Kirchberg an der Jagst

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kirchberg an der Jagst
Kirchberg an der Jagst
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kirchberg an der Jagst hervorgehoben
49.2038888888899.9813888888889384Koordinaten: 49° 12′ N, 9° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Schwäbisch Hall
Höhe: 384 m ü. NHN
Fläche: 40,93 km²
Einwohner: 4119 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74592
Vorwahl: 07954
Kfz-Kennzeichen: SHA, CR
Gemeindeschlüssel: 08 1 27 046
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schloßstraße 10
74592 Kirchberg an der Jagst
Webpräsenz: www.kirchberg-jagst.de
Bürgermeister: Stefan Ohr (parteilos)
Lage der Stadt Kirchberg an der Jagst im Landkreis Schwäbisch Hall
Bayern Hohenlohekreis Landkreis Heilbronn Main-Tauber-Kreis Neckar-Odenwald-Kreis Ostalbkreis Rems-Murr-Kreis Blaufelden Braunsbach Bühlertann Bühlerzell Bühlerzell Crailsheim Fichtenau Fichtenberg Frankenhardt Gaildorf Gerabronn Ilshofen Ilshofen Kirchberg an der Jagst Kreßberg Langenburg Mainhardt Michelbach an der Bilz Michelfeld Oberrot Obersontheim Rosengarten (Landkreis Schwäbisch Hall) Rot am See Satteldorf Schrozberg Schwäbisch Hall Stimpfach Sulzbach-Laufen Untermünkheim Vellberg Wallhausen (Württemberg) WolpertshausenKarte
Über dieses Bild

Kirchberg an der Jagst ist eine Kleinstadt im Landkreis Schwäbisch Hall im Nordosten von Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Kirchberg liegt mit etwas Übergewicht der linken Seite beidseits der mittleren Jagst, deren steil eingegrabenes Muschelkalk-Mäandertal es in westnordwestlicher Richtung durchzieht. Die weiten, etwas welligen Hochflächen über dem Flusstal, überwiegend in der freien Flur liegend und landwirtschaftlich stark genutzt, sind Teil der Hohenloher Ebene, auf der linken Talseite speziell der Haller Ebene. Bis auf einen kleinen Teil ganz im Süden, dessen Niederschläge über die Schmerach und die Bühler zum Kocher abfließen, werden sie über die kleineren Nebenbäche der Jagst vom Lobenhausener Grundbach bis zum unterhalb von Diembot mündenden Scherrbach entwässert, welche im Unterlauf durch steil eingeschnittene Seitenklingen zum Flussniveau abfallen. (Siehe Liste der Zuflüsse der Jagst) Der höchste Punkt auf der Stadtgemarkung liegt an deren östlicher Grenze zur Gemeinde Satteldorf in einem Waldgebiet auf etwas über 472 m ü. NHN, überwiegend liegen die Hochflächen jedoch zwischen 400 und 450 m ü. NHN. Die Jagst in ihrem Trogtal fließt auf 358 m ü. NHN in die Gemarkung ein und auf unter 317 m ü. NHN wieder aus.

Der ummauerte Siedlungskern des namengebenden Städtchen Kirchberg liegt auf einem von der angrenzenden Hochebene durch einen flachen Sattel abgetrennten Nordnordostsporn über dem Jagsttal, zwischen einer aufgelassenen südlichen Talschlinge der Jagst talaufwärts im Osten und einer südlichen Flussschlinge im Westen. Zu Füßen des Schlosses auf der Spornspitze steht an einem alten Flussübergang die Brücke über die Jagst, beidseits in der Aue gibt es ebenfalls etwas an älterer Bebauung. Eine neuzeitliche Stadterweiterung nimmt vor Mauer und Tor den genannten Sattel ein, das jüngste Stadtviertel aus der Nachkriegszeit erstreckt sich auf den Anstieg zur im Süden anschließenden Hochebene und übertrifft nach Fläche die älteren.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Südwesten und Westen grenzt an die Kirchberger Gemarkung die Ilshofener, im Nordwesten kurz die Gerabronner, im ganzen Norden die von Rot am See. Wallhausen ist kurz im Osten Nachbar, Satteldorf und danach Crailsheim sind es länger im Südosten.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Kirchberg an der Jagst ist in die Stadtteile Gaggstatt, Hornberg, Kirchberg an der Jagst und Lendsiedel gegliedert, nach den früher selbstständigen Gemeinden gleichen Namens. Zu Kirchberg an der Jagst gehören neben der Stadt Kirchberg an der Jagst 14 weitere Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser. Die offizielle Bezeichnung der Stadtteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Stadt und, durch Bindestrich getrennt nachgestellt, dem Namen der Stadtteile. Die Stadtteile sind gleichzeitig Wohnbezirke und, ausgenommen den Stadtteil Kirchberg an der Jagst, Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher. Für die Wahl der Ortschaftsräte werden die Ortschaften ebenfalls in einen oder mehrere Wohnbezirke unterteilt, auf die die Unechte Teilortswahl entsprechend angewendet wird.

