Zeithain
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
|---|---|---|---|
![]() |
|
||
| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Sachsen | ||
| Direktionsbezirk: | Dresden | ||
| Landkreis: | Meißen | ||
| Höhe: | 98 m ü. NN | ||
| Fläche: | 81,51 km² | ||
| Einwohner: | 6384 (31. Dez. 2007)[1] | ||
| Bevölkerungsdichte: | 78 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 01619 | ||
| Vorwahl: | 03525 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | MEI (alt: RG) | ||
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 27 360
|
||
| Gemeindegliederung: | 11 Ortsteile | ||
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Hauptstraße 36 a 01619 Zeithain |
||
| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Hannes Berger (FDP) | ||
Zeithain ist eine verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde im Zentrum des Landkreises Meißen im Freistaat Sachsen bei Strehla und Riesa.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Ortsteile
Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Röderau-Bobersen, Cottewitz, Gohlis, Jacobsthal, Kreinitz, Lorenzkirch, Moritz, Neudorf, Promnitz, Zeithain und Zschepa.[2]
[Bearbeiten] Geografie und Verkehr
Die Gemeinde liegt am Rande der Elbaue am Übergang zur Großenhainer Pflege. Die Nachbarstädte sind die Stadt Großenhain (14 km), Gröditz (12 km) und Riesa (5 km). Die Gemeinde liegt an der Kreuzung der Bundesstraßen B 169 und B 98. Die Bahnstrecken Riesa–Elsterwerda und Riesa - Falkenberg verlaufen durch das Gemeindegebiet. Für den Personenverkehr steht der Haltepunkt Zeithain zur Verfügung. Hinzu kommen gegenwärtig sieben Regionalbuslinien.
Die Ortsteile Röderau-Bobersen, Lorenzkirch, Zschepa, Gohlis und Kreinitz wurden in den letzten Jahren zweimal durch das Elbehochwasser schwer betroffen.
[Bearbeiten] Geschichte
1730 veranstaltete August der Starke das „Lustlager von Zeithain“, eine gigantische Militärparade, bei der Tausende von hölzernen Tellern in die Elbe geworfen wurden (Gustav Nieritz schrieb darüber eine Erzählung) und ein großes Stollenmesser zum Schneiden von Christstollen zum Einsatz kam. Beim Dorf Streumen wurde ein Opernhaus erbaut.
Vor und im 2. Weltkrieg gab es den Truppenübungsplatz und die Heeresmunitionsanstalt in Zeithain. Ab Mitte 1941 wurde in Zeithain das Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlager Stalag 304 (IV H) Zeithain als ein Zweiglager des Stalag IV B Mühlberg von der Wehrmacht betrieben. Es kam zu Tausenden von Toten unter den überwiegend sowjetischen Gefangenen. Nach dem 8. September 1943 trafen mehrere Transporte mit italienischen Kriegsgefangenen aus Armeelazaretten ein, sie wurden als Italienische Militärinternierte (IMI) bezeichnet. Die ab 1984 errichtete Gedenkstätte erinnerte als erste in Deutschland nur an sowjetische Kriegsgefangene.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Sächsisches Feuerwehrmuseum Zeithain
- Bockwindmühle Zschepa
- Tiergehege Jacobsthal
- Naturschutzgebiet Gohrisch-Heide
- Ehrenhain des Kriegsgefangenenlagers Zeithain
- Gedenkstein an das erste Treffen der US Army und der Roten Armee 1945 in Kreinitz
- Gedenkstein neben dem Gemeindeamt Moritzstraße 2 zur Erinnerung an die kommunistischen Hitlergegner Arthur Schöne und Walther Wenzel, die von SA-Männern inhaftiert wurden und zwischen 1933 und 1940 ums Leben kamen
[Bearbeiten] Vereine
Durch die Eingemeindungen existieren eine Vielzahl an Vereinen die zur Gemeinde Zeithain gehören so die SG Kreinitz, die SV Königsblau Gohlis, die SV Röderau-Bobersen, der TuS Röderau-Bobersen e.V. und der SV Sachsen Zeithain.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter des Ortes
- Friedrich Immanuel Schwarz, (1728-1786), lutherischer Theologe und Pädagoge
- Max Hoelz (1889-1933), Revolutionär, im Ortsteil Moritz geboren
- Frieder Andrich (*1948), ehemaliger deutscher Fußballspieler
- Ulf Kirsten , (*1964) ehemaliger Fußball-Nationalspieler
- Willi Arlt (* 1919 -1947 in sowj.Kriegsgefangenschaft), SV Bobersen und Riesaer SV-Fußballspieler, Jüngster damaliger Nationalspieler unter Sepp Herberger (11 Spiele 1938-1942)
[Bearbeiten] Literatur
- Jörg Osterloh: Ein ganz normales Lager. Das Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlager 304 (IV H) Zeithain 1941 bis 1945 Hrsg. Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Kiepenheuer, Leipzig 1997 (Schriftenreihe, 2) ISBN 3-378-01018-5
- Walter Donath: Ehrenhain Zeithain. Den Toten zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung Hrsg: SED-Kreisleitung Riesa, Kommission zur Wahrung und Weiterführung der revolutionären Traditionen der Arbeiterbewegung u. des antifaschistischen Widerstandskampfes; in Verbindung mit der Kommission zur Erforschung d. Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung. Verlagsort: Riesa, 1985
- Hans Beschorner: Beschreibungen und bildliche Darstellungen des Zeithainer Lagers von 1730, in: NASG 27, 1906, S. 103-151 und NASG 28, 1907, S. 200-252
- Maria Vittoria Zeme: "...und entzünde eine Funken Hoffnung." Tagebuch der ehemaligen italienischen Rotkreuzschwester M V Zeme.
[Bearbeiten] Fußnoten und Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung
- ↑ Homepage des Elbe-Röder-Dreieck e.V.
[Bearbeiten] Weblinks
Coswig | Diera-Zehren | Ebersbach | Glaubitz | Gröditz | Großenhain | Hirschstein | Käbschütztal | Ketzerbachtal | Klipphausen | Lampertswalde | Leuben-Schleinitz | Lommatzsch | Meißen | Moritzburg | Nauwalde | Niederau | Nossen | Nünchritz | Priestewitz | Radebeul | Radeburg | Riesa | Röderaue | Schönfeld | Stauchitz | Strehla | Tauscha | Thiendorf | Triebischtal | Weinböhla | Weißig a. Raschütz | Wildenhain | Wülknitz | Zabeltitz | Zeithain


