Großmehring

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großmehring
Großmehring
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großmehring hervorgehoben
48.76666666666711.533055555556375Koordinaten: 48° 46′ N, 11° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Eichstätt
Höhe: 375 m ü. NHN
Fläche: 47,38 km²
Einwohner: 6655 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85098
Vorwahlen: 08407, 08404 (Theißing), 08456 (Demling)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: EI
Gemeindeschlüssel: 09 1 76 129
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marienplatz 7
85098 Großmehring
Webpräsenz: www.grossmehring.de
Bürgermeister: Ludwig Diepold (UW)
Lage der Gemeinde Großmehring im Landkreis Eichstätt
Landkreis Donau-Ries Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Regensburg Landkreis Kelheim Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Ingolstadt Haunstetter Forst Adelschlag Altmannstein Beilngries Böhmfeld Buxheim (Oberbayern) Denkendorf (Oberbayern) Dollnstein Egweil Eichstätt Eitensheim Gaimersheim Großmehring Hepberg Hitzhofen Kinding Kipfenberg Kösching Lenting Mindelstetten Mörnsheim Nassenfels Oberdolling Pollenfeld Pförring Schernfeld Stammham (bei Ingolstadt) Titting Walting Wellheim WettstettenKarte
Über dieses Bild

Großmehring ist eine Gemeinde im Landkreis Eichstätt, Regierungsbezirk Oberbayern.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt etwa 8 km östlich von Ingolstadt an der Donau.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Kösching, Manching, Oberdolling, Ingolstadt, Vohburg an der Donau

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören die Ortschaften, Weiler und Einöden: Abdeckerei, Äußere Mühle, Knopfmühle, Schaumühle, Ziegelei, Demling mit Demlinger Steinbruch und Erlachhof, Straßhausen, Theißing, Katharinenberg, Tholbath, Pettling und Kleinmehring.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort ist im Zuge der bajuwarischen Landnahme um 500 entstanden. Als wichtigen Donauübergang blieb er im Besitz der bayerischen Herzöge. Daß „Möhringen“ am 16. Mai 1007 zum ersten Mal urkundlich erwähnt ist, und zwar in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Heinrich III. an die Benediktinerinnen in Neuburg an der Donau,[2] kann so nicht aufrecht erhalten werden: Die Urkunde wurde erst 300 Jahre später im Auftrag des Neuburger Klosters geschrieben, da das Original über die tatsächliche Schenkung im Jahr 1007 verloren gegangen war. 1173 ist als Ortsadelige eine Petrissa von Mehring, eine Ministerialin des Markgrafen Berthold III. von Vohburg, urkundlich erwähnt. [3] In den Handschriften des Nibelungenliedes aus dem 13. Jahrhundert heißt der Ort „Moringen“; in der Folge wechseln die Endungen „-ing“ und „-ingen“. Um 1300 sind die Besitzungen des Frauenklosters Neuburg „ze Möring“ und „ze Zagelheym“ (= Kleinmehring) in einem Salbuch aufgelistet. Aus den Salbüchern des Münchener Klaraklosters am Anger von 1426 und 1455 erfährt man, das auch dieses Klosters Höfe „ze möring“ besaß.[4]

1584 wurde das Neuburger Kloster im Zuge der Reformation aufgelöst; seine Güter wurden nunmehr von einem Kirchenrat verwaltet. Als Pfalz-Neuburg unter Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm rekatholisiert wurde, kamen 1634 die vormaligen Benediktinerinnenhöfe in Großmehring in den Besitz des Neuburger Jesuitenkollegs. Neben den Jesuiten und dem Angerkloster werden 1752 an weiteren Grundbesitzern genannt: Benediktiberinnen-Kloster Geisenfeld, Benediktinerinnen-Kloster Bergen, Katharinenspital Regensburg, Herzog-Georg Meßstiftung Ingolstadt, Kastenamt Vohburg an der Donau und Hofmark Münchsmünster. Auch gab es von den insgesamt 154 Anwesen einige, die freieigener Besitz waren.

Gegen den vergeblichen Protest der Jesuiten übte in Nachfolge des Neuburger Klosterrichters seit dem 16. Jahrhundert der herzogliche Landrichter des Pflegegerichts Vohburg die Gerichtsbarkeit aus; er hatte einen Amtsknecht vor Ort sitzen.[5] 1634 bestätigte das kaiserliche Landgericht die Rechte des Hochstiftes Eichstätt in der Rechtsnachfolge der Grafschaft Hirschberg; Großmehring war einer der 17 wechselnden, wenn auch nur gelegentlich genutzten Schrannenorte des Landgerichts Hirschberg. Nach dem Jesuitenverbot von 1773 kamen deren Besitzungen in Großmehring 1780 an den Malteserorden, und zwar unter dem Malteser-Großballey Johann Baptist Freiherr von Flachslanden an die neugebildete Kommende Oberhaunstadt. 1808 löste Bayern den Orden auf, Großmehring war nun bayerischer Besitz. Die Patrimonialgerichtsbarkeit des Freiherrn fiel allerdings erst 1820 Bayern anheim.[6]

Mit dem Gemeindeedikt von 1818 war der mit der Eingliederung in Bayern in den Jahren 1808 bis 1810 gebildete „Steuerdistrikt“ Großmehring selbständige Gemeinde im Landgericht Ingolstadt, dem späteren Landkreis Ingolstadt, geworden – unter Einbeziehung von Katharinenberg des Steuerdistriktes Demling. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern von 1972 wurde der Landkreis Ingolstadt aufgelöst, und die Gemeinde Großmehring, zu der auch Kleinmehring und mehrere Mühlen gehörten (ab 1838 auch die Abdeckerei und ab 1853 auch die Ziegelei), in den erweiterten Landkreis Eichstätt.[7] Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Demling und Theißing eingegliedert.[8]


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Großmehring hat 20 Mitglieder.

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister Horst Volkmer ist seit dem 1. Mai 1990 im Amt. Sein Nachfolger ist Ludwig Diepold (UW). Er war am 16 . März 2008 in der Stichwahl Sieger gegen Gerhard von der Grün (CSU).

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Unter silbernem Wellenschildhaupt, darin ein blauer Wellenbalken, in Blau einen silbernen nimbierten goldenen Adler.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die „alte“ Pfarrkirche von Großmehring wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Über einhundert Jahre älter ist die Filialkirche St. Leonhard im Gemeindeteil Tholbath.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Großmehring

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Über die Bundesstraße 16a (Ingolstadt – Vohburg an der Donau) ist der Ort an das Straßennetz angeschlossen. Die Buslinien 25 und 26 der INVG durchqueren von Ingolstadt und Pförring den Ort.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ernst Ettel: Geschichte der Pfarrei Großmehring. In: Sammelblatt des HV Ingolstadt 96 (1987), S. 195
  3. Hubert Freilinger: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. München 1977, S. 191
  4. Freilinger, S. 192
  5. Freilinger, S. 172
  6. Wilhelm Ernst: Heimatbuch Großmehring, 1984, S. 167-178.
  7. Freilinger, S. 312, 324 f.
  8.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 599.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großmehring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien