Burgstädt
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Mittelsachsen | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Burgstädt | |
| Höhe: | 311 m ü. NN | |
| Fläche: | 25,84 km² | |
| Einwohner: |
11.043 (31. Dez. 2012)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 427 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 09217 | |
| Vorwahlen: | 037 24 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 5 22 060 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Brühl 1 09217 Burgstädt |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Lars Naumann (FWB) | |
| Lage der Stadt Burgstädt im Landkreis Mittelsachsen | ||
Burgstädt ist eine Kleinstadt im Westen des Landkreises Mittelsachsen im Freistaat Sachsen und ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Burgstädt.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Die Stadt liegt rund acht Kilometer nordöstlich von Limbach-Oberfrohna und 15 Kilometer nördlich von Chemnitz zwischen den Tälern der Flüsse Zwickauer Mulde und der Chemnitz, die nördlich der Gemeinde zusammenfließen.
Höhenangaben:
- Marktplatz 295 m ü. NN
- Taurastein 360 m ü. NN
- Muldental ca. 185 m ü. NN
Stadtgliederung[Bearbeiten]
- Burkersdorf mit Heiersdorf
- Göppersdorf mit Herrenhaide
- Helsdorf
- Mohsdorf mit Schweizerthal
Nachbargemeinden[Bearbeiten]
Angrenzende Gemeinden sind Claußnitz, Hartmannsdorf, Königshain-Wiederau, Lunzenau, Penig, Mühlau und Taura sowie die kreisfreie Stadt Chemnitz.
Klima[Bearbeiten]
Der Jahresniederschlag beträgt 685 mm. Der Niederschlag liegt im mittleren Drittel der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes. 37 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der Februar; am meisten regnet es im Juni. Im niederschlagsreichsten Monat fällt etwa zweimal mehr Regen, als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagsschwankungen liegen im oberen Drittel. In 69 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.
Geschichte[Bearbeiten]
Die heute eingemeindeten Dörfer Burkersdorf, Göppersdorf, Heiersdorf und Mohsdorf entstanden schon ab 1170 als Waldhufendörfer.[2] Vermutlich wurde Burgstädt bereits zwischen 1270 und 1301 als Marktort vor der Burkersdorfer Kapelle am Standort der heutigen Burgstädter Stadtkirche angelegt.[2] Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1378 als „zu Burkissdorf vor dem stedil“, wo das „stedil“ nur Burgstädt darstellen kann. Die namensgebende Burg ist die Rochsburg nur wenige Kilometer entfernt, ebenfalls namensgebend für den Ort Rochlitz. Die heutige Schreibweise des Stadtnamens existiert in dieser Weise seit 1822, als man die Stadtnamen von Burkersdorf und Burgstädt klarer voneinander unterschied.
Ursprünglich galt in Burgstädt der Ackerbau als Haupterwerb. Die landwirtschaftlichen Produkte, wie Gerste und Lein, waren für die Industrie und das Gewerbe der Ausgangspunkt. So entstanden allmählich Handwerkerinnungen, wie z.B. der Bäcker 1504, der Leineweber 1512 oder der Schneider 1577. Das Braurecht wurde den Einwohnern wohl bereits von Anfang an verliehen. Jahrmärkte und Volksfeste durften seit 1568 nur auf dem Anger stattfinden. Das Recht zur Durchführung von Wochenmärkten erhielt die Stadt am 22. März 1631.
Im 18. Jahrhundert entwickelte sich die Industrie vor allem in den Barockbauten der Herrenstraße. Bereits 1742 brachte der Burgstädter Zeughändler Johann Friedrich Wagner seine Waren zur Leipziger Messe und erzielte mit ihnen erfolgreiche Abschlüsse. Die Textilindustrie spielte in Burgstädt eine große Rolle. Mit der Einführung des mechanischen Webstuhles stieg das Ansehen der Textilindustrie stark an.
1840 nahm die erste Postagentur ihre Tätigkeit auf und beförderte Postsachen an die Fahrpost in Hartmannsdorf. 1868 wurde der erste Telegraph eingeführt und 1891 erfolgte der Anschluss an das Fernsprechnetz.
Eingemeindungen[Bearbeiten]
| Ehemalige Gemeinde | Datum | Anmerkung |
|---|---|---|
| Burkersdorf[3] | 1. April 1935 | |
| Göppersdorf (mit Herrenhaide)[3] | 1. April 1935 | |
| Heiersdorf[3] | 1. Oktober 1929 | Eingemeindung nach Burkersdorf |
| Helsdorf[4] | 1. Januar 1974 | |
| Mohsdorf (mit Schweizerthal)[5] | 1. April 1995 |
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960: 31. Dezember):
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- Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
1) 29. Oktober
2) 31. August
Gedenkstätten[Bearbeiten]
- Ehrenhain mit zwei Plastiken und einem Gedenkstein an der Mittweidaer Straße für die Opfer des Faschismus
- Gedenkstein im Ortsteil Herrenhaide für den Widerstandskämpfer der Roten Kapelle Albert Hößler, der 1942 ermordet wurde. Der Stein wurde nach 1990 geschleift
Politik[Bearbeiten]
Stadtrat[Bearbeiten]
Der Stadtrat von Burgstädt besteht aus 23 Sitzen. Von diesen gingen nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 an die Freien Wähler Burgstädts elf, an die CDU fünf, an Die Linke drei, an den Gewerbe- und Handelsverein Burgstädts zwei Sitze und an die FDP einer. Den Vorsitz führt der direkt gewählte Bürgermeister.
Bürgermeister[Bearbeiten]
Bürgermeister ist Lars Naumann (FWB), der Sohn seines Vorgängers Lothar Naumann. Er gewann die Wahl vom 22. Juni 2008 mit 41,67 % gegen seine Hauptgegenkandidaten Jürgen Gehrke (CDU, 31,67 %) und Dr. Ulrike Bretschneider (Die Linke, 26,26 %). Die Wahlbeteiligung lag bei 41,97 %.
Wappen[Bearbeiten]
Das Wappen der Stadt Burgstädt zeigt in Silber (weiß) zwei rote vierfenstrige Türme mit runden Dächern, besetzt mit goldenen (gelben) bekreuzten Kugeln, verbunden durch eine spitzbedachte Mauer, ebenfalls mit einer goldenen (gelben) bekreuzten Kugel, empor führende rote Stufen und einen rotbezungten Löwen auf goldenem (gelbem) Mittelschild.
Städtepartnerschaften[Bearbeiten]
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Die Stadt verfügt über einen gut erhaltenen Stadtkern. Sehenswürdigkeiten sind unter anderem das Ensemble mit Stadtkirche – Seigerturm – Heimatmuseum am Markt sowie das Rathaus, das Gymnasium und die „Historische Arztpraxis“. Städtebaulich ist die Innenstadt durch eine Abfolge von Plätzen (Markt, Brühl und weitere kleine Plätze) geprägt.
Der Marktplatz wurde 2008 komplett umgestaltet und zeigt sich nun in einem Materialmix aus Edelstahl, sachlich-abstrakten Beleuchtungsstelen und einer Darstellung zum regionalen Sagenschatz aus Rochlitzer Porphyrtuff.
Entlang der Mittweidaer Straße befindet sich das Naherholungsgebiet Burgstädts, der Wettinhain. In diesem Park befindet sich ein Teich, ein Spielplatz, zahlreiche Sitzgelegenheiten und der Taurastein mit dem markanten Taurasteinturm. Als Wasser- und Aussichtsturm geplant, wurde er 1912/13 errichtet und liegt 348,6 m über NN. Heute wird der 39 m hohe Turm als beliebtes Ausflugsziel genutzt und beherbergt eine Galerie. Die 163 Stufen wurden zur Finanzierung der Sanierung an Bürger und Firmen versteigert. Jede Stufe trägt ein Schild mit dem Namen des Sponsors.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Verkehr[Bearbeiten]
Westlich der Stadt verläuft die B 95 und östlich die B 107. Die südlich verlaufende A 4 ist ca. 10 km entfernt und über die Anschlüsse Chemnitz-Mitte und Chemnitz-Glösa erreichbar. Auch der schon freigegebene Teil der Verlängerung der A 72 verläuft in der Nähe der Stadt.
Burgstädt liegt an der Bahnstrecke von Chemnitz nach Leipzig. Diese Strecke wird durch die Regionalexpresslinie RE 6 je Richtung stündlich zwischen Chemnitz und Leipzig bedient. Des Weiteren verkehrt die Bahnlinie 525 der City-Bahn Chemnitz zwischen Burgstädt und Chemnitz. Die Strecke soll bis 2009 im Rahmen des Chemnitzer Modells als Linie für die Chemnitzer Stadtbahn dienen, wodurch man mit speziell gebauten Straßenbahnfahrzeugen auf Straßenbahn- und Eisenbahninfrastruktur vom Chemnitzer Stadtzentrum nach Burgstädt fahren kann.
Außerdem wurde Ende 2008 in Burgstädt ein schnelles Nahverkehrsnetz geschaffen. Es fahren im 30-Minuten-Takt sogenannte Microbusse die 24 zusätzlich eingerichteten Haltestellen an.[6]
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Ehrenbürger[Bearbeiten]
- 1895: Otto von Bismarck (nach 1945 aberkannt)
- 1997: Ilse Reisch
- 2010: Lothar Naumann
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]
- Wolfgang Altenburger (1931–2008), Comic-Autor und Redakteur
- Iris Firmenich (* 1961), Landtagsabgeordnete (CDU)
- Erich Gleixner (1920–1962), Fußballspieler
- Heinz Kluge (1921–2001), Handballspieler
- Manfred Hering (* 1939), Jazz-Musiker
- Heidrun Jänchen (* 1965), Schriftstellerin
- Peter Jahr (* 1959), Politiker (CDU)
- Barbara Köhler (* 1959), Lyrikerin
- Rico Lieder (* 1971), Leichtathlet
- Reinhard Pfundt (* 1951), Komponist
- Ludwig Preller (1897–1974), Politiker (SPD)
- Thomas Schmidt (* 1961), Politiker (DBD, CDU)
- Christian Schramm (* 1952), Politiker (CDU)
- Gitta Schüßler (* 1961), Politikerin (NPD)
- Manfred Schulze (1934–2010), Jazz-Musiker
- Fritz Tänzler (1869–1944), Geschäftsführer der Hauptstelle der deutschen Arbeitgeberverbände und der Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände
- Friedrich Thieme (* 1862), Journalist und Schriftsteller
- Simone Violka (* 1968), Politikerin (SPD)
- Gerhard Wahrig (1923–1978), Lexikograf
- Brunhild Kurth (* 1954), Politikerin (parteilos), seit 2012 Kultusministerin Sachsens
Literatur[Bearbeiten]
- Richard Steche: Burgstädt. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 14. Heft: Amtshauptmannschaft Rochlitz. C. C. Meinhold, Dresden 1890, S. 4.
Weblinks[Bearbeiten]
- Burgstädt im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ [http://www.statistik.sachsen.de/download/010_GB-Bev/Bev_Gemeinde.pdf Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ a b c d H. Schwabe: Mein Burgstädt – Impressionen und Informationen, Riedel-Verlag Röhrsdorf/Chemnitz 1993.
- ↑ a b c Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
- ↑ Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
- ↑ sachsen-fernsehen.de
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