Podelzig

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Podelzig
Podelzig
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Podelzig hervorgehoben
52.47166666666714.53444444444448Koordinaten: 52° 28′ N, 14° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Amt: Lebus
Höhe: 48 m ü. NHN
Fläche: 25,26 km²
Einwohner: 879 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15326
Vorwahl: 033601
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 388
Adresse der Amtsverwaltung: Breite Straße 1
15326 Lebus
Webpräsenz: Kirche Podelzig [1]
Bürgermeister: Alfred Nowak (Wählergruppe Kirche)
Lage der Gemeinde Podelzig im Landkreis Märkisch-Oderland
Altlandsberg Alt Tucheband Bad Freienwalde Beiersdorf-Freudenberg Bleyen-Genschmar Bliesdorf Buckow Falkenberg Falkenhagen Fichtenhöhe Fredersdorf-Vogelsdorf Garzau-Garzin Golzow Gusow-Platkow Heckelberg-Brunow Höhenland Hoppegarten Küstriner Vorland Lebus Letschin Lietzen Lindendorf Märkische Höhe Müncheberg Neuenhagen bei Berlin Neuhardenberg Neulewin Neutrebbin Oberbarnim Oderaue Petershagen/Eggersdorf Podelzig Prötzel Rehfelde Reichenow-Möglin Reitwein Rüdersdorf bei Berlin Seelow Strausberg Treplin Vierlinden Waldsieversdorf Wriezen Zechin Zeschdorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Die Kirche von Podelzig

Podelzig ist eine Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg (Deutschland). Sie gehört dem Amt Lebus an.

Geografie[Bearbeiten]

Podelzig liegt am südlichen Ende des Reitweiner Sporns und wird von der Bundesstraße 112 durchquert.

Gliederung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Podelzig besteht aus mehreren Ortsteilen: Podelzig (mit Kolonie und Siedlung), Klessin und Wuhden. Während Wuhden bereits im Juni 2002 seine 750-Jahr-Feier beging, feierte Podelzig im August 2004 die urkundliche Erwähnung vor 650 Jahren. Archäologisch nachgewiesen ist eine Besiedlung seit dem 11. Jahrhundert (Ausgrabungen in der alten Kirche 2004). Der slawische Name „Podolzk“ deutet auf eine vorherige slawische Besiedlung, vermutlich mindestens seit dem 8. Jahrhundert.

Der Hauptort Podelzig ist aus mehreren Teilen zusammengewachsen, die aber keinen eigenen Ortsteilcharakter haben: Altpodelzig (auf der Höhe), Neupodelzig (Kolonie) unterhalb des Berghanges und Podelzig-Siedlung (ehemals: Zuckerfabrik).

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf Podelzig wurde zuerst 1354 urkundlich erwähnt; zugleich mit dem Städtchen Lebus wurde Podoltzgk von Markgraf Ludwig II. an Bischof Heinrich II. übergeben. Um 1400 waren Hans und Peter von Borghaßdorf (von Burgsdorff) die Lehnsbesitzer des Dorfes, ferner Hans und Heinrich Weynschutze und Heinrich List, die aber keine Anteile an Podelzig erwarben. Der 1439 verstorbene Lebuser Bischof Peter II. von Burgsdorff ist vermutlich im Erbbegräbnis derer von Burgsdorff in Podelzig beerdigt worden.

Am 4. April 1563 wurde der 1515 geborene Hans von Burgsdorff Rittergutsbesitzer; er erwarb später einen zweiten Rittersitz, zwei Schäfereien und eine Windmühle in Podelzig sowie etliche Dörfer in der Umgebung. 1594 kaufte er für 13.000 Taler ein Drittel des ganzen Ortes Podelzig von seinem entfernten Verwandten Levin Burgsdorff. Nachdem 1539 die Reformation in der Mark Brandenburg eingeführt wurde, erhielt Mitte des 16. Jahrhunderts auch Podelzig einen evangelischen Prediger. In der Folge wurden auch Umbau- und Instandsetzungsarbeiten an der Kirche durchgeführt.

Im Dreißigjährigen Krieg kam es mehrfach zu schweren Verwüstungen und Plünderungen in Podelzig. Im Jahre 1636 wurde Podelzig von den kaiserlichen Truppen unter dem Oberst von Manteuffel geplündert, die Kirche beschädigt, das Pfarrhaus angezündet und der Pfarrer Crupsacius ermordet. Im August 1639 wurde Podelzig durch schwedische Truppen unter den Obersten Drewitz und Stenbock in Brand gesteckt; fast das ganze Dorf wurde vernichtet. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges forderte der Rittergutsbesitzer Arnim von Burgsdorff 1652 kurfürstliche Hilfe für den Neubau des Pfarrhauses ein, da Podelzig vollständig verarmt war.

Um 1674 kaufte Kurfürst Friedrich Wilhelm etwa die Hälfte des Ortes und richtete in Podelzig ein Vorwerk zum Domänenamt Lebus ein, zu dem bereits das damals selbständige Dorf Wuhden gehörte. Nach der Trockenlegung des Oderbruches durch Friedrich den Großen wurde 1775 Neu Podelzig als Kolonistendorf gegründet und trug lange die Bezeichnung „Kolonie“. Podelzig hatte am wirtschaftlichen Aufschwung teil, 1829 wurde die Chaussee von Frankfurt (Oder) nach Manschnow durch Podelzig gebaut, 1856 wurde die Eisenbahnlinie Frankfurt–Küstrin über Podelzig eingerichtet, allerdings bekam Podelzig erst 1879 einen Haltepunkt. 1928 wurden die Landgemeinden Alt Podelzig und Neu Podelzig sowie die Gutsbezirke Adlig Podelzig und Königlich Podelzig zur Gemeinde Podelzig zusammengeschlossen. Die Ortsteile Klessin und Wuhden wurden 1946 und 1950 nach Podelzig eingemeindet.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Podelzig durch die Kriegshandlungen zu 85 Prozent zerstört. In der Hauptkampfzone liegend, war der Ort ständigen Angriffen und Gegenangriffen ausgesetzt. Bahnhof und Versorgungsleitungen waren zerstört. Von den vorher etwa 1000 Einwohnern kehrten nur 180 nach Podelzig zurück; von ihnen starben 52 an Typhus. In den nachfolgenden Jahren verunglückten 20 Menschen durch Minen. Auch das Pfarrhaus war völlig zerstört; die darin enthaltenen alten Unterlagen und Kirchenbücher sind vollständig verbrannt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung im Gebiet des heutigen Podelzig schrumpft seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Selbst die Zuwanderung von Vertriebenen in der Mitte des 20. Jahrhunderts hat den säkularen Schrumpfungsprozess nur kurzfristig unterbrochen.

Bevölkerungsentwicklung seit 1875.
- Blaue Linie: Bevölkerungsentwicklung des Gebietes in den heutigen Grenzen.
- Gepunktete Linie: Normierte Bevölkerungsentwicklung des Landes Brandenburg.
Podelzig:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen (2013)
Jahr Einwohner
1875 1.922
1890 1.675
1910 1.306
1925 1.415
1933 1.350
1939 1.172
1946 894
1950 1.199
1964 1.230
1971 1.230
Jahr Einwohner
1981 1.038
1985 993
1989 916
1990 923
1991 909
1992 884
1993 877
1994 877
1995 899
1996 890
Jahr Einwohner
1997 900
1998 935
1999 960
2000 1.000
2001 1.000
2002 1.005
2003 1.010
2004 1.005
2005 992
2006 999
Jahr Einwohner
2007 1.016
2008 988
2009 955
2010 951
2011 908
2012 887
2013

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons.[2]

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindeverwaltung

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 21. Januar 2004 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber über einem blauen Wellenschildfuß eine durchgehende, gemauerte rote Bo-genbrücke, belegt mit zwei goldenen Adonisröschen; im mittleren und höheren der drei gewölbten Brückenjoche das Wappen der von Burgsdorff (dreifach gespalten von Rot und Silber, belegt mit einem blauen Balken).“[3]

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Soldatengräber auf dem Friedhof von Podelzig.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Die Ruine der Podelziger Dorfkirche, zwei Grabsteine und auch die Kirchhofsmauer stehen unter Denkmalschutz.[4] Im Jahr 2005 wurde der nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs verbliebene Turmstumpf mit einem neuen Aufbau versehen, der als Ausstellungsraum und Aussichtsplattform dient.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Volks- und Raiffeisenbank VR Fürstenwalde Seelow Wriezen eG hat eine Filiale in Podelzig.[6]

Im Jahre 2003 wurde der von Prokon betriebene Windpark Podelzig/Lebus mit 14 Windkraftanlagen (WKA) eingeweiht. Die direkt an der B 112 am Ortsausgang Richtung Lebus stehenden WKA haben eine Nennleistung von 18,2 MW.[7]

Bildung[Bearbeiten]

Die ehemalige Polytechnische Oberschule in Podelzig mit dem Namenszusatz G.K.Schukow war für die Orte Podelzig, Reitwein, Rathstock und Hathenow für mehr als 30 Jahre ein wichtiger Schulstandort.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  3. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  4. Brandenburgische Landesdenkmalliste für den Landkreis Märkisch-Oderland (PDF-Datei, 324 kB) abgerufen am 24. März 2013
  5. Informationen zur Baumaßnahme, abgerufen am 6. November 2011
  6. VR Filiale Podelzig
  7. http://www.stic-wfgmol.de/downloads/EnergieMOLInternet.pdf

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Podelzig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien