Ligurien

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Ligurien
Wappen der Region Ligurien Flagge der Region Ligurien
Basisdaten
Hauptstadt: Genua
Provinzen: 4
Fläche: 5.420,24 km² (18.)
Einwohner: 1.565.127 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 289 Einwohner/km²
Website: www.regione.liguria.it
ISO 3166-2: IT-42
Präsident: Claudio Burlando (PD)
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Ligurien (italienisch: Liguria) ist eine Küstenregion in Nordwestitalien mit 1.565.127 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) und flächenmäßig die drittkleinste italienische Region. Ligurien grenzt im Westen an Frankreich, im Norden an die Region Piemont, im Osten an die Emilia-Romagna und die Toskana sowie im Süden an das Ligurische Meer, einen Teil des Tyrrhenischen Meeres (nördliches Mittelmeer). Die Region gehört zu der landesübergreifenden Euroregion Alpi-Mediterraneo/Alpes-Méditerranée.

Die von den Bergketten der Alpen und des Apennins im Nordosten begrenzte ligurische Region wird traditionell in die Riviera di Ponente und in die Riviera di Levante unterteilt. Grenzpunkt stellt die Regionalhauptstadt Genua dar.

Bereits im Römischen Reich wurde sie als Liguria bezeichnet. Im Mittelalter war Ligurien in mehrere Stadtstaaten aufgeteilt – der bekannteste ist die Republik Genua, die seit dem späten 14. Jahrhundert die ganze heutige Region auf sich vereinigen konnte. 1797–1815 gehörte das Gebiet zu Frankreich, anschließend zum Sardinien-Piemont, das 1861 im neugegründeten Königreich Italien aufging. Heute ist Ligurien durch den Tourismus (dank der Italienischen Riviera), sein Olivenöl (aus der Taggiasca-Olive) und seinen Wein bekannt. Das »Pesto alla genovese«, sowie die Ravioli sind sicher die berühmtesten Vertreter der ligurischen Küche.

Hauptstadt Liguriens ist Genua. Andere bekannte Städte sind San Remo, La Spezia, Ventimiglia (Endstation vieler Züge aus Frankreich), Alassio, Imperia (Produktion von Olivenöl), Rapallo, Portofino und Savona.

Geographie[Bearbeiten]

Lage Liguriens an der italienischen Riviera

Hauptartikel: Geographie Liguriens

Die Region hat eine Fläche von 5.410 km² und eine Bevölkerung von 1,6 Millionen. Sie erstreckt sich entlang der Küste des Ligurischen Meeres. Nach Norden hin ist sie von zwei Gebirgskämmen geschützt, die bis ans Meer reichen: den manchmal auch Alpi Marittime genannten Ligurischen Alpen, die vom Monte Saccarello, dem mit 2201 m höchsten Berg Liguriens, bis zum Colle di Cadibona reichen, sowie dem sich östlich anschließenden Appennino Ligure („Ligurischen“ oder „Nördlichen Apennin“), der die ligurische Küste von der nordöstlich gelegenen Poebene trennt.

Ligurien ist in vier Provinzen gegliedert: (von West nach Ost) Imperia, Savona, Genua und La Spezia. Die über 300 Kilometer lange Küste gliedert sich in die Riviera di Ponente („untergehende Sonne“; westlicher Teil zwischen Genua und der französischen Grenze) und die Riviera di Levante („aufgehende Sonne“; östlicher Teil von Genua bis La Spezia). Die Riviera di Ponente wiederum ist unterteilt in die Blumenriviera (Riviera dei Fiori – von Ventimiglia bis Cervo) und die Palmenriviera (Riviera delle Palme – von Cervo bis hinter Savona).

Klima[Bearbeiten]

Buschbrände bei Genua im September 2009

In Ligurien herrscht ein mediterranes Klima vor, das jedoch nicht uniform verteilt ist. Beeinflusst wird das Klima von den starken morphologischen Unterschieden des Territoriums. Das ligurische Hinterland wird seinerseits von den starken Gebirgserhebungen, der Küstenabschnitt hingegen vom verhältnismäßig warmen Ligurischen Meer dominiert.

Die nach Süden geöffnete Bogenform der Region und der nach Nord-Osten abschließende Gebirgszug, der von der französischen Grenze bis hin zur Toskana reicht, sind die Hauptfaktoren des speziellen ligurischen Klimas. Vor allem der Apennin fungiert als Wasserscheide zwischen dem Mittelmeer und der Adria, beziehungsweise der Po-Ebene.

Wenn sich im Winter ein Tiefdruckgebiet über dem ligurischen Golf aufbaut, wird die Zone um die ligurische Hauptstadt von dem kühlen Tramontanewind getroffen, der Regen und Schneefall mit sich bringt. Entlang der genuesischen und der savonesichen Küste kommt es mitunter auch auf dem Meeresniveau zu Schneefall. Der Sommer ist gemäßigt warm und schwül. So wird bei Genua Sestri im Juli ein Temperaturdurchschnittswert zwischen +20,8 °C und +27,2 °C erreicht. In der Regel werden die +30 °C Tagestemperatur lediglich drei bis vier Mal im Monat Juli überschritten, doch bleibt die relative Luftfeuchtigkeit auch in den Nachmittagsstunden erhöht. Die dadurch gefühlte Hitze wird lediglich durch die Meeresbrise gemildert.

Im Binnenland ist das Klima vom raueren semikontinentalen Typus. Die im Winter erreichten Durchschnittstemperaturen liegen deutlich unter denen der Küstenzonen. Vor allem die der Po-Ebene zugewandten Gebiete sind von einem kälteren Klima geprägt. Die Tagesdurchschnittstemperatur in Cairo Montenotte beträgt im Januar beispielsweise +1,8 °C, in Sassello +1,4 °C und in Busalla +2,2 °C. Die mittleren Tiefstwerte in diesen Gemeinden liegt zwischen −2 °C und −4 °C. Die allgemeine tiefste Wintertemperatur wird mit −10 °C angegeben, wobei in besonders kalten Nächten die Temperatur auch deutlich darunter liegen kann. Im Sommer sind die Tagestemperaturen verhältnismäßig hoch, werden jedoch von deutlichen Temperaturabfällen in den Nächten geprägt. Das 338 Meter hoch gelegene Cairo Montenotte verzeichnet zum Beispiel im Sommer die niedrigste Temperatur in der Nacht mit +15 °C und den höchsten Temperaturwert am Tag mit +27,7 °C.

Geschichte[Bearbeiten]

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Ligurien leitet seinen Namen von seinen vorrömischen Bewohnern, den Ligurern ab. Im 3. Jahrhundert v. Chr. kam die ligurische Küste unter römische Kontrolle. Das römische Liguria bildete unter Augustus' Verwaltungsstruktur die neunte Region und ging weit über die heutige Region hinaus, indem es die nördlichen Abhänge des Apennins und die Seealpen zwischen Trebia und Po einschloss und über Albintimilium (beim heutigen Ventimiglia) hinausging. Entsprechend der bergigen und bewaldeten Landschaft gab es nur wenige bedeutende Städte. Dertona war die einzige Kolonie, und Alba Pompeia, Augusta Bagiennorum (bei Bene Vagienna), Pollentia (Teil des heutigen Bra), Hasta, Aquae Statiellae sowie Genua sind noch erwähnenswert. Die Ligurer wohnten allerdings mehrheitlich in Dörfern. Die Einteilung von Augustus blieb bis Diokletian bestehen. Dann wurden die beiden Alpenprovinzen abgeschafft, und die Wasserscheide wurde die Grenze zwischen Italien und Gallien. Der Name Liguria wurde nun auf ein Gebiet angewandt, das bis Mailand reichte. Im 6. Jahrhundert wurde Liguria wieder von Mailand getrennt, und unter den Langobarden bildete es die fünfte italienische Provinz mit dem Namen Alpes Cottiae.

Mittelalter[Bearbeiten]

Im Mittelalter fiel der Teil des antiken Liguria nördlich des Apennins an Piemont und Lombardei, während der südliche Teil mit dem Küstenstreifen zur Republik Genua gehörte. Zur Geschichte in den folgenden Jahrhunderten siehe Geschichte Genuas.

Politik[Bearbeiten]

Lage der vier Provinzen der Region

Aus den Regionalwahlen 2010 ging das Mitte-links-Bündnis mit 52,14 % der Stimmen erfolgreich hervor.[2] Aktuell ist Claudio Burlando Präsident der Region Ligurien.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Das Territorium der Region ist in vier Provinzen mit 235 Gemeinden unterteilt.

Provinz Fläche
(km²)
Einwohner
(31. Dezember 2012)
Bevölkerungsdichte
(Einw./km²)
Gemeinden
Genua 1838 851.283 463 67
Imperia 1156 214.290 185 67
La Spezia 881 218.717 248 32
Savona 1545 280.837 182 69
Gesamt 5420 1.565.127 289 235

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Das Biscione in Genua, Symbol der Expansion der Stadt
Blick auf Rapallo

Die ligurische Bevölkerung konzentriert sich größtenteils in den großen und mittleren Küstenstädten entlang der gesamten Riviera. Ein nicht unbeträchtlicher Anteil lebt hingegen in den kleinen bis mittleren Gemeinden im Binnenland. Dieses ist durch ein gebirgiges Territorium gekennzeichnet, welches in den engen Tälern wenig Siedlungsraum bietet. Die dort befindlichen Gemeinden sind zumeist an den Hügel- und Gebirgshängen angelegt und zählen wenige hundert Einwohner. Eine etwas höhere Bevölkerungsdichte weisen hingegen die beiden, zum Meer offenen Täler mit den Gemeinden Ronco Scrivia und Cairo Montenotte auf. Letztere ist die größte Stadt im ligurischen Hinterland. Diese Gemeinden sind stark von den ligurischen Küstenzentren abhängig; Ausnahmen bilden einige Dörfer, die an die piemontinischen Städte angebunden sind.

Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung ist der höchste in ganz Italien. Die Sterberate liegt deutlich über der Geburtenrate, was zu schwerwiegenden sozialen Problemen geführt hat. Selbst ein erhöhter Zuzug von Immigranten, der im Vergleich zu den anderen Regionen Norditaliens jedoch geringer ausfällt, konnte diese Entwicklung nicht abfedern. Seit einigen Jahren zeichnet sich eine minimale Verbesserung der Situation ab.

Im Jahr 2006 gab es 12.146 Geburten (7,5 ‰) und 21.092 Todesfälle (13,1  ‰)[3]. Daraus resultiert ein natürlicher Wachstum von -8.946 Einheiten (-5,6 ‰) bezüglich des Vorjahres. Am 31. Dezember 2006 kamen auf 1.607.878 Einwohner 80.735 Ausländer (5,0 %). Die Familien bestanden statistisch aus 2,1 Personen.

Demographische Entwicklung in den einzelnen Provinzen 2006
Provinz Geburten Todesfälle Wachstum
Genua 7,5 ‰ (6623) 13,3 ‰ (11.755) -5,8 ‰ (-5132)
Imperia 7,8 ‰ (1774) 12,7 ‰ (2848) -4,9 ‰ (-1074)
La Spezia 7,6 ‰ (1669) 12,8 ‰ (2836) -5,3 ‰ (-1167)
Savona 7,6 ‰ (2164) 12,8 ‰ (3634) -5,2 ‰ (-1470)

In der Periode nach dem Zweiten Weltkrieg war Ligurien durch massive Zuwanderung, zuerst aus Süditalien, später aus dem Ausland geprägt. Bis dahin war die Region wirtschaftlich unterentwickelt gewesen, was vor allem im 19. und 20. Jahrhundert zu einer massenhaften Abwanderung nach Amerika führte. So entstanden beispielsweise in Chile und Argentinien bevölkerungsstarke ligurische Gemeinden. Das Phänomen der Emigration wurde wahrscheinlich durch die Präsenz des Hafens von Genua begünstigt.

Mit dem Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit änderte dieser Trend die Vorzeichen und die Region entwickelte sich mit dem Hafen von Genua zu einem Eckpunkt des Industriedreiecks Norditaliens(zusammen mit Turin und Mailand). Es kam zu einer starken Bautätigkeit entlang der Küste, was sowohl die Natur, wie auch das Landschaftsbild in Mitleidenschaft zog. Symbol für die sprunghafte Expansion der Städte ist Rapallo, wo eine unkontrollierte Ausdehnung der Peripherie zahllose Probleme, vor allem im verkehrstechnischen Sinn, mit sich brachte. Das davon abgeleitete, sprichwörtliche Rapallizzare (zu deutsch: Rapallisieren) steht heute für eine chaotische und unkontrollierte Bauweise. Auch die Regionalhauptstadt Genua wurde in den sechziger und siebziger Jahren von diesem Phänomen getroffen. In diesem Kontext bietet der Bevölkerungsrückgang der letzten Jahrzehnte die Chance, diese verfehlten Infrastrukturen neu zu organisieren.

Wenn in der Vergangenheit die Tendenz vorherrschte, die kleinen Geburtsdörfer zu verlassen, um in den großen Küstenzentren der Region Arbeit zu finden, so hat sich heute eine Trendwende vollzogen. Vor allem in den großen Städten Westliguriens ziehen immer mehr Familien in die umliegenden Gemeinden.

Kriminalität[Bearbeiten]

Die Daten des italienischen Innenministeriums aus dem Jahr 2008[4] stellen die ligurische Hauptstadt Genua auf den fünften Platz in der Kriminalitätsstatistik. Obwohl die Gesamtzahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 16,9% zurückgegangen war, ereigneten sich in Genua trotzdem 6592 Verbrechen auf 100.000 Einwohnern. Imperia liegt mit 5786 Straftaten auf 100.000 Einwohnern auf dem achten Platz. Daneben führt Genua die italienische Kriminalitätsstatistik bezüglich Taschendiebstählen (633 Diebstähle auf 100.000 Einwohner). Savona liegt mit 243 Betrugsfällen pro 100.000 Einwohnern auf dem vierten Platz der nationalen Statistik.

Natur[Bearbeiten]

Die Region ist reich an Naturschätzen und bietet durch die Verbindung von Land und Meer eine große Bandbreite an Ökosystemen. Auf dem Territorium Liguriens befinden sich ein Nationalpark, acht Regionalparks, drei regionale Naturreservate und ein nationales Naturreservat und schließlich 19 Comunità Montane. Insgesamt stehen 12 % des ligurischen Territoriums, das heißt circa 60.000 Hektar, unter besonderem Naturschutz.

Der Ligurische Höhenweg (italienisch: Alta Via dei Monti Liguri (AVML)), ein 440 Kilometer langer Wanderweg, verbindet das grenznahe Ventimiglia mit Ceparana an der Grenze zur Toskana. Der zumeist auf den Bergkämmen des Ligurischen Apennins verlaufende Weg durchquert dabei eine Vielzahl der oben genannten Naturschutzgebiete.

Mit zwei Meeresschutzgebieten und dem Heiligtum der Wale werden bestimmte Abschnitte des Ligurischen Meers geschützt. Dabei umfasst das Heiligtum der Wale ein 87.000 Quadratkilometer großes Territorium zwischen der französischen Côte d’Azur, Sardinien und den italienischen Regionen Ligurien und Toskana.

Flora[Bearbeiten]

Blick auf den Monte Penna im Val d’Aveto

Circa 69 % der Landesfläche Liguriens sind bewaldet. Damit hat die Region im Verhältnis zu seiner Ausdehnung die größte Waldfläche Italiens (der nationale Durchschnitt liegt bei etwa 21 %). Ligurien ist dadurch aber auch besonders anfällig für Waldbrände, die zu ungefähr 71 % durch Brandstiftung verursacht werden.

Die größten Waldflächen befinden sich im ligurischen Binnenland. Eine Besonderheit des Territoriums sind die weiten Buchenwälder, die sich an den regenreichen Bergseiten des Apennins entwickelt haben. Insbesondere im Val di Vara und am Monte Gottero wachsen große Buchenwälder. Die Gemeindewälder am Monte Penna und in den Agoraie, die zum Naturpark Aveto gehören, sind von Buchen und Weißtannen geprägt. Dieser Mischwaldtypus ist charakteristisch für die antiken Wälder des ligurischen Apennins.

Die alpinen Wälder des Alta Val Tanarello, in der Nähe von Imperia, bestehen in den niederen Höhenlagen aus Waldkiefern und Buchen. An den Hängen des Monte Saccarello befinden sich zahlreiche Lärchen.

Die ligurische Flora ist typisch für die mediterranen Vegetation. In den Gebirgszonen im Westen der Region kommen jedoch alpine Einflüsse hinzu, so dass die Pflanzenwelt dort, denen der Pyrenäen und der Provence ähnelt. Zu den künstlich angesiedelten Arten gehören der Olivenbaum, die Kastanie und die Pinie. An den, dem Meer zugewandten Hängen befinden sich hauptsächlich Wein-, Oliven- und Obstkulturen. In den Küstenebenen werden gelegentlich Zitrusfrüchte, insbesondere Zitronen angebaut. Die Blumenriviera ist hingegen für ihre Zierpflanzenproduktion bekannt, die dort den wichtigsten Wirtschaftszweig darstellt.

Die die Küste dominierende Macchie besteht aus Ginster (Genista), dem Kreuzdorn Rhamnus alaternus, dem Mastixstrauch (Pistacia lentiscus), der Myrte (Myrtus communis), dem Westlichen Erdbeerbaum (Arbutus unedo) und der Steineiche (Quercus ilex). Letztere besiedelte in der Vergangenheit weite Flächen Liguriens bis zu einer Höhe von 600-700 Metern. Seltener und auf die wärmeren und trockeneren Gebiete beschränkt kommen Oleaster (Olea europaea subsp. sylvestris), Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua) und das Wolfsmilchgewächs Euphorbia arborea vor. Wild vorkommende Kräuter sind Thymian und Rosmarin. Außerdem wächst auf ligurischem Territorium der Echte Lorbeer (Laurus nobilis). In den kargen, windausgesetzten Zonen haben es zumeist niedrige, holzige Sträucher geschafft sich anzusiedeln. An der Küste und in der anschließenden Hügelzone wachsen Kiefern der Spezie See-Kiefer (Pinus pinaster) und seltener Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis).

Der Kiefernhain del Capo bei Bordighera

In der Höhenlage zwischen mittlerer Hügelzone und Gebirge kommen weite Nadelwälder vor. Diese, zumeist aus Schwarzkiefer (Pinus nigra) und Gemeiner Fichte (Picea abies) bestehenden Wälder, sind menschlichen Ursprungs. Die Baumsorten, die nicht Bestandteil der ursprünglichen ligurischen Flora sind, wurden von der Forstwirtschaft wegen ihrer einfachen Kultivierung und der guten Holzqualität eingeführt. Obwohl sie sich relativ weit verbreitet haben, weisen sie Anpassungsschwierigkeiten an das feuchte und wechselhafte Klima der Region auf.

Ein anderer Fall von künstlicher Verbreitung stellt die Seekiefer in den Hügelgebieten und die Lärche in den alpinen Zonen dar, die obwohl sie zur ursprünglichen Vegetation Liguriens zählen, durch selektives Abholzen favorisiert und dadurch weitaus stärker verbreitet sind, als es ihre eigentlichen Klimaxbedingungen erlauben würden. Der optimale und ursprüngliche Vegetationsraum ist für die Seekiefer die submediterrane Hügelzone mit sauren Böden und die subalpinen Ebenen der Ligurischen Alpen mit Südlage für die Lärche. Diese Entwicklung hat zu einer großen Gefährdung vieler Waldökosysteme in den Bergregionen geführt.

In den Touristenlokalitäten entlang der Küste wurden im 20. Jahrhundert verschiedene Bäume zu dekorativen Zwecken gepflanzt. Besonders gilt dies für die zahlreichen Palmenarten, die aus Nordafrika und den subtropischen Zonen Nordamerikas, Ostasiens und Ozeaniens importiert wurden und heute die Palmenriviera zieren. Aus Asien stammen hingegen die Magnolien, die heute viele Gärten an der Küste verschönern.

Teilweise hat das ligurische Klima eingeführten Pflanzenarten einen Selektionsvorteil gegenüber der ursprünglichen Vegetation verschafft. Ein Beispiel hierfür stellen die Botanischen Gärten Hanbury bei Ventimiglia dar, die im 19. Jahrhundert von der gleichnamigen englischen Familie angelegt worden waren. In den Gärten wurden ursprünglich 5800 Pflanzenspezien kultiviert, von denen heute noch circa 2000 vorhanden sind. Unter den Palmen, die heute zahlreiche Promenaden flankieren, kommen am häufigsten die Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis) und die Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera) vor.

Fauna[Bearbeiten]

Der Italienische Wolf (Canis lupus italicus)

Die Fauna der Region ist durch das Vorkommen seltener endemischer Arten von besonderem Interesse. Die Tierwelt ist in ihrem Gesamtbild typisch für den Mittelmeerraum und ist stark durch die Nähe zur französischen Provence und der Toskana geprägt. In Ligurien sind ebenfalls Tiere entfernterer Herkunft anzutreffen, wie beispielsweise aus Marokko, Sardinien oder Korsika. Dieses Phänomen spiegelt die historische Verbindung mit diesen Zonen wider.

Zu den endemisch auftretenden Tierarten zählt in der Riviera di Ponente die Europäische Eidechsennatter, welche in der Zone zwischen Imperia und Nizza vorkommt, und die größte europäische Eidechsenart, die Perleidechse. Im Hinterland von Ventimiglia hingegen gibt es eine konstante Population von Bankivahühnern und an den Steilhängen des Monte Toraggio leben einige Gämsen. Am Monte Saccarello zwischen Ligurien und Frankreich sind zudem Murmeltiere anzutreffen.

Zu den Besonderheiten der Vogelwelt zählen die Blaumerle, die Samtkopf-Grasmücke, die Weißbartgrasmücke, der Buntspecht, der Wendehals, der Kuckuck und der Steinrötel. Besonders häufig vorkommende Vögel sind die Amsel, der Buchfink, die Ammern und die Rotkehlchen.

Ein Wildschwein (Sus scrofa)

Besonders verbreitet sind nacht- und tagaktive Greifvögel in der Region. Zu den nachtaktiven zählen die Zwergohreule, der Steinkauz, die Schleiereule, das Waldkauz, die Waldohreule und der Uhu. Tagsüber können Schlangenadler, Mäusebussarde, Turmfalken, Schwarzmilane und Wespenbussarde beobachtet werden. An den Felsen des ligurischen Levante wurde das Nisten einiger weniger Exemplare des Steinadlers und des Wanderfalkens dokumentiert. In den dichten Wäldern kommen hingegen Habichte und Sperber vor.

Unter den Reptilien sind die Gelbgrüne Zornnatter, die Girondische Glattnatter und die Vipern verbreitet. Über einer Höhe von 1800 Metern löst der zu den Amphibien zählende Alpensalamander seinen Verwandten, den allgemein verbreiteten Feuersalamander ab. Diese leben bevorzugt in den Grotten des ligurischen Hinterlands.

In der Vergangenheit wurde Ligurien von zahlreichen Wolfsrudeln bevölkert. Heute leben hingegen nur noch einige wenige Wölfe in den abgelegenen Bergzonen der Region. Das Fehlen natürlicher Feinde hat hingegen die Wildschweinpopulation drastisch ansteigen lassen. Diese dringen auf der Suche nach Nahrung immer weiter in die Wohngebiete ein, wo sie Plantagen und Gärten verwüsten. Besonders angespannt ist die Lage in der Zone Portofino. Im Val Polcevera und in den Wohnvierteln unweit des Zentrums von Genua wurden ganze Wildschweinfamilien gesichtet.[5]

National- und Regionale Naturparks[Bearbeiten]

Name Provinz Gemeinden Fläche
in Hektar
Naturpark Alpi Liguri Provinz Imperia Triora, Pigna, Mendatica, Cosio di Arroscia, Rocchetta Nervina, Rezzo, Montegrosso Pian Latte 6041
Naturpark Antola Provinz Genua Busalla, Crocefieschi, Fascia, Gorreto, Montebruno, Propata, Ronco Scrivia, Rondanina, Savignone, Torriglia, Valbrevenna, Vobbia 4837
Naturpark Aveto Provinz Genua Borzonasca, Mezzanego, Ne, Rezzoaglio, Santo Stefano d’Aveto 3018
Naturpark Beigua Provinz Genua
Provinz Savona
Arenzano, Campo Ligure, Cogoleto, Genua, Masone, Rossiglione, Sassello, Stella, Tiglieto, Varazze 8715
Naturpark Bric Tana Provinz Savona Millesimo 170
Nationalpark Cinque Terre Provinz La Spezia La Spezia, Levanto, Monterosso al Mare, Riomaggiore, Vernazza 3859
Naturpark Montemarcello-Magra Provinz La Spezia 2726
Naturpark Piana Crixia Provinz Savona Piana Crixia 794
Naturpark Portofino Provinz Genua Camogli, Portofino, Santa Margherita Ligure 1056
Naturpark Porto Venere Provinz La Spezia Porto Venere 279

Naturreservate[Bearbeiten]

Im westlichen Abschnitt der ligurischen Riviera, und hier vor allem in der Provinz Savona, befinden sich drei Naturreservate. Die Riserva di Bergeggi umfasst die acht Hektar große Insel Bergeggi mit ihrer gesamten Fläche. Die aus Kalkfelsen bestehende Insel ist von Mittelmeermacchie überzogen und dient einer Mittelmeermöwenkolonie als Nistplatz. Neben der Insel schließt das Schutzgebiet auch den Felsküstenabschnitt zwischen den Ortschaften Bergeggi und Spotorno, mit einer nur vom Meer aus zu erreichenden Grotte, ein. Auch die circa 11 Hektar große Insel Gallinara ist als Naturreservat ausgezeichnet, der Riserva dell’Isola Gallinara. Sie ist ebenfalls von Macchie bewachsen. Die Eintönigkeit der Vegetation wird jedoch von den Blüten zahlreicher Rosen (Rosa Gallinariae) und der Centaura aploepa unterbrochen. Die Riserva di Rio Torsero hat eine Fläche von ungefähr vier Hektarn und birgt diverse Fossilien aus dem Pliozän. In den Felsen des Naturschutzgebietes wurden die Reste verschiedener Mollusken gefunden, die heute im Museum Peagna in Ceriale ausgestellt sind. Das Territorium des Reservats ist felsig und kalkhaltig und ist ebenfalls von Macchie bewachsen.

Im Levante Liguriens ist ein Naturreservat in der Provinz Genua vorhanden. Die Riserva naturale statale Agoraie di Sopra e Moggetto befindet sich innerhalb des Naturparks Aveto auf einer Höhe von 1330 Metern. Sie ist 16 Hektar groß und von vier Seen dominiert, welche zu der Seengruppe der Agoraie di Sopra gehören. Die Vegetation besteht aus Buchen und Tannen, die von einem feucht-kühlem Klima profitieren. Im Reservat leben diverse Amphibienarten, wie beispielsweise der Nördliche Kammmolch (Triturus cristatus) und der Grasfrosch (Rana temporaria).

Meeresschutzgebiete[Bearbeiten]

In Ligurien bestehen zwei Meeresschutzgebiete, zum einen in der Provinz La Spezia, zum anderen in der Provinz Genua:

Zudem gehört das Ligurische Meer zum Heiligtum der Wale.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wirtschaftsdaten[Bearbeiten]

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukts (BIP) der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Ligurien einen Index von 119,2 (EU-25: 100) (2003).[6] Ligurien hat mit einer Arbeitslosenquote von über elf Prozent die höchste in Norditalien.

Die Wirtschaft Liguriens ist innerhalb der drei Hauptwirtschaftssektoren (Primär bis Tertiär) auf einige Produktionsbereiche spezialisiert, die wiederum stark voneinander abhängig sind. Im Primärsektor sticht vor allem die Produktion von zertifizierten, regionaltypischen Landwirtschaftsprodukten hervor. Entlang der Küste wird Fischfang und im ligurischen Landesinneren Viehzucht betrieben.

Die Industrie ist schwerpunktmäßig in den Peripherien der großen Ballungszentren, wie den Provinzhauptstädten Imperia, Savona, Genua und La Spezia, angesiedelt. Maßgeblich für die Entwicklung der ligurischen Industrie waren und sind die Häfen von Genua, La Spezia und Savona. In diesem Kontext sind der Seehandel, der Schiffbau, aber auch der Tourismus zu nennen. Sekundär hierzu entwickelte sich im Rohstoffsektor die Stahl-, die Chemie-, die Petrochemie- und die Metallverarbeitungsindustrie.

In Folge ist die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (italienisch: PIL) und des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf (PIL procapite) dargestellt[7].

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006
Bruttoinlandsprodukt
(in Millionen Euro)
33.669,8 35.534,7 36.053,6 37.218,6 38.644,1 39.913,5 41.004,5
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf
(in Euro)
21.264,2 22.568,9 22.948,0 23.633,8 24.382,7 24.927,3 25.484,5

Nachstehend ist die Aufgliederung des in Ligurien produzierten BIPs nach Hauptwirtschaftszweigen in Millionen Euro aufgelistet[7]. Als Bezug gelten die Marktpreise von 2006.

Hauptwirtschaftszweig Bruttoinlandsprodukt Prozentualer Anteil am regionalen BIP Prozentualer Anteil am nationalen BIP
Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischfang 611,9 € 1,49 % 1,84 %
Industrie im engeren Sinn 4.030,7 € 9,83 % 18,30 %
Bauwirtschaft 2.261,8 € 5,52 % 5,41 %
Handel, Restaurierungs- und Reparaturgewerbe, Hotelgewerbe und Gastronomie, Transport und Kommunikation 10.285,0 € 25,08 % 20,54 %
Finanzdienstleistung, Immobilienhandel und Unternehmensberatung 10.898,9 € 26,58 % 24,17 %
Andere Dienstleistungsgewerbearten 8.512,1 € 20,76 % 18,97 %
Mehrwertsteuer (IVA), indirekte Produktsteuern und Importsteuern 4.404,2 € 10,74 % 10,76 %
BIP Italiens zum Marktpreis 41.004,5 €

Der Vergleich der regionalen mit den nationalen Wirtschaftsdaten zeigt, dass die Wirtschaft Liguriens sich in einer post-industriellen Phase befindet, wobei der Industrieanteil an der Gesamtwirtschaft Liguriens prozentual nur die Hälfte des italienischen Anteils beträgt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Wirtschaftsschwerpunkt in die Bereiche Dienstleistungen, Handel und Tourismus verlagert.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Terrassenbau bei Manarola (Cinque Terre)

Die Landwirtschaft Liguriens ist stark von der Morphologie des Territoriums geprägt, das mit seinen schmalen Küstenstreifen und dem gebirgigen Hinterland nur wenig Raum zum Bewirtschaften bietet. Ein charakteristisches Bild liefern die Cinque Terre, wo mit Hilfe von Trockenmauern zahlreiche Terrassen angelegt wurden, die dem Pflanzenbau dienen.

In erster Linie werden in Ligurien Früchte, Oliven und Zierpflanzen kultiviert. Vor allem in der Riviera di Ponente findet ungefähr die Hälfte der italienischen Blumenproduktion statt. Deswegen trägt die Autobahn A10 auch den Namen „Autobahn der Blumen“.

Die Landwirtschaft besteht zum einen aus dem traditionellen Obst- und Gemüsebau, zum anderen aus Olivenkulturen (konzentriert um Leivi, Lavagna und Sestri Levante), Obstplantagen (Zitrone, Pfirsich und Aprikose) und Weinbau (Moscato Bianco, Ciliegiolo, Bianchetta Genovese und Vermentino). Der Großteil der Weinberge befindet sich im Umland von La Spezia, wo die roten Rebsorten Sangiovese, Ciliegiolo und Canaiolo, sowie die Weißweinsorten Bosco, Albarola, Trebbiano und Vermentino angebaut werden.

Eine Besonderheit stellt aus landwirtschaftlicher Sicht das Val di Vara dar. Hier ist der Biologische Anbau so stark ausgeprägt, dass das Tal den Beinamen „Valle del Biologico“ erhielt. Seine Hauptlandwirtschaftszweige sind die Viehzucht, die Milchwirtschaft und die Rindfleischproduktion.

Tourismus[Bearbeiten]

Die Bucht von Portofino

Der Tourismus stellt für Ligurien eine wichtige Einnahmequelle dar. Das milde Klima, die renommierten Ortschaften wie beispielsweise Portofino, die Cinque Terre oder Porto Venere und die Diversität der Freizeitangebote zieht Touristen aus dem Inland, wie auch dem Ausland an.

Der Schwerpunkt liegt in den Sommermonaten auf dem Strand- und Badeurlaub. Daneben spielen jedoch auch saisonunabhängig der Angeltourismus und Agrotourismus eine Rolle. Kulturell findet in Ligurien eine Vielzahl von Ausstellungen, Kongressen, Festivals und Festen statt. Außerdem können die zahlreichen mittelalterlichen Festungen und historisch bedeutenden Orte besichtigt werden.

Der Massentourismus hat allerdings auch zu beträchtlichen Umweltproblemen geführt. So wurden lange Küstenabschnitte zementiert, ein Phänomen, was die Ligurer als Rapallizzazione, nach dem traditionellen Touristenziel Rapallo benannt haben. Der geomorphologisch bereits stark begrenzte Freiraum wurde durch die ausgedehnten Bade- und Freizeitbauten weiter vermindert; dies verhindert einen Ausbau der Häfen. Die niedrige Bevölkerungszahl erschwert zudem den wirtschaftlichen Aufschwung. Obwohl die Region über einen größeren reichen Bevölkerungsanteil verfügt, geht der Region und dem italienischen Staat ein Großteil des Kapitals durch Steuerflucht in das nahegelegene Monaco verloren.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen und Autobahnen[Bearbeiten]

Eine Autobahnbrücke der A12 bei Nervi (Genua)

Die Autobahnen, die die Region durchqueren, beziehungsweise sie an die angrenzenden Staaten und Regionen anbinden sind die Folgenden:

Bahnverbindungen[Bearbeiten]

Die Schmalspurbahn der Strecke Genua–Casella

Das Schienennetz ist stark durch die Morphologie der Region geprägt. Die Unwegsamkeit des ligurischen Hinterlands hat zur Konzentration nahezu des gesamten Bahnverkehrs entlang der Küste geführt. Ausnahmen bilden einige überregionale Verbindungen. Die Bahnlinien Liguriens sind:

Flughäfen[Bearbeiten]

Der Flughafen Genua vom Meer aus gesehen

Hauptflughafen der Region ist der internationale Flughafen Cristoforo Colombo bei Sestri Ponente. Dieser befindet sich ungefähr neun Kilometer westlich vom genuesischen Stadtzentrum, mit dem er über die A10 verbunden ist. Der Flughafen wurde 1962, auf einer aufgeschütteten Halbinsel im Golf von Genua, eingeweiht. Er verfügt über eine 3065 Meter lange Piste und ein Flughafengebäude, das erst 1986 fertiggestellt wurde.

Gelegentlich wird er von den großen Flughäfen Norditaliens als Ausweichobjekt genutzt, wenn diese wegen Nebels geschlossen sind. Der genuesische Flughafen ist von großer Bedeutung für den Hafen von Genua, wie auch für die Industrie und die Messe der Stadt.

Kleinere Flughäfen befinden sich bei Albenga (Internationaler Flughafen Clemente Panero) und bei Luni (Flughafen Bartolomeo Arrigoni). Letzterer dient hauptsächlich als Stützpunkt der Italienischen Marine.

Kultur[Bearbeiten]

Sprache[Bearbeiten]

Amts- und Verkehrssprache ist Italienisch. Die Regionalsprache Ligurisch gehört zu den galloitalischen Varietäten und wird in der Region selbst, aber auch in den angrenzenden Zonen des Piemont und der Emilia-Romagna, auf den zu Sardinien gehörenden Inseln San Pietro und Sant'Antioco sowie in den Gemeinden Bonifacio und Calvi auf Korsika gesprochen. Obwohl die Sprache im Laufe der Zeit immer weniger gesprochen wird, hat sie in den letzten Jahrzehnten eine gewisse Wiederbelebung erfahren. Diese hat ihren Ausgangspunkt in der Wiederentdeckung des Ligurischen in Literatur und vor allem in der Musik. Bekannte Vertreter dieses Trends sind beispielsweise Gilberto Govi, die Musikgruppe Buio Pesto und Fabrizio de André.

Kurioserweise existiert der Begriff Ligurisch oder Ligurien nicht in der ligurischen Sprache, was auf die Dominanz der Republik Genua zurückzuführen ist. So sprach man, auch in den von der Hauptstadt weit entfernten Orten, von der Genuesischen Sprache.

Küche[Bearbeiten]

Trenette al pesto

Die ligurische Küche ist typisch für die Mittelmeerküche, die Produkte aus Fischfang mit den Erzeugnissen der Landwirtschaft vereint. Die Gerichte zeichnen sich durch ihre Einfachheit aus und werden mit zahlreichen Kräutern, wie zum Beispiel Rosmarin und Thymian gewürzt. Letztere wachsen wild auf dem gesamten Territorium und sind typische Vertreter der mediterranen Macchie.

Das bekannteste regionale Produkt ist mit Sicherheit das Olivenöl, das die Basis der meisten Gerichte der ligurischen Gastronomie bildet. Zu den wichtigsten regionaltypischen Gerichten zählen neben den verschiedenen Fischspeisen die Focaccia, das Pesto, die Farinata und die Trofie. Unter den Süßspeisen sticht das Pandolce hervor.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Folgende bekannte Persönlichkeiten haben ihren Geburtsort in der Region Ligurien: die Schauspieler Paolo Villaggio, Vittorio Gassman und Giancarlo Giannini, der Regisseur Pietro Germi, die Musiker Niccolò Paganini und Luciano Berio, die Liedermacher Fabrizio de André, Max Manfredi und Umberto Bindi, der Wissenschaftler Giulio Natta, die Schriftsteller Edmondo De Amicis, Eugenio Montale, Edoardo Sanguineti, der Kritiker Carlo Bo, die Politiker Palmiro Togliatti, Alessandro Natta, Sandro Pertini, der Architekt Renzo Piano und der Tennisspieler Fabio Fognini.

Von historischer Bedeutung sind die Ligurer Christoph Kolumbus, Giuseppe Garibaldi, Goffredo Mameli, Giuseppe Mazzini, Andrea Doria.

Sport[Bearbeiten]

Neben dem Fußball ist in Ligurien der Wasserball sehr beliebt. In diesem Bereich sind von Bedeutung die Mannschaften Pro Recco, Rari Nantes Savona, Rari Nantes Camogli, Rari Nantes Bogliasco und Rari Nantes Sori.

Im Basketball ist der Basket Spezia Club erfolgreich. Die Damenmannschaft spielt in der Serie A1.

Fußball[Bearbeiten]

Im professionellen Fußball sind die zwei genuesischen Fußballclubs Genoa und Sampdoria von nationaler Bedeutung. Beide spielen größtenteils in der Serie A und veranstalten den legendären Derby della Lanterna.

Zahlreiche weitere Fußballmannschaften spielen in der Dilettantenklasse. In der Serie D spielen die Unione Sportiva Dilettantistica Lavagnese 1919 (Lavagna), die Associazione Sportiva Dilettantistica Sarzanese Calcio 1906 (Sarzana), die Associazione Sportiva Dilettantistica Savona 1907 Foot-Ball Club (Savona), die Fratellanza Sportiva Sestrese Calcio 1919 (Sestri Ponente), die Unione Sportiva Sestri Levante (Sestri Levante), die Associazione Sportiva Dilettantistica Spezia Calcio 2008 (La Spezia) und die Associazione Calcio Dilettantistica Virtus Entella (Chiavari).

Bildergalerie[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Innenministerium
  3. ISTAT - Demographie 2006
  4. Italia, reati in calo dell’8,1% - Ma Genova è quinta assoluta
  5. Emergenza Cinghiale a Genova bei Repubblica.it.
  6. Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25 (PDF)
  7. a b Daten ISTAT - 2008

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ligurien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Ligurien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: Volkslieder der Region – Quellen und Volltexte

44.2166666666678.7666666666667Koordinaten: 44° N, 9° O