Nothing Else Matters

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nothing Else Matters
Metallica
Veröffentlichung 20. April 1992[1]
Länge 6:28
Genre(s) Metal, Ballade
Autor(en) James Hetfield, Lars Ulrich
Album Metallica
Metallica live in London (2008)
Sänger und Gitarrist James Hetfield, der das Lied während eines Telefonates schrieb (2013)

Nothing Else Matters (engl. für: „Nichts anderes zählt“ oder „Nichts anderes ist von Bedeutung“) ist ein Lied der US-amerikanischen Metal-Band Metallica aus dem Jahr 1991. Es handelt sich um eine Metalballade oder Powerballade, die als Single-Auskopplung aus dem Erfolgsalbum Metallica zum erfolgreichsten und bekanntesten Stück der Gruppe avancierte. Darüber hinaus ist es eines der wenigen Metal-Stücke, das sich im Popmusik-Mainstream genreübergreifend als Standard-Song verankern konnte und Coverversionen von Vertretern unterschiedlichster Stilrichtungen erfuhr. Eine mit dem San Franciso Symphony Orchestra live aufgenommene Version wurde als Single Ende der 1990er-Jahre ebenfalls ein großer Charterfolg.

Entstehung[Bearbeiten]

Entstehungsgeschichtlich gesehen ist Nothing Else Matters eine Zufallskomposition. Metallica, die sich die Jahre zuvor einen Ruf als einer der bedeutendsten und zugkräftigsten Bands der US-amerikanischen Metal-Szene erspielt hatten, befanden sich Anfang der 1990er in einer Umorientierungsphase.[2][3] Musikalisches Dokument dieser Umorientierung wurde das 1991 veröffentlichte Album Metallica – wegen seines schwarzen Covers auch als Black Album oder Schwarzes Album bezeichnet.[4] Nothing Else Matters entstand als Beitrag für dieses Album. Das Intro des Lieds schrieb Metallica-Sänger James Hetfield während eines Telefonats. Die improvisierte Situation bestimmte auch Tonlage und Struktur des Songs: Für das offene E-Moll-Arpeggio, mit welchem das Lied beginnt und sich in der Folge harmonisch stützt, benötigt man die linke Greifhand nicht. Deshalb wählte Hetfield während des Telefonates die Tonart E-Moll. Ursprünglich sollte der Song, der in seiner Erstfassung nur aus Hetfields Stimme sowie einer Gitarre bestand, kein Metallica-Song werden, da Hetfield Nothing Else Matters als zu persönlich und für Metallica ungeeignet empfand.[5] Hetfield später in einem Interview: „Ich dachte, ich mache mich angreifbar. Ich habe in dem Lied mein Herz ausgestellt und hatte Angst, dass die Leute darauf herumtrampeln.“[6] Nachdem Band-Schlagzeuger Lars Ulrich den Song zufällig auf einem Demo-Tape gehört hatte, überredete er Hetfield jedoch, diesen weiter auszuarbeiten und der Band zur Verfügung zu stellen.[7]

Musikstil[Bearbeiten]

Musikalisch ist das Stück, ähnlich wie Stairway to Heaven von Led Zeppelin, im Stil einer typischen Powerrock-Ballade gehalten. Tragendes Hauptinstrument ist die akustische Gitarre. Die Rockband-Begleitung setzt erst nach dem Vorspiel ein. Hinzu kommt ein dezent eingesetzter Streichersatz im Hintergrund. Kompositorisch steht Nothing Else Matters in einem 6/8-Takt und hat ein Tempo von 48 BPM. Es beginnt mit einem offenen E-Moll-Arpeggio, gespielt auf einer akustischen Gitarre. Im zweiten Teil des Intros kommen eine weitere Akustikgitarre, Streicher und ein Tambourin hinzu. Schlagzeug, Bass und Gesang setzen mit der ersten Strophe ein. In der zweiten, fünften und siebten Strophe ist im Hintergrund eine verzerrte E-Gitarre zu hören. Nach der dritten, vierten und sechsten Strophe folgt ein Refrain. Dem zweiten Refrain schließt sich das erste Gitarren-Solo, ein Zwischenspiel mit zwei Akustikgitarren, an. Der dritte Refrain wurde um zwei Textzeilen erweitert und ist doppelt so lang wie die anderen beiden. Er mündet in das zweite Gitarren-Solo, in welchem beide, Rhythmus- und Lead-Gitarre, verzerrt sind. In der darauf folgenden siebten Strophe ist kein Schlagzeug und Bass mehr zu hören. Das Outro besteht aus einem sich wiederholenden Motiv des Intros.[2]

Text und Inhalt[Bearbeiten]

Vom Text her ist Nothing Else Matters ein Liebeslied, adressiert an eine nicht näher spezifizierte Person. Die einzelnen Strophen zählen unterschiedliche Widrigkeiten und Enttäuschungen auf, welche dem Sänger des Lieds derzeit zusetzen. Der Refrain konterkariert diese jedoch mit einer Aussage des unbedingten, bedingungslosen Vertrauens, zusammengefasst in der Aussage „Nothing Else Matters“,[2] zu Deutsch: „Nichts anderes zählt“.

Als Ballade bis dato eher ungewöhnlich für die Band, avancierte Nothing Else Matters – zusammen mit dem gleichfalls dem Schwarzen Album entstammenden Titel Enter Sandman – zu dem wohl bekanntesten Stück der Band. In den deutschen Single-Charts war es insgesamt 85 Wochen präsent.[5] Nach vielen Gold- und Platinauszeichnungen erhielt die Gruppe einen Grammy für die beste Metal-Performance. Auch das Black Album, auf dem Nothing Else Matters das achte Stück ist, wurde ein überragender kommerzieller Erfolg und verkaufte sich mittlerweile über 35 Millionen mal. Darüber hinaus war Nothing Else Matters das erste Metallica-Stück, dass auch außerhalb des Metalbereichs regelmäßiges Radio-Airplay erhielt.[7]

Musikvideo[Bearbeiten]

Der Videoclip zu dem Stück rückte die Stimmung während des Einspielens in den Mittelpunkt. Clip-Regisseur Adam Dubin, der unter anderem auch mit den Beastie Boys gearbeitet hatte, konzentrierte sich bei der Aufnahme ganz auf die Band, die einzelnen Musiker und die Atmosphäre während der Aufnahmesession.[8][2]

Rezeption und Bedeutung[Bearbeiten]

Für die Karriere von Metallica erwiesen sich das Schwarze Album sowie Balladen wie Nothing Else Matters als Wegsteine eines musikalischen Wechsels hin in Richtung Mainstream – ein Wechsel, welcher von den Fans der Gruppe unterschiedlich bewertet wurde.[9] Anlässlich eines Konzerts im Jahr 2009 wertete die Badische Zeitung den Kontrast zwischen dem sonstigen harten Sound der Gruppe und der erfolgreichen Ballade mit folgenden Worten: „(…) Nur die Ballade ‚Nothing Else Matters‘ ist anders, ist eine Liebesbekundung von großer Tiefe – und steht dann doch wieder für Metallica, für die Innenseite der Band, für die weichen Charaktere hinter der harten Fassade.“[10]

Live-Einspielungen und Cover-Versionen[Bearbeiten]

Nothing Else Matters wurde seit seiner Entstehung über 1000-mal bei Liveauftritten gespielt, unter anderem zu finden auf Live Shit: Binge & Purge (1993) und S&M (1999). Bei der zweiten Aufnahme wurde die Gruppe vom San Francisco Symphony Orchestra unter der Leitung von Michael Kamen begleitet. Die Längen des Stücks variierte abhängig von der jeweiligen künstlerischen Phase der Band. Seit 1995 setzten Schlagzeug und Bass erst nach dem ersten Refrain ein und seit 1996 wurde das Lied, mit Ausnahme einiger Akustik-Konzerte nur noch bis zum zweiten Gitarren-Solo gespielt, die anschließende letzte Strophe und das Outro wurden weggelassen. Am 9. Dezember 2011 wurde im Rahmen von vier Jubiläums-Konzerten erstmals wieder die letzte Strophe und das Outro gespielt, für Backing Vocals fand sich Jerry Cantrell.

Die Anzahl der eingespielten Fremdinterpretationen ist beachtlich. Die Coverversionen-Dokumentationsseite coverinfo.de listet derzeit knapp hundert unterschiedliche Versionen auf.[11] Das stilistische Spektrum der Einspielungen ist ungewöhnlich breit; es reicht von Klassik- und Chor-Version über Metal-Einspielungen bis hin zu Versionen aus dem Indierock- und Singer/Songwriter-Bereich. Hier ein Überblick über die bekannteren Veröffentlichungen:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.metallica.com: Nothing Else Matters, abgerufen 28. Juni 2011.
  2. a b c d „Nothing Else Matters“ von Metallica, Christine Gossmann, schottpop.com, 20. April 2013.
  3. Ian Christe: Höllenlärm. Die komplette, schonungslose, einzigartige Geschichte des Heavy Metal. Hannibal Verlag, Höfen 2004, ISBN 978-3854454021, S. 227 ff.
  4. Das tragische Leben des Metallica-Multimillionärs, Jörg Pistorius, Trierer Volksfreund (Online-Ausgabe), 1. August 2013.
  5. a b Nothing Else Matters. Top-Hit von Metallica, T. Dalhof, jetelina-verlag.de, aufgerufen am 16. November 2013.
  6. Ein böses Tonband in meinem Kopf, Interview von Philipp Oehmke mit James Hetfield, Spiegel, 30. September 2013.
  7. a b Metallica: Nothing Else Matters (6:28), Infotext zum Lied auf lastfm.ch, aufgerufen am 16. November 2013.
  8. Music Videos, adamdubin.com, aufgerufen am 16. November 2013.
  9. Bettina Roccor: Heavy Metal: Die Bands. Die Fans. Die Gegner. C. H. Beck, München 1998, ISBN 978-3406420733, S. 51. Die Autorin beschreibt ein Konzert 1991 in Nürnberg, bei dem ein Teil der Fans geschockt reagiert habe beim Spielen des neuen Stücks „Nothing Else Matters“.
  10. Metallica in Stuttgart, oder: Wie Wut zu Liebe wird, Karl Heidegger, Badische Zeitung, 10. Mai 2009
  11. Nothing Else Matters bei coverinfo.de, aufgerufen am 16. November 2013