Mulda/Sa.

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mulda/Sa.
Mulda/Sa.
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mulda/Sa. hervorgehoben
50.80861111111113.407222222222424Koordinaten: 50° 49′ N, 13° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Mittelsachsen
Höhe: 424 m ü. NHN
Fläche: 43,08 km²
Einwohner: 2669 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09619
Vorwahl: 037320
Kfz-Kennzeichen: FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 390
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 59
09619 Mulda/Sa.
Webpräsenz: www.mulda.de
Bürgermeister: Reiner Stiehl
Lage der Gemeinde Mulda/Sa. im Landkreis Mittelsachsen
Altmittweida Augustusburg Bobritzsch-Hilbersdorf Leisnig Brand-Erbisdorf Burgstädt Claußnitz Döbeln Dorfchemnitz Eppendorf Erlau (Sachsen) Flöha Flöha Frankenberg/Sa. Oederan Frauenstein (Erzgebirge) Freiberg Geringswalde Großhartmannsdorf Großschirma Großweitzschen Hainichen Halsbrücke Hartha Hartmannsdorf (bei Chemnitz) Bobritzsch-Hilbersdorf Königsfeld (Sachsen) Königshain-Wiederau Kriebstein Leisnig Leubsdorf (Sachsen) Lichtenau (Sachsen) Lichtenberg/Erzgeb. Lunzenau Mittweida Mochau Mühlau (Sachsen) Mulda/Sa. Neuhausen/Erzgeb. Roßwein Niederwiesa Oberschöna Oederan Ostrau (Sachsen) Penig Rechenberg-Bienenmühle Reinsberg (Sachsen) Rochlitz Rossau (Sachsen) Roßwein Sayda Seelitz Striegistal Taura Waldheim Wechselburg Weißenborn/Erzgeb. Zettlitz Zschaitz-Ottewig SachsenKarte
Über dieses Bild

Mulda/Sa. ist eine Gemeinde im sächsischen Landkreis Mittelsachsen.

Geographie[Bearbeiten]

Mulda liegt etwa 10 Kilometer südlich von Freiberg an der nördlichen Abdachung des Erzgebirges im Tal der Freiberger Mulde.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Mulda/Sa. gehören die Ortsteile:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

An Mulda grenzen die Gemeinden Dorfchemnitz im Süden, Pfaffroda im Südosten, Großhartmannsdorf im Westen, Lichtenberg im Norden und die Stadt Frauenstein im Osten.

Geschichte[Bearbeiten]

Rittergut Mulda (um 1860)
Evangelische Kirche Mulda

Mulda wurde wahrscheinlich zwischen 1160 und 1260 von fränkischen Siedlern als Waldhufendorf gegründet. 1331 wurde ein Petrus de Mulda erwähnt, der Ort selbst wurde 1333 in einem Papier der Stadt Freiberg als Mulda erwähnt. 1419 wurde dem Burggraf von Meißen in einem Lehnsbrief die Obergerichtsbarkeit zuerkannt. Die Bewohner Muldas betrieben in der Vergangenheit hauptsächlich Ackerbau und Viehzucht, wobei vornehmlich Flachs angebaut wurde.

In Helbigsdorf betrieb man im großen Umfang Schafzucht. 1710 lebten dort der Chronik nach einige Strumpfwirker, Uhr- und Geigenmacher.

Randeck gilt als das älteste Uhrmacher- und Geigenbauerdorf des Erzgebirges. Im 19. Jahrhundert wich der Instrumentenbau der Korbflechterei und der Holzwarenherstellung. An der Mulde und ihren zahlreichen Nebenbächen waren einstmals viele Öl- und Mahlmühlen in Betrieb. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde Freiberg zweimal belagert und auch in Mulda wurden mehrere Häuser und das Rittergut von den Schweden niedergebrannt. Bis 2005 zeugte eine eingemauerte Kanonenkugel im nun eingestürzten Lehngut vom Beschuss „von preußischen Völkern“ (Inschrift unterhalb der Kugel) im siebenjährigen Krieg. Wieder wurden unter General Kleist sieben Bauernhöfe und sechs Häuser niedergebrannt. Das vorher selbständige Rittergut kam 1920 zu Mulda. Am 1. August 1934 wurde Randeck eingemeindet.[2] Die Gemeinde hieß bis 1941 Mulda-Randeck, ab dem 25. Januar 1941 dann wieder Mulda.[3]

Heute ist der bauliche Übergang zwischen Mulda und Randeck kaum noch zu erkennen. Am 1. Januar 1994 wurden Zethau und Helbigsdorf Ortsteile von Mulda.

Als im August 2002 bei der sogenannten „Jahrhundertflut“ auch die Freiberger Mulde extremes Hochwasser führte, wurden im Ort große Zerstörungen angerichtet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Im Jahr 1551 wirtschafteten in Mulda 28 besessene Mann und 106 Inwohner. Innerhalb der nächsten 30 Jahre sank die Bevölkerungsgröße, so dass 1581 noch 24 besessene Mann und 47 Häusler gezählt wurden. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts veränderte sich diese Zahl kaum noch, es wurden 20 besessene Mann und 50 Häusler gezählt.[4]

bis 1899

  • 1834: 0.842
  • 1871: 1.022
  • 1890: 1.666

1900 bis 1999

  • 1910: 1.536
  • 1925: 1.488
  • 1946: 2.396
  • 1950: 2.381
  • 1964: 2.107
  • 1990: 3.306
  • 1998: 3.236
  • 1999: 3.212

ab 2000

  • 2000: 3.152
  • 2001: 3.100
  • 2002: 3.071
  • 2003: 3.003
  • 2004: 3.017
  • 2005: 2.931
  • 2006: 2.874
  • 2007: 2.810
  • 2008: 2.785
  • 2009: 2.778
  • 2011: 2.725

1990: Stand zum 3. Oktober, ab 1991 Stand zum 31. Dezember, Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Politik[Bearbeiten]

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Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Durch Göbelschnitt geteilt; vorn in Rot drei silberne Orgelpfeifen, hinten in Gold pfahlweise drei blaue Leinblüten, die mittlere nach Innen versetzt, mit jeweils fünf Blütenblättern und goldenem Butzen, unten in Silber wachsend aus blauem Wellenschildfuß ein schwarzes Mühlrad, im Wellenschildfuß fünf 3:2 stehende silberne Wellen.“[6]

Das Wappen wurde 2012 vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet. Das Ziel zur Schaffung eines eigenen Wappens bestand darin, alle drei Ortsteile darin vereint zu repräsentieren. Das heißt für Helbigsdorf steht die Silbermannorgel, für Zethau der Flachs- bzw. der Leinanbau und für Mulda die Nutzung der Wasserkraft entlang der Freiberger Mulde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Orgel der Kirche Helbigsdorf wurde 1728 vom berühmten sächsischen Orgelbauer Gottfried Silbermann fertiggestellt und beeindruckt durch ihren brillanten Klang.

Auf dem Ortsfriedhof von Mulda erinnert eine Grabstätte an einen namentlich bekannten sowjetischen Zwangsarbeiter, der während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt wurde.

Im Staatsforstrevier Frauenstein (Forstabteilung 91), 2,5 km südöstlich der Kirche von Mulda, liegen in einem leicht nach Nordosten geneigten Gelände oberhalb des westlichen Steilhanges der Freiberger Mulde die Reste der Wasserburg Mulda und des wüstgefallenen Dorfes Gruene.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Sägewerk

Vor dem Bau der Eisenbahn 1875–1884 waren in Mulda mehrere Mühlen, Anbau von Flachs, mehrere Garn- und Leinwandbleichen sowie Handwerksbetriebe bekannt. Im jetzigen Ortsteil Randeck existierte Geigenbauer- und Uhrmacherhandwerk. Durch die Eisenbahn hielt auch die Industrie Einzug – vor allem holzverarbeitende Betriebe prägten den Ort bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990. Auch Bergbau wurde bis 1754 betrieben, allerdings waren die Ausbeuten gering. Die Reste einer Abraumhalde findet man noch im Ortsteil Randeck am Ortsausgang Richtung Zethau.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Mulda um 1900

Mulda liegt an der Bahnstrecke Nossen–Moldau. Von 1897 bis 1966 war Mulda Ausgangspunkt der Schmalspurbahn Mulda–Sayda. Im Bahnhof Mulda konnte ein Übergang von Gütern und Personen von der Regelspur erfolgen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Für die Klassenstufen 1 bis 4 gibt es in Mulda eine Grundschule mit Ganztagsangeboten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Mulda, Mulde. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 6. Band, Zwickau 1819, S. 634–638.
  • Die Parochie Mulda. in: G. Buchwald (Hrsg.): Neue Sächsische Kirchengalerie, Ephorie Freiberg. Strauch Verlag, Leipzig 1901, Sp. 353–368 (Digitalisat)
  • Sommerkurort Mulda (Station der Linie Freiberg-Bienenmühle) - einige Notizen zur Orientierung. Mauckisch, Freiberg 1885 (Digitalisat)
  • Richard Steche: Mulda. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 3. Heft: Amtshauptmannschaft Freiberg. C. C. Meinhold, Dresden 1884, S. 110.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mulda/Sa. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943, Seiten 237, 239
  3. Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943, Seite 237
  4. Mulda/Sa. im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  5. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14522390
  6. Amtsblatt der Gemeinde Mulda/Sa. „Muldaer Anzeiger“ September 2012 Seite 1 (PDF; 2,2 MB)
  7. Wüstung Grün im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen