Weinböhla
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Regierungsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Meißen | |
| Höhe: | 148 m ü. NN | |
| Fläche: | 19,01 km² | |
| Einwohner: | 10.191 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 536 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 01686–01689 | |
| Vorwahl: | 035243 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MEI | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 2 80 440 | |
| Gemeindegliederung: | 2 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Rathausplatz 2 01689 Weinböhla |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Reinhart Franke | |
Der staatlich anerkannte Erholungsort Weinböhla ist eine kreisangehörige Gemeinde im sächsischen Landkreis Meißen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Geographische Lage
Weinböhla liegt im dicht besiedelten Elbtalkessel an einem Südwesthang der Elbtalsenke zwischen Meißen und Coswig, mit letzterem ist die Gemeinde zusammengewachsen. Westlich von Weinböhla erstreckt sich die Nassau, östlich der Friedewald. Die genaue geografische Lage liegt bei 51° 10' nördlicher Breite und 13° 34' östlicher Länge am Standort des ehemaligen Postamtes. Der nordöstlichste Punkt des Gemeindegebietes stellt der Heidehof im Friedewald dar, der südlichste der Spitzberg an der Grenze zu Coswig und der westlichste liegt am Gabenreichbach in der Nassau. Tiefster Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 104 m ü. NN ebenfalls am Gabenreichbach in der Nassau, höchster Punkt ist mit 209 m der Aussichtspunkt des Wartturmes (Ruine).
Die Fläche der Gemeinde umfasst 19,01 km².
[Bearbeiten] Geologie
Prägend für die Geologie von Weinböhla sind vor allem die in der Kreidezeit entstandenen Ton- und Kalkmergelablagerungen, die die Grundlage für die frühere Kalkindustrie der Gemeinde darstellten sowie der namensgebende Heidesand. Dieser wurde während der Saaleeiszeit durch abschmelzende Gletscher bis in das Elbtal getragen. Bei den Gesteinen sind vor allem Syenit als Gestein des Lausitzer Flurs und der kieselsäurereichere Granit vorherrschend. Weitere Gesteine sind Porphyritvorkommen, Gneis und Quarzitsteine.
Größtes Gewässer ist der Gabenreichbach.
[Bearbeiten] Klima
Das Elbtal gehört zur gemäßigten mitteleuropäischen Klimazone. Besonders für den Weinbau begünstigend ist die jährliche Sonnenscheindauer, die 1500 bis 1700 Stunden im Jahr beträgt.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Angrenzende Gemeinden im Landkreis Meißen sind die Städte Coswig und Meißen sowie die Gemeinden Moritzburg und Niederau.
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Weinböhla besteht aus den Ortsteilen Weinböhla und Neuer Anbau.
[Bearbeiten] Geschichte
Weinböhla wurde erstmals 1349/50 im Lehnbuch Friedrich des Strengen als „Bel“ erwähnt, abgeleitet aus dem altsorbischen „bela“ (weiß, hell). Diese ursprüngliche Ortsbezeichnung ist auf die sonnige Hanglage und die vorherrschenden Heidesandböden zurückzuführen. In dieser Zeit wurde wahrscheinlich auch die alte Martinskirche inmitten des Ortskernes erbaut. Wie damals weist dieser auch heute noch die Form eines sorbischen Rundlings auf, später dehnten sich die Ansiedlungen als erweitertes Platzdorf nach Norden aus.
Die Beisilbe "Wein-" erhielt der Ort erstmals 1513, da hier durch die klimatisch begünstigte Südhanglage bereits damals Wein angebaut wurde. Nach mehrfach wechselnden Schreibweisen des Ortsnamens wird die Gemeinde seit 1692 stets als "Weinböhla" bezeichnet.
Neben der Landwirtschaft und dem Weinanbau hatte zwischen 1793 und 1870 der Kalkabbau eine sehr große Bedeutung.
Ab Ende des neunzehnten Jahrhunderts begann sich der Ort in seiner jetzigen Struktur zu entwickeln. Zwischen 1890 und dem Beginn des Ersten Weltkrieges erlebte Weinböhla eine enorme Bautätigkeit, wobei der gesamte obere Ortsteil entstand.
Das preiswerte Bauland, die Nähe zu Dresden und Meißen, die schöne landschaftliche Lage und die bereits damals schon günstige Verkehrsanbindung bewogen viele gutsituierte Leute, sich hier anzusiedeln. Das Kaiserliche Gesundheitsamt Berlin empfahl Weinböhla als Luftkurort.
Nachdem die Folgen des Krieges und der Inflation überwunden waren, entstand 1927 das neue Rathaus und nochmals zwei neue Wohnsiedlungen. 1931 wurde Weinböhla durch den Straßenbahnanschluss unmittelbar mit der Landeshauptstadt Dresden verbunden. Sehr wichtig war auch der Spargelanbau in den Zwanziger und Dreißiger Jahren und der intensive Obst- und Gemüseanbau bis in die heutige Zeit hinein. Das Liefergebiet der ansässigen Betriebe reichte bis nach Berlin.
Seit 1990 ist Weinböhla dabei, durch umfangreiche Baumaßnahmen eine moderne Infrastruktur zu schaffen, den alten Ortskern zu sanieren und ein neues Verkehrskonzept umzusetzen.
Die Neugestaltung des Rathausplatzes, komfortable Beherberungsstätten und Freizeiteinrichtungen sowie eine Vielzahl neuer Wohnungsbauten lassen den Ort für Gäste und Einwohner ständig attraktiver werden.
Nach der Rekonstruktion des Zentralgasthofs, Grundsteinlegung zum neuen Foyer war am 1. August 1997, steht hier seit 1999 wieder ein Veranstaltungszentrum mit überregionaler Bedeutung zur Verfügung.
Anlässlich der 650 Jahr-Feier Weinböhlas, wurde während der Jubiläumsfestwoche die Weinböhlaer Ortschronik herausgegeben.
[Bearbeiten] Religionen
Es gibt eine Evangelisch-Lutherische (St. Martinskirche) und eine Römisch-Katholische Kirche in Weinböhla.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):
- 1960 - 10.278
- 2002 - 10.406
- 2004 - 10.333
- 2005 - 10.318
Datenquelle ab 2002: Statistisches Landesamt Sachsen
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Der Gemeinderat der Gemeinde Weinböhla:
- CDU: 9 Sitze + Bürgermeister
- Die Linke: 1 Sitz
- SPD: 1 Sitz
- BIW (Bürgerinitiative Weinböhla): 6 Sitze
[Bearbeiten] Wappen
Das Weinböhlaer Wappen geht auf ein Siegelbild des Individualhufenverzeichnisses aus dem Jahr 1764 zurück. Die Blasonierung lautet: „In Silber eine freischwebende blaue Weintraube an hohem grünen Reis mit zwei über ein schwarzes Stützholz gebogenen, sich nach außen neigenden Blättern. Unten, neben der Traube, zwei sechsstrahlige schwarze Sterne.“
[Bearbeiten] Ortspartnerschaften
Weinböhla unterhält eine Ortspartnerschaft mit Oftersheim in Baden-Württemberg.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Museen
- Heimatmuseum
[Bearbeiten] Bauwerke
- Friedensturm
- König-Albert-Turm
- Wartturm (eine restaurierte, künstliche Ruine)
- Zentralgasthof
[Bearbeiten] Sport
Seit 1885 existiert der Turn- und Sportverein Weinböhla der heute 1009 Mitglieder (Stand 1. Januar 2007) hat. 1962 wurde der Verein in BSG Fortschritt Weinböhla umbenannt, seit 1990 besitzt er wieder seinen ursprünglichen Namen. Zurzeit bestehen folgende Abteilungen: Fußball, Handball, Turnen, Laufgruppe, Gymnastik, Aerobic, Kegeln, Herzgruppe und Wandern.
Sportplätze des TuS Weinböhla sind unter anderem die Nassauhalle sowie die Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportstätte.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
Das Winzer- und Straßenfest findet jedes Jahr am ersten Septemberwochende statt.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Weinböhla liegt im Gebiet des Verkehrsverbundes Oberelbe.
Das Stadtgebiet durchqueren die Bahnstrecken Dresden–Berlin und Dresden–Leipzig. Im Jahre 2002 wurde der Bahnhof Weinböhla an der Strecke nach Berlin geschlossen und ein gleichnamiger Haltepunkt an der Strecke nach Leipzig eröffnet. Dort halten stündlich die Regionalexpresslinien Dresden – Leipzig und Dresden – Cottbus/Hoyerswerda.
Außerdem liegt in Weinböhla der Endpunkt der Straßenbahnlinie 4 der Dresdner Verkehrsbetriebe.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde
- Joachim Specht, Schriftsteller (* 1931)
[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
- Peter Sodann, Schauspieler und Regisseur (* 1936)
[Bearbeiten] Kurioses
Weinböhla galt zu DDR-Zeiten aufgrund der Flächenausdehnung als "größtes Dorf der DDR".
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Webseite der Gemeinde Weinböhla
- Webseite des Zentralgasthofs
- Webseite der TuS Weinböhla
- Kirchenmusik in der St. Martinskirche
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