Network (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Network
Originaltitel Network
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1976
Länge 121 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Sidney Lumet
Drehbuch Paddy Chayefsky
Produktion Howard Gottfried
Musik Elliot Lawrence
Kamera Owen Roizman
Schnitt Alan Heim
Besetzung

Network ist eine US-amerikanische Filmsatire aus dem Jahr 1976. Sidney Lumet führte Regie nach einem Drehbuch von Paddy Chayefsky.

Howard Beale, der kurz vor der Entlassung stehende Nachrichtensprecher des Senders Union Broadcasting System (UBS), steigt nach einer Reihe von Livesendungen mit Selbstmorddrohungen und Beschimpfungen zum Star auf.

Handlung[Bearbeiten]

Howard Beale, langjähriger Nachrichtensprecher des Senders Union Broadcasting System (UBS), erfährt, dass er wegen Restrukturierungsmaßnahmen entlassen werden soll. Vor laufender Kamera kündigt er seinen Selbstmord in seiner nächsten – und letzten – Sendung an, was große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit nach sich zieht. In der nächsten Sendung begeht Beale zwar keinen Selbstmord, schimpft aber in deutlichen Worten auf seinen Arbeitgeber und den gegenwärtigen Zustand der Welt. Das Medienecho ist enorm. Diana Christensen, die neue Programmchefin, kann den Chef von UBS, Frank Hackett, überreden, Beale einen Sendeplatz zu geben, in der er seinen Tiraden freien Lauf lassen kann. Das Konzept hat Erfolg, Beale wird schnell zum Publikumsliebling, sehr zum Bedauern seines Freundes Max Schumacher, dem Chef des Nachrichtenressorts, der Beale für nervlich krank und hilfebedürftig hält. Hackett entlässt Schumacher, der wiederum eine Affäre mit Christensen beginnt und seine Frau verlässt.

Beales Show, in der er als Fernseh-Prophet auftritt, erreicht zunehmend mehr Menschen, die in ihm einen Katalysator ihres Frusts über die gesellschaftlichen Zustände finden. Schließlich ruft Beale sein Publikum auf, die Übernahme des Medienkonzerns CCA, dem Eigentümer von UBS, durch eine arabische Investorengruppe zu verhindern und Telegramme an das Weiße Haus zu schicken. CCA-Chef Arthur Jensen bestellt Beale zu sich und eröffnet ihm seine Philosophie des globalen Kapitalismus, die Beale fortan in seiner Sendung verkünden soll. Beale, der meint, er habe „das Antlitz Gottes gesehen“, willigt ein. Als Folge seines Gesinnungswandels sinken die Einschaltquoten.

Schumacher trennt sich von Christensen, weil er ihr vorwirft, in ihrer eigenen Fernsehwelt zu leben und nicht zu Gefühlen fähig zu sein. Die Einschaltquoten von Beales Sendung sinken weiter, aber Jensen von CCA besteht gegen den Willen der Macher von UBS darauf, Beale im Programm zu behalten. Hackett, Christensen und die übrigen Ressortchefs beschließen in einem geheimen Meeting, den ungeliebten Beale durch eine bei UBS unter Vertrag stehende Terroristengruppe vor laufender Kamera erschießen zu lassen. Der Plan wird ausgeführt; über Bildern von Beales Ermordung und Werbeeinblendungen verkündet ein Sprecher, „dies war die Geschichte von Howard Beale, dem ersten bekannten Fall eines Mannes, der wegen schlechter Einschaltquoten umgebracht wurde“.

Kritiken[Bearbeiten]

James Berardinelli schrieb 1998 auf ReelViews.net, diese schwarze Komödie gehe viel weiter als der thematisch verwandte Nachrichtenfieber – Broadcast News. Sie sei, trotz gelegentlicher Schwächen im Tempo, brillant, aber nicht witzig im konventionellen Sinn, und lasse sich am ehesten auf einer intellektuellen Ebene genießen. Berardinelli lobte die darstellerischen Leistungen von Haupt- und Nebendarstellern gleichermaßen.[1]

Das Lexikon des Internationalen Films urteilte: „Ein hervorragend inszenierter und intensiv gespielter Film, der eine ebenso bestürzende wie schneidend-scharfe satirische Abrechnung mit dem Kommerzfernsehen ist.“[2]

Der Film wird von Jack Shaheen in seinem Dokumentarfilm Reel Bad Arabs als besonders anti-arabisch kritisiert. Der Film würde mit Stereotypen arbeiten und sich Verschwörungstheorien bedienen.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Network wurde mit vier Oscars ausgezeichnet. Die Auszeichnung ging postum an Peter Finch als Bester Hauptdarsteller, an Faye Dunaway als Beste Hauptdarstellerin, an Paddy Chayefsky für das Beste Originaldrehbuch und an Beatrice Straight als Beste Nebendarstellerin. Beatrice Straight hält mit nur sechs Filmminuten den Rekord für den kürzesten Auftritt mit Oscarauszeichnung.[3] Nominierungen gab es für William Holden als Besten Hauptdarsteller und Ned Beatty als Besten Nebendarsteller sowie in den Kategorien Beste Kamera, Beste Regie, Bester Schnitt und Bester Film.

Sidney Lumet, Peter Finch, Faye Dunaway und Drehbuchautor Paddy Chayefsky gewannen 1977 den Golden Globe Award. Der Film war zudem in der Sparte Bester Film – Drama nominiert.

Peter Finch gewann 1978, ebenfalls postum, den British Academy Film Award (BAFTA). Network war in acht weiteren BAFTA-Kategorien nominiert.

Network erhielt zudem zahlreiche Kritikerpreise, darunter die der Los Angeles Film Critics Association und des New York Film Critics Circle.

Die Juroren des American Film Institute wählten den Film 1998 und 2007 in die Liste der „100 besten amerikanischen Filme aller Zeiten“.

Im Jahre 2000 wurde Network als „kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsam“ in das National Film Registry der amerikanischen Library of Congress aufgenommen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Besprechung von James Berardinelli auf ReelViews.net, abgerufen am 31. Mai 2012.
  2. Network (Film) im Lexikon des Internationalen Films
  3. Michael Darling: Oscars by the Numbers, Los Angeles Times Magazine vom Februar 2012, abgerufen am 1. Juni 2012.