Kir Royal (Fernsehserie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seriendaten
Originaltitel Kir Royal
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktionsjahr 1985
Produktions-
unternehmen
Balance Film, München
Länge 60 Minuten
Episoden 6 in 1 Staffel
Genre Satire
Titellied Variation auf Franz von Suppé - Ouvertüre aus Die schöne Galathée
Produktion Jürgen Dohme
Idee Helmut Dietl
Musik Konstantin Wecker
Erstausstrahlung 22. September 1986 auf Das Erste
Besetzung

Kir Royal (Aus dem Leben eines Klatschreporters) ist eine sechsteilige Fernsehserie von Helmut Dietl aus dem Jahr 1986. Dabei handelt es sich um eine Persiflage auf die Münchner Abendzeitung, ihren Klatschreporter Michael Graeter und die Herausgeberin Anneliese Friedmann. Die Serie über den Boulevard-Reporter Baby Schimmerlos spielt in der Münchner Schickeria der 80er Jahre.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund [Bearbeiten]

Episoden [Bearbeiten]

1. Wer reinkommt, ist drin [Bearbeiten]

Klatschreporter Baby Schimmerlos schreibt eine Serie über die Münchner Restaurants, in denen die Schickeria verkehrt.

Seine Freundin Mona drängt ihn, endlich die Spesenabrechnung bei der Zeitung einzureichen, für die er schreibt. Die vielen Besuche in den teuren Restaurants gehen ins Geld. Der Fußboden der eigenen Wohnung sollte schließlich auch noch erneuert werden. Der Handwerksmeister würde einen guten Preis machen, wenn er in der Schimmerlos-Kolumne vorkäme, meint Mona. Baby lehnt empört ab.

In der Redaktion angekommen, geht es mit der versuchten Vorteilsnahme gerade so weiter. Fotograf Herbie möchte eine junge Bekannte und Sekretärin Edda ihren Zahnarzt in die Kolumne bringen. Baby spricht ein Machtwort – er will seine Unabhängigkeit bewahren.

Während am Abend der geltungssüchtige Großindustrielle Heinrich Haffenloher (Mario Adorf) vergeblich versucht, Baby Schimmerlos zu finden, um auch in die Zeitung zu kommen, besucht dieser das Restaurant Champs Elysées. Der Betreiber ist besorgt, schlecht wegzukommen, weil in seinem Laden nichts los ist. Er lässt „die üblichen Schnorrer“ zusammentelefonieren, um etwas Stimmung in die Bude zu bekommen. Was dann auch gelingt, nur Mona ist genervt von der inszenierten Fröhlichkeit und der kulinarischen Ideenlosigkeit – dasselbe Essen hatten sie in dem Restaurant schon am Vortag serviert bekommen.

Haffenloher findet das Champs Elysées durch Zufall doch noch - sieht, dass dort auf den Tischen getanzt wird, man lässt ihn aber nicht rein. Frustriert telefoniert er mit der Chefin von Schimmerlos, der Verlegerin von Unruh, und bietet an, teure Anzeigen zu schalten, wenn er in die Klatschkolumne kommt. Von Unruh will daraufhin Schimmerlos die Spesen nur erstatten, wenn er über Haffenloher schreibt.

Schimmerlos muss zu Haffenloher ins Hotel. Nach Schmeicheleien, Drohungen und Bestechungsversuchen lenkt Schimmerlos schließlich ein. Im Champs Elysées wird der vorherige Abend noch einmal neu inszeniert, zu den bereits am Vortag Anwesenden stoßen der Handwerksmeister und Haffenloher dazu.

Am Ende bekommen alle, was sie wollen. Mona ihren Fußboden, Frau von Unruh ihre Anzeigen, die Möchtegerns und der Restaurantbetreiber Publicity. Nur Schimmerlos, der gegen seine Überzeugung gehandelt hat, sitzt allein in der Ecke, rauchend und trinkend, zur Musik des Cancan aus der Operette Orpheus in der Unterwelt.

2. Muttertag [Bearbeiten]

Babys herzkranke und in ärmlichen Verhältnissen lebende Mutter kommt zu ihm nach Hause, um die Wohnung zu putzen und dem Jungen endlich mal ein ordentliches Essen aufzutischen, doch was sie vorfindet, ist weder ihr Sohn noch Mona, sondern eine andere Frau in Babys Bett. Baby ist wie immer unterwegs auf der Suche nach einer Story. Eine bekannte Schauspielerin soll angeblich schwanger sein, und Baby lässt sich auch von Intrigen am Set und selbst Drohungen nicht abschrecken, der Sache auf den Grund zu gehen. Am Ende druckt er die Nachricht über die Schwangerschaft jedoch ohne jeden Beweis. Bei einem offiziellen Empfang kommt es dann zum Showdown zwischen Baby, dem erbosten Produzenten und Mona, die mittlerweile von seiner Affäre erfahren hat, einschließlich einem bösen Ende für die Mutter.

3. Das Volk sieht nichts [Bearbeiten]

Baby glaubt, den ganz großen Coup gelandet zu haben. Sein alter Bekannter Hubert Dürkheimer (Boy Gobert) will am noblen Starnberger See einen Country Club bauen; für die erforderliche Baufläche fehlt ihm nur noch ein Grundstück, das ihm die Gemeinde aber nicht verkaufen will. Baby soll helfen und als Strohmann auftreten, das heißt unter seinem Namen – von seinem Bekannten Hubert finanziert – das Grundstück kaufen.

Doch bereits wie die Finanzierung ansteht, merkt Baby, dass nicht alles so laufen wird, wie er es sich erträumt hat. Politiker, alte Freunde und auch Mona sorgen dafür, dass alles ganz anders kommt.

4. Adieu Claire [Bearbeiten]

In München ist zur Abwechslung mal keine Story zu finden. Außer einer modischen Geschmacklosigkeit, der sogar Edda und Mona verfallen sind, ist weit und breit nichts Berichtenswertes in Sicht. Als Baby daran verzweifelt, eine Dreiviertelseite mit Klatsch zu füllen, erwischt ihn auch noch ein Polizist beim Zeitungsklau zu Recherchezwecken.

Als sich alles gegen Baby zu wenden scheint, kommt zum Glück doch noch eine vielversprechende Geschichte auf. Der Komponist Friedrich Danziger liegt im Sterben und die Frau, die er seit 50 Jahren liebt und die sich geschworen hat, nie wieder einen Fuß auf deutschen Boden zu setzen, lebt seit der Nazizeit in Frankreich. Baby recherchiert erst in der Klinik des Todkranken und dann mit Herbie und Mona sogar in Paris, um die Sängerin nach Deutschland und anschließend die Sache groß rauszubringen. Doch hinter Babys Rücken ziehen andere die Fäden und das erhoffte große journalistische Finale endet leider nur in einem Umtrunk mit dem Polizeipräsidenten.

5. Königliche Hoheit [Bearbeiten]

Die Königin des fernen Landes Mandalia (Michaela May) ist in München zu Besuch. Herbie und Baby wittern die perfekte Story und recherchieren schon mal die Vergangenheit der Prinzessin vor deren Eintreffen. Die ehemalige Münchner Friseurin scheint in jungen Jahren nichts ausgelassen zu haben. Um die perfekten Fotos durchs Schlüsselloch zu machen, mieten sich die beiden in dem Zimmer neben dem Hotelzimmer der Königin ein und erfahren dort Dinge, die ganz und gar nicht in ihre Rubrik gehören. Die Königin ist anscheinend nur in München, um sich mit deutschen Waffen im Kampf gegen die Opposition in ihrem Heimatland zu rüsten. Und Baby wird wegen Mona moralisch und sorgt so für noch mehr Probleme.

6. Karriere [Bearbeiten]

Baby ist von seiner Arbeit gelangweilt, seine Kolumnen werden immer dünner. Er spioniert mit Herbie dem milliardenschweren Banz hinterher. Sein Ziel: Die geheimen Perversionen des reichsten Mannes der Republik aufzudecken. Wegen Dunkelheit sind zunächst aber keine verwertbaren Aufnahmen möglich. Mona amüsiert sich zeitgleich auf einem Empfang und verzaubert die Gäste mit ihrem Gesang. Schon als Kind träumte sie von einer Karriere als Sängerin. Animiert durch ihre Freundin Peggy, einer Musikproduzentin, nimmt Mona ein Demo-Tape auf, muss zunächst aber ihren eigenen Stil finden. Baby ist wenig begeistert, weil sie so ihre häuslichen Pflichten vernachlässigt. Frau von Unruh macht sich derweil auf die Suche nach einem Nachfolger für Baby. Unbeirrt jagt dieser mit Herbie seiner Story hinterher. Die Geduld der beiden wird schließlich belohnt: Eine beleuchtete Kutsche mit Banz, verkleidet als König Ludwig, und einer weiteren Person (als Sissi) fährt an ihnen vorbei. Baby wittert eine Sensation. In der Nacht kommt es zwischen Mona und Baby zu einer Auseinandersetzung, bei der sie sein fehlendes Interesse an ihrer Person beklagt und ankündigt, nun Karriere machen zu wollen. Am nächsten Morgen steht Baby vor der Entscheidung, seine heiße Story weiterverfolgen oder Mona nachzujagen, die sich aufmacht, als Sängerin aufzutreten. Er entscheidet sich für Letzteres und findet Mona aufreizend, Chansons singend in einem Etablissement vor. Er äußert seine Skepsis und will Mona sogar das Singen verbieten. Daraufhin trennen sie sich. Frau von Unruhs Geduld ist derweilen am Ende, sodass sie Baby in Abwesenheit kündigt. Bei dem Versuch, sich auf Banz’ Anwesen einzuschleichen, werden Baby und Herbie gestellt. Man macht ihnen ein interessantes Angebot: eine halbe Million für ihr Schweigen. Nach einem kurzen Disput quittiert Herbie den Empfang der Geldsumme. Baby ist davon ebenso wenig begeistert wie von der Tatsache, dass Monas Konterfei die Plakatwände der Stadt ziert. Nachts beobachtet er Mona bei einem Auftritt, unternimmt jedoch nichts weiter.

Weblinks [Bearbeiten]