Königreich Sardinien

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Regno di Sardegna (ital.)
Royaume de Sardaigne (frz.)
Rennu de Sardigna (sard.)

Königreich Sardinien
Flag of the Kingdom of Sardinia (1728-1802).gif
Sardegna1730(TZ).jpg
Amtssprache Italienisch
Französisch
Hauptstadt Turin
Staatsform Monarchie
Unabhängigkeit 1239 bis 1861
Königreich Sardinien 1843
  • Königreich Sardinien 1843

Das Königreich Sardinien (italienisch: Regno di Sardegna, sardisch: Rennu de Sardigna) war von 1239 bis 1861 ein Staat auf der Insel Sardinien, der ab 1720 unter diesem Namen mit dem Piemont, der Grafschaft Nizza und Savoyen vereinigt war.

Geschichte[Bearbeiten]

Sardinien erhielt seinen Status als Königreich erst, als Kaiser Friedrich II. 1239 seinen illegitimen Sohn Enzio zum „König von Sardinien“ ausrief. Nach der Gefangennahme Enzios 1249 wurde die Insel zwischen Genua und Pisa aufgeteilt, ehe es Genua gelang, das gesamte Territorium zu erobern.

Am 4. April 1297 übertrug Papst Bonifatius VIII. die Insel als Lehen an König Jakob II. von Aragón, der sie aber erst 1323 nach Kämpfen mit Genua und Pisa endgültig besetzen konnte.

Bereits 1383 gelang es aber dem Judikat Arborea, die Aragonesen zu vertreiben und beinahe die gesamte Insel zu erobern. Erst nach dem Tod Eleonora di Arboreas konnte Aragon wieder Fuß auf Sardinien fassen und bis 1409 das Gebiet erneut unter seine Kontrolle bringen. Aragon erneuerte 1420 den sardischen Reichsstatus und verwaltete es als Vizekönigreich; nach der Einigung Spaniens war das Reich dann ein Nebenland der Spanischen Krone.

Im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges wurde die Insel 1714 an Österreich abgetreten, das sie aber bereits 1720 im Tausch gegen Sizilien dem Haus Savoyen überließ.

Das nun unabhängige Königreich Sardinien, auch Königreich Sardinien-Piemont genannt, spielte eine entscheidende Rolle in den italienischen Vereinigungskriegen nach dem Wiener Kongress, dem sogenannten Risorgimento, und beteiligte sich am Krimkrieg gegen Russland auf Seiten des zur Unterstützung des Osmanischen Reichs geschaffenen Bündnisses zwischen Frankreich und England. Hierdurch gewann es die Unterstützung Frankreichs und später auch Preußens, um danach im Sardinischen Krieg das durch den Krimkrieg politisch geschwächte Österreich bei der Schlacht von Solferino aus fast ganz Norditalien zu vertreiben. Dadurch wurde der Weg zur italienischen Einigung frei, Viktor Emanuel II. von Sardinien wurde 1861 zum ersten König des vereinten Italiens gekrönt.

Das Königreich Sardinien ging damit im neuen Königreich Italien auf. Turin wurde für vier Jahre Hauptstadt Italiens.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Königreich Sardinien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien