Gilserberg

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Gilserberg. Zu deren gleichnamigem Ortsteil siehe Gilserberg (Ortsteil).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gilserberg
Gilserberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gilserberg hervorgehoben
50.9519444444449.0608333333333338Koordinaten: 50° 57′ N, 9° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Höhe: 338 m ü. NHN
Fläche: 61,58 km²
Einwohner: 3113 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34630
Vorwahl: 06696
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeschlüssel: 06 6 34 006
Gemeindegliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 40
34630 Gilserberg
Webpräsenz: www.gilserberg.de
Bürgermeister: Rainer Barth (Parteilos)
Lage der Gemeinde Gilserberg im Schwalm-Eder-Kreis
Kassel Landkreis Fulda Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Kassel Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Waldeck-Frankenberg Vogelsbergkreis Vogelsbergkreis Werra-Meißner-Kreis Knüllwald Homberg (Efze) Frielendorf Schwarzenborn (Knüll) Neukirchen (Knüll) Oberaula Ottrau Schrecksbach Willingshausen Schwalmstadt Gilserberg Jesberg Neuental Bad Zwesten Borken (Hessen) Morschen Malsfeld Wabern (Hessen) Felsberg (Hessen) Spangenberg Melsungen Körle Guxhagen Edermünde Gudensberg Niedenstein FritzlarKarte
Über dieses Bild

Gilserberg ist eine Gemeinde im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen, Deutschland.

Lage und Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Gilserberg ist die westlichste Gemeinde des Schwalm-Eder-Kreises und grenzt an die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg.

Ortsteile[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus elf Ortsteilen. Neben dem Kernort Gilserberg sind dies Appenhain, Heimbach, Itzenhain mit der Domäne Bellnhausen, Lischeid, Moischeid, Sachsenhausen, Schönau, Schönstein, Sebbeterode und Winterscheid.

Geografie[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst das an der Rhein-Weser-Wasserscheide gelegene Gilserberger Hochland. Dessen zentraler Teil um den Kernort Gilserberg besteht aus einer vom Oberlauf der Gilsa durchflossenen Hochfläche. Die jenseits der Wasserscheide gelegenen von den Wohra-Zuflüssen Josbach und Heimbach entwässerten südwestlichen Ortsteile Lischeid, Winterscheid und Heimbach sind die einzigen Orte im Schwalm-Eder-Kreis, die im Einzugsgebiet des Rheins liegen. Der südöstliche Teil der Gemeinde mit den Ortsteilen Sachsenhausen, Itzenhain, Bellnhausen und Appenhain wird über den Katzenbach und den Wiera-Zufluss Hardwasser zur Schwalm hin entwässert.

Im Norden um den Ortsteil Schönstein reicht die Gemeinde in den Kellerwald hinein. Dort befindet sich an der nordwestlichen Gemeindegrenze zu Gemünden mit dem 585 m ü. NN hohen Jeust die höchste Erhebung des Gemeindegebiets. Im Nordosten nahe den Ortsteilen Schönau und Sebbeterode liegt der Höhenzug Hemberg. Im Kernort Gilserberg befindet sich der südlichste Punkt des Naturparks Kellerwald-Edersee. Die Ortsteile Schönstein und Schönau liegen innerhalb der Grenzen des Naturparks, Gilserberg und Moischeid an seiner Grenze.

Die Bundesstraße 3, die zum Beispiel Kassel (60 km) im Nordosten mit Marburg (30 km) im Südwesten verbindet, führt durch die Gemeinde. Zwischen dem Kernort Gilserberg und dem Ortsteil Lischeid überquert sie die Rhein-Weser-Wasserscheide.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gilserberg grenzt im Nordwesten an die Gemeinde Haina (Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Nordosten an die Gemeinde Jesberg, im Südosten an die Stadt Schwalmstadt (beide im Schwalm-Eder-Kreis), im Süden an die Stadt Neustadt, im Südwesten an die Städte Stadtallendorf und Rauschenberg, sowie im Westen an die Gemeinde Wohratal (alle vier im Landkreis Marburg-Biedenkopf) und die Stadt Gemünden (Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Geschichte[Bearbeiten]

Gilserberg wurde 1262 erstmals urkundlich erwähnt. Am 31. Dezember 1971 schlossen sich die Orte Gilserberg, Heimbach (Ersterwähnung 1243), Lischeid (1251), Sachsenhausen (1224), Schönau (1264) und Winterscheid (1231) zur neuen Gemeinde Gilserberg zusammen. Aufgrund der zentralen Lage im Gilserberger Hochland wurde Gilserberg Sitz der Verwaltung und Namensgeber der neuen Gemeinde. Am 1. April 1972 kamen Appenhain (1197) sowie Itzenhain (1197) mit dem im Jahr 1928 eingegliederten Bellnhausen hinzu. Am 1. Januar 1974 folgte die Eingemeindung von Moischeid (1252), Sebbeterode (1201) und Schönstein (Gemeindegründung 1843).[2]

Religionen[Bearbeiten]

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Zum Kirchspiel Sebbeterode gehören Gilserberg und Schönau, zum Kirchspiel Lischeid Heimbach, Winterscheid, Sachsenhausen, Itzenhain und Appenhain. Schönstein und Moischeid sind Teil des Kirchspiels Densberg.

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

In Gilserberg bestand eine jüdische Gemeinde vom 18. Jahrhundert bis nach 1933. Die Höchstzahl jüdischer Einwohner wurde um 1900 mit gut 70 Personen erreicht. Eine erste Synagoge wurde vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts eingerichtet. Eine neue Synagoge wurde am 12. Januar 1898 feierlich eingeweiht. Beim Novemberpogrom 1938 wurde sie zerstört. Mindestens vier der ehemaligen jüdischen Einwohner der Gemeinde wurden in Vernichtungslagern ermordet. An die jüdische Gemeinde erinnert noch ein kleiner jüdischer Friedhof am Ort.[3]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 16. September 2012 wurde Rainer Barth (parteilos) mit 53,4 % der Stimmen zum Bürgermeister der Gemeinde Gilserberg gewählt. Sein einziger Gegenkandidat war Lothar Dietrich von der SPD. Die Wahlbeteiligung lag bei 79,3 %. Am 2. Januar 2013 trat Barth sein Amt an.[4][5]

Frühere Bürgermeister seit der Gebietsreform waren:

  • Johannes Drescher (SPD), (1964) bis 1988
  • Ernst Thiel (SPD), 1989 bis 2000
  • Lothar Vestweber (SPD), 2000 bis 2013

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Gemeindevertreterwahl 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
58,0 %
42,0 %
n. k.
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+5,7 %p
+9,3 %p
-10,9 %p
-4,1 %p
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 58,0 13 52,3 12
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 42,0 10 32,7 8
FDP Freie Demokratische Partei - - 4,1 1
WGH Wählergemeinschaft Hochland - - 10,9 2
Gesamt 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 70,8 72,9

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Mit der Gemeinde Rocheserviere aus Frankreich besteht eine Partnerschaft.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 411f.
  3. Informationen zur jüdischen Geschichte und zur Synagoge
  4. Barth gewinnt in Gilserberg, abgerufen am 17. September 2012
  5. Nach der Wahl, abgerufen am 17. September 2012