QuickTime

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QuickTime
Quicktime-Logo
Entwickler Apple
Aktuelle Version 10.4 (OS X ≥ 10.6)

7.7 (Mac OS X ≤ 10.5)
7.7.6 (Windows)
(22. Oktober 2014)

Betriebssystem OS X, Windows ab XP
Kategorie Multimedia-Architektur
Lizenz proprietär (teilweise)[1]
Deutschsprachig ja
Quicktime-Website

QuickTime [ˈkwɪkˌtaɪm] ist eine von dem Computerunternehmen Apple entwickelte Multimedia-Architektur für Mac OS und Windows. Diese besteht im Kern aus drei Elementen: dem Framework, dem API und dem Dateiformat. Basisanwendungen, die auf diese Architektur aufbauen, sind zum Beispiel der QuickTime Player, der QuickTime Broadcaster oder der QuickTime Streaming Server. QuickTime wird irrtümlicherweise zumeist auf den QuickTime Player reduziert. Dabei arbeitet es als zugrundeliegender technologischer Unterbau in zahlreichen Applikationen wie zum Beispiel Adobe Premiere, Apple Logic, Optibase Media 100, iTunes, Final Cut Pro oder den Avid-Videoschnittprogrammen.

Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

Die QuickTime-Architektur ermöglicht es, einen kompletten Produktionsprozess (Capturing & Import, Synchronisation, Compositing & Effekte, Kompression & Export, Auslieferung und Wiedergabe) vom Anfang bis zum Ende auf einer einzigen Medienplattform durchzuführen. Dazu verfügt QuickTime über ein umfangreiches Repertoire an Manipulations- und Interaktionsmöglichkeiten mit einer Vielzahl unterschiedlichster Medientypen (Audio, Video, Animation, Text, Grafik, 3D, VR, SMIL, Hyperlinks, Streams, Skins, uvm. und bis Version 6.5 auch MIDI-Bearbeitung). Damit ist QuickTime in der Lage im Hintergrund Programme auszuführen oder Internetseiten zu öffnen.

QuickTime eignet sich auch als Umgebung für die Verarbeitung und Wiedergabe von MPEG-4-Dateien und -Inhalten, da dieser ISO-Standard in QuickTime integriert wurde, aber auch Teile von QuickTime (wie z. B. das Dateiformat) in den MPEG-4-Standard übernommen wurden. Zudem existieren diverse Techniken (SMIL, HTML, Java, JavaScript etc.), mit denen ein QuickTime-Film (engl.: movie) mit (interaktiver) Steuerung ausgestattet werden kann.

QuickTime ist geeignet, Video- und Audiodateien über Internetseiten zu verbreiten, da es über Komprimierungs- und Streaming-Eigenschaften verfügt. Für das Streaming gibt es den QuickTime Streaming Server und die kostenlose Open-Source-Variante Darwin Streaming Server für Windows, Linux und Solaris. Beide Streaming-Server unterstützen sowohl QuickTime- als auch MPEG-4-Inhalte.

Das QuickTime-Framework kann neben dem QuickTime-Videoformat diverse andere Mediendateien wie z. B. (AVI, FLC, DV, MPEG, MP3, MIDI u.v.m.) verarbeiten und ist durch sein PlugIn-System um beliebige Medienarten und -Dateien (z. B. auch WMV, WMA, Ogg[2], etc.) erweiterbar. QuickTime kann auch sogenannte QuickTime-VR-Panoramen darstellen. Das ist eine von Apple entwickelte Technik, die es ermöglicht, einen dreidimensionalen Raum zu simulieren und zu verknüpfen.

Derzeit gibt es QuickTime für Windows nicht in einer 64-Bit-Version. Die vorhandene 32-Bit-Version lässt sich zwar auf 64-Bit-Versionen von Windows installieren, kann aber dort nicht von 64-Bit-Applikationen verwendet werden, da 64-Bit-Programme durchgängig mit 64-Bit arbeiten und somit keine 32-Bit-QuickTime-DLL aufrufen können. Professionelle 64-Bit-Programme wie z. B. 3ds Max, Softimage XSI und Maya müssen aktuell auf QuickTime-Import und -Export unter 64 Bit-Windows verzichten. Bis v2.1.2 lief QuickTime unter Windows 3.11 / NT 3.51. Die letzte unter Windows 98/Me lauffähige Version ist 6.5.2, Windows 2000 wird bis v7.1.6 unterstützt.

Mit QuickTime X, das Apple auf der WWDC 2009 vorgestellt hat und mit Mac OS X Snow Leopard am 28. August 2009 veröffentlichte, wurde das Interface des Players stark verändert und dem Betriebssystem angepasst. Außerdem wurde die Unterstützung von moderneren Codecs verbessert. Integriert wurde nun auch ein direkter Export nach YouTube und MobileMe, sowie eine Bildschirmaufnahmefunktion. Es gibt nun keine Pro-Version mehr, trotzdem kann man die aktuelle Version von Quicktime 7 Pro zusätzlich installieren.

Containerformat[Bearbeiten]

Das Containerformat der Multimedia-Architektur QuickTime von Apple trägt üblicherweise die Dateiendung .mov oder .qt. Ebenfalls gebräuchlich – in Abhängigkeit von den Funktionen – sind noch die Endungen .qtvr, .qti und .qtif. Die Speicherung erfolgt in sowohl sequenziell als auch hierarchisch organisierten Dateneinheiten, den sogenannten Atomen. Es kann daher neben chronologischen Informationen und Spurdaten, auch strukturelle und hierarchische Informationen und Zusammenhänge speichern. Durch einen speziellen Synchronisations-Layer eignet es sich zudem für das Streaming.

In der professionellen Film- und Postproduktion ist es aufgrund oben genannter Eigenschaften das übliche Format für den Austausch von Mediendaten (Video, Audio, Untertitel, Timecodes, Kapitelmarken, u.a.).

Es dient auch als Basis für das ISO-standardisierte MPEG-4-Dateiformat MP4.

Geschichte[Bearbeiten]

QuickTime 1.0 wurde am 25. Juni 1990 veröffentlicht, anfangs nur für die Macintosh-Plattform. Damit läutete Apple die Multimedia-Ära ein. In einer Größe von 156 × 116 Pixel konnten jetzt digitale Videos ohne zusätzliche externe Hardware abgespielt werden. Die Bildrate betrug damals ungefähr 10 Bilder pro Sekunde. Das war ein erheblicher Fortschritt, zumal damals viele Apple-Anwender noch mit monochromen Bildschirmen arbeiteten.

Der Siegeszug von QuickTime erfolgte mit der schnellen Verbreitung der CD-ROM und war gleichzeitig mit Grund für ihren Erfolg: Auf ihr konnten dank QuickTime multimediale und plattformübergreifende Videoinhalte veröffentlicht werden.

Bis zur dritten Version wurde QuickTime auch für IRIX (SGI) und Solaris (Sun Microsystems) entwickelt, danach jedoch eingestellt. Seither wurde von Mitgliedern der Open-Source-Gemeinschaft verschiedene Versuche (QuickTime 4 Linux[3], OpenQuicktime[4], OpenQTJ[5], etc.) unternommen, das QuickTime-Framework auch auf Linux zu portieren.

Die Internationale Organisation für Normung entschied sich 1998, im Rahmen ihrer Suche nach einem flexiblen und offenen Dateiformat als Basis für das Dateiformat von MPEG-4, für das QuickTime-Format.

QuickTime wird häufig zum Streaming von Audio- und Videosequenzen im Internet genutzt.

Die älteren Windows-Versionen von iTunes nutzen QuickTime, so dass dessen Verbreitung anstieg. Seit iTunes 10.5 nutzt sie jedoch kein QuickTime mehr.[6] Unter OS X ist QuickTime Bestandteil des Betriebssystems.

Evolution des QuickTime-Logos

Unterstützte Formate und Codecs[Bearbeiten]

Da QuickTime nahezu beliebig erweiterbar ist, werden grundsätzlich alle Dateiformate unterstützt. Es müssen nur die jeweils nötigen Komponenten in dieses Framework eingebunden sein. Standardmäßig werden folgende mit diesem geliefert:

Videocodecs Videodateiformate Audiocodecs Audiodateiformate Grafikformate
  • Animation
  • Apple BMP
  • Apple Pixlet Video
  • Apple ProRes 422
  • 8-Bit Uncompressed 4:2:2
  • 10-Bit Uncompressed 4:2:2
  • Cinepak
  • Component Video
  • DV, DVC
  • DV NTSC und PAL
  • DVCPRO HD 720p60
  • DVCPRO HD 1080i60
  • DVCPRO NTSC und PAL
  • DVCPRO50 NTSC
  • DVCPRO50 PAL
  • Graphics
  • H.261
  • H.262 (PlugIn)
  • H.263
  • H.264 (= MP4/AVC; MP4/Part 10; ITU H.26L)
  • JPEG 2000
  • Microsoft OLE
  • Microsoft Video 1
  • Motion JPEG A und B
  • MPEG-4 (Xvid[7])
  • Photo JPEG
  • Planar RGB
  • Sorenson Video
  • Sorenson Video 2
  • Sorenson Video 3
  • TGA
  • TIFF
  • Video
  • WMV (PlugIn)
  • AutoDesk FLC
  • ISO MPEG-1
  • ISO MPEG-2 (PlugIn)
  • ISO MPEG-4
  • Kaydara FBX (PlugIn)
  • Microsoft AVI
  • Microsoft WMV (PlugIn)
  • Motion Data AMC
  • On2 VP3 (PlugIn)
  • Panasonic DVCPro
  • QuickTime Movie (MOV)
  • Shockwave Flash
  • Sony DVCAM
  • Sony VDU
  • Streambox ACT (PlugIn)

QuickTime als professionelle Produktionsplattform[Bearbeiten]

QuickTime dient unter Mac OS X als systemweite Plattform für die Multimediaproduktion. Besonders deutlich wird das bei den Programmen AVID Media Composer, Final Cut Pro, DVD Studio Pro und Apple Motion, die alle auf QuickTime basieren. Auch Multimedia-Autorensysteme und Audio-/Videoprogramme (Mac und Windows) verwenden teilweise (wie z. B. Adobe Director, Adobe GoLive, Premiere, AfterEffects) oder ausschließlich (wie Tribeworks iShell, LiveStage Pro) die QuickTime-Technologie.

QuickTime Pro[Bearbeiten]

QuickTime Pro ist eine kostenpflichtige Erweiterung von Apple, welche den QuickTime-Player mit Aufzeichnungs- und erweiterten Editier-, Ausgabe- und Wiedergabefunktionen versieht. Zur Freischaltung dieser Pro-Funktionalitäten in der kostenlosen Version ist bei Apple ein Registriercode zu erwerben. In der neuesten Version (QuickTime X) gibt es nur noch eine kostenlose Version mit wenigen Speichermöglichkeiten. Damit hat Apple nach Ansicht vieler Videoproduzenten dem professionellen Anwender den Rücken gekehrt, um sich fortan vollends der Gruppe der reinen Konsumenten zu widmen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Frank Kastenholz, Michael Vogt: QuickTime 6, Galileo Design, 1. Auflage 2003, ISBN 3-89842-127-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. QuickTime-Lizenz
  2. Download der QuickTime Components der Xiph.Org Foundation für die Ogg-Vorbis und Ogg-Theora Formate
  3. QuickTime 4 Linux
  4. OpenQuicktime
  5. OpenQTJ
  6. http://www.zdnet.de/41557141/itunes-10-5-bringt-unterstuetzung-fuer-icloud-und-ios-5/
  7. Christoph Naegeli: XviD QuickTime Component, 2008-0331-0530 (2007), ETH Zürich, pass.