Die Ortschaft Gaggstatt besteht aus den Wohnbezirken Gaggstatt, Lobenhausen und Mistlau. Die Ortschaft Hornberg besteht aus dem Wohnbezirk Hornberg. Die Ortschaft Lendsiedel besteht aus den Wohnbezirken Lendsiedel, Dörrmenz, Weckelweiler, Diembot, Eichenau, Kleinallmerspann und Herboldshausen.[2]

Zum Stadtteil Gaggstatt gehören das Dorf Gaggstatt, die Weiler Lobenhausen und Mistlau und das Haus Schöneck sowie die abgegangenen Ortschaften Burgstall, Hetzelhof[3] und Odi(li)sweiler.[4] Zum Stadtteil Hornberg gehören das Dorf Hornberg und das Gehöft Hammerschmiede. Zum Stadtteil Kirchberg an der Jagst gehört die Stadt Kirchberg an der Jagst sowie die abgegangenen Ortschaften Altenburg (Burg), Hohenaltenburg (Burg) und Burg Sulz. Zum Stadtteil Lendsiedel gehören das Dorf Lendsiedel, die Weiler Diembot, Dörrmenz, Eichenau, Herboldshausen, Kleinallmerspann, Weckelweiler und das Gehöft Sommerhof sowie die abgegangenen Ortschaften Aspach,[5] Gaishof,[6] Gemichshausen und Teppershof.[7] Gleich westlich von Herboldshausen liegt am Zusammenfluss zweier Quelläste des Herboldshauser Baches die Wüstung eines ehemaligen Wasserschlosses.[8]

Geschichte[Bearbeiten]

Kirchberg liegt auf einem Bergsporn über einem alten Jagstübergang auf halbem Wege zwischen den Reichsstädten Schwäbisch Hall und Rothenburg. Ursprünglich gab es hier nur eine Furt, seit 1779 überspannt eine Steinbogenbrücke mit Erkern in fünf Jochen den Fluss.[9] Zur Sicherung der bedeutsamen Trasse wurde die Höhenburg Kirchberg errichtet und jenseits der Jagst die Burg Sulz, die im Bauernkrieg 1525 zerstört wurde. Im Jahr 1373 gab Kaiser Karl IV. in einer Urkunde dem Grafen Kraft IV. zu Hohenlohe die Erlaubnis, vor seiner Burg Kirchberg an der Jagst eine Stadt zu bauen und sie zu befestigen. Kirchberg als Teil des Hohenloher Landes lag zwischen 1500 und 1806 im Fränkischen Reichskreis.

Am 1. März 1972 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Gaggstatt und Hornberg nach Kirchberg an der Jagst eingemeindet. Die heutige Stadt entstand am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Stadt Kirchberg an der Jagst mit der Gemeinde Lendsiedel.

Am 10. Mai 1983 stürzte im Ortsteil Hornberg ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-16A der Hahn Air Base im Tiefflug ab und zerstörte dabei ein Feuerwehrhaus und den Keller eines zweistöckigen Wohnhauses. Der Pilot kam dabei ums Leben.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

  • UWV (Unabhängige Wählervereinigung): 7 Sitze
  • Aktive Bürger (ehem. SPD) 7 Sitze
  • UGL (Unabhängige Grüne Liste) 6 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber ein aufgerichteter schwarzer Löwe, in den Pranken eine doppeltürmige rote Kirche mit Dachreiter haltend.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 2006 besteht eine Patenschaft mit Weißensee.[10][11]

Fotos[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Hornberg
Jugendstilkirche Gaggstatt

Im historischen Stadtkern von Kirchberg, der als Gesamtanlage unter Denkmalschutz steht,[12] sind zahlreiche Baudenkmäler erhalten.

  • Schloss Kirchberg, ehemaliges Residenzschloss der Fürsten von Hohenlohe-Kirchberg
  • Evangelische Stadtkirche von 1731 mit Innenausstattung im Art Deco
  • Stadtturm von 1400
  • Stadttor von 1774
  • Kornhaus von 1490
  • Sandelsches Museum (Stadtmuseum) im Gebäude der Lateinschule von 1748
  • Fünfjochige Steinbogenbrücke über die Jagst.
  • Jugendstilkirche (Evangelische Pfarrkirche) im Stadtteil Gaggstatt, 1904 von Theodor Fischer erbaut.[13]
  • Evangelische Pfarrkirche St. Stephanus im Stadtteil Lendsiedel mit Barockorgel (1701)
  • Romanische Burgkapelle im Stadtteil Lobenhausen
  • Burg Lobenhausen im Stadtteil Lobenhausen
  • Nikolauskirche im Stadtteil Mistlau, mit gotischen Wandmalereien
  • Schloss Hornberg im Stadtteil Hornberg

