Kill ’Em All

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Kill ’Em All
Studioalbum von Metallica
Veröffentlichung 25. Juli 1983[1][2]
Aufnahme 10. bis 27. Mai 1983[2]
Label Megaforce Records
Format CD, LP, MC
Genre Thrash Metal, Speed Metal
Anzahl der Titel 10
Laufzeit 51:18

Besetzung

Produktion Paul Curcio, Jon Zazula
Chronologie
Kill ’Em All Ride the Lightning
(1984)

Kill ’Em All (engl. für: „Töte sie alle/Bring sie alle um“) ist das erste Studioalbum der US-amerikanischen Metal-Band Metallica. Es erschien 1983 und wird dem Thrash Metal und Speed Metal zugeordnet.

Entstehung[Bearbeiten]

Das Lied Hit the Lights hatten James Hetfield und Lars Ulrich als Mitglieder der Band Leather Charm vor der Gründung Metallicas aufgenommen.[3]

Da keine größere Plattenfirma Interesse an der Veröffentlichung hatte, gründete Jon Zazula Megaforce Records[1][4], wo die Band am 3. Mai 1983 unterschrieb[2]. Die Aufnahmen fanden in den Music America Studios in Rochester, New York, statt[1], und dauerten vom 10. bis zum 27. Mai 1983[2]. Zazula nahm ihretwegen Kredite auf; ihm war beim Hören ihrer Demoaufnahme nach eigenen Angaben „klar, dass Metallica die nächsten Led Zeppelin werden“.[4] Am 25. Juli 1983 wurde das Album veröffentlicht, kurz darauf ging die Band im Vorprogramm von Raven unter dem Titel Kill ’Em All for One auf Tournee.[2]

Ursprünglich sollte das Album Metal Up Your Ass heißen, der Titel wurde aber von den Plattenvertrieben abgelehnt.[1] Der Titel „Kill ’Em All“ entstand bei einem Ausbruch Cliff Burtons, der mit der Aussage reagierte: „Well, let's kill 'em all!“. Darauf ist auch das Schallplattencover zurückzuführen, das einen Hammer, eine Blutlache und eine unscharfe Abbildung einer Hand zeigt, aber nicht beanstandet wurde.[1]

Als Dave Mustaine nach der Trennung von Metallica Megadeth gründete, nahm er mit dieser Band eine frühe Version von The Four Horsemen für ihr erstes Album Killing Is My Business… And Business Is Good! (1985) auf, das Lied trug dort den Titel Mechanix.[1]

Musikstil und Bedeutung[Bearbeiten]

Trotz seiner Verkaufserfolge (es wurden über 17.000 Exemplare in 2 Wochen verkauft[4]) kam Kill ’Em All erst im Zuge der Veröffentlichung des dritten Albums Master of Puppets in die US-Charts und erreichte dort Platz 120[1]. Eine Minderheit sieht das Debüt als einziges gutes Album der Band an:

„Wer seit 1986 (‚Master Of Puppets‘) nur noch überproduzierten und/oder völlig unnötigen Dreck veröffentlicht, darf die Krone der absoluten Rückwärtsentwicklung für sich beanspruchen. Eigentlich wollte ich schreiben: Wer seit 1983 (‚Kill ’Em All‘)… Das wäre meine vollends ehrliche Meinung gewesen, aber im laufe der vergangenen 20 Jahre musste ich nach 47.123 geführten Einzelgesprächen feststellen, dass ich dieser Meinung leider exklusiv anhänge.“

Wolf-Rüdiger Mühlmann: Rock Hard, Nr. 313.[5]

Es gilt als erstes Thrash-[6] und Speed-Metal-Album, wenngleich Metallica nicht die erste Thrash-Metal-Band war; Exodus spielte 1983 bereits Thrash Metal, das Debütalbum Bonded by Blood erschien aber aufgrund von Problemen mit Geschäftspartnern erst 1985.[7] Neben Kill ’Em All gilt Slayers im gleichen Jahr veröffentlichtes Debütalbum Show No Mercy als „Geburt des Thrash Metal“.[6] Metallicas Wurzeln lagen allerdings „im Rock’n’Roll von Motörhead“, Show No Mercy hingegen ist „eher eine Riff-Platte, näher an Venom.“[8] Kill ’Em All vermischt Heavy Metal und Hardcore Punk und kombiniert dabei „hohe Geschwindigkeit mit Präzision, einer gewissen, noch rudimentären Technik – und vor allem viel Aggression“.[1] Das Album enthält mehrere Titel, die als Klassiker gelten, wie Whiplash, „den vielleicht wichtigsten Ur-Thrash-Song überhaupt“[1], The Four Horsemen und Seek & Destroy, das stark von Diamond Heads Dead Reckoning inspiriert sein soll[1]. Jump in the Fire und Hit the Lights zeigen Einflüsse aus dem traditionellen Hard Rock.[9]

Die Parole „bang that head that doesn’t bang“ auf der Rückseite des Albums „gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen“[1]; Götz Kühnemund, der Chefredakteur des deutschen Rock-Hard-Magazins, beendete das Vorwort der Novemberausgabe 2010 mit der fehlerhaften eingedeutschten Version: „Schüttel den Schädel, der nicht schüttelt!“.[10] Das erste „Bang“ steht allerdings für die Aufforderung, jemandem den Kopf einzuschlagen, das zweite bezieht sich auf das Headbangen.

Covergestaltung[Bearbeiten]

Die Idee zu dem Cover stammt von Jon Zazula, dem Produzenten des Albums. Das Original hängt in seinem Wohnzimmer.

Das Cover zeigt das typische Metallica-Logo in roter Farbe vor einem schwarzen Hintergrund, darunter ein rot umrahmtes Bild. Dieses zeigt eine Blutlache auf weißem Grund, in der ein Hammer liegt. Zudem ist eine geöffnete Hand unscharf hinter dem Hammer abgebildet. Unter dem Bild ist der ebenfalls rote Schriftzug Kill ’Em All zu lesen.

Auf der Rückseite findet sich eine Abbildung der Musiker und die Parole „bang that head that doesn’t bang“.

Auf den Pressungen von Megaforce Records, Music for Nations und Sony Music Entertainment ist der Schriftzug des Albumnamens größer als das Bild mit der Blutlache und dem Hammer. Bei anderen Pressungen ist der Schriftzug erheblich kleiner.

Titelliste[Bearbeiten]

  1. Hit the Lights (Hetfield, Ulrich) – 4:17
  2. The Four Horsemen (Hetfield, Ulrich, Mustaine) – 7:13
  3. Motorbreath (Hetfield) – 3:08
  4. Jump in the Fire (Hetfield, Ulrich, Mustaine) – 4:42
  5. (Anesthesia)-Pulling Teeth (Burton) – 4:15 (Instrumental)
  6. Whiplash (Hetfield, Ulrich) – 4:10
  7. Phantom Lord (Hetfield, Ulrich, Mustaine) – 5:02
  8. No Remorse (Hetfield, Ulrich) – 6:26
  9. Seek & Destroy (Hetfield, Ulrich) – 6:55
  10. Metal Militia (Hetfield, Ulrich, Mustaine) – 5:10

Die beiden Covertitel Am I Evil? (Original von Diamond Head) und Blitzkrieg (Original von Blitzkrieg) sind ab 1989 auf der Neuveröffentlichung des Albums durch Elektra Records als Bonustracks zu finden.

  1. Am I Evil? (Brian Tatler, Sean Harris) – 7:50
  2. Blitzkrieg (Ian Jones, Smith, Jim Sirotto) – 3:36

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k Jan Fleckhaus, Christof Leim: Der Ursprung der Härte. In: Metal Hammer, März 2008, S. 35.
  2. a b c d e 1983.
  3. Matthias Weckmann: Metallica. Hammergeile Zeiten. In: Metal Hammer, Februar 2013, S. 22.
  4. a b c Matthias Weckmann: Der Riffdealer. In: Metal Hammer, Februar 2013, S. 27.
  5. Wolf-Rüdiger Mühlmann: Wolfsgeheul. Erdhöhlen in Indonesien. In: Rock Hard, Nr. 313, Juni 2013, S. 9.
  6. a b Jan Fleckhaus, Christof Leim: Der Ursprung der Härte. In: Metal Hammer, März 2008, S. 34.
  7. Jan Fleckhaus, Christof Leim: Der Ursprung der Härte. In: Metal Hammer, März 2008, S. 37.
  8. Jan Fleckhaus, Christof Leim: Der Ursprung der Härte. In: Metal Hammer, März 2008, S. 40.
  9. Kill ’Em All oder Show No Mercy?. So denken die Protagonisten der Szene über die beiden Alben. In: Metal Hammer, März 2008, S. 37.
  10. Götz Kühnemund: King of Metal. In: Rock Hard, Nr. 282, November 2010, S. 3.