Altlandsberg
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Märkisch-Oderland | |
| Höhe: | 57 m ü. NN | |
| Fläche: | 106,21 km² | |
| Einwohner: |
8798 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 83 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 15345 | |
| Vorwahl: | 033438 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MOL, FRW, SEE, SRB | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 64 029 | |
| Stadtgliederung: | 6 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Berliner Allee 6 15345 Altlandsberg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Arno Jaeschke (parteilos, für die CDU) | |
| Lage der Stadt Altlandsberg im Landkreis Märkisch-Oderland | ||
Altlandsberg ist eine Stadt im Land Brandenburg, Landkreis Märkisch-Oderland. Die Stadt liegt östlich von Berlin im so genannten „engeren Verflechtungsraum“ der Bundeshauptstadt.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
- Strausberg
- Neuenhagen bei Berlin
- Fredersdorf-Vogelsdorf
- Prötzel
- Hoppegarten
- Werneuchen im Landkreis Barnim
- Petershagen/Eggersdorf
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Die Stadt Altlandsberg gliedert sich in sechs Ortsteile mit jeweils eigenen Ortsbeiräten und Ortsbürgermeistern:
- Altlandsberg
- Bruchmühle
- Buchholz
- Gielsdorf
- Wegendorf
- Wesendahl
- Im Mittelalter gehörte ein Gut auf der Feldmark Wesendahls zum Besitz des Zisterzienserinnen-Klosters Friedland.
Daneben gibt es noch mehrere Gemeindeteile ohne lokale Selbstverwaltung:
- Eichenbrandt
- Neuhönow
- (Altlandsberg -) Nord
- Paulshof
- Radebrück
- Seeberg (oft in Seeberg-Dorf und Seeberg-Siedlung unterschieden)
- Wilkendorf
- Wolfshagen
Geschichte [Bearbeiten]
Ursprung Altlandsbergs war ein erst slawischer, dann deutscher Burgflecken namens Jabel, der von Wasser und Sumpf umgeben und dadurch natürlich geschützt war. Er lag an einem Handelsweg von der Spree zur unteren Oder. Daran erinnern noch heute die „Jabelwiesen“ westlich des Altlandsberger Fließes. Altlandsberg wurde im Jahr 1230 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name der Stadt könnte vom wettinischen Landsberg bei Halle übertragen worden sein. Anfang des 13. Jahrhunderts entstand eine deutsche (vielleicht wettinische) Burg mit Suburbium um die heutige Stadtkirche. Sehr wahrscheinlich gehörte Altlandsberg zu der wettinischen Herrschaft, die der Markgraf von Meißen Heinrich der Erlauchte um Hönow im Zuge des deutschen Landesausbaus nach Osten gegen die Interessen der askanischen Markgrafen Brandenburgs aufbauen wollte. Im Teltow-Krieg zwischen 1239 und 1245 entschieden die gemeinsam regierenden Askanier Johann I. und Otto III. die Auseinandersetzungen für sich. Seit 1245 gehören der gesamte Barnim (wie auch der Teltow) und damit auch Altlandsberg dauerhaft zu der Mark Brandenburg beziehungsweise Brandenburg.
Südlich der Burg errichteten die Askanier noch vor 1257 eine regelmäßige Stadtanlage. Im 14. Jahrhundert wurde die Stadtanlage mit einer Stadtmauer befestigt. 1335 stiftete der Wittelsbacher Markgraf Ludwig ein Kloster für den Bettelorden der Serviten, die einzige Klosterstiftung für diesen Orden in der Mark. Das Kloster wurde mit der Reformation 1540 aufgelöst. 1409 gelangte die Stadt in den Besitz der Ritter von Krummensee. 1421 gewährte Kurfürst Friedrich von Brandenburg den Bürgern das Recht, Jahrmärkte abhalten zu dürfen.[2] 1432 überfielen Hussiten die Stadt und brannten sie nieder. 1537 vernichtete ein großer Stadtbrand auch das Rathaus mit allen Urkunden. 1550, 1566 und 1598 wüteten Pestepidemien in der Stadt.
1632 brannte Altlandsberg im Zuge des Dreißigjährigen Krieges nieder und blieb verwüstet. 1654 erwarb der kurfürstliche Minister Graf Otto von Schwerin das Schloss und die abgebrannte Stadt. Er ließ sie neu aufbauen und um 1670 das Barockschloss und die zugehörige Saalkirche errichten. Hier verbrachte der preußische König Friedrich I. seine Jugend. Als reformierter Gutsherr siedelte Otto von Schwerin 1670 hier die ersten Refugiés (Hugenotten) Brandenburgs an, die jedoch schon 1672 nach Berlin in die dortige, 1661 privilegierte Französische Kolonie umzogen. 1684 vernichtete ein neuerlicher Stadtbrand 90 Prozent der Stadt.
1708 kaufte König Friedrich I. die Herrschaft Altlandsberg, wandelte sie in ein königliches Amt um und baute das Schloss als Nebenresidenz aus. Nach dem Tode von Friedrich I. legte sein Sohn Friedrich Wilhelm I. 1713 die Residenz still und entleerte das Haus von seiner Ausstattung. 1757 brannte das Schloss ab. Die Trümmer wurden abgerissen, nur die Saalkirche wurde wieder aufgebaut. 1854 wütete der letzte Großbrand in der Stadt.
Jahrhundertelang war das Wirtschaftsleben der Stadt durch Land- und Forstwirtschaft sowie das Handwerk geprägt. In den vor etwa 400 Jahren gegründeten Zünften waren die Tuchmacher, Schuhmacher/Lohgerber, Bäcker, Schlächter/Knochenhauer und die Stellmacher/Böttcher die bedeutendsten Gewerke. Erst mit dem Ausbau der Chaussee Berlin - Strausberg - Prötzel im Jahr 1850 und dem Anschluss an die Altlandsberger Kleinbahn im Jahr 1898 erlebte die Stadt einen kleinen wirtschaftlichen Aufschwung.
Am 21. April 1945 erreichten von Strausberg kommende Spitzenverbände der Roten Armee unter Nikolai Erastowitsch Bersarin über Altlandsberg, das hinter dem äußeren Sperrring um die Reichshauptstadt Berlin lag, die Berliner Stadtgrenze. Von Kriegszerstörungen blieb Altlandsberg weitgehend verschont.
Altlandsberg beging im September 2005 sein 775-jähriges Bestehen.
Am 1. Juli 2007 wurde der von der CDU aufgestellte Kandidat Arno Jaeschke (parteilos) zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt. Er hat am 1. September 2007 sein Amt angetreten und damit Manfred Andruleit abgelöst.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 31. Dezember 1997 wurde Wegendorf nach Altlandsberg eingemeindet.[3] Am 31. Dezember 2002 wurden im Zuge einer weiteren Gebietsreform im Land Brandenburg die amtszugehörigen Gemeinden Buchholz, Bruchmühle, Gielsdorf und Wesendahl als Ortsteile nach Altlandsberg eingemeindet.[4]
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
Die beiden folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Bevölkerung Altlandsberg in seinen heutigen Grenzen entwickelt hat und voraussichtlich entwickeln wird. In der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl stark an, wozu auch die Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten beigetragen haben. In der DDR-Zeit sank die Einwohnerzahl aber deutlich. Seit der Wende führt die Berlin-Nähe zu einem Wiederanstieg der Bevölkerung. Für die Zukunft bis 2030 sagen die Statistiker des Landesamtes sowie der Bertelsmann-Stiftung einen leichten Anstieg der Bevölkerung voraus [5].
Politik [Bearbeiten]
Stadtverordnetenversammlung [Bearbeiten]
Die Stadtverordnetenversammlung von Altlandsberg besteht aus 18 Stadtverordneten sowie dem hauptamtlichen Bürgermeister Arno Jaeschke. Im Ergebnis der Kommunalwahlen am 28. September 2008 setzt sich das Stadtparlament wie folgt zusammen:
- SPD 6 Sitze
- Bürgerfraktion 5 Sitze
- Die Linke 4 Sitze
- CDU 3 Sitze
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen wurde am 16. November 1992 genehmigt.
Blasonierung: „In Rot über grünem Schildfuß mit silbernem Balken ein spitzbedachter silberner Turm mit einem schwarzen Fenster und vier offenen Nischen; auf der Turmspitze ein viereckiger Aufsatz (ein stilisiertes Storchennest).“[6]
Städtepartnerschaft [Bearbeiten]
Krzeszyce in Polen ist Partnerstadt von Altlandsberg.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Altlandsberg ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg. Der von Wall und Graben sowie einer weitgehend erhaltenen Feldstein-Stadtmauer von 1,3 Kilometer Länge mit Berliner Turm und Strausberger Turm (Storchenturm) aus dem 14./15. Jahrhundert umgebene Stadtkern ist von Bebauung überwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert geprägt, darunter vielen ehemaligen Ackerbürgerhäusern, die nach 1990 umfassend restauriert wurden.
Die Stadtkirche wurde aus Feldsteinen als dreischiffige Basilika im spätromanischen Stil im 13. Jahrhundert errichtet, um 1500 spätgotisch umgebaut und im 19. Jahrhundert verändert.
Die ehemalige Schlosskirche wurde aus den Trümmern des 1757 abgebrannten Schlosses im barocken Stil erbaut. Nach Aufgabe der kirchlichen Nutzung ist in ihr eine Kunstglaserei untergebracht. Vom Schloss selber sind nur noch gesicherte Reste der Grundmauern und des Kellers vorhanden.
Das Rathaus wurde von 1910 bis 1912 als Amtsgericht erbaut und wird seit 1956 für die Stadtverwaltung genutzt.
Das um 1880 im historistischen Stil erbaute Gutshaus dient nach seiner Restaurierung als soziokulturelles Zentrum.
Außerhalb der Altstadt liegt das Scheunenviertel, ein Ensemble von in der Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten Backsteinscheunen.
Sehenswert sind die historischen Dorfkirchen in den Ortsteilen Buchholz, Gielsdorf, Seeberg, Wegendorf, Wesendahl und Wilkendorf.
Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Altlandsberg mit den in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmalen
Sport [Bearbeiten]
Der Sportverein MTV 1860 Altlandsberg spielte 2007 und 2010 mit seiner Damen-Handballmannschaft in der 2. Bundesliga.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
- ÖPNV: Bus
- Eisenbahn: Die Stadt war Hauptaktionär der Altlandsberger Kleinbahn AG, die eine Bahnlinie nach Hoppegarten erbaute. Diese war von 1898 bis 1965 in Betrieb.
- Bundesautobahn 10 (Berliner Ring), AS Berlin-Marzahn
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
- Distributionszentrum (Lebensmittel) der MGL (Metro Group) mit 75.000 m² für 14.000 Artikel
- Gewerbegebiet An der Mühle
- Gewerbegebiet Bruchmühle
Ortsteil Wesendahl:
- zwei überregional bedeutsame Obsterzeuger
- wichtiger Standort für die Pferdezucht und Pferdeausbildung
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Nikolaus Leutinger (1554–1612), der Verfasser einer 30-bändigen brandenburgischen Geschichte des Reformationsjahrhunderts folgte seinem gleichnamigen Vater und örtlichen Reformator im Stadtpfarramt nach
- Ludwig von Pfuel (1718–1789), königlich-preußischer Generalmajor (geboren in Gielsdorf)
- Ludwig Wilhelm von Regler (1726–1792), preußischer General und Ingenieur
- Friedrich Wilhelm Langerhans (1780-1851), Architekt und Berliner Stadtbaurat
- Fritz Kunert (1850–1931), Reichstagsabgeordneter (SPD)
- Erasmus Schöfer (* 1931), deutscher Schriftsteller
- Herbert Graedtke (* 1941), deutscher Theaterschauspieler und Regisseur
- Klaus Häcker (* 1941), Handballspieler und -trainer
- Dagmar Enkelmann (* 1956), deutsche Politikerin
Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen [Bearbeiten]
- Otto von Schwerin (1616–1679), brandenburgischer Minister
- Ravindra Gujjula, Ortsvorsteher von Altlandsberg
- König Friedrich I., erster König von Preußen, wurde in Altlandsberg bei und von Otto von Schwerin erzogen. So hatte es sein Vater, der Große Kurfürst verfügt.
Literatur [Bearbeiten]
- Historischer Führer, Stätten und Denkmale der Geschichte in den Bezirken Potsdam, Frankfurt (Oder), Urania-Verlag Leipzig-Jena-Berlin, 1. Auflage 1987, ISBN 3-332-00089-6
- Festschrift der Stadt Altlandsberg zum 775. Geburtstag der Stadt, 2005
Weblinks [Bearbeiten]
- Die 3D-Rekonstruktion des Altlandsberger Schlosses
- Die offizielle Webpräsenz der Stadt Altlandsberg
- Webpräsenz des Ortsteils Burchmühle
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2011 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2011. (Hilfe dazu)
- ↑ Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelaltere; Erlangen 1963, S. 30.
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1997
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
- ↑ Aufstellung der Quellen unter Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
- ↑ Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
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