Kaltenkirchen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kaltenkirchen
Kaltenkirchen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kaltenkirchen hervorgehoben
53.8397222222229.960277777777831Koordinaten: 53° 50′ N, 9° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Segeberg
Höhe: 31 m ü. NHN
Fläche: 23,1 km²
Einwohner: 20.080 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 869 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24568
Vorwahl: 04191
Kfz-Kennzeichen: SE
Gemeindeschlüssel: 01 0 60 044
Adresse der
Stadtverwaltung:
Holstenstraße 14
24568 Kaltenkirchen
Webpräsenz: www.kaltenkirchen.de
Bürgermeister: Hanno Krause (CDU)
Lage der Stadt Kaltenkirchen im Kreis Segeberg
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Evang.-luth. St.-Michaelis-Kirche (Südseite)
Rathaus der Stadt Kaltenkirchen

Kaltenkirchen (plattdeutsch: Koldenkarken) ist eine Stadt im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein. Am Stadtrand liegen die Ortsteile Moorkaten und Heidkaten.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Kaltenkirchen liegt 32 km nördlich von Hamburg an der A 7 sowie an der Regionalbahnlinie A1 des regionalen Eisenbahnunternehmens AKN Eisenbahn AG.

Kaltenkirchen ist Endpunkt der Entwicklungsachse Nord in der Metropolregion Hamburg sowie Mittelzentrum und besitzt insgesamt vier AKN Eisenbahn-Haltestellen: Kaltenkirchen Süd (Industriegebiet), Kaltenkirchen (Stadtmitte), Holstentherme (Freizeitpark) und die Haltestelle dodenhof.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Stadtname leitet sich ab von der ersten urkundlichen Nennung im 14. Jahrhundert. Der damalige mittelniederdeutsche Name der Ansiedlung lautete „Koldenkarken“ bzw. „Koldenkirchen“. Seit 1701 wird der heutige Name verwendet.

Im Ortsteil Moorkaten der Dorfgemeinde Kaltenkirchen befanden sich während des Zweiten Weltkriegs ein Flugplatz der Reichsluftwaffe sowie ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme zur Unterbringung von KZ-Häftlingen, die beim Ausbau des Militärflugplatzes Zwangsarbeit leisten mussten. Hunderte von Häftlingen kamen durch die unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen ums Leben oder wurden von den Wachmannschaften ermordet. Seit April 2000 befindet sich am Standort des ehemaligen KZ-Außenkommandos Kaltenkirchen die KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch, die an das Leiden der Opfer erinnert.[2]

Das frühere Militärflugplatz-Gelände in Moorkaten wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der Bundeswehr als Standortübungsplatz genutzt. Diese Nutzung wurde inzwischen eingestellt und der ehemalige Standortübungsplatz soll als Kompensationsfläche für den Ausbau der A 20 herangezogen werden.[3]

Stadtwerdung und Gegenwart Kaltenkirchens sind von mehreren Faktoren wesentlich beeinflusst worden: Der Ort wurde 1884 zum Endpunkt einer Eisenbahnverbindung mit Altona, die später nach Neumünster verlängert wurde und den Namen Eisenbahn Altona-Kaltenkirchen-Neumünster (AKN) erhielt. Eine weitere Veränderung war die Ansiedlung von deutschen Flüchtlingen und Vertriebenen als Folge des Zweiten Weltkrieges, wodurch sich die Bevölkerungszahl des Dorfes von 1939 bis 1946 auf rund 5000 Personen verzweieinhalbfachte.

In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde bei Kaltenkirchen der Großflughafen Hamburg-Kaltenkirchen als Ersatz für den Flughafen in Hamburg-Fuhlsbüttel geplant. Diese Planungen werden gegenwärtig nicht weiter verfolgt; allerdings hat die für einen möglichen Bau zuständige Flughafen Hamburg GmbH die nötigen Flächen in der Kaltenkirchener Heide immer noch in ihrem Besitz und die Planung kam 2003 wieder ins Gespräch.[4]

Kaltenkirchen erhielt am 1. Dezember 1973 die Stadtrechte.[5]

Politik[Bearbeiten]

Von den 31 Sitzen in der Stadtvertretung hält die CDU seit der Kommunalwahl 2013 elf Sitze, die SPD und die Wählergemeinschaft Pro Kaki sind mit jeweils acht Sitzen vertreten. Drei Mandate konnte die FDP erringen, Die Linke erreichte einen Sitz. Bürgervorsteher ist Rüdiger Gohde (CDU).[6]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 10. Mai 2011 wurde der Bürgermeister Stefan Sünwoldt (SPD) von den Bürgern abgewählt. Mit der Feststellung der Abwahl wurde sein Stellvertreter der Erste Stadtrat Karl-Heinz Richter (CDU) automatisch zum amtierenden Bürgermeister. Am 6. November 2011 fand die Neuwahl des Bürgermeisters statt. Eine Stichwahl erfolgte am 20. November. Diese gewann Hanno Krause (CDU), der am 1. Januar 2012 das Amt des Bürgermeisters übernommen hat.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot das silberne holsteinische Nesselblatt, darauf ein roter, von zwei blauen Eichenblättern begleiteter Kirchturm mit blauer Haube und Spitzturm.“[7]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten / Wirtschaftsschwerpunkte[Bearbeiten]

Kaltenkirchen hat nach Aussage der Stadtverwaltung kein ausgeprägtes touristisches Ambiente, nur wenig Fremdenverkehr und nur wenige Kulturdenkmäler. In den 1970er-Jahren wurden viele alte Gebäude abgerissen, insbesondere Reetdach-Fachwerkhäuser. Ein Beispiel für diese nahezu verschwundene Bauform ist noch das sogenannte Bürgerhaus, das nach einem Brandanschlag 2001 neu aufgebaut wurde. Ein Gebäude, das immer wieder vom Abriss bedroht ist, ist das alte Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1884, in dessen Nähe der neue, unterirdische Bahnhof Kaltenkirchen errichtet wurde.

Auf die KZ-Gedenkstätte in Moorkaten wurde bereits im Abschnitt → Geschichte verwiesen.

Die Stadt verfügt über ein Erlebnisbad mit angeschlossenem Saunabereich und Fitnessstudio. Zudem besitzt Kaltenkirchen ein etwa 2000 m² großes Warmwasserfreibad, das 1999 erbaut wurde und sich neben dem Erlebnisbad Holstentherme befindet.

Die Großwohnsiedlung „Großer Karl“ spielte eine wichtige Rolle im Skandal um den ehemaligen Holsteiner Immobilienmogul Dr. Gerd Thormählen.

Die Wirtschaft Kaltenkirchens ist geprägt von einem Möbel- und Einrichtungshaus, der Lebensmittelbranche und einem Baustoffhersteller. Das regionale Eisenbahnunternehmen AKN Eisenbahn AG, das Strecken im südlichen Schleswig-Holstein und in Teilen Hamburgs betreibt, hat seinen Verwaltungssitz und seine Werkstätten in Kaltenkirchen.

Schulen[Bearbeiten]

Freie Waldorfschule Kaltenkirchen

In Kaltenkirchen befinden sich drei Grundschulen:

  • Grundschule am Lakweg
  • Grundschule Marschweg
  • Grundschule Flottkamp

Zwei Förderschulen:

Zwei Regionalschulen:

Eine Gemeinschaftsschule:

  • Gemeinschaftsschule am Marschweg

Ein Gymnasium:

Sowie eine Waldorfschule:

  • Freie Waldorfschule Kaltenkirchen

Sportvereine[Bearbeiten]

In Kaltenkirchen sind folgende Sportvereine aktiv: Kaltenkirchener Turnerschaft (KT), Verein für Reha und Fitness Kaltenkirchen (kurz REHA-FIT Kaltenkirchen), FSC Kaltenkirchen, Fetihspor Kaltenkirchen, TC an der Schirnau, Schachklub Kaltenkirchen, MSC Kaltenkirchen, Schützenverein Kaltenkirchen, der Radsportclub Kattenberg, Canoe Club Kaltenkirchen, Kegelsportclub Kaltenkirchen, Moo Rim San (Taekwondo) und MoSan.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaltenkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Website der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch. (Abgerufen am 9. Februar 2011.)
  3. Geschichtslehrpfad wird wahrscheinlicher. Fast 4.000 BesucherInnen in der Gedenkstätte Springhirsch. Bei: Infoarchiv Norderstedt, 22. Januar 2011. (Abgerufen am 9. Februar 2011.)
  4. Peter Zerbe, Oliver Schirg: Hamburg: Großflughafen in Kaltenkirchen geplant. In: Die Welt vom 15. Oktober 2003. (Online; abgerufen am 9. Februar 2011.)
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 186.
  6. Ratsinfo auf der Website von Kaltenkirchen, abgerufen am 11. August 2013.
  7. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein