Naumburg (Hessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Naumburg
Naumburg (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Naumburg hervorgehoben
51.2472222222229.1647222222222283Koordinaten: 51° 15′ N, 9° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 283 m ü. NHN
Fläche: 66,29 km²
Einwohner: 5228 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34311
Vorwahlen: 05625, 05622 (Heimarshausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 018
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Burgstraße 15
34311 Naumburg/Hessen
Webpräsenz: www.naumburg.eu
Bürgermeister: Stefan Hable (CDU)
Lage der Stadt Naumburg im Landkreis Kassel
Bad Karlshafen Gutsbezirk Reinhardswald Trendelburg Trendelburg Hofgeismar Hofgeismar Oberweser Oberweser Wahlsburg Reinhardshagen Liebenau Grebenstein Immenhausen Fuldatal Espenau Vellmar Calden Breuna Zierenberg Zierenberg Ahnatal Habichtswald Wolfhagen Naumburg Bad Emstal Schauenburg Baunatal Fuldabrück Lohfelden Söhrewald Helsa Kaufungen Nieste Niestetal KasselKarte
Über dieses Bild
Historischer Ortskern von Naumburg (Hessen) mit etlichen Fachwerkhäusern

Naumburg ist eine Kleinstadt im Landkreis Kassel in Hessen (Deutschland).

Seit 1995 ist Naumburg staatlich anerkannter Kneippkurort.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Das in Nordhessen gelegene Naumburg befindet sich im Westteil des Naturparks Habichtswald östlich des Langen Walds und wird vom Eder-Zufluss Elbe durchflossen. Die höchste zu Naumburg gehörende Erhebung ist der südwestlich der Kernstadt (283 m ü. NN) im Naumburger Stadtwald (Teil des Langen Walds) befindliche Sandkopf (450 m ü. NN). Durch Naumburg führt ein Abschnitt der Ferienstraße Deutsche Fachwerkstraße.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Naumburg grenzt im Norden an die Stadt Wolfhagen, im Osten an die Gemeinde Bad Emstal (beide im Landkreis Kassel), im Südosten an die Stadt Fritzlar (im Schwalm-Eder-Kreis), im Südwesten an die Gemeinde Edertal, sowie im Westen an die Stadt Waldeck (beide im Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus den Stadtteilen Altendorf, Altenstädt, Elbenberg (entstanden aus Elben und Elberberg), Heimarshausen sowie der Kernstadt Naumburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 2. Jahrtausend v. Chr. belegt die rituelle Nutzung des Riesensteins am Heiligenberg die frühe Besiedlung der Gegend.

Naumburg wurde im Jahre 1170 erstmals urkundlich erwähnt. Die Burg Naumburg, Nuwenburc, obwohl erst 1182 in den Quellen genannt, wurde jedoch wahrscheinlich bereits zu Beginn des 12. Jahrhunderts von dem örtlichen Adelsgeschlecht derer von Naumburg erbaut,[2] das wohl auf der nahen Weidelsburg saß. Im Jahre 1260 erhielt der Ort Stadtrechte. Schon sechs Jahre später, 1266, verkaufte der Edelfreie (vir nobilis) Wittekind von Naumburg, Domherr in Magdeburg und Kanoniker in Halberstadt, mit Einwilligung seiner Neffen, die Burg in Naumburg, die Weidelsburg und das den Naumburgern von den Landgrafen von Hessen verpfändete Gericht Elben („Hagebuche“) an Erzbischof Werner von Mainz.[3] Abgesehen von einer langjährigen Verpfändung an die Grafen von Waldeck im 16. Jahrhundert, blieb die kleine Ackerbürgerstadt bis 1802 im Besitz des Erzstifts Mainz. Dadurch wurde die Stadt nach der 1526 in der Landgrafschaft Hessen eingeführten Reformation zur katholischen Enklave im protestantischen Hessen. Auch die Gegend um das heutige Elbenberg und die alte Burg Elberberg waren bis ins 15. Jahrhundert kirchlicher Besitz; sie gehörten dem Stift St. Alban vor Mainz, das die Herren von Elben als Vögte in der Elber Mark einsetzte.

1626 vernichtete ein Feuer die Burg, die seitdem Ruine blieb.

Als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 wurde Naumburg mit den anderen ehemaligen kurmainzischen Enklaven Fritzlar, Amöneburg und Neustadt zum Fürstentum Fritzlar vereinigt und der Landgrafschaft Hessen-Kassel unter dem zum Kurfürsten erhobenen Wilhelm I. von Hessen-Kassel einverleibt. In der Zeit des napoleonischen Königreichs Westphalen (1807–1813) war Naumburg Verwaltungssitz des Kantons Naumburg. Mit der Annexion des Kurfürstentums Hessen durch Preußen im Jahre 1866 wurde auch Naumburg preußisch.

Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die meisten Einwohner in der Landwirtschaft beschäftigt. Im 20. Jahrhundert wurden das Volkswagen-Werk in Baunatal, kleine Gewerbebetriebe und Dienstleistungsunternehmen sowie die Tourismusbranche bevorzugte Arbeitgeber. Naumburg nimmt an mehreren Natur- und Umweltschutzprojekten der Region teil und wurde 1997 von der Bundesregierung mit dem Preis Umwelt und Fremdenverkehr ausgezeichnet.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Altendorf, Altenstädt, Elbenberg und Heimarshausen eingegliedert.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis: [5]

Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
41,7 %
41,3 %
12,7 %
4,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-0,9 %p
+0,7 %p
-4,1 %p
+4,2 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 41,7 13 42,6 13 44,5 14
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 41,3 13 40,6 13 44,3 14
FWG Freie Wählergemeinschaft 12,7 4 16,8 5 11,1 3
Die Linke Die Linke 4,2 1 - - - -
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 54,5 58,1 62,3

Stefan Hable (CDU) wurde am 17. Juni 2007 bei einer Wahlbeteiligung von 72,5 Prozent mit 54,3 Prozent bei einem Mitbewerber erstmals zum Bürgermeister gewählt und ist seit dem 1. November 2007 im Amt. Am 22. September 2013 wurde er ohne Gegenkandidat bei einer Wahlbeteiligung von 74,7 Prozent mit 88,4 Prozent für eine zweite Amtszeit gewählt. Dem Magistrat gehören neben dem Bürgermeister je drei Vertreter von CDU und SPD sowie zwei Vertreter der FWG an.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Naumburg unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu der Stadt Komárom in Ungarn seit 1992 und seit Oktober 2001 zu der italienischen Stadt San Mauro Pascoli.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Fatimagrotte
Straße in Naumburg mit Fachwerkhäusern und Stadtpfarrkirche St. Crescentius
Marktplatz mit Ratskeller und Brunnen
Naumburger Madonna in Hessen um 1340
  • Die Straßenzüge der historischen Altstadt weisen gut erhaltene Fachwerk-Ensembles des ausgehenden 17. Jahrhunderts auf.
  • Die katholische Stadtpfarrkirche St. Crescentius ist eine dreischiffige gotische Basilika, die im 14. Jahrhundert begonnen wurde. Das Langhaus wurde um 1420/30 erweitert und der Westturm 1512 abgeschlossen. Nach dem großen Stadtbrand von 1684 musste der Bau in weiten Teilen erneuert werden. Eine gotische Sandstein-Madonnenstatue von 1340, deren anonymer Bildhauer nach ihr Meister der Naumburger Madonna genannt wird, befindet sich an der südlichen Außenfassade. Auch im Inneren der Kirche befindet sich eine gotische Marienstatue (Ende 14. Jahrhundert). Die übrige Ausstattung im neogotischen Stil stammt aus dem späten 19. Jahrhundert; die Chorschranken sowie die beiden äußeren Chorfenster datieren von 1897. Das 1991 erneuerte mittlere Chorfenster stellt in leuchtenden Farben Christus als Weltenrichter in der Mandorla dar.
  • Museumseisenbahn: Der Bahnhof Naumburg (Bz Kassel) ist einer von zwei Endbahnhöfen des Hessencourriers.
  • Die Weingartenkapelle zu Naumburg
  • Die Fatimagrotte
  • Schloss Elberberg im Stadtteil Elbenberg
  • Der Riesenstein auf dem Heiligenberg

Modellbahn[Bearbeiten]

Das Bahnhofsgebäude um 1988

Naumburg als Bahnhof ist auch unter Modellbahnern bekannt. So gibt es Modelle des Bahnhofs in der Nenngröße H0 und N. Der FREMO hatte Naumburg mehrfach für Treffen ausgewählt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Die Edelfreien (viri nobiles) von Naumburg, fälschlich oft als Grafen von Naumburg bezeichnet, sind 1170 erstmals und 1276 letztmals erwähnt.
  3. Landgrafen Regesten online
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 411.
  5. Wahlergebis auf hsl.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Naumburg (Hessen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien