Großer Preis von Frankreich 1970

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Flag of France.svg Großer Preis von Frankreich 1970
Renndaten
6. von 13 Rennen der Formel-1-Saison 1970
Streckenprofil
Name: LVI Grand Prix de France
Datum: 5. Juli 1970
Ort: Clermont-Ferrand
Kurs: Circuit de Charade
Länge: 306,09 km in 38 Runden à 8,055 km
Wetter: bewölkt und warm
Pole-Position
Fahrer: BelgienBelgien Jacky Ickx ItalienItalien Ferrari
Zeit: 2:58,22 min
Schnellste Runde
Fahrer: AustralienAustralien Jack Brabham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham
Zeit: 3:00,75 min
Podium
Erster: OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus
Zweiter: NeuseelandNeuseeland Chris Amon Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March
Dritter: AustralienAustralien Jack Brabham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham

Der Große Preis von Frankreich 1970 fand am 5. Juli auf dem Circuit de Charade in der Nähe von Clermont-Ferrand statt und war das sechste Rennen der Formel-1-Saison 1970.

Berichte[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Starterfeld wurde aufgrund des relativ engen und verwinkelten Kurses aus Sicherheitsgründen auf 20 Fahrzeuge begrenzt. Da 23 Wagen für das Rennen gemeldet wurden, stand von vornherein fest, das die drei Langsamsten des Trainings nicht zum Rennen zugelassen würden.

Aufgrund des tödlichen Unfalls von Piers Courage zwei Wochen zuvor beim Großen Preis der Niederlande entschied sich Frank Williams gegen eine Teilnahme seines Privatteams. John Surtees fehlte, da er mit Vorbereitungen für den ersten Start seines eigenen Rennwagens beim nächsten Rennen in Großbritannien beschäftigt war.

Training[Bearbeiten]

Der WM-Führende Jochen Rindt qualifizierte sich für die sechste Startposition. Er mochte den Kurs nicht, da die vielen ruckartigen Richtungswechsel und Berauf-/Bergabpassagen bei ihm Übelkeit auslösten. Die Tatsache, dass ihn im Training ein aufgewirbelter Stein vom nur unzureichend befestigten Streckenrand im Gesicht traf, festigte seine ablehnende Haltung gegenüber der Rennstrecke.

Die Pole-Position erreichte Jacky Ickx vor Jean-Pierre Beltoise, der sich bei seinem Heimrennen den besten Startplatz seiner Formel-1-Karriere sicherte.[1]

Rennen[Bearbeiten]

Jacky Ickx übernahm zunächst die Führung, ahnte aber bereits, dass sein Motor die Renndistanz möglicherweise nicht überstehen würde, da sich schon kurz vor dem Rennen Probleme angedeutet hatten. In Runde 15 schied er dann tatsächlich mit Motorschaden aus und der bis dahin zweitplatzierte Jean-Pierre Beltoise übernahm die Führung, die er bis zur Runde 26 behielt, als er wegen eines Plattfußes die Box ansteuern musste. Nun übernahm Jochen Rindt die Spitze und gewann vor Chris Amon und Jack Brabham.[2]

In der Schlussphase schied der ehemals führende Beltoise mit Problemen bei der Kraftstoffzufuhr aus, wurde aber aufgrund der zurückgelegten Distanz noch als 13. gewertet.

Meldeliste[Bearbeiten]

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tyrrell Racing Organisation 1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart March 701 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 D
2 FrankreichFrankreich François Cevert
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Yardley Team B.R.M. 3 MexikoMexiko Pedro Rodríguez BRM P153 BRM P142 3.0 V12 D
4 KanadaKanada George Eaton
5 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Oliver
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Gold Leaf Team Lotus 6 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Lotus 72C Ford Cosworth DFV 3.0 V8 F
7 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Miles Lotus 72B
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Rob Walker Racing Team 8 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Hill Lotus 49C
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich World Wide Racing 9 Spanien 1945Spanien Àlex Soler-Roig
ItalienItalien Scuderia Ferrari SpA SEFAC 10 BelgienBelgien Jacky Ickx Ferrari 312B Ferrari 001 3.0 F12 F
11 ItalienItalien Ignazio Giunti
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March Engineering 12 SchweizSchweiz Jo Siffert March 701 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 F
14 NeuseelandNeuseeland Chris Amon
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bruce McLaren Motor Racing 16 ItalienItalien Andrea de Adamich McLaren M7D Alfa Romeo T33 3.0 V8 G
17 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dan Gurney McLaren M14A Ford Cosworth DFV 3.0 V8
19 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme McLaren M14D
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin Crabbe Racing 18 SchwedenSchweden Ronnie Peterson March 701 G
FrankreichFrankreich Equipe Matra Elf 20 FrankreichFrankreich Henri Pescarolo Matra MS120 Matra MS12 3.0 V12 G
21 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Auto Motor und Sport 22 DeutschlandDeutschland Rolf Stommelen Brabham BT33 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Motor Racing Developments 23 AustralienAustralien Jack Brabham
SchweizSchweiz Silvio Moser Racing Team 24 SchweizSchweiz Silvio Moser Bellasi F1 70 G
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Pete Lovely Volkswagen Inc. 25 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Pete Lovely Lotus 49B F

Klassifikationen[Bearbeiten]

Startaufstellung[Bearbeiten]

Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start
01 BelgienBelgien Jacky Ickx ItalienItalien Ferrari 2:58,22 162,709 km/h 01
02 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise FrankreichFrankreich Matra 2:58,70 162,272 km/h 02
03 NeuseelandNeuseeland Chris Amon Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March-Ford 2:59,14 161,873 km/h 03
04 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March-Ford 2:59,24 161,783 km/h 04
05 AustralienAustralien Jack Brabham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham-Ford 2:59,67 161,396 km/h 05
06 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 2:59,74 161,333 km/h 06
07 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Ford 3:00,42 160,725 km/h 07
08 FrankreichFrankreich Henri Pescarolo FrankreichFrankreich Matra 3:00,59 160,574 km/h 08
09 SchwedenSchweden Ronnie Peterson Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March-Ford 3:01,21 160,024 km/h 09
10 MexikoMexiko Pedro Rodríguez Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich B.R.M. 3:01,29 159,954 km/h 10
11 ItalienItalien Ignazio Giunti ItalienItalien Ferrari 3:01,85 159,461 km/h 11
12 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Oliver Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich B.R.M. 3:02,77 158,658 km/h 12
13 FrankreichFrankreich François Cevert Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March-Ford 3:02,87 158,572 km/h 13
14 DeutschlandDeutschland Rolf Stommelen Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham-Ford 3:03,41 158,105 km/h 14
15 ItalienItalien Andrea de Adamich Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Alfa Romeo 3:03,48 158,044 km/h 15
16 SchweizSchweiz Jo Siffert Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March-Ford 3:03,78 157,786 km/h 16
17 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dan Gurney Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Ford 3:04,04 157,564 km/h 17
18 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Miles Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 3:04,16 157,461 km/h 18
19 KanadaKanada George Eaton Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich B.R.M. 3:04,92 156,814 km/h 19
20 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Hill Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 3:07,84 154,376 km/h 20
DNQ SchweizSchweiz Silvio Moser SchweizSchweiz Bellasi-Ford 3:08,10 154,163 km/h
DNQ Spanien 1945Spanien Àlex Soler-Roig Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 3:14,49 149,098 km/h
DNQ Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Pete Lovely Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 3:15,58 148,267 km/h

Rennen[Bearbeiten]

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 38 0 1:55:57,0 06 3:00,96
02 NeuseelandNeuseeland Chris Amon Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March-Ford 38 0 + 7,61 03 3:01,31
03 AustralienAustralien Jack Brabham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham-Ford 38 0 + 44,83 05 3:00,75
04 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Ford 38 0 + 45,66 07 3:01,14
05 FrankreichFrankreich Henri Pescarolo FrankreichFrankreich Matra 38 0 + 1:19,42 08 3:03,62
06 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dan Gurney Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Ford 38 0 + 1:19,65 17 3:02,41
07 DeutschlandDeutschland Rolf Stommelen Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham-Ford 38 0 + 2:20,16 14 3:03,69
08 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Miles Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 38 0 + 2:47,17 18 3:03,68
09 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March-Ford 38 1 + 3:09,61 04 3:02,28
10 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Hill Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 37 0 + 1 Runde 20 3:04,12
11 FrankreichFrankreich François Cevert Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March-Ford 37 0 + 1 Runde 13 3:05,92
12 KanadaKanada George Eaton Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich B.R.M. 36 1 + 2 Runden 19 3:07,07
13 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise FrankreichFrankreich Matra 35 1 DNF 02 3:01,23 Treibstoffdruckverlust
14 ItalienItalien Ignazio Giunti ItalienItalien Ferrari 35 0 + 3 Runden 11 3:02,76
ItalienItalien Andrea de Adamich Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Alfa Romeo 29 1 NC 15 3:10,79 nicht gewertet
SchweizSchweiz Jo Siffert Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March-Ford 23 0 DNF 16 3:06,02 Fahrfehler
SchwedenSchweden Ronnie Peterson Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March-Ford 17 0 DNF 09 3:03,58 Differentialschaden
BelgienBelgien Jacky Ickx ItalienItalien Ferrari 16 0 DNF 01 3:02,08 Motorschaden
MexikoMexiko Pedro Rodríguez Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich B.R.M. 06 0 DNF 10 3:04,38 Getriebeschaden
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Oliver Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich B.R.M. 05 0 DNF 12 3:09,59 Motorschaden

WM-Stände nach dem Rennen[Bearbeiten]

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).[3]

Fahrerwertung[Bearbeiten]

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Lotus 27
02 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart March 19
03 AustralienAustralien Jack Brabham Brabham 19
04 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme McLaren 12
05 NeuseelandNeuseeland Chris Amon March 12
06 MexikoMexiko Pedro Rodríguez B.R.M. 10
07 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise Matra 9
08 FrankreichFrankreich Henri Pescarolo Matra 7
09 NeuseelandNeuseeland Bruce McLaren McLaren 6
10 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Hill Lotus 6
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
11 BelgienBelgien Jacky Ickx Ferrari 4
12 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mario Andretti March 4
13 ItalienItalien Ignazio Giunti Ferrari 3
14 SchweizSchweiz Clay Regazzoni Ferrari 3
15 FrankreichFrankreich Johnny Servoz-Gavin March 2
16 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Miles Lotus 2
17 DeutschlandDeutschland Rolf Stommelen Brabham 2
18 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dan Gurney McLaren 1
20 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Surtees McLaren 1

Konstrukteurswertung[Bearbeiten]

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus 32
02 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March 31
03 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham 21
04 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren 19
Pos. Konstrukteur Punkte
05 FrankreichFrankreich Matra 15
06 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich B.R.M. 10
07 ItalienItalien Ferrari 7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Training“ (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 11. Juni 2011)
  2. „Bericht“ (abgerufen am 11. Juni 2011)
  3. „WM-Stände“ (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 11. Juni 2011)