Nassenfels

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Nassenfels
Nassenfels
Deutschlandkarte, Position des Marktes Nassenfels hervorgehoben
48.79972222222211.233055555556400Koordinaten: 48° 48′ N, 11° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Eichstätt
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Nassenfels
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 18,46 km²
Einwohner: 1977 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85128
Vorwahl: 08424
Kfz-Kennzeichen: EI
Gemeindeschlüssel: 09 1 76 149
Marktgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Schulstr. 9
85128 Nassenfels
Webpräsenz: www.Nassenfels.de
Bürgermeister: Thomas Hollinger
Lage des Marktes Nassenfels im Landkreis Eichstätt
Landkreis Donau-Ries Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Regensburg Landkreis Kelheim Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Ingolstadt Haunstetter Forst Adelschlag Altmannstein Beilngries Böhmfeld Buxheim (Oberbayern) Denkendorf (Oberbayern) Dollnstein Egweil Eichstätt Eitensheim Gaimersheim Großmehring Hepberg Hitzhofen Kinding Kipfenberg Kösching Lenting Mindelstetten Mörnsheim Nassenfels Oberdolling Pollenfeld Pförring Schernfeld Stammham (bei Ingolstadt) Titting Walting Wellheim WettstettenKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Nassenfels ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Eichstätt und Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft, zu der auch die Gemeinden Adelschlag und Egweil gehören.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort liegt rund 15 km westlich von Ingolstadt, 9 km nördlich von Neuburg und 13 km südlich von Eichstätt im Schuttertal am Rande des Naturpark Altmühltal.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde Nassenfels grenzt an die kreisfreie Stadt Ingolstadt, an die Große Kreisstadt Neuburg an der Donau und die Gemeinde Bergheim im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, die Gemeinden Egweil, Buxheim, Adelschlag und den Markt Wellheim (alle Landkreis Eichstätt).

Gliederung[Bearbeiten]

Der Markt Nassenfels gliedert sich in die drei Ortsteile:

  • Nassenfels (Nassenfels mit Speck- und Aumühle)
  • Meilenhofen-Zell (Meilenhofen mit Sächenfartmühle und Zell an der Speck)
  • Wolkertshofen (Wolkertshofen mit Wolkertshofener Mühle)

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort geht auf die von den Römern zwischen 80 und 90 n. Chr. gegründete Zivilsiedlung Vicus Scuttarensis in unmittelbarer Nähe eines Kastells und an der Kreuzung zweier Handelsstraßen zurück, benannt nach der römischen Bezeichnung des Baches Schutter. Nach den Alamamanneneinfällen im 3. Jahrhundert und dem Rückzug der Römer auf das Gebiet südlich der Donau verödete das Handels- und Handwerkstädtchen und sein Name ging verloren. Im 5. bis 7. Jahrhundert ist eine neue Aufsiedelung erfolgt, deren Name nicht überliefert ist; drei merowingische Bestattungen wurden in der im 11./12. Jahrhundert in Stein aufgeführten, 1726 barock umgestalteten Nikolauskapelle, wohl der früheren Pfarrkirche, gefunden.

Der heutige Ortsname wurde von der Burganlage übernommen und taucht erstmals in einer Urkunde von 1189 auf; die Anfänge der Burg reichen aber ins 11. Jahrhundert zurück. Bis ca. 1300 war die Burg im Besitz des Ortsadels als eichstättische Ministerialen. Danach saßen hier bischöfliche Pfleger und Kastner adeliger Herkunft, die den südlichsten Amtssprengel des Hochstifts Eichstätt bis zur Amtsentpflichtung 1802 im Zuge der Säkularisation verwalteten.

Nachdem von 1804 bis 1806 ein kurfürstlich salzburgisches Rentamt eingerichtet gewesen war, verkaufte danach der der bayerische Staat als neuer Besitzer die Burg an Privatleute und besiegelte damit deren Niedergang. Jahrzehntelang diente sie einschließlich der 1808 profanierten Burgkapelle St. Wolfgang als „Steinbruch“. 1834 wohnten im Burgarael zwölf Familien in neun Häusern, davon drei Familien im ansonsten landwirtschaftlich genutzten stattlichen Kastenhaus, das 1932 infolge Blitzschlags abbrannte.

