Patrice Lumumba

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Patrice É. Lumumba

Patrice Émery Lumumba (* 2. Juli 1925 in Katako-Kombé (heute Provinz Kasai-Oriental); † 17. Januar 1961 in der Provinz Katanga) war ein kongolesischer Politiker und von Juni bis September 1960 erster Ministerpräsident des unabhängigen Kongo (zuvor Belgisch-Kongo, 1971 bis 1997 umbenannt in Zaïre, heute Demokratische Republik Kongo).

Leben[Bearbeiten]

Werdegang und politische Anfänge[Bearbeiten]

Lumumbas Geburtsname ist Tasumbu Tawosa. Erst später nannte man ihn Lumumba, was „aufrührerische Massen“ heißt. Wegen seines Verhaltens musste er die Schule verlassen; er konnte in Stanleyville eine Laufbahn bei der Post beginnen. Wegen Veruntreuung verbüßte er eine Gefängnisstrafe.

1958 war er einer der Gründer der für die Unabhängigkeit des Kongo eintretenden Partei Mouvement National Congolais (MNC), die sich als einzige Partei des Kongo in sämtlichen Landesteilen verankern konnte. Bald darauf nahm er dort eine führende Position ein. Als Wortführer der Unabhängigkeitsbewegung wurde er im Oktober 1959 verhaftet und gefoltert und am 25. Januar 1960 freigelassen.

Zeit als Ministerpräsident[Bearbeiten]

Aus den ersten Parlamentswahlen vom 25. Mai 1960 ging Lumumbas Partei, der Mouvement National Congolais, als stärkste politische Kraft hervor. Als am 30. Juni 1960 der Kongo seine Unabhängigkeit von Belgien erlangte, wurde Lumumba – trotz großen Widerstandes der weißen Siedler und der führenden Oberschicht des Landes – erster Ministerpräsident der in die Freiheit entlassenen jungen Republik. Das Amt des Staatspräsidenten ging an Joseph Kasavubu (1910–1969; im Amt von 1960 bis 1965).

Schon während des Festaktes zur Unabhängigkeitsfeier trat Lumumba als entschiedener Verfechter von Freiheit und Würde hervor. In einer Rede widersprach er dem belgischen König Baudouin I. (1930–1993), der die „Errungenschaften“ und die „zivilisatorischen Verdienste“ der Kolonialherrschaft lobte. In Anwesenheit des Königs und der versammelten Honoratioren aus dem In- und Ausland widersprach er dieser Geschichtsauffassung und prangerte – an König Baudouin gewandt – die Unterdrückung, Missachtung und Ausbeutung durch die belgische Kolonialverwaltung an.

„[…] erniedrigender Sklaverei, die uns mit Gewalt auferlegt wurde. […] Wir haben zermürbende Arbeit kennengelernt und mussten sie für einen Lohn erbringen, der es uns nicht gestattete, den Hunger zu vertreiben, uns zu kleiden oder in anständigen Verhältnissen zu wohnen oder unsere Kinder als geliebte Wesen großzuziehen. […] Wir kennen Spott, Beleidigungen, Schläge, die morgens, mittags und nachts unablässig ausgeteilt wurden, weil wir Neger waren. […] Wir haben erlebt, wie unser Land im Namen von angeblich rechtmäßigen Gesetzen aufgeteilt wurde, die tatsächlich nur besagen, dass das Recht mit dem Stärkeren ist. […] Wir werden die Massaker nicht vergessen, in denen so viele umgekommen sind, und ebenso wenig die Zellen, in die jene geworfen wurden, die sich einem Regime der Unterdrückung und Ausbeutung nicht unterwerfen wollten.“

Nach dieser Rede wollte König Baudouin den Kongo zunächst sofort verlassen, doch seine Minister rieten ihm, aus Höflichkeit zum Abschlussdinner zu bleiben. Bei diesem Dinner versuchte Lumumba, König Baudouin mit einer Lobrede über Errungenschaften in Belgien außerhalb der Kolonialherrschaft zu versöhnen.

Die Belgier entließen den Kongo durch die lange Kolonialherrschaft völlig unvorbereitet in die Unabhängigkeit. Während der Kolonialzeit scherte sich das „Mutterland“ kaum um gerechte Zustände, soziale Wohlfahrt, medizinische Versorgung oder das Bildungssystem. Es gab keine kongolesischen Offiziere. Im gesamten Staatsdienst waren nur drei Kongolesen in leitenden Positionen tätig, und landesweit gab es lediglich 30 Kongolesen mit akademischer Ausbildung. Dafür waren die belgischen und westlichen Interessen an den strategisch wichtigen Mineralressourcen des Kongo (Uran, Kupfer, Gold, Zinn, Cobalt, Diamanten, Mangan, Zink) umso größer. Hinzu kamen Agrarressourcen wie Baumwolle, Edelholz, Kautschuk und Palmöl. Die mit der Ausbeutung verbundenen immensen Investitionen auf wirtschaftlicher Ebene einerseits und die bewusste Vernachlässigung der menschlichen Ressourcen, des Bildungssystems und der sozialen Institutionen andererseits verschafften den Kolonialherren die Möglichkeit, das Land auch nach der Unabhängigkeit faktisch unter Kontrolle zu halten.

Die belgische Regierung sah Lumumba als eine Gefahr an, da er als Sozialist die reichen Bergbau- und Plantagen-Gesellschaften verstaatlichen wollte. Der belgische Staat übte auf die Medien Druck aus, um das Image Lumumbas zu ruinieren. Die belgische Presse bezeichnete ihn als Kommunisten und Anti-Weißen, was er immer zurückwies. Eine deutsche Zeitungskarikatur bezeichnete Lumumba sogar als Negerpremier. Nach seinem Tod lautete der Titel einer belgischen Zeitung „der Tod des Satans“ (la mort de Satan).

Lumumba versuchte, die heterogenen Kräfte zu einen, die Einheit des Landes zu bewahren und seine Partei zu einer einheitlichen nationalen Bewegung nach dem Vorbild Ghanas unter Kwame Nkrumah aufzubauen. Dem standen die im Kongo verbliebenen Weißen – Siedler, Geschäftsleute und die nach wie vor unter der Führung von belgischen Offizieren stehende Armee –, aber insbesondere die Großmacht USA entgegen.

Zuvor hatte Lumumba bei einem Besuch bei Eisenhower nicht die gewünschte Unterstützung erhalten, und es wurde der US Seite klar, dass Lumumbas Politik die Interessen amerikanischer Unternehmen gefährden würde, welche am belgischen Monopol der Mineralausbeutung in der Provinz Katanga beteiligt waren. Einige Wochen später wurde von Mitarbeitern des Joint Chiefs of Staff bei einer informellen Konferenz mit Vertretern von CIA, State Department und Defense Department die Ermordung Lumumbas vorgeschlagen.[1] Als Lumumba die Sowjetunion um militärische Unterstützung gegen die belgischen Truppen bat, kam sein vom CIA abgefangenes Telegramm schneller in Washington als in Moskau an. Der Kalte Krieg war auf dem Höhepunkt, und der Widerstand gegen Lumumba konnte mit der Behauptung gerechtfertigt werden, dass Lumumba beabsichtige, das Land dem Einflussbereich der Sowjetunion zuzuführen.

Am 12. Juli 1960 begab sich Lumumba in die abtrünnige Provinz Katanga. Dort stationierte belgische Truppen verweigerten seinem Flugzeug jedoch die Landeerlaubnis. Lumumba und Staatschef Kasavubu ersuchten darauf die UNO und deren Generalsekretär Dag Hammarskjöld um Hilfe und erklärten Belgien den Krieg. Belgien verstärkte daraufhin seine Truppenpräsenz in Katanga, und die UNO entsandte erste Verbände nach Léopoldville.

Putsch gegen Lumumba[Bearbeiten]

Die folgenden Ereignisse wurden unter dem Begriff „Kongo-Wirren“ bekannt. Der Staatspräsident Joseph Kasavubu verbündete sich mit Unterstützung der USA mit Oberst Joseph Mobutu (der sich später Mobutu Sese Seko nannte), einem früheren Weggefährten Lumumbas, gegen Lumumba, der am 5. September 1960 auf Drängen der USA aus seinem Amt als Ministerpräsident entlassen wurde. Darauf erklärte Lumumba Kasavubu für abgesetzt. Einen Tag später, am 6. September 1960, machte das kongolesische Parlament Lumumbas Entlassung wieder rückgängig. Am 12. September 1960 veranlasste Kasavubu die neuerliche Entlassung und beauftragte den neuen Oberkommandierenden der Armee Mobutu mit der Verhaftung Lumumbas. Er konnte sich der Verhaftung jedoch entziehen.

Am 14. September 1960 übernahm die Armee unter Mobutu in einem mit den USA abgesprochenen Putsch die Macht. Kasavubu blieb offizielles Staatsoberhaupt. Lumumba wurde unter Hausarrest gestellt.

Am 27. November 1960 gelang Lumumba die Flucht aus Léopoldville, kurz darauf wurde er aber bei Mweka festgenommen und am 1. Dezember 1960 nach Thysville gebracht. Nach einer Militärmeuterei in Thysville am 13. Januar 1961 wurden Lumumba und zwei seiner Getreuen nach Katanga an Moïse Tschombé ausgeliefert. Im Verlauf der nächsten Tage wurden alle drei getötet.

Aufarbeitung des Todes[Bearbeiten]

Die genauen Umstände von Lumumbas Tod waren der Allgemeinheit lange Zeit unbekannt. Nach einigen Quellen wurde er bereits auf dem Flug nach Elisabethville so schwer misshandelt und verletzt, dass er schon kurz nach dem Flug starb. Sein Sohn François Lumumba erhob darauf Anklage in Belgien, um die Umstände der Tötung seines Vaters aufzuklären. Erst 2012 – 51 Jahre nach der Tat – konnte eine extra einberufene Fachkommission des belgischen Parlaments die Ereignisse um Lumumbas Tod hinlänglich rekonstruieren.

Demnach wurden Lumumba und seine Begleiter von Mobutus Männern festgenommen, per Flugzeug zu Moïse Tschombé nach Katanga deportiert und dort in eine Waldhütte gebracht. Lumumba und seine Gefolgsleute Okito und Mpolo wurden gefoltert. Danach erschienen seine politischen Gegner Tschombé, Kimba und belgische Politiker, beschimpften die Gefangenen und spuckten sie an. Am 17. Januar 1961 wurden Patrice Lumumba und seine zwei Getreuen von katangischen Soldaten unter belgischem Kommando erschossen und zunächst an Ort und Stelle vergraben. Um die Tat zu vertuschen, wurden die Leichen wenige Tage später exhumiert. Lumumbas Leichnam wurde zerteilt, mit Batteriesäure aufgelöst, die von einer belgischen Minengesellschaft bereitgestellt worden war, und schließlich verbrannt.[2] Die Tötung wurde Dorfbewohnern angelastet (Lumumba assassiné par des villageois). Die meisten Medien aber gaben Tschombé die Schuld.

In ihrem Schlussbericht kam die Kommission zu dem Ergebnis, dass der belgische König Baudouin von den Plänen zur Tötung Lumumbas wusste. Fest steht, dass die belgische Regierung Lumumbas Gegner im Kongo logistisch, finanziell und militärisch unterstützte. Ein Großteil der Schuld wird unmittelbar König Baudouin zugeschrieben, der unter Umgehung der politischen Instanzen seine eigene postkoloniale Politik betrieben haben soll. Ältere Untersuchungen waren zu dem Ergebnis gekommen, dass die Tötung Lumumbas direkt von den Regierungen Belgiens und den USA angeordnet und vom amerikanischen Geheimdienst CIA und örtlichen, von Brüssel finanzierten Helfern ausgeführt wurde. Das US-amerikanische Church Committee veröffentlichte in den Jahren 1975 und 1976 Dokumente, die nahelegen, dass US-Präsident Dwight D. Eisenhower schon im August 1960 der CIA den Befehl erteilt habe, Lumumba mittels Gift zu liquidieren. So kam am 26. September ein CIA-Wissenschaftler unter dem Namen „Joseph Schneider“, bei dem es sich tatsächlich um den Leiter von MKULTRA, Sidney Gottlieb, handelte, in der kongolesischen Hauptstadt Léopoldville an, um tödliche biologische Materialien (z. B. Anthrax, Tuberkulose, Tularämie) abzuliefern.[3] Dazu führt Tim Weiner in seinem 2007 veröffentlichten Werk CIA: Die ganze Geschichte weitere Belege an.[4]

Am 22. Juni 2010 kündigte sein Sohn Guy-Patrice Lumumba in Brüssel eine Klage gegen zwölf Belgier an, die 1961 in die Ermordung seines Vaters verwickelt gewesen sein sollen. Die Klage sollte im Oktober 2010 vor einem Brüsseler Strafgericht eingereicht werden.[5] Im Dezember 2012 entschied ein Berufungsgericht in Brüssel, dass die belgische Staatsanwaltschaft Ermittlungen zum Mord an Lumumba einleiten darf.[6] Als Folge dieser Entscheidung entschuldigte sich der damalige belgische Premierminister Guy Verhofstadt offiziell bei der Demokratischen Republik Kongo.[7]

Calder Walton schrieb Anfang 2013 in seinem Buch Empire of Secrets: British intelligence, the Cold War and the Twilight of Empire über die Geschichte des britischen Geheimdienstes MI6, dass es unklar sei, wer die Ermordung Lumumbas organisiert habe und welche Rolle Großbritannien dabei gespielt hat. Nachdem im London Review of Books eine Kritik zu Calders Werk erschienen war, schrieb der Politiker David Lea an das Magazin, dass dies nicht mehr unklar sei. Daphne Park habe ihm einige Monate vor ihrem Tod berichtet, dass der MI 6 sehr wohl etwas mit Lumumbas Hinrichtung zu tun gehabt habe, da diese von ihr organisiert worden war. Park leitete von 1959 bis 1961 de facto die Operationen des MI 6 in Leopoldville.[8]

Familie[Bearbeiten]

Ungefähr ein Jahr nach seiner Ankunft in Stanleyville heiratete Lumumba Henriette Maletaua. Die Ehe hielt bis 1947. Im Juni 1947 heiratete er Hortense Sombosia, von der er im Februar 1951 geschieden wurde. Aus beiden Ehen gingen keine Kinder hervor.

1947 traf Lumumba in Leopoldville zum ersten Mal seine spätere Geliebte Pauline Klie, die zu diesem Zeitpunkt bereits eine Tochter hatte. Sie war mit Mutter und Vater nach Leopoldville gezogen, der für das Office des Transport Congolais arbeitete. Die Beziehung endete mit dem Wegzug ihrer Familie, bevor sich die beiden 1948 wieder in Stanleyville trafen. Am 20. September 1951 brachte Pauline Klie Lumumbas erstes Kind François zur Welt. Sie zog zurück nach Leopoldville, als Lumumba im selben Jahr heiratete. Die beiden sollten jedoch weiterhin in Kontakt bleiben: So sorgte Lumuba finanziell für seinen Sohn, und Pauline Klie besuchte Lumuba während seines Hausarrests im Jahr 1960.

Lumumbas dritte Ehe mit Pauline Opago (* ca. 1937) war die Folge einer arrangierten Hochzeit im Jahr 1951. Sein Bruder Emile hatte bei der Familie von Opago in Wembo-Nyama für Lumumba geworben. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor:

  • Patrice (* 18. September 1952)
  • Juliana (* 23. August 1955)
  • Roland-Gilbert (* 1958)
  • Marie Christine (*/† 1960)

1960 traf Lumumba seine Sekretärin und spätere Geliebte Alphonsine Masuba, die nach seinem Tod den Sohn Guy zur Welt brachte.[9]

Rezeption[Bearbeiten]

Patrice Lumumba wurde zu einem politischen Mythos und zum Vorkämpfer der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegung. Als charismatischer Anführer und Opfer im Kampf um die Freiheit des Kongo von der kolonialen Herrschaft wurde er zu einer Symbolfigur des antiimperialistischen Kampfes in Afrika.

„Seit Lumumba tot ist, hört er auf, eine Person zu sein. Er wird zu ganz Afrika.“

Jean-Paul Sartre

Ehrungen[Bearbeiten]

Von 1961 bis 1992 war die Moskauer Universität der Völkerfreundschaft nach Patrice Lumumba benannt.[10] In Leipzig wurde für ihn noch 1961 ein Denkmal vor einem Universitätsgebäude eingeweiht. Dieses wurde 1997 geschändet und 2011 auf Privatinitiative und spendenfinanziert erneuert und enthüllt.[11] Ein weiteres Denkmal befindet sich in Bamako, der Hauptstadt Malis. Im Jahr 1961 veröffentlichte die Post Russlands eine Gedenkbriefmarke für Lumumba. Zudem war er Namensgeber für ein alkoholisches Mischgetränk aus Kakao und Rum.

Medien[Bearbeiten]

Paul Dessau komponierte 1963 das Requiem für Lumumba auf einen Text von Karl Mickel, eigentlich eine Passionsmusik in der Nachfolge der Bachschen Passionen.[12][13] Es wurde 1964 in Leipzig uraufgeführt.

Der irische Politiker und Journalist Conor Cruise O’Brien veröffentlichte im Jahr 1968 das Theaterstück Murderous Angels. Dessen deutsche Fassung von Dagobert Lindlau erschien im Jahr 1971 unter dem Titel Mörderische Engel. O’Brien hatte ab Mai 1961 für UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld gearbeitet, der im September 1961 auf einer Kongo-Friedensmission starb und dessen Tod ebenfalls mit König Baudouin in Verbindung gebracht wurde. O’Brien beschuldigt Hammarskjöld und die westliche Welt, schuld am „Fall und Tod“ von Lumumba zu sein.[14]

Raoul Peck, ein geborener Haitianer, der einen Teil seiner Kindheit in Léopoldville verbracht hatte, veröffentlichte 1990 den Dokumentarfilm Lumumba – Tod des Propheten.[15] Im Jahr 2000 folgte sein Spielfilm Lumumba (Französisch mit deutschem Untertitel). Die Koproduktion von Frankreich, Belgien, Haiti und Deutschland zeigt den Aufstieg und die Ermordung Lumumbas. Die Titelrolle wird vom französischen Schauspieler Eriq Ebouaney gespielt.[16]

Die mit dem Grimme-Preis in Gold ausgezeichnete TV-Dokumentation Mord im Kolonialstil von Thomas Giefer aus dem Jahre 2000 fasst die damaligen Ereignisse anhand der Interviews mit mehreren ehemaligen Mitarbeitern und Offizieren der CIA und des belgischen Geheimdienstes zusammen. Diese gaben darin erstmals vor laufender Kamera zu, persönlich an der Tötung Lumumbas und seiner Begleiter sowie der Beseitigung der sterblichen Überreste beteiligt gewesen zu sein. Der ehemalige belgische Polizeikommissar Gérard Soete besaß noch die Schneidezähne von Patrice Lumumba, die er auch vorzeigte.[17]

Weitere Dokumentationen/TV-Beiträge entstanden 2006 anlässlich Lumumbas 45. Todestag durch Jihan El Tahri und Birgit Morgenrath.[18][19]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Giefer: Mord im Kolonialstil. In: Heribert Blondiau (Hrsg.): Tod auf Bestellung, Ullstein, München 2000, ISBN 3-550-07147-7, S. 143–174.
  • Ludo de Witte: Regierungsauftrag Mord. Forum, Leipzig 2001, ISBN 3-931801-09-8.
  • Andrea Böhm: Gott und die Krokodile – Eine Reise durch den Kongo. Pantheon Verlag, München 2011, ISBN 978-3-570-55125-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Patrice Lumumba – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerard Colby, Charlotte Dennet: Thy Will be Done. The Conquest of The Amazon: Nelson Rockefeller and Evangelism in the Age of Oil. HarperPerennial, 1996, ISBN 0-06-092723-2, S. 325–327
  2. http://www1.wdr.de/themen/archiv/stichtag/stichtag1532.html
  3. Gerard Colby, Charlotte Dennet: Thy Will be Done. The Conquest of The Amazon: Nelson Rockefeller and Evangelism in the Age of Oil. S. 328
  4. Deutsche Ausgabe CIA. Die ganze Geschichte, Frankfurt/Main 2008, S. 225–227
  5. http://derstandard.at/1276413666858/DR-Kongo-Lumumba-Mord-Sohn-kuendigt-Klage-gegen-zwoelf-Belgier-an
  6. 60 Jahre nach dem Mord: Belgien will Tod von Freiheitsidol Lumumba aufklären bei focus.de, 13. Dezember 2012 (abgerufen am 13. Dezember 2012).
  7. Belgian Prosecutor's Office investigates murder of Patrice Lumumba, rapsinews.com, 13. Dezember 2013, abgerufen am 3. November 2013
  8. Jean Shaoul: Britain’s involvement in assassination of Congo’s Lumumba confirmed, World Socialist Web Site, 18. April 2013, abgerufen am 3. November 2013
  9. Leo Zeilig: Patrice Lumumba: Africa's Lost Leader, HopeRoad, London 2012, ISBN 9781908446022, Vorschau in der Google-Buchsuche
  10. http://www.pfu.edu.ru/en/?pagec=49
  11. Tina Kühne: Lumumba-Denkmal erinnert an afrikanischen Freiheitskämpfer. lvz-online.de vom 18. Januar 2011, abgerufen am 27. November 2012
  12. Paul Dessau: Requiem für Patrice Lumumba bei requiemsurvey.org, abgerufen am 17. Dezember 2013
  13. Paul Dessau: Requiem für Lumumba (1964), Schott Music, abgerufen am 17. Dezember 2013
  14. Michael A. Cohen: Politics vs Drama in O'Brien's "Murderous Angels". In: Contemporary Literature, Vol. 16, No. 3. University of Wisconsin Press, 1975, S. 340-352, abgerufen am 13. Januar 2013.
  15. Lumumba – Tod des Propheten in der Internet Movie Database (englisch)
  16. Lumumba in der Internet Movie Database (englisch)
  17. Andrea Böhm: Lumumbas Martyrium. In: Die Zeit Nr. 16, 13. Januar 2011, S. 16.
  18. Fidel, der Che und die afrikanische Odyssee. arte.tv, archiviert vom Original am 23. April 2008, abgerufen am 3. November 2013.
  19. Birgit Morgenrath: SWR2 Wissen: Ein internationales Komplott, swr.de, 2006, abgerufen am 3. November 2013