Neustadt (Hessen)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Gießen | |
| Landkreis: | Marburg-Biedenkopf | |
| Höhe: | 242 m ü. NN | |
| Fläche: | 56,88 km² | |
| Einwohner: |
8.846 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 156 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 35279 | |
| Vorwahl: | 06692 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MR | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 5 34 016 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Ritterstraße 5–9 35279 Neustadt (Hessen) |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Thomas Groll (CDU) | |
| Lage der Stadt Neustadt (Hessen) im Landkreis Marburg-Biedenkopf | ||
Neustadt (Hessen) ist eine Kleinstadt im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Neustadt (Hessen) liegt im äußersten Osten des Landkreises Marburg-Biedenkopf an der zum mittelhessischen Bergland gehörenden Oberhessischen Schwelle. Die Stadt liegt am Schwalm-Nebenfluss Wiera und somit – als einzige Gemeinde des Landkreises Marburg-Biedenkopf – im Einzugsgebiet der Weser. Alle anderen Gemeinden des Kreises gehören zum Einzugsbereich der Lahn und ihres Nebenflusses Ohm und somit zu dem des Rheins.
Durch Neustadt verläuft die Bundesstraße 454 sowie die Main-Weser-Bahn. Dort ist der Bahnhof Neustadt der letzte zum Rhein-Main-Verkehrsverbund gehörende Haltepunkt. An der Rhein-Weser-Wasserscheide zwischen Neustadt und der westlichen Nachbarstadt Stadtallendorf befindet sich an der Bundesstraße eine Landmarke (Stein) und an der Bahnstrecke eine ehemalige Blockstelle.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Neustadt grenzt im Norden an die Gemeinde Gilserberg, im Osten an die Stadt Schwalmstadt und die Gemeinde Willingshausen (alle drei im Schwalm-Eder-Kreis), im Südosten an die Gemeinde Antrifttal, im Süden an die Stadt Kirtorf (beide im Vogelsbergkreis), sowie im Westen an die Stadt Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf).
[Bearbeiten] Gliederung
Zur Stadt gehören neben der Kernstadt Neustadt die Stadtteile Mengsberg, Momberg und Speckswinkel.
[Bearbeiten] Geschichte
Neustadt wurde vermutlich um das Jahr 1250 von den Grafen von Nidda aus dem Haus Ziegenhain gegründet. 1270/71 ließ Graf Ludwig II. von Nidda dort eine Burg erbauen, die aber bereits 1273 von Landgraf Heinrich I. von Hessen wieder zerstört wurde. Graf Ludwigs Sohn und Nachfolger Engelbert I. verkaufte am 12. März 1294 Burg, Stadt und Amt Neustadt an das Erzbistum Mainz, für 2200 Mark kölnischer Pfennige. Neustadt lag nunmehr als mainzische Enklave inmitten von landgräflich-hessischem und gräflich-ziegenhainer Gebiet.
Während der Mainzer Stiftsfehde 1464 wurde Neustadt an den Landgrafen Heinrich III. von Hessen-Marburg (Oberhessen) verpfändet, aber die Stadt verweigerte ihm den Zutritt und gab erst nach einer Belagerung auf. Mit dem Frieden von Zeilsheim, an dessen Zustandekommen der landgräfliche Hofmeister Hans von Dörnberg maßgeblich beteiligt war, kam Neustadt in den Besitz des Landgrafen von Oberhessen. Dieser verpfändete die Stadt 1477 an Hans von Dörnberg, der sich auf der Basis der alten Burg sein Schloss Dörnberg erbauen ließ. Nachdem Landgraf Wilhelm III. von Oberhessen bei einem Jagdunfall 1500 tödlich verunglückt war, wurde Ober- mit Niederhessen (Hessen-Kassel) vereinigt. Der beim niederhessischen Landgrafen Wilhelm II. verhasste Dörnberg flüchtete 1505 nach Friedberg, wo er 1506 im Alter von 79 Jahren starb. Er wurde von seinen Neffen beerbt. Die Herrschaft der Dörnberger über Neustadt endete 1549, als das Erzbistum Mainz die Pfandschaft wieder auslöste.
1802/03 kam die Stadt im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses zur Landgrafschaft Hessen-Kassel und wurde mit den anderen ehemals kurmainzischen Enklaven Fritzlar, Amöneburg und Naumburg im nominellen Fürstentum Fritzlar vereinigt. Von 1806 bis 1813 gehörte sie mit der gesamten Landgrafschaft Hessen-Kassel zum napoleonischen Vasallenkönigreich Westphalen und war Verwaltungssitz des Kantons Neustadt. Bis 1866 war Neustadt dann wieder Bestandteil von Hessen-Kassel, danach von Preußen.
Bei Neustadt befinden sich noch Reste der Burg Trugelrode aus dem 13. Jahrhundert und der Nellenburg.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis: [2]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
|
|---|---|---|---|---|---|
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 49,9 | 12 | 59,9 | 15 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 42,0 | 11 | 27,6 | 7 |
| FWG | Freie Wähler Gemeinschaft | 8,1 | 2 | 6,4 | 2 |
| REP | Die Republikaner | – | – | 6,1 | 1 |
| Gesamt | 100 | 25 | 100 | 25 | |
| Wahlbeteiligung in % | 45,1 | 48,3 | |||
[Bearbeiten] Bürgermeister
Bürgermeister ist seit Juli 2007 Thomas Groll (CDU). Er löste Manfred Hoim (CDU) ab.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Neustadt ist Mitglied der internationalen Städtefreundschaft Arbeitsgemeinschaft Neustadt in Europa mit 36 Mitgliedern aus sechs Staaten (Stand 2008).
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
Hier steht der größte Fachwerkrundbau der Welt, der Junker-Hansen-Turm. Er ist der Rest einer Burg, die 1480 vom Festungsbaumeister Hans Jakob von Ettlingen auf den Resten der alten Burg von 1270 erbaut wurde. Der Turm wurde als Bergfried geplant, dann jedoch als Wohnturm vollendet. Er ist nach dem landgräflich-hessischen Hofmeister Hans von Dörnberg benannt, der die Burg von den hessischen Landgrafen zu Lehen hielt. Nebenan liegt das für Hans von Dörnberg errichtete Schloss Dörnberg.
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
In Neustadt befindet sich das Personenstandsarchiv Hessen des Hessischen Staatsarchivs Marburg.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Siegfried Ruhl (1870–1962), hessischer Landtagsabgeordneter (CDU)
- Carl Braun (1831–1907), Jesuit und Astronom
[Bearbeiten] Bildergalerie
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)
- ↑ Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Neustadt (Hessen), Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 5. April 2011.
[Bearbeiten] Weblinks
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