1976 und noch einmal 1983 wurden aus der Luft Gebäude einer großdimensionierten „Villa rustica“ am westlichen Ortsrand von Nassenfels entdeckt und später ausgegraben; das Areal mit Haupt- und zwei Nebengebäuden war von 80 Zentimetern dicken, noch bis zu einem Meter hohen, in Zwei-Schalen-Technik ausgeführten Bruchsteinmauern von über 1000 Meter Länge umgeben. In ihrer Dimension hebt sich die Nassenfelser Anlage, um 200 n. Chr. errichtet, deutlich von anderen römischen Landvillen ab.

Bei Kriegsende kam es in Zell an der Speck zu Kampfhandlungen zwischen Deutschen und Amerikanern.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Meilenhofen und Wolkertshofen eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Nassenfels hat 12 Mitglieder.

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2014 Thomas Hollinger als gemeinsamer Kandidat von CSU und Freie Wähler. Zuvor waren Andreas Husterer (1996-2014) und Peter Hecker langjährige Bürgermeister.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Nassenfels Partnerstädte sind die Stadt Fladungen im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld und die Stadt Anina in Rumänien. Jährlich kommen Fladunger für eine Woche nach Nassenfels, wo sie im Bauhof und an der nebenliegenden Wiese Zelte aufschlagen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Burg Nassenfels

Wenngleich der Marktflecken eher dörflichen Charakter hat, so besitzt er doch mit der Ruine der gotischen Wasserburg ein eindrucksvolles Wahrzeichen. Dieses, auf einem jurazeitlichen Korallenriff, präsentiert sich aus Resten der mittelalterlichen Burg, drei Türmen mit umlaufenden Wehrmauern, einem mächtigen Bergfried und kleinen Jurahäusern. Seit 2005 finden im Burgareal die „Kulturtage der Burg Nassenfels“ statt.

Auch die barocke Pfarrkirche St. Nikolaus, 1739 von dem Graubündner Gabriel de Gabrieli neu gebaut mit Turm von 1763/64, ist aufgrund ihrer reichhaltigen Ausstattung und ihrer Deckengemälde bemerkenswert. Im Vorraum ist ein römischer Inschriftenstein eingemautert, der den römischen Ortsnamen vicus Scutt(arensis) nennt.

Auch ein Besuch der 1726 neu erbauten Nikolauskapelle mit barocker Ausstattung ist empfehlenswert. Sie liegt nordöstlich des Ortes malerisch zwischen Kastanienbäumen und umgeben von Grün.

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Nassenfels

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Am westlich vom Ort gelegenen Speckberg mit Steppenheidelandschaft wurden Funde aus der Altsteinzeit, der Mittel- und der Jungsteinzeit gemacht.

Beim sagenumrankten Gleßbrunnen beim Ortsteil Wolkertshofen handelt es sich um vier bis sechs Meter tiefe, mit glasklarem Karstwasser gefüllte Tümpel im Schuttermoos, die sommers wie winters aus großer Tiefe von gleichtemperierten (10 Grad), unter hohem artesischem Druck stehenden Quellen gespeist werden. Das stets hellblau schimmernde Wasser ist von sehr guter Qualität. Auf dem Quellwasser lebt eine seltene Art von Wasserläufern, die Wasserhexen als Relikte der Eiszeit. In dem moorigen Gelände um die Quellen wachsen zum Teil seltene Pflanzen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jährlich findet eine einwöchige Veranstaltung, die sogenannten Kulturtage, in der Nassenfelser Burg statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

Am 21. September 2011 bildeten die acht Kommunen Dollnstein, Wellheim, Nassenfels, Egweil, Oberhausen, Burgheim, Rennertshofen und Neuburg an der Donau die ARGE Urdonautal, eine Arbeitsgemeinschaft, deren Zweck in der Förderung und Koordinierung des Tourismus im Urdonautal liegt.

Verkehr[Bearbeiten]

Nassenfels ist zentral zwischen den drei Städten Ingolstadt, Eichstätt und Neuburg an der Donau gelegen. Eine Staatsstraße und mehrere Kreisstraßen treffen in Nassenfels zusammen. Der Ort ist damit leicht zu erreichen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 456

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nassenfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien