte Wasserburgruine, die so genannte Wasserburg Gerswalde, die heute als Jugendheim genutzt wird. Südlich von Gerswalde bei Berkenlatten steht die Wüste Kirche Berkenlatten. Im Ortsteil Friedenfelde befindet sich das Gutshaus Friedenfelde. Im Ortsteil Groß Fredenwalde befindet sich die vermutlich südlichste bekannte mittelslawische Burganlage (der Wallberg) im deutschen Ostseeraum. Dieses Dorf zeigt sich heute noch wie ein Gutsdorf (Feldsteinkirche, Gutshaus, Schule, neuerdings Stallmuseum) aus der Zeit vor 1945.

Eine weitere architektonische Sehenswürdigkeit wurde 2013 fertiggestellt. Aus einer alten Schlosserei-Halle mit Baujahr 1987, die Teil der örtlichen LPG war, erbaute der Bauherr und Handwerker Gerhard Schütze mithilfe des Berliner Architekten Thomas Kröger ein "Werkhaus" für die Tischlerei Schützes. Das Haus besteht aus drei Bereichen für einen "Showroom", einen Wohnbereich und eine Werkstatt; aufgrund der ungewöhnlichen Architektur und Materialauswahl wurde das Haus für den Brandenburgischen Baukulturpreis nominiert und fand auch weiteres Medienecho.[8][9]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Über die Nachbargemeinde Flieth-Stegelitz ist Gerswalde an das Autobahnnetz angebunden (A 11 Berlin - Stettin, Anschlussstelle Pfingstberg). Sechs Kilometer westlich von Gerswalde führt die Bundesstraße 109 (Berlin - Prenzlau) vorbei. Die nächsten größeren Bahnhöfe liegen in Angermünde und Prenzlau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Gerswalde geboren wurde der preußische Offizier Richard von Arnim (1831-1901) und die deutsche Kernkraftgegnerin Helga Vowinckel (1930-1986).

Friedrich Wilhelm Karl von Arnim (1786-1852), Berliner Polizeipräsident und Caroline von Heydebrand (1886-1938), deutsche anthroposophische Pädagogin, verstarben in Gerswalde. Marinus Schöberl (1985-2002), Mordopfer einer rechtsextremen Gewalttat, lebte in Gerswalde.

Im Ort lebt der deutsche Journalist und Autor Harald Martenstein (*1953).

Literatur[Bearbeiten]

  • Liselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII, Uckermark, Berlin 1986, ISBN 3-7400-0042-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  3. Märkische Oderzeitung, 2. September 2005, S. 9
  4. Märkische Oderzeitung, 6. September 2005, S. 9
  5. http://www.hugenotten-uckermark.de/Kirchen/17268_Kaakstedt.htm
  6. Märkische Oderzeitung, 9. September 2005, S. 9
  7. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  8. siehe Seite über das Haus beim Brandenburgischen Baukulturpreis 2013
  9. Birgit Ochs: Viel mehr als nur ein Haus (Übertitel: Neue Häuser 2013), in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung online