Flughafen Frankfurt-Hahn

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Flughafen Frankfurt-Hahn
Flughafen Frankfurt-Hahn logo.svg
Terminal2 hahn airport.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDFH
IATA-Code HHN
Koordinaten
49° 56′ 55″ N, 7° 15′ 50″ O49.9486722222227.2638916666667503Koordinaten: 49° 56′ 55″ N, 7° 15′ 50″ O
503 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 100 km westlich von Frankfurt am Main,
10,2 km westlich von Kirchberg (Hunsrück)
Straße B 50, B 327 (Hunsrückhöhenstraße)
Nahverkehr zehn Fernbuslinien
Basisdaten
Eröffnung 1993
Betreiber Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH
Fläche 560 ha
Terminals 1
Passagiere 2.79 Mio (2012)[1]
Luftfracht 207.520 t (2012)[2]
Flug-
bewegungen
32.923 (2011) ~ 90 Flugbewegungen pro Tag
Beschäftigte 370 (2009)
Start- und Landebahn
03/21 3800 m × 45 m Asphalt

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Ehemaliges Logo des Flughafens Frankfurt-Hahn (2006–2010)
Ehemaliges Logo des Flughafens Frankfurt-Hahn (2001)

Der Flughafen Frankfurt-Hahn (ICAO-Code: EDFH,[3] IATA-Code: HHN[4]) ist ein seit 1993 aus US-Militärverwendung konvertierter ziviler Flughafen in Rheinland-Pfalz. Der fünftgrößte Frachtflughafen Deutschlands ist rund 125 km von Frankfurt am Main entfernt. Im Passagierverkehr wird er vor allem durch die irische Billigfluggesellschaft Ryanair bedient.

Geographie[Bearbeiten]

Der Flughafen Frankfurt-Hahn befindet sich auf einer Höhe von 503 m (1649 ft) AMSL[3] auf einer Hochfläche des Hunsrück-Hauptkamms im Dreiländereck der Landkreise Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell und Rhein-Hunsrück zwischen Hahn, Lötzbeuren, Bärenbach, Lautzenhausen, Sohren und Büchenbeuren, überwiegend in der Gemarkung Lautzenhausen. Die nächstgelegenen Oberzentren sind Trier, Koblenz und Mainz. Der Flughafen liegt etwa 125 km westlich von Frankfurt am Main zwischen den Bundesstraßen 50, 327 und 421.

Geschichte[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

Die französische Besatzungsmacht begann 1951 mit dem Bau eines Militärflugplatzes im Hunsrück, der 1952 von der US-amerikanischen Luftwaffe übernommen wurde.

Zum Ende des Kalten Krieges waren auf der Hahn Air Base drei Fliegende Staffeln F-16 stationiert mit einem Personalbestand und Familienangehörigen von insgesamt 13.000 Menschen. Nachdem diese Staffeln 1991 beim zweiten Golfkrieg im Irak eingesetzt worden waren, kehrten die Flugzeuge direkt in die USA zurück. Die US Air Force leitete die Aufgabe des Standortes ein und zog bis 1993 das verbliebene Personal und Gerät ab.[5]

Ein Infotag für Politik und Bevölkerung, mit Landung und Start einer Lufthansa-Maschine, fand am 13. September 1992 statt. Nach dem Ende der militärischen Nutzung übergaben die US-Streitkräfte die Airbase Hahn am 30. September 1993 der zivilen Verwaltung. Die Landesregierung Rheinland-Pfalz identifizierte den aufgelassenen Flugplatz als denjenigen, der am leichtesten zu einer zivilen Verwendung zu konvertieren war.[5] Im Rahmen der Konversion wurde ein internationaler Flughafen geplant, der den Flughafen Frankfurt am Main entlasten soll. Gegenüber diesem und auch anderen Flughäfen besitzt Frankfurt-Hahn eine Nachtfluggenehmigung und ist relativ leicht erweiterbar. Der erste zivile Flug vom Flughafen Frankfurt-Hahn, ein Charterflug nach Mallorca, fand am 22. Mai 1993 statt. Am 24. August 1996 landete erstmals eine Concorde der Air France auf dem Flughafen. Mit FTI Touristik begannen ab November 1998 auch Charter-Flüge der Britannia Airways zum Flughafen Puerto Plata in der Dominikanischen Republik. Der Touristikkonzern TUI weitete ab Mai 1998 seine Charter-Flüge mit Air Europa nach Mallorca aus. Seit dem 7. April 1999 fliegt auch die Fluggesellschaft Ryanair von Frankfurt-Hahn aus.

Namensgeschichte des Flughafens[Bearbeiten]

Die Bezeichnung „Hahn“ stammt aus US-amerikanischer Zeit. Üblicherweise tragen Flughäfen den Namen des Ortes, auf dessen Fläche sie gebaut sind. Im Fall des Flughafens Frankfurt-Hahn wäre dies die Ortsgemeinde Lautzenhausen. Nach ersten Planungen sollte der Militärflugplatz ursprünglich leicht versetzt vom späteren Standort bei Hahn und nicht bei Lautzenhausen gebaut werden. Obwohl die Planungen geändert wurden, blieb man bei der ersten Bezeichnung „Hahn“. Hinzu kam, dass viele Amerikaner Schwierigkeiten hatten, die Namen der benachbarten Gemeinden „Lautzenhausen“ und „Büchenbeuren“ auszusprechen, weshalb man aus praktischen Gründen den Ort „Hahn“ als Namenspaten wählte.

In der ersten Zeit der Zivilnutzung wurde der Flughafen als Rhein-Mosel-Flughafen bekannt. Nach gerichtlichen Entscheidungen, vor allem zwischen der Lufthansa und Ryanair, wurde er zu Flughafen Frankfurt-Hahn umbenannt.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Eine „schwere Störung“ ereignete sich am 16. Oktober 2006: Ein Tornado der Luftwaffe kam einer Ryanair-Passagiermaschine im Kurven-Steigflug hinter der Maschine so nahe, dass das Kollisionswarngerät der Boeing auslöste. Durch die Anweisung des Geräts wurde der Anflug abgebrochen und neu angeflogen.

Beide Flugzeuge landeten sicher; die Passagiermaschine auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn, der Tornado im nordrhein-westfälischen Nörvenich im Kreis Düren.[6] Das Ereignis löste eine Diskussion über die Sicherheit im Luftraum aus.[7]

Die Ermittlungen wurden aber mittlerweile eingestellt, da der nach militärischen und zivilen Vorschriften vorgegebene Mindestabstand nicht unterschritten wurde. Der Militärpilot gab an, er habe Auffälligkeiten beim Landeanflug bemerkt und daher die Passagiermaschine wie in solchen Fällen üblich in Augenschein genommen.

Ausbau[Bearbeiten]

Eine Verlängerung der Start- und Landebahn von 3040 m auf 3800 m nach Westen ist bereits fertiggestellt, um für Langstrecken-Frachtflugzeuge geeignet zu sein. Deshalb sollte ursprünglich auch die Hunsrückhöhenstraße entsprechend verlegt werden. Gegen den Ausbau des Flughafens wurde von Naturschutzbund und BUND geklagt, da die geschützte Mopsfledermaus im Rodungsgebiet gefunden wurde. Die Klage des Naturschutzbundes wurde mittlerweile zurückgezogen, nachdem sich die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH bereit erklärte, zusätzliche Naturschutzmaßnahmen im Rahmen des Ausbaus vorzunehmen. Diesen Naturschutzmaßnahmen fiel somit der geplante Lückenschluss der B 327 zum Opfer, so dass nunmehr eine Streckenführung über eine noch zu erstellende Umgehung von Bärenbach angedacht ist.

Am 26. Januar 2006 entschied das Oberlandesgericht Koblenz in einem Eilantrag, dass die bisher verlängerte Landebahn Richtung Nordosten auf einer Länge von 3.500 m benutzt werden darf, unter der Voraussetzung, dass keine weiteren Rodungen notwendig sind.

Inzwischen wurde der Streit zwischen Flughafen und BUND außergerichtlich beigelegt. Die Betreibergesellschaft verzichtet auf einige Rodungen, die Start- und Landebahn kann seit 2006 (nach Abschluss der restlichen Rodungen sowie Überprüfung durch die Flugsicherung) genutzt werden.

Eine neue 440 Meter lange Cargo-Zufahrtsstraße wurde am 15. Januar 2007 eröffnet; von ihr aus verbinden insgesamt drei Stichstraßen mit einer Länge von 265 Metern die Frachthallen mit dem Vorfeld.

Ähnlich der „Airport Development Fee“ des irischen Flughafens Knock[8] wollte die Betreibergesellschaft 2009 zur Finanzierung der Ausbauten eine Gebühr in Höhe von 3 € direkt von jedem Passagier erheben (den sogenannten Hahn-Taler), scheiterte jedoch am Widerstand der Fluggesellschaft Ryanair.[9]

Betreiber[Bearbeiten]

Betreibergesellschaft ist die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH (FFHG), an der seit dem 3. Februar 2009 (rückwirkend zum 1. Januar 2009) das Land Rheinland-Pfalz zu 82,5 % und das Land Hessen zu 17,5 % beteiligt sind, nachdem Rheinland-Pfalz den 65-prozentigen Anteil der Fraport AG zum symbolischen Preis von einem Euro übernommen hat.[10]

Wirtschaftlichkeit[Bearbeiten]

Die Finanzierung des Flughafens gilt als kritisch. Der Flughafen erwirtschaftete im Jahr 2010 ein Defizit von 10,8 Millionen Euro, im Jahr 2011 lag der Fehlbetrag bei 10,6 Millionen Euro. Das Eigenkapital liegt bei 44 Millionen Euro, die Verbindlichkeiten bei 138 Millionen (Stand: August 2012).[11] Das Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2012 einen Verlust von 5,7 Millionen Euro.[12]

Pläne, die Flughafen-Infrastruktur für 85 Millionen Euro an den Landesbetrieb Mobilität zu verkaufen und anschließend zurückzuleasen, wurden auf europäischer Ebene untersagt.[13] Um einen Investor für den Flughafen zu finden, plant das Land Rheinland-Pfalz, den Unterhalt von Straßen, Kanalisation und Gebäuden auf dem Flughafengelände in den Landeshaushalt zu überführen.[14][15]

Laut einem internen Bericht einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft von 2012 drohte dem Flughafen Ende März 2013 die Insolvenz.[16] Die Geschäftsführung widersprach dieser Darstellung.[17] Ende März 2013 wurde ein 13-Millionen-Euro-Kredit fällig. Im Februar 2013 beschloss die Landesregierung von Rheinland-Pfalz, bis 2017 weitere 120 Millionen Euro für den Flughafen bereitzustellen, um dessen Zahlungsfähigkeit zu sichern.[13] Durch die Bereitstellung der Mittel mittels Nachtragshaushalt wendete das Land Rheinland-Pfalz eine Insolvenz ab.[18][19] Im November 2013 prognostizierte die Geschäftsführung des Flughafens bis 2017 einen jährlichen Verlust von 10 Millionen Euro, das Geschäftsmodell sei „nicht zukunftsfähig“.[15]

Laut eigenen Angaben soll der Flughafen ein jährliches Steueraufkommen von 96 Millionen Euro generieren (Stand: 2012).[17]

Beschäftigungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH und die umliegenden Unternehmen zählen zu den bedeutendsten Arbeitgebern der strukturschwachen Hunsrückregion. Im Umfeld des Flughafens konnten 99 Betriebe mit über 3000 Arbeitsplätzen angesiedelt werden – neu geschaffen aufgrund des wachsenden Bedarfs oder dorthin verlagert von anderen Standorten. 11,7 % der Anstellungen sind geringfügig Beschäftigte (400-Euro-Job). Die Flughafenbetreibergesellschaft ging (in einer früheren Selbsteinschätzung) bis 2012 von insgesamt 10.000 neuen Arbeitsplätzen aus. Dies sei laut eigenem Bekunden besonders auf den Ausbau zum großen Standort der Fluggesellschaft Ryanair und die wachsende Präsenz neuer Dienstleistungsunternehmen im Flughafengewerbe zurückzuführen. Ihre aktuelle Prognose hingegen definiert, auch aufgrund sinkender Passagierzahlen, nunmehr eher ein Drittel der ursprünglich vorhergesagten Arbeitskräftezahl.[20]

Ein Teil der Beschäftigten arbeitet in den Büros der Betreibergesellschaft selbst und bei den direkt zuarbeitenden Unternehmen (443). Darüber hinaus umfasst die Palette der sonst vor Ort vorhandenen Arbeitsplätze Flugzeugabfertiger (190) und Lkw-/Taxifahrer (115) über Beamte bei Zoll und Bundespolizei (244) bis zu Lagerarbeitern (123) und Piloten (87). Etwa 60 Prozent der Beschäftigten kommen aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis, 13 Prozent aus dem Landkreis Birkenfeld, zehn Prozent aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich und zwei Prozent aus den übrigen Landkreisen der Region Trier. Außerdem existiert am Flughafen-Hahn kein Nachtflugverbot, was vorteilhaft für Unternehmen ist.[21]

Militär[Bearbeiten]

Eine Boeing E-3 "AWACS" bei Touch-and-Go-Übungen in der winterlichen Abenddämmerung

Personen- und Frachttransporte für das US-amerikanische Militär werden von Delta Airlines, Polet Air, FedEx, Polar Air Cargo, Atlas Air, Continental Airlines und Volga-Dnepr Airlines durchgeführt.

Für das Jahr 2008 weist die Statistik der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen ca. 27.000 Transitpassagiere (= zwischengelandete Soldaten) aus. Für den gleichen Zeitraum weist die Statistik insgesamt 55.457 t Transitfracht (= zwischengelandete Militärfracht auf dem Weg in den Irak oder Afghanistan) aus.

Die Bundeswehr versandte bis 2006 mehrmals wöchentlich Fracht aus dem Materialdepot Mechernich nach Afghanistan. Hierzu wurden Iljuschin Il-76 verschiedener Gesellschaften gechartert. Seit 2007 finden diese Flüge vom Flughafen Neubrandenburg aus statt.

Polizei[Bearbeiten]

Durch Übernahme von Gebäuden und Gelände der früheren Flughafen Family Housing der United States Air Force ist seit 1996 die Landespolizeischule Rheinland-Pfalz hier beheimatet.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Luftseite[Bearbeiten]

Der Flughafen verfügt über eine, von Südwesten (03) nach Nordosten (21) verlaufende Start- und Landebahn. Sie besteht aus Beton mit einer Asphalt-Schicht und hat eine Länge von 3800 m. Sie ist mit einer Anflug- und Landebahnbefeuerung und einem PAPI-System ausgerüstet. In Landerichtung 03 steht ein Allwetterflugbetriebstufe CAT I Anflugverfahren, in Hauptanflugrichtung 21 ein Allwetterflugbetriebsstufe CAT IIIb Anflugverfahren zur Verfügung. Als Navigationshilfen dienen ein ungerichtetes Funkfeuer sowie ein Entfernungsmessgerät (DME).[3]

Landseite[Bearbeiten]

Außenaufnahme des Terminal 1 im Januar 2007
Innenaufnahme des Terminal 1 im Januar 2007

Östlich der Start- und Landebahn befinden sich die Gebäude zur Abwicklung des Passagier- und Frachtverkehrs.

Das Passagierterminal liegt direkt nördlich des Towers.[22] Das dazugehörige Vorfeld kann Flugzeuge bis zur Größe einer Boeing 737-900 oder eines Airbus A 320-200 aufnehmen.[23]

Um das Passagierterminal zu entlasten[24] wurde für die Allgemeine Luftfahrt südlich des Towers[22] ein separates General Aviation Terminal (GAT) eingerichtet.

Nördlich des Passagierterminals befinden sich vier Hallen für die Abfertigung der Luftfracht, die für Flugzeuge wie die Antonow An-124, Boeing 747-8 oder Airbus A 380-800 ausgelegt sind.[22][23] Zur besseren Zugänglichkeit der Frachtgebäude für LKW wurde eine neue Zugangsstraße errichtet, die östlich um den gesamten Passagierbereich samt Parkplätzen herumführt.[25]

Im südlichen Bereich des Flughafens betreibt die Tanklager-Gesellschaft Frankfurt-Hahn, eine gemeinsame Tochtergesellschaft von Shell Deutschland und BP Europa, ein Tanklager für den Flugzeugtreibstoff JET A-1. Die Kapazität beträgt seit August 2010 2.100 Kubikmeter,[26] die Anlieferung erfolgt über die Straße. Eine Anbindung an die vom Bahnhof Büchenbeuren zum Flughafen führende Stichstrecke der Hunsrückquerbahn, die rund zweihundert Meter östlich des Lagers verläuft, wäre nach deren Reaktivierung möglich. Da etwa drei Kilometer südwestlich eine auch für zivile Zwecke genutzte Nato-Pipeline verläuft, könnte diese bei steigendem Bedarf an Kerosin ebenfalls zur Andienung verwendet werden. Eine aus Zeiten der militärischen Nutzung des Flughafens noch vorhandene, aber nicht genutzte Zweigleitung von der Pipeline zum Lager entspricht allerdings nicht mehr dem Stand der Technik und müsste durch einen Neubau ersetzt werden.[27]

Flugbetrieb[Bearbeiten]

Der Flughafen ist für Flüge nach Instrumenten- und Sichtflugregeln zugelassen und 24 Stunden geöffnet. Zwischen 21:00 Uhr und 05:00 Uhr ist der Flugverkehr nur für Flugzeuge mit Lärmzulassung oder für Sonderfälle beschränkt. Flüge zu Ausbildungs- und Übungszwecken unterliegen in der Nacht, zur Mittagszeit sowie an Sonn- und Feiertagen weiteren Beschränkungen.[3]

Passagierzahlen 1997–2012[Bearbeiten]

Jahr Passagiere Flugbewegungen
2012 2.791.195 30.015
2011 2.894.109 32.923
2010 3.463.571 37.081
2009 3.743.281 38.970
2008 3.909.862 40.586
2007 3.955.661 40.980
2006 3.525.359 39.610
2005 3.001.898 37.283
2004 2.744.550 31.484
2003 2.407.911 31.092
2002 1.451.530 25.564
2001 438.486 22.912
2000 380.281 23.332
1999 140.706 19.632
1998 32.040 10.064
1997 19.026 7.440

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Zwei Boeing 737-800 von Ryanair auf dem Vorfeld von „Frankfurt-Hahn“
Ankunft in „Frankfurt-Hahn“

Größte Fluggesellschaft in Frankfurt-Hahn ist Ryanair. Das irische Unternehmen begann im April 1999 mit zwei Linienflügen von London-Stansted zum Flughafen Hahn. Ab dem 14. Februar 2002 wurde der Flughafen Hahn zweite kontinentale Basis von Ryanair in Europa. Drei in Hahn stationierte Flugzeuge bedienten über 30 tägliche Flüge auf zehn europäischen Strecken. Im November 2005 kündigte die Fluggesellschaft an, die Zahl der auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn stationierten Flugzeuge bis 2012 auf 18 aufzustocken und ihn damit zur zweitgrößten Basis ihrer Fluggesellschaft nach London-Stansted zu machen. Es waren im Jahr 2008 zwar elf Ryanair-Boeing 737-800 in Frankfurt-Hahn stationiert, jedoch im Jahr 2013 waren es nur noch neun [28] und der Bestand soll 2014 weiter auf nur noch sechs Maschinen sinken.[29]

Außer Ryanair bietet auch Wizz Air einzelne Ziele an. SunExpress flog 2013 nach Antalya (ein mal pro Woche) und Izmir (dreimal pro Woche), der Flug nach Antalya wird aber im Sommer 2014 eingestellt.[30]

Luftfracht[Bearbeiten]

Antonow An-225 auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn

Hahn ist der fünftgrößte Frachtflughafen Deutschlands (hinter Frankfurt am Main, Leipzig/Halle, Köln/Bonn und München). Frachtflüge starten aus Asien und Europa.

2006 wurden zwei neue Frachthallen fertig gestellt. Im Jahr 2009 ist infolge der weltweiten Wirtschaftskrise die Luftfracht am Flughafen Frankfurt-Hahn stark eingebrochen. Qantas Airfreight hat ihre Flüge von und zum Flughafen Frankfurt-Hahn eingestellt. Am 21. September 2009 stellte Emirates die Flüge nach/von Hahn ein.[31] In der Zeit von Januar bis März 2009 betrug die umgeschlagene Luftfracht nur noch 18.344 t. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 29.508 t. Dies ist ein Rückgang um 11.163 t oder 37,83 %. Auf Grund des Nachtflugbetriebes in Hahn und dem Nachtflugverbot in Frankfurt wurde 2009 durch die Landesregierungen der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen Hahn als Ausweichflughafen ins Gespräch gebracht.[32] Jedoch weigern sich einige Fluggesellschaften (u. a. Lufthansa Cargo), ihre Nachtflüge über Hahn zu leiten, da die Kapazitäten in Hahn nicht ausreichend seien und es ein zu großer logistischer Aufwand sei, da „die meiste Fracht mit Passagiermaschinen transportiert wird“.[33]

Am 25. Februar 2009 landete die erste Maschine der am Flughafen beheimateten und seit 2013 nicht mehr existierenden Frachtfluggesellschaft Air Cargo Germany. Am 11. August 2009 wurde das schwerste Frachtstück (189,89 Tonnen inkl. Verladegestell) der Luftfrachtgeschichte verladen, ein für Armenien bestimmter Gasgenerator. Die Fracht wurde mit dem größten Frachtflugzeug der Welt, einer Antonow 225, transportiert. [34]

Air France unterhält am Flughafen Hahn zwar eine Niederlassung, fliegt den Airport allerdings nicht an. Die Niederlassung verteilt die Import-Sendungen aus Paris (CDG) kommend auf die übrigen Niederlassungen in Deutschland und bereitet die Exportsendungen für die Flüge vor, die wiederum per LKW nach Paris gefahren und von dort ausgeflogen werden.

Im ersten Halbjahr 2012 wurden 103.690 Tonnen Fracht transportiert, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 27 Prozent.[11] Mit der Insolvenz der Air Cargo Germany (ACG) im Juli 2013 verlor der Flughafen einen wichtigen Kunden für die Luftfracht.

Am 2. Oktober 2013 kündige Qatar Airways an, ab 27. Oktober 2013 keine planmäßigen Frachtflüge mehr nach Hahn durchzuführen.[35] Bereits im Juli 2013 gab auch die Frachtsparte von Aeroflot die Bedienung von Hahn auf.[36] Aeroflot bediente den Flughafen zeitweise mehrmals täglich. Das russische Unternehmen hatte vier Frachtmaschinen vom Typ MD-11F fest stationiert.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Mercedes-Benz-Bus Travego am Mainzer Hauptbahnhof als Airport Shuttle zum Flughafen Frankfurt Hahn

Hauptverbindungsweg für den Flughafen Frankfurt-Hahn in Richtung Osten (Frankfurt, Köln, Mainz, u. a.) ist die Bundesstraße 50, die auf einer Neubaustrecke in Richtung A 61 bei Rheinböllen vierspurig ausgebaut wurde. Nach Westen (Trier, Saarland, Luxembourg, A1, A60 u. a.) ist die Bundesstraße 327 zum Teil dreispurig ausgebaut. Ebenso ist eine Verlängerung der Bundesstraße 50 in Richtung Eifel und Belgien über eine neue Moselbrücke projektiert (siehe Hochmoselübergang).

Bus[Bearbeiten]

Mehrere Busunternehmen bieten einen Airport-Shuttle zum Flughafen an. Die Fahrtzeiten betragen[37]:

  • Frankfurt am Main: ca. 1 h 35 min (über Frankfurt International Airport, Terminal 2)
  • Düsseldorf (über Köln): ca. 3 h (2h 20 min bis Köln)
  • Luxembourg: 1 h 50 min (über Trier, bis dorthin beträgt die Fahrzeit 1 Stunde)

Bahn[Bearbeiten]

Der Flughafen ist bisher nicht per Bahn zu erreichen. Die stillgelegte Hunsrückquerbahn soll bis 2018Vorlage:Zukunft/In 4 Jahren von Langenlonsheim bis zum Flughafen reaktiviert werden. Damit würde insbesondere die Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet durch einen dann stündlich verkehrenden Airport-Express verbessert. Bis dahin ist die Anbindung an die Ballungsgebiete und größeren Städte nur über Fernlinienbusse gewährleistet.[38]

Ferner gab es Überlegungen bezüglich einer Transrapidverbindung zwischen dem Frankfurter Flughafen und dem Flughafen Hahn, die jedoch „niemals über das Stadium einer engagierten Idee hinausgekommen“ sind.[39] Vom BUND Hessen wurde eine solche Verbindung, deren Kosten im Jahr 2002 auf 2,5 bis 3 Milliarden Euro geschätzt wurden, als „völlig unsinnige Subvention der Luftfahrt“ kritisiert.[40]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verkehrszahlen Frankfurt-Hahn
  2. Verkehrszahlen Frankfurt-Hahn
  3. a b c d Deutsche Flugsicherung: Luftfahrthandbuch Deutschland, AD 2 EDFH, Seite 1-1 bis 1-8, Stand 10. März 2011
  4. Datenbankabfrage auf der offiziellen IATA-Website, durchgeführt am 20. November 2011
  5. a b BICC report 4: Restructuring the US Military Bases in Germany: Scope, Impacts, and Opportunities. Keith B. Cunningham and Andreas Klemmer, 1995, Seite 66.
  6. Bericht der BFU vom Januar 2007. PDF, 22kB, abgerufen am 1. September 2013
  7. Flugplatz Hahn: Wie sicher ist der Luftraum?. In: Trierischer Volksfreund, 28. Oktober 2006.
  8. Internetseite des Flughafens Knock abgerufen am 13. Januar 2009
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRyanair spart – den Hahn-Taler. FR-Online.de, abgerufen am 20. März 2010.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFlughafen für 1 Euro gekauft. taz.de, abgerufen am 7. August 2009.
  11. a b Jens Koenen: Flughafen Hahn in Geldnot. In: Handelsblatt, Nr. 163, 23. August 2012, S. 5 (ähnliche Fassung online).
  12.  EU kappt Hilfen für Regional-Airports. In: Handelsblatt. Nr. 126, 4. Juli 2013, ISSN 0017-7296, S. 12.
  13. a b Thomas Holl: Rettung auf Kommissionsbasis.. faz.net, 28. Februar 2013, abgerufen am 21. März 2013.
  14. Beck: Wir stehen zu Frankfurt-Hahn. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 204, 1. September 2012, S. 4.
  15. a b Rüdiger Kiani-Kreß: Hoffnungslos am Hunsrück. Wirtschaftswoche. 11. November 2013. Abgerufen am 17. November 2013.
  16. Beck, der Bruchpilot. In: Spiegel online, 29. August 2012.
  17. a b Flughafen Hahn will Riebel verklagen. In: Frankfurter Rundschau, 1. September 2012, S. R9.
  18.  Silke Bigalke: Wer wird denn gleich in die Luft gehen?. In: Süddeutsche Zeitung. 3. April 2013, ISSN 0174-4917, S. 6 ((ähnliche Version online)).
  19.  Jens Koenen, Sven Prange: Der Unfug mit den Geisterflughäfen. In: Handelsblatt. Nr. 65, 4. April 2013, ISSN 0017-7296, S. 12.
  20. Arbeitsplätze: Tendenz steigend
  21. Flughafen Hahn als Job-Motor in: Trierischer Volksfreund, 1. Dezember 2006
  22. a b c Deutsche Flugsicherung: Luftfahrthandbuch Deutschland, AD 2 EDFH, Seite 2-5: Aerodrome Chart, Stand 28. Juli 2011
  23. a b Deutsche Flugsicherung: Luftfahrthandbuch Deutschland, AD 2 EDFH, Seite 2-7: Ground Movement Chart, Stand 5. Mai 2011
  24. GAT Terminal am Flughafen Frankfurt-Hahn. In: hahn-airport.de. Abgerufen am 23. November 2011.
  25. Frankfurt-Hahn Airport. Find your best practice cargo airport. In: hahn-airport.de. Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, S. 24–29, abgerufen am 24. November 2011 (PDF; 2,4 MB, englisch, Werbebroschüre des Flughafens).
  26. Leistungsstark und für die Zukunft gerüstet. Pressemitteilung des Flughafens vom 15. November 2010, abgerufen am 26. August 2012.
  27. Flughafen Hahn will Kerosin-Versorgung verbessern. Artikel bei airliners.de vom 31. Juli 2006, abgerufen am 26. August 2012.
  28. Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ryanair-Piloten. Airliners.de. 12. August 2013. Abgerufen am 17. November 2013.
  29. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFlughafen Hahn: Ryanair will offenbar etliche Flüge streichen. Archiviert vom Original am 18. Dezember 2013, abgerufen am unbekannt.
  30. Sunexpress fliegt nicht mehr von Hahn nach Antalya. aero.de, 26. Januar 2014, abgerufen am 26. Januar 2014.
  31. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatEmirates Skycargo verlässt Hahn Airport. airliners.de, abgerufen am 11. September 2009.
  32. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFlughafen Hahn könnte Nachtflüge übernehmen. verkehrsrundschau.de, abgerufen am 21. August 2009.
  33. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSPD: Frankfurter Nachtflugverbot durch Flughafenkooperation möglich. verkehrsrundschau.de, abgerufen am 22. September 2009.
  34. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLuftfracht Weltrekord am Flughafen Frankfurt-Hahn. Flughafen Frankfurt Hahn, Pressemitteilung vom 12. August 2009, abgerufen am 1. September 2013.
  35. verkehrsrundschau.de – Hahn verliert auch Qatar Airways Cargo 2. Oktober 2013
  36. verkehrsrundschau.de – Aeroflot verlässt Flughafen Hahn 18. Juni 2013
  37. Busanbindung laut offizieller Website
  38. Offizielle Website des Flughafens Frankfurt Hahn; Anreise mit dem Bus
  39. Transrapid zwischen Frankfurt und Hahn: Abgefahren, FAZ vom 8. April 2008
  40. Transrapid Frankfurt-Hahn, Pressemitteilung vom 30. Juni 2003

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frankfurt-Hahn Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien