Mahan Air

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Mahan Air
هواپیمایی ماهان
Logo der Mahan Air
Airbus A310-300 der Mahan Air
IATA-Code: W5
ICAO-Code: IRM
Rufzeichen: MAHAN AIR
Gründung: 1991
Sitz: Teheran, IranIran Iran
Drehkreuz:

Teheran-Imam Khomeini

Heimatflughafen: Teheran-Mehrabad
Leitung: Hamid Arabnejad
Mitarbeiterzahl: ca. 1.600
Vielfliegerprogramm: Mahan & Miles
Flottenstärke: 51
Ziele: National und international

Mahan Air (persisch: هواپیمایی ماهان) ist die größte private iranische Fluggesellschaft mit Sitz in Teheran und Drehkreuz auf dem Imam Khomeini International Airport.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und erste Jahre[Bearbeiten]

Mahan Air wurde 1991 vom Sohn des damaligen iranischen Präsidenten Alī Akbar Hāschemī Rafsandschānī in Kerman – Hauptstadt der gleichnamigen, iranischen Provinz – gegründet. Der Hauptsitz des Unternehmens wurde später jedoch nach Teheran verlegt. Namenspatron ist die im Südosten des Landes gelegene Stadt Mahan in der Provinz Kerman.

1992 nahm Mahan Air den Flugbetrieb mit zwei Tupolew Tu-154M auf nationalen Routen auf. Schon bald darauf wurde mit Damaskus das erste Ziel im Ausland angesteuert. Ab 1994 bot Mahan Air zusätzlich Frachtflüge mit zwei Iljuschin Il-76TD an.

1997 geriet das Unternehmen, das in den wenigen Jahren ihres Bestehens zur zweitgrößten Fluggesellschaft hinter der staatlichen Iran Air herangewachsen war, in eine wirtschaftliche Schieflage, die jedoch durch umfassende Maßnahmen aus eigener Kraft korrigiert werden konnte. Mahan Air bietet heute 13 %[1] aller internationalen Verbindungen in den Iran an und hält einen Marktanteil von 8%[2] im Inlandsgeschäft.

Ab 1999 wurde die Flotte um westliche Flugzeugmuster ergänzt. Aufgrund des Handelsembargos gegen den Iran konnten jedoch keine Flugzeuge direkt von Airbus bzw. Boeing erworben werden, sondern mussten auf dem Gebrauchtmarkt aus Ländern beschafft werden, die zu diesem Zeitpunkt das Handelsembargo nicht unterstützen. So wurden sukzessive gebrauchte Airbus-Modelle der Typen A300 und A310 beschafft.

Entwicklung seit 2000[Bearbeiten]

Seit 2001 ist Mahan Air Mitglied der International Air Transport Association (IATA).

Ab 2002 sollten sechs Airbus A310-300 von Turkish Airlines übernommen werden. Es wurden jedoch nur zwei Flugzeuge an Mahan Air übereignet. Mit diesen Flugzeugen war es Mahan Air möglich, internationale Verbindungen zu weiter entfernten Zielen aufzunehmen. So wurden neben Bangkok, Delhi und Dschidda ab dem Frühjahr 2002 auch Düsseldorf und später Birmingham und Manchester in den Flugplan aufgenommen. Weitere nationale und internationale Ziele folgten. Bereits 2003 ging Mahan Air mit der Düsseldorfer LTU eine Kooperation ein und bot ihren Passagieren ab Düsseldorf Anschlussflüge zu ausgewählten, nordamerikanischen Zielen im Streckennetz der LTU an. Diese Kooperation ist inzwischen beendet, da LTU nach der Übernahme durch Air Berlin als eigenständiges Unternehmen nicht mehr existiert.

Nach Eröffnung des neu errichteten Imam Khomeini International Airport im Mai 2004, verlagerte Mahan Air den Großteil des Flugbetriebes an den circa 30 Kilometer südwestlich Teherans gelegenen Flughafen und versuchte durch ein ansprechendes Preis-Leistungs-Verhältnis, diesen als Drehkreuz zwischen ihren europäischen und asiatischen Destinationen zu etablieren. Der nach internationalen Standards lizenzierte Wartungsstützpunkt, der u. a. von der staatlichen Iran Air und Sogerma unterhalten wird, bleibt vorerst am alten Mehrabad International Airport bis zu dessen Schließung.

Im selben Jahr wurden im Wetlease zunächst je ein Airbus A320-200 bzw. A321-200 der Düsseldorfer Blue Wings unter Vertrag genommen, die die russischen Tupolevs ersetzen sollten. Bis zu acht Exemplare der A320-Familie sollten beschafft werden, jedoch konnten bis 2007 nur zwei A320-200 der Blue Wings eingeflottet werden – ein weiteres Exemplar wird im Leasing von der armenischen Blue Sky betrieben, die auch weitere Flugzeuge anderer Muster für Mahan Air betreibt.

Im Juli 2007 belegten die britischen Luftfahrtbehörden Mahan Air mit einem Landeverbot für sämtliche Flugplätze in Großbritannien. Es wurde u. a. das Fehlen des gesetzlich vorgeschriebenen Traffic Collision Avoidance System (TCAS) und des Enhanced Ground Proximity Warning System (EGPWS) bemängelt. Im September desselben Jahres folgte die Europäische Kommission der Argumentation der britischen Behörden und nahm Mahan Air schließlich in die Liste der Betriebsuntersagungen für den Luftraum der Europäischen Union auf.[3] Bei der routinemäßigen, halbjährlichen Überprüfung dieser Liste, stellte die Europäische Kommission Mahan Air eine Aufhebung des Einflugverbotes in Aussicht, da man auf dem besten Weg sei, die beanstandeten Mängel vollständig zu beseitigen.[4] Dies erfolgte am 24. Juli 2008.[5]

Im Jahr 2011 haben die USA die iranische Fluggesellschaft Mahan Air auf eine “Schwarze Liste” gesetzt. Damit würden alle Vermögenswerte der Airline in den Vereinigten Staaten eingefroren, US-Bürgern seien Geschäftsbeziehungen mit dem Unternehmen untersagt. Hintergrund soll der angeblich vom Iran geplante Anschlag auf den saudi-arabischen Botschafter in den USA sein. Laut Angaben des US-Finanzministeriums unterstütze Mahan Air jene Einheiten der iranischen Revolutionsgarden, die hinter den mutmaßlichen Attentatsplänen stecken sollen. [6]

Flugziele[Bearbeiten]

Mahan Air bedient zahlreiche Ziele innerhalb des Iran und Metropolen im Nahen Osten wie beispielsweise Dammam, Bagdad, Dubai, Kuwait und Damaskus sowie international Almaty, Shanghai, Bangkok, Phuket, Kuala Lumpur und Delhi. In Europa werden gegenwärtig Düsseldorf und Istanbul angeflogen.

Flotte[Bearbeiten]

Ein Airbus A300B4 der Mahan Air

Mit Stand September 2014 besteht die Flotte der Mahan Air aus 51 Flugzeugen[7] mit einem Durchschnittsalter von 23,7 Jahren[8]:

Wegen der Handelssanktionen gegen den Iran ist es Mahan Air nicht möglich, Flugzeuge westlicher Produktion direkt vom Hersteller zu beziehen. Mahan Air bezieht daher ihre Flugzeuge auf dem Gebraucht- und Leasingmarkt. Zuletzt erwarb Mahan Air über einen Zwischenhändler die ehemalige Regierungsmaschine der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung von Typ Airbus A310-300 mit dem Namen "Theodor Heuss", welche im Juni 2010 das letzte Mal für die deutsche Bundesregierung geflogen war.[9]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Mahan Air verzeichnet in ihrer Geschichte bisher keine Unfälle mit Todesopfern. Aufgrund von zwischenzeitlich behobenen Sicherheitsmängeln[10][11]. stand sie jedoch von September 2007 bis Juli 2008 auf der Liste der Betriebsuntersagungen für den Luftraum der Europäischen Union.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mahan Air – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arabianbusiness.com Mahan Air makes waves vom 1. Februar 2007
  2. Arabianbusiness.com Making waves vom 1. März 2007
  3. EUR-Lex.Europa.eu Verordnung (EG) Der Kommission Nr. 1043/2007 (PDF; 73 kB) vom 11. September 2007
  4. Airliners.de EU hebt Landeverbot für Pakistan International Airlines auf vom 28. November 2007
  5. a b http://www.aero.de/news.php?varnewsid=6911
  6. [1] abgerufen am 2. November 2011
  7. ch-aviation.ch - Mahan Air (englisch) abgerufen am 19. Juli 2013
  8. airfleets.net - Fleet age Mahan Air (englisch) abgerufen am 19. Juli 2013
  9. spiegel.de - Iranische Airline kauft ausgemusterten Kanzler-Jet 20. November 2011
  10. Aviation-Safety.net offizieller Zwischenbericht
  11. Meldung bei The Aviation Herald