Olymp

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Dieser Artikel behandelt das höchste Gebirge in Griechenland. Zu weiteren Bedeutungen von Olymp, Olympos und Olympus siehe Olympos.
Mytikas
Hauptgipfel des Olymp von Skolio aus gesehen. Skala (1), Mytikas (2), Stefani (3), Profitis Ilias (4), SEO Hütte (5), Touba (6)

Hauptgipfel des Olymp von Skolio aus gesehen. Skala (1), Mytikas (2), Stefani (3), Profitis Ilias (4), SEO Hütte (5), Touba (6)

Höhe 2918 m
Lage Grenzgebiet von Thessalien und Zentralmakedonien, Griechenland
Gebirge Olymp
Koordinaten 40° 5′ 0″ N, 22° 21′ 0″ O40.08333333333322.352918Koordinaten: 40° 5′ 0″ N, 22° 21′ 0″ O
Olymp (Griechenland)
Olymp
Erstbesteigung 2. August 1913 durch Christos Kakalos, Frédéric Boissonas und Daniel Baud Bovy
Besonderheiten höchster Berg Griechenlands

Der Olymp (griechisch Όλυμπος [ˈɔlimbɔs]) ist das höchste Gebirge Griechenlands. Das Massiv liegt an der Ostküste Griechenlands, in Makedonien unweit des Ortes Litochoro, ca. 20 km südlich der Stadt Katerini. In der griechischen Mythologie ist der Olymp der Sitz der olympischen Götter.

Der höchste Gipfel ist der Mytikas (auch: Mitikas) (2918 m), gefolgt von den Gipfeln Skolio (2911 m), Stefani (2909 m, gelegentlich als „Zeusthron“ bezeichnet) und Skala (2866 m). Zwischen Skala und Mytikas befindet sich Kakoskala, ein Grat, über den der Mytikas durch leichte Kletterei erreicht werden kann. Auf dem Nebengipfel Profitis Ilias befindet sich die höchstgelegene Kapelle des Balkans.

Der Gebirgsstock weist eine ganz eigene Flora und Fauna auf. Deshalb wurde er schon 1938 unter Naturschutz gestellt und 1981 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.

Name[Bearbeiten]

Zur Bedeutung des Namens gibt es verschiedene Auffassungen. Olymp wird unter anderem mit „Himmel“, „der Leuchtende“, „der Hohe“ oder „der Felsen“ übersetzt. Nach dem Lexikon der neugriechischen Sprache des Linguisten und Philologen Georgios Babiniotis ist das Wort ein vorgriechisches Platzwort unbekannten Ursprungs, dessen alte Bedeutung schlicht „Berg“ gewesen sein könnte. Der deutsche Linguist Michael Janda sieht hingegen darin ein genuin indoeuropäisches Kompositum: *ṷolun-ph₂os bildet sich aus *ṷel- „umschließen“ und *pah₂- „schützen“ und hat somit die Bedeutung „die Umschließung schützend“[1], womit auf die Funktion des Olymp als der die Sterblichen von den Göttern trennende Weltberg Bezug genommen ist. Im Türkischen wird das Gebirge Semavatevi genannt, was soviel wie „Heim der Himmel“ bedeutet.

Mythologie[Bearbeiten]

In der griechischen Mythologie ist der Olymp der Berg der Götter. Seinen Gipfel stellte man sich als einen lichterfüllten Ort vor. Er bildet gleichsam das Himmelskonzept der griechischen Mythologie ab und ist bewohnt von Göttern, Abkömmlingen der Götter und Dienern. Im engeren Sinne gelten als Olympier jene zwölf Götter, die die zwölf Wohnungen des Olymp bewohnen: Zeus, Poseidon, Hera, Demeter, Apollon, Artemis, Athene, Ares, Aphrodite, Hermes, Hephaistos und Hestia.

Naturraum[Bearbeiten]

Flora[Bearbeiten]

Vor allem in der Hochgebirgszone haben sich am Olymp einige endemische Pflanzenarten erhalten. Es gibt etwa 30 Orchideenarten, Enzian, Panzerkiefer und Buchsbaum sowie Jankaea heldreichii.[2]

Fauna[Bearbeiten]

Die Fauna des Olymp, die bis heute nicht systematisch erforscht wurde, umfasst eine Vielfalt an seltenen und bedrohten Arten. Die großen Säugetiere, die früher in dieser Gegend lebten, wie beispielsweise der Hirsch, sind größtenteils verschwunden. Im August 2008 wurde der vermutlich letzte Bär des Olymp von einem Wilderer erlegt.[3]

Es gibt 32 verschiedene Säugetierarten, dazu gehören z. B. Gämse, Reh, Wildschwein, Wildkatze, Steinmarder, Rotfuchs und Eichhörnchen. 108 Vogelarten wurden registriert. Viele von ihnen, speziell die Greifvögel, sind selten und unterliegen dem strengen nationalen Tierschutzgesetz.

In den Flussbetten und Seen sind 22 Arten der für Griechenland typischen Reptilien und 8 Arten von Amphibien anzutreffen. Hinzu kommt eine große Vielfalt an Insekten, vor allem Schmetterlinge und Pferdebremsen.

Anbindung[Bearbeiten]

Anfahrt[Bearbeiten]

Satellitenbild des Olymp
Luftaufnahme vom Olymp

Das Gebirgsmassiv ist über die Autobahn und über die Landstraßen, die die Städte und Dörfer rund um den Berg verbinden, per Eisenbahn (Strecke Athen-Thessaloniki) oder mit dem Bus von Athen oder Thessaloniki zu erreichen. Die nächsten Bahnhöfe sind die von Katerini und Leptokaria. In der Region unterhält die Busgesellschaft KTEL einige Linien. Der zentrale Taxistand befindet sich am Hauptplatz von Litochoro.

Der nächste internationale Flughafen ist der 80 km von Katerini und 150 km von Elassona entfernt gelegene „Makedonia Airport“ von Thessaloniki.

Fernwanderwege[Bearbeiten]

Aussicht Richtung Osten
Ansicht von Litóchoro aus

Der Europäische Wanderweg E4 führt westlich von Litochoro durch die Schlucht von Enipea auf die Gipfel. Zudem gibt es den griechischen Wanderweg O2, der die Gipfel mit der Halbinsel Pilion im Süden verbindet.

Wandern und Bergsteigen[Bearbeiten]

Der Olymp ist einer der beliebtesten Berge Griechenlands, er zieht Besucher aus der ganzen Welt an. Auf den Straßen und Wegen des Nationalparks Olymp, die das Bergmassiv queren, kann man es zu Fuß erkunden.

Bergsteigerwege[Bearbeiten]

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Für Bergwanderer gibt es mehrere ausgebaute Wege und einige Berghütten. Die Bergsteigerwege des Olymp beginnen in Litochoro, in Dion und Petra. Am besten eignet sich die Zeit zwischen Juni und Ende September für Wanderungen. In dieser Zeit sind die Hütten in der Nähe der Gipfel geöffnet und das Wetter erlaubt den Aufstieg ohne Schneeausrüstung. Der Aufstieg auf die hohen Gipfel kann nur von erfahrenen Bergwanderern bewältigt werden.

Die zwei bekanntesten Wege für die Erkundung des Olymp beginnen in Litochoro und reichen bis zu den Gipfeln des Berges. Der erste folgt der Schlucht von Enipea und führt vorbei am Kloster des heiligen Dionysios bis an die Stelle Prionia (auf 1100 m Höhe). Wo früher eine Holzsägemühle in Betrieb war, befindet sich heute ein Restaurant, eine Quelle und Parkplätze. Diesen Platz kann man auch mit dem Auto erreichen. Von Prionia, dem gut ausgeschilderten europäischen Wanderweg E4 folgend, kommt der Wanderer nach ungefähr zweieinhalb Stunden an der Haupthütte des Olymps an, Spilios Agapitos (auf 2100 m Höhe). Von der Hütte geht der Weg E4 weiter, der in ungefähr zweieinhalb Stunden zum Skala-Gipfel des Olymp führt. Der Weg vom Skala zum Mytikas in 30 bis 45 Minuten erfordert Kletterei und Schwindelfreiheit

Am Bergweg nach Prionia, etwa zehn Kilometer von Litochoro entfernt, am Platz Stavros, gibt es die Hütte Dimitris Butolas (in 944 m Höhe). Vier Kilometer vor dem Ende des Weges nach Prionia, am Platz Kortsia (1120 m), wo es einen Autostoppplatz gibt, beginnt ein zweiter, anderer Weg, der zu den Gipfeln des Olymp führt. Nachdem man die Plätze Barba, Petrostrunga, Skurta und Lämo passiert hat, kommt man nach ca. fünf Stunden Fußmarsch am „Plateau der Musen“ auf 2600 Metern Höhe an. Dort befinden sich zwei Hütten: Jossos Apostolidis und Christos Kakalos. Von dort kann man in etwa einer Stunde den Gipfel erreichen.

Wege zum Gipfel[Bearbeiten]

Die Südlichen Gipfel des Olymp

Die folgenden Wege beschreiben die klassischen Aufstiege zum Gipfel:

Prionia – Spilios-Agapitos-Hütte – Gipfel

Von 1100 Metern aus kommt man auf 2100 Meter zur Hütte Spilios Agapitos auf Weg durch Föhren- und Buchenwald. Von der Hütte zu den Gipfeln Skala, Skolio, Sankt Anton und dem schwierigsten, Mytikas, bewegt man sich zunächst durch Wald später durch alpines Gebiet. Von der Hütte nach Zonaria, Mytikas, Stefani und zum „Plateu der Musen“ gibt es einen breiten Weg, Trittsicherheit (Stöcke!) ist jedoch ein Muss am Weg hinunter über die Schluchten und Steilhänge. Von der Hütte nach Oropedio gibt es auch Kofto, einen kürzeren, aber schwierigeren Weg.

Goritsia – Plateau der Musen – Gipfel

Von 1100 Metern aus geht es auf 2700 Meter zum „Plateau der Musen“, wo sich die Hütten Posos Apostolidis (2760 m) und Christos Kakkalos (2650 m) befinden. Der Weg führt durch Föhren- und Buchenwald bis auf 2000 Meter zum Platz Petrostruga, wo oft Gewitter aufziehen. Danach führt der Weg weiter durch Wald und dann auf alpines Gelände. Vom Gipfel Skurta in 2450 m Höhe bis zu den Hütten führt die schmale Passage Lämos und der verfallene Weg Kangelia, sowie der Weg nach Oropedio. Dies ist eine lange Strecke ohne Wasservorkommnisse mit einem großen Abschnitt in alpiner Zone. Von der Hütte des „Plateaus der Musen“ zu den Gipfelwegen nach Skolio und Sankt Anton, aber auch über die schwierigen Schluchten nach Stefani und Mytikas führt der Weg von Stefani nach Zonaria durch Steilhänge und Schluchten.

Mytikas und Stefani

Vom „Plateau der Musen“ aus führt das letzte Wegstück für ca. eine Stunde durch einen steilen Abschnitt, welcher Klettern verlangt. Von Skala nach Mytikas ist einfaches Klettern ohne Sicherheitsausrüstung möglich, jedoch auf bröckeligem Fels und auf Gebiet mit sehr rutschigem Fels. Von Luki nach Mytikas ist leichtes Klettern ohne Sicherung möglich, jedoch auch in bröckeligem Fels mit der Gefahr von Steinschlag. Dieser Weg wird von Gruppen bevorzugt. – Von Luki nach Stefani: Wie von Luki nach Mytikas, mit dem Unterschied, dass der Aufstieg erst kurz vor dem Gipfel Stefani endet. Auf den letzten Metern ist Sicherheitsausrüstung nötig.

Hütten[Bearbeiten]

Berghütten
Hütte Spilios Agapitos
  • Spilios Agapitos. Die A-Hütte und am besten ausgestattete Hütte der Gegend befindet sich an der Stelle Balkoni in 2100 Metern Höhe, im Herzen des Mavrolongu, und gehört zum Bergsteigerverband (E.O.O.S.). Sie hat 110 Betten, Wasser (aber nicht nach längeren Trockenperioden!), Strom, Heizung, Leintücher und Verpflegung. (Betreiber: Maria Zolota & ihr Mann Dionysos.)
  • Vrysopules. Die B-Hütte befindet sich westlich, hinter der Schlucht am Platz Vrysopules auf einer Höhe von 1800 Metern und ist auf dem Weg aus Sparmo zu erreichen. Betrieben wird sie vom Kamp des K.E.O.A.X. seit 1961. Sie hat 30 Betten, eine Küche, Wasser, Strom, Zentralheizung und eine Feuerstelle. Sie ist ganzjährig geöffnet, für eine Übernachtung braucht man jedoch einen Militärausweis.
  • Christos Kakalos. Sie befindet sich an der südwestlichen Spitze des Plateaus der Musen auf einer Höhe von 2648 Metern und gehört zu E.O.O.A., hat geöffnet von Mai bis Oktober und hat 18 Betten, Strom, Leintücher, Küche und einen Wassertank. (Betreiber: der Geologe Michalis Styllas.)
  • Stavros (Dimitris Budolas). Sie befindet sich auf der östlichen Seite des Olymp 9,5 km auf asphaltiertem Weg von Litochoro entfernt auf einer Höhe von 930 Metern, mitten im Wald von Monis Dionysiou. Betreiber ist E.O.S. Thessaloniki, sie ist das ganze Jahr geöffnet, hauptsächlich als Erfrischungsstation und Restaurant und kann 30 Menschen beherbergen. (Betreiber: Ehepaar Dultsinu.)
  • Josos Apostolidis. Sie befindet sich am Plateau der Musen in Diaselo auf 2650 Metern Höhe und gehört dem E. O. S. Thessaloniki. Sie kann 80 Menschen beherbergen, bietet Strom, Wasser, eine Feuerstelle und Verpflegung und ist von Juni bis Oktober geöffnet. (Betreiber: Nikos Zorbas.)
Schutzhütten
  • Sankt Anton. Diese Schutzhütte befindet sich am Gipfel Sankt Anton in 2818 Metern Höhe. Sie ist von der griechischen Lebensrettungsorganisation mit Erste-Hilfe-Ausrüstung ausgestattet. In der Hütte gibt es eine Funkstation für Kommunikation im Notfall.
  • Das Häuschen des kleinen Christus. Diese Schutzhütte befindet sich auf dem „Großen Teich“, auf 2430 Metern Höhe, am Wanderweg E4, Kokkinopilos – Skala. Die Hütte verfügt über keine Erste-Hilfe-Ausrüstung (nur Betten).

Erstbesteigung[Bearbeiten]

Das erste Mal bestieg Heinrich Barth im Jahr 1862 den Olymp, er erreichte jedoch nicht den Hauptgipfel Mytikas. Dies gelang Christos Kakalos, Frédéric Boissonas und Daniel Baud Bovy am 2. August 1913.

Gedenkmünze[Bearbeiten]

Der Olymp mit seinem Nationalpark war 2005 das Motiv der Griechischen Gedenkmünze. Auf der Rückseite war der Krieg der Titanen dargestellt. Es wurden 25.000 Exemplare hergestellt und mit dem Jahresset verteilt. Die Münzen befinden sich nicht im Umlauf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Francis P. Farquhar and Aristides E. Phoutrides: Mount Olympus. Illustrated from photographs. Johnck & Seeger, San Francisco, 1929.
  • Fred Boissonnas: ΕΙΚΟΝΕΣ ΤΗΣ ΕΛΛΑΔΟΣ/IMAGES OF GREECE. Rizarios Foundation, Athens 2001, ISBN 960-85302-6-1. (Texte griechisch und deutsch)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Olymp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Janda, Michael (2010): Die Musik nach dem Chaos. Der Schöpfungsmythos der europäischen Vorzeit. Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft, Neue Folge, Band 1, Innsbruck 2010.
  2. [1]
  3. vgl. Meldung auf www.in.gr