Landschaft[Bearbeiten]

  • Alte Jagstschlinge bei Lobenhausen. Auf dem Umlaufberg steht die Burgruine.
  • Alte Jagstschlinge südöstlich von Mistlau. Am Umlaufberg und am nahen Kropfberg nördlich davon alte Steinbrüche mit aufgeschlossenen Haßmersheimer Schichten.
  • Alte Jagstschlinge unmittelbar östlich der Kirchberger Talsteige, der Sophienberg ist der zugehörige Umlaufberg.

Veranstaltungen / Märkte[Bearbeiten]

  • Stadtfeiertag/Februarmarkt, am 4. Samstag im Februar
  • Büchermarkt, am dritten Samstag im Juni
  • Hofgartenfest, am 3. Wochenende im Juli
  • Weihnachtsmarkt, am 2. Adventswochenende

Verkehr[Bearbeiten]

Kirchberg liegt an der A 6 und besitzt eine eigene Anschlussstelle. Die Entfernung zur Kreisstadt Schwäbisch Hall beträgt etwa 25 km, nach Crailsheim sind es 12 km. Buslinien verbinden Kirchberg mit Schwäbisch Hall, Crailsheim, Rot am See und Gerabronn sowie einigen nahen Dörfern und Weilern.[14]

Bildung[Bearbeiten]

Kindergärten[Bearbeiten]

In Kirchberg gibt es drei städtische Kindergärten (in Kirchberg, Gaggstatt und Lendsiedel), einen evangelischen Kindergarten und einen Waldorfkindergarten.

Schulen[Bearbeiten]

  • August-Ludwig-Schlözer-Schule Kirchberg, Grund-, Haupt- und Realschule
  • Schloss-Schule, staatlich anerkanntes Gymnasium mit Internat
  • Bibelschule Kirchberg im Ortsteil Hornberg
  • Johannes-Gutenberg-Schule, Förderschule im Ortsteil Gaggstatt

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Kirchberg an der Jagst vom 13. September 2004 (PDF; 103 kB)
  3. Auf der Topographischen Karte 1:25.000 (TK25) als ehem. Hetzelhof zwischen dem Streitwald und der nordwestlichen Stadtgrenze rückwärts kursiviert eingetragen.
  4. Die TK25 zeigt südwestlich der Straße Gaggstadt–Weckelweiler den (vorwärts kursivierten) Gewannnamen Ödisweiler an.
  5. Die TK25 hat auf Lendsiedler Gemarkung nördlich von Herboldshausen längs des oberen Herboldhäuser Bachs einen Gewannnamen Äspich. Ein Quellast des (Gaggstätter) Steinbachs heißt dort Esbach, liegt jedoch auf der falschen Gemarkung.
  6. Die TK25 benennt etwa 500 m nordöstlich der Kirchberger Anschlussstelle an der A 6 einen Flurbereich nördlich einer Feldeiche mit Geißhof.
  7. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 513–520
  8. Auf der TK25 ehem. Wasserschl. in rückwärtiger Kusivierung.
  9. Mattern, Das Jagsttal …, S. 45.
  10. http://www.weissensee.de/fileadmin/weissensee-de/amtsblatt/2009-12.pdf
  11. Daten von Kirchberg/Jagst
  12. Denkmalpflegerische Wertepläne zu den Gesamtanlagen Kirchberg/Jagst, Langenburg, Schrozberg-Bartenstein (Kreis Schwäbisch Hall) und Weikersheim (Main-Tauber-Kreis): Offizielle Übergabe der Wertepläne am 28. und 29. Januar 2009 in den Rathäusern der Städte (Version vom 11. August 2009 im Internet Archive). Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 26. Januar 2009 (abgerufen am 1. Februar 2009) (auf archive.is)
  13. Fridolin Rimmele: Professor Theodor Fischers Werke in Schwaben. In: Zentralblatt der Bauverwaltung, Jg. XXVI, Nr. 93 (17. November 1906), urn:nbn:de:kobv:109-opus-40150, S. 592–594.
  14. Näheres zu den Kirchberg bedienenden Buslinien siehe auf den Fahrplanseiten des Kreisverkehrs Schwäbisch Hall unter www.kreisverkehr-sha.de.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Mattern: Das Jagsttal von Crailsheim bis Dörzbach. Baier BPB Verlag, Crailsheim 1995, ISBN 3-929233-04-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kirchberg an der Jagst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien