Adobe Flash

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Macromedia Flash)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Adobe Flash
Icon von Flash CS5

(Autorensoftware)

Icon des Flash-Players

(Flash Player)

Entwickler Adobe Systems
Aktuelle Version
  • Adobe Flash Professional CC
    (Juni 2013)
  • Adobe Flash Player 13.0.0.182 [1]
    (11. März 2014)
Betriebssystem Flash Professional u. Player: Microsoft Windows ab 2000, Mac OS X
Nur Player: Linux, Solaris, diverse mobile Plattformen (u. a. Android(inoffiziell), Symbian, QNX)
Kategorie Erstellung multimedialer Inhalte
Lizenz proprietär, Freeware (Player)
Deutschsprachig ja
Adobe Flash Professional CC
Adobe Flash Player 12

Adobe Flash [əˈdoʊbi ˈflæʃ] (vormals Macromedia Flash) ist der Name einer Plattform zur Programmierung und Darstellung multimedialer und interaktiver Inhalte. Flash ermöglicht es, Vektorgrafiken, Rastergrafiken und Videoclips darzustellen, zu animieren und zu manipulieren. Es unterstützt das bidirektionale Streaming von Audio- und Videoinhalten und kann Nutzereingaben über Maus, Tastatur, Mikrofon und Kamera verarbeiten. Die Programmierung von Inhalten erfolgt in der objektorientierten Skriptsprache ActionScript. Seit der ersten Veröffentlichung von Version 11 des Flash Player am 4. Oktober 2011 unterstützt Flash die Darstellung von 3D-Inhalten über die sogenannte Stage3D-API.

Zur Wiedergabe der im „SWF“-Dateiformat veröffentlichten Inhalte wird eine Software benötigt:

  • Der Adobe Flash Player ist eines der am weitesten verbreiteten Browser-Plug-ins und dient zur Anzeige von in Websites eingebetteten SWF-Dateien. Er ist mittlerweile für die 32- und 64-Bit-Versionen fast aller aktuell verbreiteten Desktop- und Mobile-Betriebssysteme erhältlich; für 64-Bit-Webbrowser jedoch nur als Betaversion. Offene Web-Standards des World Wide Web Consortium (HTML5, Ajax, CSS Level 3) sowie Microsoft Silverlight, OpenLaszlo und JavaFX konkurrieren mit der Adobe-Flash-Plattform in diesem Gebiet.
  • Die Adobe Integrated Runtime (Abk. „AIR“) ermöglicht es, in Flash entwickelte „AIR“-Anwendungen' zu installieren und wie Desktop-Programme auszuführen. „AIR“ konkurriert als plattformübergreifend verfügbare Laufzeitumgebung mit der Java Virtual Machine und mit klassischen Desktop-Anwendungen.

Während Flash bisher hauptsächlich für die Produktion von Websites, Browserspielen und Werbebannern verwendet wurde, rückte seit der Veröffentlichung der Adobe Integrated Runtime und von Apache Flex zunehmend die Entwicklung von Rich Internet Applications und Anwendungen im Desktop-Internet-Gemischtbetrieb in den Mittelpunkt.

Ursprünglich war die gleichnamige proprietäre Autorensoftware Adobe Flash die einzige integrierte Entwicklungsumgebung für das Erstellen und Kompilieren dieser Inhalte. Mittlerweile wurde jedoch von Adobe selbst, von Drittherstellern oder von der unabhängigen Open-Source-Community eine Vielzahl von Programmen veröffentlicht, die die Erstellung von Flash-Inhalten ermöglichen.

Grundlagen[Bearbeiten]

Flash findet in vielen Websites Anwendung, zum Beispiel als Werbebanner, als Teil einer Webseite z. B. als Menü, als Spiel, als Video-Player oder als Basis der Website selbst.

Um SWF-Dateien betrachten zu können, ist das proprietäre, kostenlos verfügbare Abspielprogramm Adobe Flash Player erforderlich, das sowohl als Browser-Plug-In eingebunden werden kann als auch als Projektor zur Ausführung außerhalb des Browsers zur Verfügung steht. Die alternativen freien Abspielprogramme Gnash (aus dem GNU-Projekt) und Swfdec unterstützten noch nicht vollständig alle Möglichkeiten des Flash-Formates.

SWF-Dateiformat[Bearbeiten]

Das Kürzel SWF steht für Shockwave Flash.[2] Unter dem Namen Shockwave vermarktete der damalige Hersteller Macromedia nicht nur Flash, sondern auch eine um 3D-Funktionen, eine objektorientierte Sprache und um andere Features erweiterte Variante, die mit Adobe Director produziert werden kann. Während das „Shockwave“-Format von Anfang an für eine rechenintensive Nutzung konzipiert war, sollte mit dem Webbrowserplugin Flash ein Präsentationsformat geschaffen werden, das der Universalität des Internets in Bezug auf Hardwareausstattung und Bandbreite entspricht.

Das proprietäre SWF-Format ist das Format, in dem jedes Flash-basierte Projekt ausgeliefert wird, und enthält die fertige Produktion in komprimierter, binärer Form. Die Spezifikation dieses Formates wurde von Adobe veröffentlicht,[3] ist jedoch kein offener Standard. SWF-Daten sind auch Teile von AIR-Anwendungen, die auf dem Betriebssystem ausgeführt werden, und das Ausgabeformat für Projekte in Apache Flex.

Integrierbare Formate[Bearbeiten]

Bis heute stützt sich das SWF-Format auf selbstbeschriebene Vektorgrafiken und Animationen, kann mittlerweile jedoch auch die gebräuchlichsten Rastergrafik-Bildformate wie JPG oder PNG und Videoformate wie MOV, AVI oder MPEG integrieren. Ebenfalls verwendet werden Audioformate wie WAV oder MP3. Der Einsatz von Flash als Basis für Media Player im Internet ging von Adobes entwickeltem Flash Video-Format aus und ermöglichte die qualitativ höherwertige Übertragung von Videoclips in Flash und später auch die Übertragung in High Definition durch den H.264-Standard. Die Video-Erweiterung von HTML5 wurde geschaffen, um Videos im World Wide Web auf einen offenen, frei zugänglichen Standard zu stützen, und konkurriert mit Adobe Flash als eingesetzte Plattform für das Abspielen von Videoclips.

Erzeugung von Flash-Anwendungen[Bearbeiten]

Zahlreiche Programme können SWF-Dateien erzeugen.

Die mit dem Authoring-Tool Adobe Flash erstellten Quelldateien (FLA-Dateien) werden in SWF-Dateien kompiliert (übersetzt) und dabei auf Wunsch komprimiert, um anschließend auf einen Webserver abgelegt zu werden. Die kompilierten SWF-Dateien werden beim Endbenutzer im Webbrowser geladen und durch den Flash Player angezeigt. Sie können in dieser Form nicht mehr einfach verändert werden.

Der Adobe Flash Builder und die quelloffene Alternative FlashDevelop erzeugen mit Hilfe des Flex-SDK SWF-Dateien für Anwendungen, die zu einem überwiegenden Teil programmiert wurden. FlashDevelop beherrscht auch die Kompilierung von Haxe-Projekten. Der Flash Builder bietet die Erstellung von Flash-, Flex- und AIR-Anwendungen an, die ausschließlich mit ActionScript programmiert wurden, und bietet zusätzlich einen GUI-Designer für Flex- und AIR-Anwendungen.

SWF-Dateien können auch durch die Prototyp-Software Flash Catalyst erzeugt werden.

Chronik[Bearbeiten]

1992
Aus dem Zusammenschluss der Firmen MacroMind und Authorware entsteht das Softwareunternehmen Macromedia mit Sitz in San Francisco.
1995
Es kommt zur Übernahme von Aldus, dem Hersteller des Grafikprogramms Freehand. Die Firma FutureWave aus San Diego veröffentlicht das vektorbasierte Illustrationsprogramm SmartSketch und ein entsprechendes Plugin, um das Format namens Splash (SPL) im Browser darzustellen. Der Player selbst trägt den Namen FutureSplash.
1996
Auf der Grundlage von SmartSketch entwickelt FutureWave das Animationsprogramm FutureSplash-Animator, den Vorläufer von Flash. Macromedia übernimmt noch im selben Jahr die Firma FutureWave. Die Produkte FutureSplash-Animator und der Player werden unter dem Namen Flash und Shockwave Flash Player weiterentwickelt.
1997
Flash Version 1 wird von Macromedia veröffentlicht. Der Shockwave Flash Player wird entsprechend mitgeliefert. Die Einbindung von Audio- und Rastergrafikformaten wird integriert.
Noch im selben Jahr erscheint die Flash-Version 2 und ein erweiterter Shockwave Flash Player. Die Rastergrafikeinbindung wurde wesentlich verbessert, und dem Entwickler stehen neue Aktionen zur Verfügung. Mit diesen lassen sich einfache Interaktionen umsetzen.
1998
Flash Version 3 wird veröffentlicht und enthält bereits einen erweiterten Befehlssatz. Die Interaktionsmöglichkeiten wurden gegenüber den Versionen 1 und 2 stark erweitert. Nun lassen sich Aktionen auf Schlüsselbilder und Bilder zuweisen. Zusätzlich wird das Testen von Flash-Projekten während der Entwicklungsphase durch den in die Entwicklungsumgebung integrierten Player wesentlich erleichtert.
1999
Die in diesem Jahr veröffentlichte Flash Version 4 enthält weitgehende Verbesserungen der nun integrierten Programmiersprache ActionScript. Es stehen erste Kontrollstrukturen wie Bedingte Anweisungen und Schleifen zur Verfügung, mit deren Hilfe die Entwicklung von Computer Based Training, POI oder Spiele-Projekten möglich wird. Die Eingabetextfelder versetzen den Entwickler in die Lage, komplexe Formulare zu erstellen und die eingegebenen Daten über das Common Gateway Interface (CGI) zu empfangen, auszuwerten und mit dynamisch generierten Webseiten darauf zu reagieren.
2000
Im Sommer veröffentlicht Macromedia die Version 5. ActionScript wurde in dieser Version stark verändert und an den ECMAScript-Standard angepasst, auf dem JavaScript aufbaut. Dadurch soll Entwicklern, die mit anderen Programmiersprachen zu tun hatten, der Einstieg in ActionScript erleichtert werden. Neue Objekte erleichtern die Integration externer Formate, darunter XML. Zusätzliche Hilfsmittel wie der Debugger erleichtern die Fehlersuche in Flash-Projekten.
2002
Im März erscheint Flash MX (Version 6). Diese Version hat eine umfangreichere Funktionsbibliothek. Bemerkenswert ist insbesondere die neue Zeichnen-API, die die Erstellung dynamischer Formen erlaubt. Weiterhin enthält diese Version einen Videocodec und Unterstützung für Unicode. ActionScript entspricht noch mehr dem ECMAScript-Standard. Zusätzlich wurde das Objekt- und Ereignismodell erweitert.
2003
Im Oktober erscheint Flash MX 2004 und damit ActionScript 2.0. Die integrierte Programmiersprache wurde in Version 1.0 (objektbasiert) und 2.0 (objektorientiert) geteilt. Darüber hinaus lässt sich nun die Flash-API mit Hilfe von Flash-JavaScript komfortabler erweitern und auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Eine weitere Neuerung stellt die Integration zweier neuer Arbeitsweisen dar, Bildschirm- und Formularanwendungen sind nun in Flash realisierbar.
2004
Ende Juli erscheint die Aktualisierung von Flash MX 2004 7.1.1 auf 7.2. In dieser Version wurden Stabilitätsprobleme behoben und die Leistung verbessert.
2005
Adobe übernimmt Macromedia für 3,4 Milliarden US-Dollar. Mitte Juni stellt Adobe dann die „Flash Plattform“ vor, die vor allem Unternehmenskunden adressiert. Am 8. August wird sie zusammen mit „Studio 8“ Flash Professional 8 vorgestellt. Die deutschsprachige Version wurde im September veröffentlicht, ebenso wie der neue Flash Player 8. Zu den Neuerungen in Flash 8 gehören: die Möglichkeit Rastergrafiken (bitmaps) zu erzeugen oder zu verändern, Filter wie Gaußscher Weichzeichner, Schlagschatten oder Verzerrung, Blending-Modes wie in Photoshop, Datei-Upload, eine neue Text-Engine namens FlashType, Bitmap-Caching, einstellbares Easing, ein neuer Videocodec mit Alphakanal-Unterstützung (On2 VP6), ein stand-alone Video-Encoder mit Stapelverarbeitung, sowie eine verbesserte Programmoberfläche. Am 3. Dezember 2005 schloss Adobe Systems die Akquisition von Macromedia ab. Zunächst führt Adobe die Bezeichnung Macromedia Flash für die Produkte weiter. Mit den nächsten Produktzyklen werden alle Produkte in das Adobe-Namensschema überführt, weshalb die Technologie dann Adobe Flash heißt.
2006
Am 27. Juni 2006 erschien der Adobe Flash Player 9 für Windows und Mac OS X. Er enthält Anpassungen für eine bessere Integration in Adobe Flex 2. Die neue ActionScript-Version 3.0 enthält E4X und damit eine weitergehende Unterstützung für XML. Die Ausführung der Skripte wurde durch die Einführung eines Just-in-time-Compilers beschleunigt.
2007
Am 17. Januar 2007 wurde die Version 9 des Adobe Flash-Players für Linux veröffentlicht. Seit 5. Mai 2007 ist die nächste Programmversion erhältlich, die den Namen Adobe Flash CS3 trägt. CS steht für Creative Suite und lässt Importe aus Adobe Photoshop und Adobe Illustrator zu.
2008
Adobe legt die Spezifikation für Flash offen.[4] Daraufhin ist es möglich, dass Suchmaschinen Flash-Dateien komplett durchsuchen können.[5]
Mitte Oktober erscheint zusammen mit Adobe Flash CS4 der Flash Player 10.[6]
2010
Am 12. April 2010 erschien Adobe Flash CS5 (deutsche Version) für Windows und Mac.[7] Am 10. Juni 2010 erschien der Flash Player 10.1, der einige Verbesserungen im Bereich Leistung und Stabilität brachte und im Rahmen des Open Screen Project für verschiedene mobile Betriebssysteme verfügbar ist.
2011
Am 10. April 2011 erschien Adobe Flash CS5.5 für Windows und Mac. Es erschienen 2011 der Adobe Flash Player 10.2 und 10.3. Am 4. Oktober erschien der Flash Player 11, der erstmals eine Version mit nativer 64-Bit-Unterstützung mit sich brachte und die API Stage3D beinhaltet. Am 9. November kündigt Adobe an, die Weiterentwicklung des Flash-Players für mobile Endgeräte einzustellen und sich stattdessen auf die Entwicklung des Flash-Players für Desktop-Systeme und der Air-Plattform für Mobilgeräte zu konzentrieren.[8]
2012
Am 22. Februar 2012 kündigte Adobe an, künftige Versionen des Flash-Players unter Linux ausschließlich für den Browser Chrome des Adobe-Partners Google anzubieten.[9]
Am 23. April 2012 veröffentlichte Adobe Flash CS6 Professional als Teil der Creative Suite 6. Das Programm unterstützt nun u. a. auch die Entwicklung von Assets für HTML5 und soll zukünftig vermehrt über ein Abonnementsmodell (die sog. Adobe Creative Cloud) vertrieben werden.[10] Seit der Flash-Version 11.2 werden unter Linux keine x86-Prozessoren mit fehlender SSE2-Befehlssatzunterstützung von Flash mehr unterstützt.[11]
Im Juni 2012 wurde bekannt, dass ab dem 15. August 2012 der Flash-Player für Android nicht mehr über Google Play erhältlich sein wird, bestehende Installationen aber weiterhin mit Sicherheits-Updates versorgt werden. Wie bereits 2011 angekündigt, verzichtet Adobe auf die Anpassung des Flash-Players an kommende Android-Versionen.[12]

Einsatzgebiete[Bearbeiten]

Da Flash ursprünglich ein reines Animationswerkzeug war, wurde es in der Vergangenheit oft ausschließlich für Intro-Animationen auf Webseiten oder animierte Werbebanner eingesetzt. Mit Version 4 wurde Flash um ActionScript und damit um eine Steuerungsmöglichkeit erweitert. Es erlaubt seitdem die Erstellung interaktiver Inhalte oder die Programmierung browserbasierter Anwendungen. Diese Kombination ermöglicht interaktive Präsentationen, zum Beispiel Kugelpanoramen, Spiele oder Medien im Bereich des E-Learning. Da Flash-Präsentationen nicht mehr zwangsweise linear abgespielt werden müssen und im Bereich Spiele oder Rich Internet Applications echte Anwendungen darstellen, ist die Bezeichnung Flash-Film für eine SWF-Datei nicht mehr präzise.

Aufgrund seiner multimedialen Möglichkeiten werden in Flash häufig Video- oder Sounddateien eingesetzt. Da diese Formate meist größere Datenvolumen beanspruchen, werden in Flash sogenannte Preloader eingesetzt, die einen Teil oder den ganzen Film zwischenspeichern. Flash kann Medieninhalte jedoch auch streamen, sodass Medien gleichzeitig geladen und abgespielt werden können. Um Videos oder Sounddateien über das Internet zu streamen, wird das Real Time Messaging Protocol benutzt. Für hochauflösende Filme bietet Flash seit Version 9.0 einen H.264-Codec. Sounddateien können mit grundlegenden Funktionen bearbeitet oder über einen integrierten steuerbaren Equalizer wiedergegeben werden.

E-Learning[Bearbeiten]

Das Format erlaubt vielfältige Einsatzgebiete im Bereich des computergestützten Trainings, zum Beispiel die schematische Erläuterung eines Viertaktmotors. Flash wird auch für multimediale Tutorials eingesetzt, bei denen Bildschirmaktivitäten aufgenommen werden und anschließend mit Erläuterungen oder Untertiteln versehen werden können.

GIF-Ersatz u. a.[Bearbeiten]

Da sich das Animationsformat MNG nicht durchsetzen konnte, etablierte sich Flash als Ersatz für GIF-Animationen, die wegen ihrer technischen Beschränkungen nicht mehr häufig verwendet werden. Im Gegensatz zu GIF bietet Flash eine flüssigere Darstellung von Animationen, Sound, Interaktion, eine praktisch unbeschränkte Farbpalette und die Möglichkeit, das eigene und andere Datenformate zu integrieren. Daher wird Flash von der Werbeindustrie im Internet bevorzugt eingesetzt.

Barrierefreiheit[Bearbeiten]

Flash bietet Möglichkeiten, barrierefreie Inhalte zu erstellen. Seit der Version MX 2004 wurde die Kompatibilität zu textbasierten Browsern stark verbessert. Auch Optionen für eine bessere Suchmaschinenindizierung sind vorhanden, etabliert hat sich jedoch die Variante, Textinhalte aus einer XML-Datei zu laden und diese den Webcrawlern der Suchmaschinen außerhalb von Flash zur Verfügung zu stellen. Grafiken und Animationen werden von Flash nicht textbasiert oder barrierefrei ausgegeben; gewöhnlich wird hier eine sorgfältig bearbeitete Vertonung eingesetzt.

Eine 64-Bit-Version wurde im November 2008 für Linux als Alpha-Version veröffentlicht, die jedoch noch nicht alle Features unterstützt. Im Februar 2009 wurde diese Version erneuert. Mit der Version 11.0 des Flash-Players wurde erstmals eine finale native 64-Bit-Version für alle Betriebssysteme veröffentlicht.

Der Zugriff auf Flash-Inhalte mit Hilfe von Bildschirmleseprogrammen ist nur unter Windows möglich.

Spiele[Bearbeiten]

Die Shockwave-Formate werden im Internet auch zur Verbreitung von Flash-basierten Browsergames benutzt. Diese haben sich mit mehreren Millionen Usern als Computerspiel etabliert. [13] Bis zur Einführung der Version 11 waren diese Spiele hauptsächlich im 2D-Bereich angesiedelt und reizten die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten mit Sound, Raster- und Vektorgrafiken, und den Eingabemöglichkeiten über Tastatur und Maus, seltener auch Mikrofone und Webcam aus.

Seit der Einführung der Version 11 des Flash-Players integriert die Plattform die Stage3D-API (Codename „Molehill“), mit der sich dreidimensionale Inhalte in Flash darstellen lassen. 3D-Präsentationen werden hardwarebeschleunigt über DirectX (Windows) oder OpenGL (Linux), oder softwarebeschleunigt ausgeführt. Flash-Spielen im Vollbild-Modus steht nur ein sehr eingeschränkter Funktionsumfang der Tastatur zur Verfügung, die lediglich die Pfeiltasten und die Leertaste umfassen. Diese Beschränkung hat Adobe Flash aus Sicherheitsgründen eingeführt. Die Stage3D-API steht ebenfalls in Konkurrenz mit dem offenen Standard WebGL. Mit der Version 11.8 wurde die Stage3D-API für Touchscreenfunktionen erweitert, sodass sich 3D-Browsergames auch auf Handys oder Tablets spielen lassen.[14]

Flash und Software von Drittherstellern[Bearbeiten]

Präsentationsprogramme wie Impress des Office-Pakets OpenOffice.org oder Keynote bieten die Möglichkeit, Präsentationen in das SWF-Format zu exportieren, damit Präsentationen in dieser Form über ein im World Wide Web verbreitetes Format zur Verfügung gestellt werden können.

Nach einer erneuten Anpassung der Nutzungsbestimmungen durch Apple dürfen mittlerweile auch Apps mit Editoren generiert werden, die nicht von Apple stammen. Die seit längerem zur Verfügung stehende Erweiterung für Adobe Flash, Anwendungen für iOS zu exportieren, wird seitdem wieder von Adobe weiterentwickelt und steht im Authoring-Tool zur Verfügung.

Die Skriptsprache PHP enthält das Modul Ming zur Generierung von SWF-Dateien mit einfachen Animationen.

Alternativen zu Flash[Bearbeiten]

Für vektorgrafikbasierte, interaktive Animationen im Web ist Flash derzeit ohne Alternativen. Der offene Standard Scalable Vector Graphics (SVG), der teilweise ähnliche Anwendungsfelder wie Flash abdeckt, wird heute (Stand 2011) von den meisten Browsern unterstützt. Der Internet Explorer unterstützt SVG seit Version 9 (eingeführt am 15. März 2011).

Die Software Gordon kann z.B. SWF-Dateien mit JavaScript in SVG konvertieren und erlaubt das Abspielen von Flash-Animationen mit den eingebauten Funktionen eines Browsers.[15]

Standards im Web für die Darstellung animierter Inhalte gewinnen durch die zunehmende Verbreitung von JavaScript-Bibliotheken wie jQuery und die Einführung des <canvas> Elementes in HTML5 sowie der entsprechenden Programmierschnittstelle als Alternativen an Bedeutung.

Auch zum Flash-Player als Video-Player-Plattform gibt es seit der Einführung des Video-Elements in HTML5 eine Alternative. Allerdings ist beim praktischen Einsatz dieser Technologie z. Z. noch eine Mehrfachkodierung der Videoinhalte aufgrund eines fehlenden, anerkannten standardisierten Video-Codec, und meist ein Flash-Fallback für älterere Browser ohne HTML5-Unterstützung notwendig.

Daneben gibt es noch einige weitere Alternativen zum Flash Player, denen jedoch gemeinsam ist, dass keine von ihnen das vollständige Funktionsspektrum des Flash-Players umfasst.

Flash Player[Bearbeiten]

Der Flash Player ist eine ursprünglich von Macromedia entwickelte und von Adobe übernommene Softwarekomponente. Mit der Entwicklungsumgebung Adobe Flash erzeugte SWF-Dateien werden mit dem Flash Player in Browsern und auf Betriebssystemen in einer separat ausführbaren Programmdatei, dem Projektor, dargestellt. Browser binden den Flash Player als Add-on ein, z. B. beim Internet Explorer durch ActiveX. Der Flash Player selbst ist jedoch separat auf dem Betriebssystem installiert. Der unter Windows allein ausführbare Flash Player ist wiederum in der Lage, aus geöffneten SWF-Dateien ausführbare Dateien zu erstellen, die als Projektor-Datei ohne zusätzliche Installation des Flash-Players auf dem Betriebssystem lauffähig sind.

Unter Windows handelt es sich bei den verschiedenen Browsern um die gleiche Komponentendatei. Flash unterliegt generell nicht den für Browser üblichen Abweichungen in den Standards und wird auf allen Systemen gleich dargestellt, sofern die Hardwarekonfiguration dies nicht z. B. durch eine geringe Farbtiefe des Monitors beschränkt. Sofern die verwendeten Schriftarten es zulassen, können sie beim Authoring des Flashfilms zusätzlich eingebettet werden, sodass auch die Textdarstellung nicht von den Schriftarten abhängig ist, die auf dem Endsystem installiert sind. Für Entwickler gibt es eine spezielle Version des Flash-Players, der sich unterbrechen lässt, um SWF-Inhalte debuggen zu können.

Skalierung[Bearbeiten]

Ohne besondere Programmierung passt sich der im Flash Player wiedergegebene Film der gegebenen Größe an. Inhalte werden im relativen Verhältnis zur Auflösung des Films mitskaliert, wodurch bei der Darstellung von Bitmaps Qualitätseinbußen sichtbar werden können. Das Seitenverhältnis der Bühne wird stets beibehalten. Ein Flash-Film kann jedoch auch so programmiert werden, dass sich die Inhalte im Film ohne Skalierung auf der größeren Fläche neu verteilen. Flex-Anwendungen, die im Flash Player ausgeführt werden, skalieren Komponenten mit einer relativen Höhen- und Breitenangabe im Verhältnis zur Auflösung des Flash-Players. Ein weiteres Feature ist das neunteilige Segmentraster, das die proportionierte Skalierung von Bitmaps ermöglicht.[16]

Die Skalierung von Flash-Filmen hat neue Bedeutung erhalten, seitdem Flash-Filme die Möglichkeit zur Vollbilddarstellung, also der Wiedergabe über den gesamten Bildschirm, bieten.

Layouttreue und fest definierter Funktionsumfang[Bearbeiten]

Bei Verwendung von HTML/CSS/JavaScript ist der Entwickler darauf angewiesen, dass der Webbrowser des Nutzers die verwendeten Elemente unterstützt, fehlerfrei interpretiert und richtig darstellt. Dies führt oft dazu, dass Webseiten in verschiedenen Browsern und bei verschiedenen Einstellungen unterschiedlich angezeigt werden. Dies macht umfangreiche Tests nötig, in denen der Webdesigner seine Seiten in verschiedenen Browsern unter verschiedenen Betriebssystemen und mit unterschiedlichen Einstellungen testen muss.

Im Gegensatz dazu spielen beim proprietären Flash Format Alternativen zum Adobe Flash Player praktisch keine Rolle. Damit ist die Umsetzung des ohnehin exakter definierten Formats praktisch immer gleich. Dies ermöglicht präzises Layout (pixelgenau, inklusive Einbettung von Schriften, Effekten etc.) nach den Vorstellungen des Autors.

Umgekehrt hat dies zum Nachteil, dass viele Flashseiten nur für eine bestimmte Bildschirmgröße konzipiert werden und auf kleinen Bildschirmen nahezu unbenutzbar werden. Flash bietet jedoch (ähnlich wie die verschiedenen Mediatypen in CSS) die Möglichkeit, für verschiedene Gerätetypen (Computer, Handy, Fernseher etc.) verschiedene, für das jeweilige Ausgabemedium optimierte Versionen der Flash-Inhalte anzubieten.

Schutz geistigen Eigentums[Bearbeiten]

Inhalte, die in die SWF-Datei eingebettet wurden, sind schwieriger zu extrahieren als zum Beispiel Inhalte im umgebenden Browser. Gestreamte Inhalte können zusätzlich mit einer DRM-Beschränkung versehen werden, z. B. durch den Adobe Flash Media Server oder durch die Adobe LiveCycle Management-Produktlinie.

Flash Lite[Bearbeiten]

Zur Darstellung von Flash-Inhalten auf mobilen Geräten (Handys) gibt es den Flash Lite-Player. Dieser Player verursacht eine geringere Prozessorlast, reduziert die Inhalte aber auch auf wesentliche Bestandteile.

Kontroversen[Bearbeiten]

Datenschutz-Probleme[Bearbeiten]

Der „Flash-Player“ von Adobe kann kleine Binärdateien, sogenannte Local Shared Objects (LSO), auf dem Rechner des Anwenders abspeichern. Diese erfüllen die gleichen Zwecke wie HTTP-Cookies, lassen sich im Gegensatz zu diesen aber nicht direkt im Browser ansehen. Man kann sie aber über ein Interface, welches der Flash-Player bereitstellt, website-bezogen löschen und deaktivieren. Im Mozilla Firefox werden sie seit der Version 5.0 beim Löschen wie HTTP-Cookies behandelt, also mitgelöscht. Globale (seitenübergreifende) Einstellungen müssen dagegen auf der Adobe-Website vorgenommen werden; dies geht nicht im Standard-Einstellungsdialog. Außerdem besteht, mit Ausnahme von Mozilla Firefox, keine Möglichkeit, diese Flash-Cookies (ähnlich wie es die meisten Browser für HTTP-Cookies bieten) automatisch bei Programmende oder nach einer gewissen Zeit zu löschen.

Ähnliches gilt für die Berechtigung von Websites, auf Kamera und Mikrophon des Rechners zuzugreifen. Auch dies funktioniert über den normalen Einstellungsdialog nur per Website. Globale Einstellungen (z. B. das Widerrufen sämtlicher Kamera-Erlaubnisse, wenn man nicht mehr genau weiß, auf welchen Seiten man sie gegeben hat) sind auch hier nicht möglich, sondern nur auf der Adobe-Website.

Siehe auch: Flash-Cookie

Siehe auch[Bearbeiten]

Als Plattform für Anwendungen

Als Anwendung für die Medienwiedergabe

Lizenzbedingungen[Bearbeiten]

Der Hersteller Adobe fordert bei der Installation die Zustimmung per Mausklick ("Vertrag durch Handlung") zu den Lizenzbedingungen. Dieses werden mittels eines URL zu einer PDF-Datei unter anderem in deutscher Sprache veröffentlicht. Das System "Flash" besteht im Prinzip grob aus zwei Teilen: 1.) Das kostenpflichtige Autorensystem zum Erstellen von Flash-Animationen und 2.) aus dem kostenlosen Wiedergabeteil auf dem jeweiligen Endkundensystem, dem "Flash Player".

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Downloadseite bei adobe.com, abgerufen am 11. März 2014.
  2. Autor des Flash 2 Handbuches
  3. SWF File Format Specification Version 10 (PDF; 1,7 MB)
  4. Golem: Adobe veröffentlicht Flash-Spezifikationen
  5. Golem: Flash wird durchsuchbar
  6. Adobe: Flash Player 10 verfügbar (43 kb; PDF)
  7. Adobe stellt Flash Catalyst CS5 vor (PDF)
  8. Danny Winokur: Flash to Focus on PC Browsing and Mobile Apps; Adobe to More Aggressively Contribute to HTML5. blogs.adobe.com. 9. November 2011. Abgerufen am 19. November 2011.
  9. Adobe and Google Partnering for Flash Player on Linux
  10. Heise.de – Adobe veröffentlicht Creative Suite 6
  11. Keine Funktionalität des Flashplayers auf alten CPUs mit SSE2
  12. Jan Kluczniok: Android: Adobe entfernt Flash Player aus Google Play. In: netzwelt. 29. Juni 2012, abgerufen am 5. Juli 2012.
  13. Browsergames
  14. Release Notes Adobe Flash Release notes (Englisch)
  15. Browser Support Table (Projektseite)
  16. Flash-Dokumentation zum 9-teiligen Segmentraster