Henning von Ondarza

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Henning von Ondarza (* 17. November 1933 in Güstrow) ist ein General a. D. des Heeres der Bundeswehr. Er war von 1987 bis 1991 Inspekteur des Heeres und anschließend bis zu seiner Pensionierung 1994 Oberbefehlshaber der Allied Forces Central Europe der NATO.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten]

Ondarza trat 1956 als Offizieranwärter der Panzertruppe in den Dienst der Bundeswehr und wurde nach der Offizierausbildung als Zugführer und Kompaniechef eingesetzt. Von 1964 bis 1967 absolvierte er den Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und die Generalstabsausbildung am US-amerikanischen Command and General Staff College in Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas. Anschließend diente er bis 1976 in verschiedenen Verwendungen: als Generalstabsoffizier für Planung und Ausbildung (G3) im Stab der 4. Jägerdivision in Regensburg; als Adjutant des Inspekteurs des Heeres; als Bataillonskommandeur, sowie als Stabsoffizier beim deutschen Anteil des NATO-Hauptquartiers Europa (SHAPE).

1977 absolvierte Ondarza einen Lehrgang am Royal College of Defence Studies in London und diente im danach bis 1979, zum Oberst befördert, als Kommandeur der Panzerbrigade 20 in Iserlohn. Im Oktober 1979 wurde er zum Brigadegeneral ernannt und nach Washington, D.C. versetzt, um dort als Verteidigungsattaché zu dienen. 1983 kehrte er nach Deutschland zurück und übernahm als Generalmajor vom 1. April des Jahres bis zum 30. April 1985 die 1. Panzerdivision in Hannover.

Am 1. Mai 1985 wurde Ondarza zum Generalleutnant ernannt und übernahm die Alliierten Landstreitkräfte Schleswig-Holstein und Jütland in Rendsburg. Zwei Jahre später, am 26. September 1987, wurde er ins Bundesministerium der Verteidigung nach Bonn versetzt. Als Inspekteur des Heeres musste Ondarza infolge des Falles der Berliner Mauer, der Wiedervereinigung und der Entspannung im Ost-West-Konflikt bzw. dem Ende des Kalten Krieges die Heeresstruktur V durchführen, um die Bundeswehr zu verkleinern und die Auflösung und Teilübernahme der Nationalen Volksarmee der DDR organisieren. Diese Aufgaben übergab er zum 26. September 1991 an Jörg Schönbohm, der ihm auf dem Posten des Inspekteurs des Heeres nachfolgte. Am 1. Oktober 1991 übernahm er dann im niederländischen Brunssum von Hans-Henning von Sandrart, von dem er vier Jahre zuvor schon den Inspekteursposten übernommen hatte, den Oberbefehl über die Allied Forces Central Europe (AFCENT) der NATO. Am 31. März 1994 trat Ondarza schließlich in den Ruhestand.

Nach der Pensionierung[Bearbeiten]

Nach seiner Pensionierung wurde er 1994 vom polnischen Verteidigungsministerium, das nach dem Ende des Warschauer Paktes eine Vollmitgliedschaft in der NATO anstrebte, als Militärberater berufen und diente seitdem zwei Verteidigungsministern als Berater. Diese Ernennung erfolgte wohl wegen der vielfältigen Kontakte Ondarzas zu Offizieren aus osteuropäischen Staaten und seiner öffentlich vertretenen Meinung einer sicherheitspolitischen Annäherung an die ehemaligen Ostblockstaaten.[1][2] Seit 1995 sitzt er im Aufsichtsrat der Rheinmetall AG.[3][4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. H. von Ondarza, umstrittener Militärberater (Berliner Zeitung vom 8. Juli 1994; eingesehen am 1. März 2008)
  2. Geschichte der Familie Ondarza
  3. Rheinmetall-Aufsichtsräte
  4. Jahresbericht der Rheinmetall AG (PDF)