Mayrhofen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Mayrhofen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Mayrhofen
Wappen von Mayrhofen
Mayrhofen (Österreich)
Mayrhofen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Schwaz
Kfz-Kennzeichen: SZ
Fläche: 178,79 km²
Koordinaten: 47° 10′ N, 11° 52′ O47.16777777777811.863722222222633Koordinaten: 47° 10′ 4″ N, 11° 51′ 49″ O
Höhe: 633 m ü. A.
Einwohner: 3.858 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 22 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6290
Vorwahl: 05285
Gemeindekennziffer: 7 09 20
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 409
6290 Mayrhofen
Website: www.mayrhofen.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Günter Fankhauser (Mayrhofner Gemeinschaftsliste)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
7 Mayrhofner Gemeinschaftsliste - Bürgermeister Günter Fankhauser
6 Team Eberharter - Hand drauf
2 Ausweg mit Vizebürgermeister Hans Gasser LISTE 3
Lage der Marktgemeinde Mayrhofen im Bezirk Schwaz
Achenkirch Aschau im Zillertal Brandberg Bruck am Ziller Buch in Tirol Eben am Achensee Finkenberg Fügen Fügenberg Gallzein Gerlos Gerlosberg Hainzenberg Hart im Zillertal Hippach Jenbach Kaltenbach Mayrhofen Pill Ramsau im Zillertal Ried im Zillertal Rohrberg Schlitters Schwaz Schwendau Stans Steinberg am Rofan Strass im Zillertal Stumm Stummerberg Terfens Tux Uderns Vomp Weer Weerberg Wiesing Zell am Ziller Zellberg TirolLage der Gemeinde Mayrhofen im Bezirk Schwaz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Der Dorfplatz von Mayrhofen
Der Dorfplatz von Mayrhofen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Mayrhofen ist eine Marktgemeinde mit 3858 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Zillertal und gehört zum Bezirk Schwaz in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Zell am Ziller. Mayrhofen ist heute als Wintersportort für alpines Skifahren bekannt.

Das Gemeindeamt von Mayrhofen
Römisch-katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Bahnhof der Zillertalbahn
Europahaus

Geografie[Bearbeiten]

Mayrhofen liegt im hinteren Zillertal östlich des Ziller bzw. des Zemmbachs, am Ende des Tales, wo sich mehrere Seitentäler bzw. „Gründe“ vereinen: Zemmtal, Stilluptal, Zillergrund und das Tuxertal. Das Gemeindegebiet umfasst unter anderem den Ochsner (3107 m), Zsigmondyspitze (3089 m), Floitenturm (2805 m) und an der Grenze zu Italien den Großen Löffler (3379 m), alle in den Zillertaler Alpen gelegen. An der Gemeindegrenze steht die Berliner Hütte.

Mayrhofen ist flächenmäßig die viertgrößte Gemeinde Tirols. Sie besteht aus den Ortsteilen Straß, Hollenzbrücke, Dorf-Haus, Edenlehen, Hochstegen, Rauchenwald, Kumbichl, Dornau, Laubichl, Durst, Hollenzen, Eckartau und Ginzling. Diese liegen zum Teil weit auseinander.

Ginzling hat ein für Tirol besonderes Ortsstatut: der Ortsteil rechts des Zemmbachs gehört zu Mayrhofen, der Ortsteil links davon (Dornauberg) zu Finkenberg. Ginzling hat einen eigenen Ortsausschuss mit einem Ortsvorsteher.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Ahrntal (Südtirol), Brandberg, Finkenberg, Ramsau im Zillertal und Schwendau.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Siedler im Mayrhofener Raum sind vermutlich von Süden über die Joche gekommen. Sie prägten die vorgermanischen Namen wie Ziller, Stillupp, Tux, Zemm und Floite. Der Name Mayrhofen geht auf einen bischöflichen Meierhof zurück. Der Ort wurde um 1200 in einem Urbar des Erzstiftes Salzburg erstmals urkundlich genannt. Bis 1801 gehörte Mayrhofen zur Hauptmannschaft Pramberg, dem heutigen Brandberg, ab dann erscheint es als eigenständige Hauptmannschaft, aus der mit der Zeit die Gemeinde Mayrhofen entstand. 1816, nach dem Wiener Kongress, kam Mayrhofen wie der ganze übrige Teil des salzburgischen Zillertals zu Tirol. 1837 mussten 427 Zillertaler Protestanten (Zillertaler Inklinanten) ihre Heimat verlassen, darunter auch viele Mayrhofener Familien.

Der Tourismus entwickelte sich mit der 1879 eröffneten Berliner Hütte, der bald weitere Schutzhütten in den Zillertaler Alpen folgen sollten. Ein weiterer Impuls brachte die 1902 eröffnete Zillertalbahn. Die Tausend-Mark-Sperre sorgte für einen empfindlichen Rückgang der Nächtigungszahlen. Erich Kästner verbrachte 1945 drei Monate im Ort und erlebte dort das Kriegsende. Seine Erlebnisse in Mayrhofen hat er in seinem Buch Notabene 45 festgehalten.[1]

Der Bau von Liften (1954 Penkenbahn, 1969 Ahornbahn)[2] ließ Mayrhofen zu einem international bekannten Ferienort heranwachsen.

1969 wurde Mayrhofen zur Marktgemeinde erhoben. 1973 wurde der Gemeinde die "Ehrenfahne des Europarates" in Straßburg verliehen. 1989 wurde sie vom Europarat mit der "Ehrenplakette" ausgezeichnet. Für vorbildliche Umwelt- und Ortsbildpflege erhielt Mayrhofen 1980 vom österreichischen Gemeindebund eine wertvolle Auszeichnung. Als Gründungsmitglied des 1. Europäischen Partnerschaftsringes ist Mayrhofen mit den Städten Cabourg (Frankreich), Bad Mondorf (Luxemburg), Chur (Schweiz), Terracina (Italien) und Bad Homburg (Deutschland) freundschaftlich verbunden und es werden seit 1947 zum Erlernen der deutschen Sprache in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck internationale Hochschulsprachkurse abgehalten.

In Mayrhofen finden regelmäßig verschiedene Fortbildungen für Anästhesisten statt, zum Beispiel das Repetitorium Anaesthesiologicum, daher wird der Ort als Synonym für diese Fortbildungsveranstaltung in diesen Fachkreisen benutzt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mayrhofen

Die neue Ahornbahn, die im Dezember 2006 in Betrieb genommen wurde, ist mit ihren 160-Personen-Kabinen die größte Pendelbahn Österreichs. Zu erwähnen ist noch die Schneekarhütte, ein pyramidenförmiges Gebäude am Horberg auf einer Höhe von 2250 m ü. A. Die Hausererschanze ist die Hausschanze des ehemaligen Spitzenspringers Martin Höllwarth.

Zwischen 1990 und 1993 wurden alle vier Folgen der Serie Die Piefke-Saga von Felix Mitterer in Mayrhofen und Umgebung gedreht. In der Serie heißt der Ort aber „Lahnenberg“.

Wirtschaft und Tourismus[Bearbeiten]

Der Winter-, Sommer- und Kongresstourismus (Europahaus) sorgt für etwa 1,3 Millionen Übernachtungen jährlich und macht Mayrhofen zum zweitstärksten Tourismusort in Tirol. In Mayrhofen liegt das Wintersportgebiet Ski Zillertal 3000. Daran angeschlossen ist entsprechende Infrastruktur im Handels-, Gewerbe- und Dienstleistungsbereich. Mayrhofen hat sich seit den 1960er Jahren zu einer lebhaften Wintersportregion entwickelt, die mit Kneipen, Bars und Après-Ski vor allem auf junge Erwachsene abzielt.[3] Mayrhofen verfügt heute über 35 Hotels und zahlreiche Pensionen, Ferienwohnungen und Appartementhäuser sowie mehrere Restaurants und Gaststätten.

Der Wochenspeicher Stillup und das Krafthaus in Mayrhofen belegen die Bedeutung des Ortes für die Energiewirtschaft.

Verkehr[Bearbeiten]

Mayrhofen ist über die Zillertalstraße B169 erreichbar, die bei Wiesing von der Inntalautobahn A12 abzweigt. Der Ort ist auch Endstation der Zillertalbahn. Mayrhofen ist Ausgangspunkt der Penkenbahn und der Ahornbahn.

Partnerschaften[Bearbeiten]

DeutschlandDeutschland Bad Homburg vor der Höhe (Deutschland)
LuxemburgLuxemburg Bad Mondorf (Luxemburg)
DeutschlandDeutschland Bad Tölz (Deutschland)
FrankreichFrankreich Cabourg (Frankreich), Region Basse-Normandie, seit 1956
SchweizSchweiz Chur (Schweiz)
ItalienItalien Terracina (Italien)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mayrhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43365743.html
  2. http://www.mayrhofner-bergbahnen.com/?gclid=CNPE6YfCqbUCFVHLtAodGmQA5w
  3. http://www.spiegel.de/reise/europa/skifahren-im-zillertal-harakiri-am-hang-a-806888.html