Zeithain

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Zeithain
Zeithain
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Zeithain hervorgehoben
51.33333333333313.3598Koordinaten: 51° 20′ N, 13° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Dresden
Landkreis: Meißen
Höhe: 98 m ü. NN
Fläche: 81,51 km²
Einwohner:

6.157 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01619
Vorwahlen: 03525, 035264 (Lorenzkirch)
Kfz-Kennzeichen: MEI
Gemeindeschlüssel: 14 6 27 360
Gemeindegliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 36 a
01619 Zeithain
Webpräsenz: www.zeithain.de
Bürgermeister: Hannes Berger (parteilos)
Lage der Gemeinde Zeithain im Landkreis Meißen
Coswig (Sachsen) Diera-Zehren Ebersbach (bei Großenhain) Glaubitz Gröditz Großenhain Hirschstein Käbschütztal Ketzerbachtal Klipphausen Lampertswalde Leuben-Schleinitz Lommatzsch Meißen Moritzburg Nauwalde Niederau Nossen Nünchritz Priestewitz Radebeul Radeburg Riesa Röderaue Schönfeld Stauchitz Strehla Tauscha Thiendorf Triebischtal Weinböhla Lampertswalde Wülknitz Zeithain Sachsen Dresden Landkreis Bautzen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Zeithain ist eine verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde im Nordwesten des Landkreises Meißen im Freistaat Sachsen bei Strehla und Riesa.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ortsteile

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile:[2]

  • Röderau-Bobersen
  • Cottewitz
  • Gohlis
  • Jacobsthal
  • Promnitz
  • Zeithain
  • Zschepa

[Bearbeiten] Geografie und Verkehr

Die Gemeinde liegt am Rande der Elbaue am Übergang zur Großenhainer Pflege. Die Nachbarstädte sind die Stadt Großenhain (14 km), Gröditz (12 km) und Riesa (5 km). Die Gemeinde liegt an der Kreuzung der Bundesstraßen 169 und 98. Die Bahnstrecken Riesa–Elsterwerda und Riesa–Falkenberg verlaufen durch das Gemeindegebiet. Für den Personenverkehr steht der Haltepunkt Zeithain zur Verfügung. Hinzu kommen gegenwärtig sieben Regionalbuslinien.

Die Ortsteile Röderau-Bobersen, Lorenzkirch, Zschepa, Gohlis und Kreinitz wurden in den letzten Jahren zweimal durch das Elbehochwasser schwer betroffen.

[Bearbeiten] Geschichte

1730 veranstaltete August der Starke das „Lustlager von Zeithain“, eine gigantische Militärparade und Heerschau. Im Verlauf dieser Veranstaltung, die als das „Spektakel des Jahrhunderts“ gilt, wurden unter anderem Tausende von hölzernen Tellern in die Elbe geworfen. Der sächsische Schriftsteller Gustav Nieritz schrieb darüber eine Erzählung. Außerdem kam das berühmte „Große Stollenmesser“ zum Schneiden eines Riesenchriststollens zum Einsatz, woran das seit 1994 stattfindende Dresdner Stollenfest erinnern soll. Beim in der Gegenwart zu Wülknitz gehörenden Dorf Streumen wurde extra ein prächtiges Opernhaus speziell für das Lustlager errichtet, wo Komödien und Lustspiele aufgeführt wurden.

Vor und im 2. Weltkrieg gab es den Truppenübungsplatz und die Heeresmunitionsanstalt in Zeithain. Ab Mitte 1941 wurde in Zeithain das Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlager Stalag 304 (IV H) Zeithain als ein Zweiglager des Stalag IV B Mühlberg von der Wehrmacht betrieben. Es kam zu Tausenden von Toten unter den überwiegend sowjetischen Gefangenen. Nach dem 8. September 1943 trafen mehrere Transporte mit italienischen Kriegsgefangenen aus Armeelazaretten ein, sie wurden als Italienische Militärinternierte (IMI) bezeichnet. Die ab 1984 errichtete Gedenkstätte erinnerte als erste in Deutschland nur an sowjetische Kriegsgefangene.

Eingemeindungen

Kleintrebnitz wurde am 1. Januar 1957 eingemeindet. Neudorf kam am 1. April 1970 hinzu. Die ehemaligen Gemeinden Jacobsthal, Kreinitz und Lorenzkirch gehören seit dem 1. Januar 1994 zu Zeithain.[3] Am 1. Januar 1999 folgte dann noch Gohlis.[4] Gohlis und Lorenzkirch gehörten früher zum Kreis Oschatz. Am 1. Juli 2002 wurde die Gemeinde Röderau-Bobersen, bestehend aus den Ortsteilen Moritz, Promnitz und Röderau-Bobersen, eingemeindet.[5]

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 50,5 % zu folgendem Ergebnis:[6]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 38,5 % 7
BIG 35,1 % 7
Linke 16,1 % 3
FDP 5,9 % 1

[Bearbeiten] Partnergemeinden

Die deutschen Gemeinden Teningen und Hausen ob Verena in Baden-Württemberg sowie Todtenweis in Bayern sind Partnergemeinden von Zeithain.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain
Wasserturm in Neudorf

[Bearbeiten] Vereine

Durch die Eingemeindungen existieren eine Vielzahl an Vereinen die zur Gemeinde Zeithain gehören so die SG Kreinitz, die SV Königsblau Gohlis, die SV Röderau-Bobersen, der TuS Röderau-Bobersen e. V. und der SV Sachsen Zeithain. Auf kulturellem Gebiet ist der Kulturverein Kreinitz e.V. sehr aktiv. Er betreibt das Museum der Begegnung in Kreinitz. Hier werden zahlreiche Ausstellungsstücke zum ersten Aufeinandertreffen von russischen und amerikanischen Truppen am 25. April 1945 gezeigt. Eine Ausstellung zur Dorfgeschichte und ein Schulmuseum, welches über die 300 jährige Geschichte der Schulentwicklung in Kreinitz berichtet, sind hier ebenfalls zu finden. Das Museum wurde am 25. April 2010 anlässlich des 65. Jahrestages der Begegnung an der Elbe feierlich eingeweiht und erfreut sich seitdem einer wachsenden Beliebtheit.

[Bearbeiten] Söhne und Töchter des Ortes

  • Max Hoelz (1889–1933), Revolutionär, im Ortsteil Moritz geboren
  • Frieder Andrich (* 1948), ehemaliger deutscher Fußballspieler
  • Ulf Kirsten (* 1964), ehemaliger Fußball-Nationalspieler, aus dem Ortsteil Gohlis
  • Willi Arlt (* 1919–1947 in sowj. Kriegsgefangenschaft), SV Bobersen und Riesaer SV-Fußballspieler, Jüngster damaliger Nationalspieler unter Sepp Herberger (11 Spiele 1938-1942)

[Bearbeiten] Literatur

  • Jörg Osterloh: Ein ganz normales Lager. Das Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlager 304 (IV H) Zeithain 1941 bis 1945 Hrsg. Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Kiepenheuer, Leipzig 1997 (Schriftenreihe, 2) ISBN 3-378-01018-5
  • Walter Donath: Ehrenhain Zeithain. Den Toten zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung Hrsg: SED-Kreisleitung Riesa, Kommission zur Wahrung und Weiterführung der revolutionären Traditionen der Arbeiterbewegung u. des antifaschistischen Widerstandskampfes; in Verbindung mit der Kommission zur Erforschung d. Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung. Verlagsort: Riesa, 1985
  • Hans Beschorner: Beschreibungen und bildliche Darstellungen des Zeithainer Lagers von 1730, in: NASG 27, 1906, S. 103-151 und NASG 28, 1907, S. 200-252
  • Maria Vittoria Zeme: ...und entzünde eine Funken Hoffnung. Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung der Technischen Universität Dresden, Dresden 1996, ISBN 978-3-9805527-2-1
  • Stanislaw Iwankiewicz: Polski Szpital Wojskowy w Zeithain. Akademia Medyczna im. Piastow Slaskich we Wrocławiu, Wrocław 2000, ISBN 83-7055-342-7
  • Zeithain. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 13. Band, Zwickau 1826, S. 439–443.
  • Cornelius Gurlitt: Zeithain. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 37. Heft: Amtshauptmannschaft Großenhain (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1914, S. 503.

[Bearbeiten] Fußnoten und Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. Homepage des Elbe-Röder-Dreieck e. V.
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  5. Sächsisches Amtsblatt S. 747 vom 4. Juli 2002. Gebietsänderungen ab 1. Januar 2002 bis 31. Dezember 2002 auf www.statistik.sachsen.de
  6. Statistik Sachsen

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Zeithain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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