Pur

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Dieser Artikel beschreibt die Band Pur; zu anderen Bedeutungen siehe Pur (Begriffsklärung).
Pur
Hartmut Engler, Ingo Reidl, Rudi Buttas und Joe Crawford von Pur (2009)
Hartmut Engler, Ingo Reidl, Rudi Buttas und Joe Crawford von Pur (2009)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Pop
Gründung 1975 als Crusade gegründet
  • 1980 in Opus umbenannt
  • 1985 in Pur umbenannt
Website http://www.pur.de/
Aktuelle Besetzung
Hartmut Engler (seit 1976)
Joe Crawford (seit 1979)
Rudi Buttas (seit 1980)
Ingo Reidl (seit 1975)
Gitarre, Keyboard,
Akkordeon
Martin Ansel (seit 1993)
Schlagzeug
Martin Stoeck (seit 1995)
Keyboard, Gesang
Cherry Gehring (seit 2001)
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug, Gitarre,
Chorgesang
Roland Bless (1975-2010)
Tourmusiker
Gesang
David Hanselmann (1993–2004)
Bernd „Mini“ Kleppin (bis 1994)

Pur ist eine deutsche Pop-Band aus Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg).

Bandgeschichte[Bearbeiten]

1975 bis 1979[Bearbeiten]

Roland Bless und Ingo Reidl, zwei Gymnasiasten aus Bietigheim, gründeten mit ein paar Freunden die Band Crusade. Die Proben fanden im Keller der Pauluskirche in Bietigheim statt. Die Band spielte vornehmlich Coverversionen.

Hartmut Engler nahm 1976 bei Reidl Klavierunterricht. Schließlich sang er bei Crusade vor und wurde der neue Sänger.

Als zweiten Gitarristen holte die Band sich 1979 Jörg Weber, genannt „Jo“. Nach einer Umbesetzung der Band wurde er, der ebenso wie Reidl Musik studierte, Bassist. Nach seiner Heirat nahm Weber den Nachnamen seiner Frau an und nennt sich seitdem Joe Crawford.

1980 bis 1985[Bearbeiten]

Rudi Buttas komplettierte 1980 die bis zum Mai 2010 gleich bleibende Besetzung. Der Gitarrist hatte sein Handwerk studiert und bereits Erfahrungen in anderen Bands gesammelt. Man experimentierte sowohl musikalisch als auch inhaltlich: Deutsche Texte wurden ausprobiert; Engler schrieb über zwischenmenschliche und gesellschaftliche Themen. Der Gruppenname wurde in Opus geändert. Als Opus nahmen die fünf Musiker von ihren Ersparnissen ihr erstes Album mit dem Titel „Opus“ auf. Doch es fand sich keine Plattenfirma, die dieses Erstlingswerk veröffentlichen wollte. Die Band verkaufte das Album auf ihren Konzerten. Heute trägt das Album, das von Intercord 1990 nachträglich ins Repertoire aufgenommen wurde, den Titel Opus I. Das zweite Album von Opus, ebenfalls aus eigener Tasche finanziert, trug 1985 den Titel Vorsicht zerbrechlich. Auch dieses Werk fand keine Plattenfirma und wurde bis 1990 ausschließlich im Eigenvertrieb und auf Konzerten verkauft. 1985 veröffentlichte die gleichnamige österreichische Band die Single Live Is Life, die auch in Deutschland zur meistverkauften Single des Jahres wurde, worauf die deutsche Band ihren Namen in Pur änderte. Die LP Vorsicht Zerbrechlich wurde mit einem anderen Cover neu herausgebracht.

1986 bis 1989[Bearbeiten]

Pur wurde 1986 Bundesrocksieger. 3000 Künstler und Bands reichten für diesen Wettbewerb Aufnahmen ein. Zunächst avancierten Pur zu Landessiegern, dann wurde ihnen auch der Preis für die vielversprechendste Band der gesamten Bundesrepublik verliehen (in der DDR gewannen 1986 gleichzeitig die Puhdys diesen Wettbewerb). Aufgrund der politisch angespannten Lage und der kritischen Texte von Pur kam es nicht, wie zunächst geplant, zu einer deutsch-deutschen Ausscheidung. Eine Live-Aufnahme des Liedes „Drachen sollen fliegen“ erschien auf der Dokumentations-LP „Deutscher Rockpreis 1986“. Das Lied „Hab' mich wieder mal an dir betrunken“ führte 1987 zum Plattenvertrag mit Intercord. Mit dem selbst produzierten Album „Pur“ erschien erstmals ein Album unter dem neuen Bandnamen. Pur gewann 1988 den Nachwuchspreis „Goldene Europa“. Neben zahlreichen Auftritten in der Provinz nahmen Pur auch ihr nächstes Album auf. Für „Wie im Film“ verpflichtet die Intercord den Produzenten F. Ferdinand Förster, der kurz vorher mit der Band Fux den Hit „Überdosis Glück“ hatte. Er verpasste Pur einen von Keyboards und E-Drums dominierten Sound, welcher heute von der Band allerdings eher negativ betrachtet wird, da er sehr vom Stil der Münchener Freiheit beeinflusst ist. Das Album enthält die Originalversion von „Kowalski“, mit der das Autorengespann Engler/Reidl eine Kunstfigur schuf, die den „typischen Deutschen“ persifliert und die im Verlauf der Jahre immer wieder auf diversen Pur-Alben auftauchte. Mit „Funkelperlenaugen“ gelang ihnen zudem ein erster Radiohit weit über das baden-württembergische Sendegebiet hinaus. Der Preis der Deutschen Schallplattenkritik wurde 1989 Pur zugesprochen. Das Album „Unendlich mehr“ war nicht nur die erste Pur-CD, die sie mit Dieter Falk produzierten, sondern auch die erste, die in den deutschen Album-Charts auftauchte. Sie wurde ein kommerzieller Erfolg. Im Vorfeld der Albumveröffentlichung spielte die Band im Rahmen eines Open-Air-Festivals neben Tina Turner und den Simple Minds vor über 100.000 Zuschauern. Die Singles „Freunde“ und „Brüder“ fachten die Albumverkäufe an.

1990 bis 1999[Bearbeiten]

Zum ersten Mal landeten Pur 1990 ein Lied in den Single-Charts: „Lena“. Ende des Jahres folgte das Album „Nichts ohne Grund“, das mit internationalen Gastmusikern zum Teil in Bietigheim, zum Teil in Los Angeles entstand. Es enthält unter anderem das „Lied für die Vergessenen“, das Hartmut stellvertretend allen Eltern widmet, sowie „Mein Freund Rüdi“. Engler wurde mit dem Fred-Jay-Preis ausgezeichnet. Pur waren 1991 fast das ganze Jahr auf Tournee und entschlossen sich am Ende, dies mit einem Livealbum zu dokumentieren. Am Ende ihrer ersten Tournee mischte die Band das geplante Livealbum 1992 ab. Das Album „Seiltänzertraum“ erschien 1993. Es wurde ein kommerzieller Erfolg. Mehr als zwei Jahre lang notierte sich der Bestseller in den Media-Control-Charts und fand mehr als 1,5 Millionen Käufer. Auf der gleichnamigen Tour sahen weit mehr als eine halbe Million Menschen Pur live. Die Band wurde zum ersten Mal (und auch in den folgenden Jahren) mit der Goldenen Stimmgabel ausgezeichnet.

Pur gingen 1993 auf Deutschlandtournee. Nach dem zweiten Konzert brach sich Engler den Oberarm und setzte die Tournee eingegipst und auf Krücken trotzdem fort. RTL verlieh der Band den Goldenen Löwen. Pur wurden zu Beginn des Jahres 1995 mit dem Echo ausgezeichnet und avancierten mit ihrem nächsten Album zur kommerziell erfolgreichsten deutschen Popband. Das Album „Abenteuerland“, aufgenommen in Nashville und abgemischt von John Kelly in London, erschien im August und belegte sofort Platz eins der deutschen Charts. An manchen Tagen erreichte das Album einen Marktanteil von bis zu 53 %. Mehr als eine Million Fans erlebten die Tournee zum Album. Erneut wurden Pur 1996 mit einem Echo geehrt. „Ein Seiltänzertraum im Abenteuerland“ hieß die ZDF-Sendung, die dem Phänomen Pur auf den Grund zu gehen suchte. Es folgten etliche Einladungen in alle wichtigen Fernsehshows inklusive „Wetten, dass ...?“. Eine große Open-Air-Tournee, die sich der Hallen-Tournee anschloss, gipfelte in einem von Premiere live übertragenen Konzert im ausverkauften Düsseldorfer Rheinstadion. Ein neues Live-Album, „Live - die Zweite“, sowie eine zweiteilige Bandchronik auf Video fanden reißenden Absatz. Das Abenteuerland-Album überschritt die Zwei-Millionen-Verkaufsgrenze. Pur bekamen die Goldene Stimmgabel in Platin, Die Goldene Kamera und einen Bambi. 1997 arbeiteten Pur an dem Album „Mächtig viel Theater“. Die erste vorab erscheinende Single „Wenn du da bist“ erzielte eine Goldene Schallplatte und war damit die bis dahin erfolgreichste Pur-Single. Pur bekamen Vierfach-Platin für „Abenteuerland“, 3-fach-Platin für „Seiltänzertraum“, Doppelplatin für „Live - Die Zweite“ und Gold für das gleichnamige Video. Im Januar 1998 wurde das noch im selben Jahr mit Doppelplatin ausgezeichnete Album „Mächtig viel Theater“ veröffentlicht – und erreichte sofort Platz eins in den deutschen Charts. Besonders viel Aufsehen erregte das in Zusammenarbeit mit dem autistischen Autor Birger Sellin entstandene Lied „Ich will raus hier“, während bei „Kinder sind tabu“ vehement gegen jegliche Form des sexuellen Missbrauchs von Kindern Stellung bezogen wurde. Die Pur-Musiker widmeten sich 1999 vornehmlich ihren Familien, gastierten jedoch bei einigen Open-Air-Festivals. Einen kleinen musikalischen Ausflug wagten Pur dennoch: Auf einem Party-Hit-Mix präsentierten sie ein Medley ihrer Hits „Freunde“, „Ich lieb' dich“, „Hör' gut zu“, „Wenn du da bist“, „Lena“, „Hab' mich wieder mal an dir betrunken“ und „Funkelperlenaugen“.

2000 bis 2005[Bearbeiten]

Pur starteten in das Jahrzehnt mit einer neuen Single: „Adler sollen fliegen“, die musikalische Begleitung der Skisprungübertragungen von RTL, schaffte es auf Anhieb auf Platz neun der deutschen Charts – und war damit der höchste Direkteinstieg, den Pur bis dahin mit einer Single verbuchen konnten. In den ersten Monaten des Jahres entstand im belgischen Galaxy Studio das Album „Mittendrin“, das die Band selbst produzierte und das am 11. September 2000 erschien. Vorab erschien als weitere Single „Herzbeben“. Ende Oktober 2000 startete die „Mittendrin - Pur Tour 2000“, für die sich Pur auf eine zentral gelegene Rundbühne mitten unter die Fans mischten. Die 40 Daten umfassende Tournee war wie die der Jahre zuvor bereits vor Beginn ausverkauft. Gleich zu Beginn des Jahres 2001 wurden Pur mit einem Echo als beste nationale Popband ausgezeichnet. Die DVD „Mittendrin und ganz viel drumherum“ erhielt den DVD Champion Award.

Nach der Hallentournee zum Doppelplatinalbum „Mittendrin“ ging die Band, die nun seit 20 Jahren zusammenspielte, anlässlich ihres Jubiläums auf Open-Air-Tournee. Die Konzerte wurden vornehmlich in kleinen Städten und Gemeinden zwischen Passau und Wilhelmshaven veranstaltet, was Engler auch als ein Dankeschön an die Fans verstand. Das musikalische Programm unterschied sich wesentlich von der letzten Tournee. Die Jubiläumstournee wurde ein Streifzug durch die Geschichte von Pur, wobei die Fans ihre Wünsche zuvor auf der Website der Band äußern konnten und somit den Ablauf der Konzerte mitgestalteten. Den Abschluss bildeten die beiden Konzerte in der neuen Gelsenkirchener Fußballarena „Auf Schalke“, die Pur am 24. und 25. August 2001 musikalisch einweihten. Für diese Konzerte wurde ein letztes Mal die Mittelbühne der „Mittendrin“-Tournee aufgebaut. An zwei Tagen erlebten mehr als 100.000 Fans Pur live Auf Schalke. „Pur & Friends Auf Schalke“ wurde filmisch dokumentiert und im Dezember erschien eine DVD plus (DVD mit CD-Schicht auf der Rückseite).

Direkt im Anschluss an die Tour wurde das Album „Hits Pur - 20 Jahre eine Band“ veröffentlicht, das neben aktuellen Hits auch neu bearbeitete Klassiker enthält. Bereits in der ersten Woche nach der Veröffentlichung stieg das Album auf Platz eins der deutschen Album-Charts ein und hielt sich fünf Wochen auf der Spitzenposition. Eine weitere Zeitreise durch die Bandgeschichte unternahm der Bildband „Pur - Unsere Geschichte“, den Ralph Larmann in enger Zusammenarbeit mit der Band kreierte. Es ist die erste von Pur autorisierte Biographie.

Die Band gönnte sich 2002 eine Pause und zog sich ins Studio zurück. Rudi Völler bat die Band, bei der Abschlussparty der Fußballnationalmannschaft in Japan zu spielen. Innerhalb weniger Tage wurde dieser Auftritt organisiert.

Im Sommer 2003 erschien mit „Ich denk an dich“ der Vorbote zum neuen Studioalbum „Was ist passiert?“, das im September veröffentlicht wurde. Die Entstehung wurde überschattet von Englers Trennung von seiner zweiten Frau sowie dem Tod seines Vaters, so dass ein sehr persönliches und emotionales Werk entstand. Für den Herbst stand eine große Deutschlandtournee an.

Zehn Jahre nach dem Gewinn ihres ersten ECHOs wurden Pur Anfang März 2004 zum vierten Mal mit dem Musikpreis ausgezeichnet. Wie schon in den Jahren 1995, 1996 und 2001 ging die erfolgreichste deutschsprachige Popband in der Kategorie Gruppe National Pop/Rock als Sieger hervor. Im Sommer spielten Pur auf diversen Festivals. Die Band hatte speziell für diesen Anlass zahlreiche ihrer besten Songs klassisch umarrangiert und präsentierte diese Versionen, unterstützt vom 41-köpfigen German Pops Orchestra, bei den beiden Konzerten vor knapp 150.000 Zuschauern. Die neue Studiosingle „Halt dich fest“, eingespielt als klassisch orchestrierte Ballade, wurde wenige Tage vor den Konzerten veröffentlicht. „Pur klassisch“ wurde bestmöglich für die Nachwelt dokumentiert: Die CD „Pur klassisch – Live auf Schalke 2004“ erschien bereits Anfang Oktober. Im November folgte die gleichnamige DVD.

Während Pur im Jahr 2005 eine Pause machte, veröffentlichte der Sänger Engler sein erstes Soloalbum. Mit „Just a Singer“, so der Titel des Albums mit ausschließlich englischsprachigen Liedern, erfüllte sich der Sänger einen lang gehegten Wunsch. Inzwischen ist das Soloprojekt aber bis auf weiteres beendet.

Pur in der Veltins-Arena

2006 bis 2009[Bearbeiten]

Im März 2006 erschien die Single „SOS“, deren Titel der Aktion „6 Dörfer für 2006“ diente. Im Mai 2006 gab Pur ein Best-of-Konzert in der TUI-Arena. Am 4. August wurde die Single „Weil Du bei mir bist“ samt einer in Hannover aufgenommenen Liveversion des Titels „SOS“ veröffentlicht. Am 1. September 2006 kam das Album „Es ist wie es ist“ auf den Markt, es stieg auf Platz 1 der deutschen Albumcharts ein. Im Herbst gingen Pur auf eine Hallentour, die am 9. November 2006 in Halle Westfalen begann und am 21. Dezember 2006 in München endete und in einer am 15. Dezember 2006 erschienenen DVD dokumentiert ist.

Im März 2007 wurden Pur wieder für den „Echo“ in der Kategorie „Beste Rock/Pop Gruppe national“ nominiert. Pur beschloss, nach der großen Nachfrage der Hallentour 2006, im Juni und Juli 2007 eine kleine Open-Air-Tour zu spielen.

Am 6. Juli 2007 erschien die Single „Es ist wie es ist“ von dem gleichnamigen Album.

Am 13. Juli 2007 wurde PUR mit dem renommierten Hörerlebnis-Preis HELIX des Forums 'Besser Hören' ausgezeichnet. Die Laudatio hielt TV-Moderator Reinhold Beckmann. „PUR beschert uns seit über 25 Jahren ein musikalisches Hörerlebnis, das seinesgleichen sucht“, so Beckmann bei der Verleihung in Hamburg. PUR-Frontmann Hartmut Engler bedankte sich mit den Worten: „Das ist das größte Kompliment, das man einer Band machen kann. Wir freuen uns, dass unser musikalisches Werk mit dem HELIX geadelt wird. Wir haben schon viele Preise erhalten, aber dieser ist etwas ganz Besonderes.“ Beim abendlichen Open-Air-Konzert im Hamburger Stadtpark jubelten tausende Fans, als die Band den HELIX auf der Bühne präsentierte. Mit dem HELIX werden jährlich Persönlichkeiten geehrt, die herausragende Hörerlebnisse geschaffen haben. Vor PUR waren dies: Xavier Naidoo, Iris Berben, Anna Maria Kaufmann, Mario Adorf und Udo Jürgens.

Am 8. September 2007 stand wieder ein Konzert auf Schalke an. Gastmusiker waren Christina Stürmer & Band, John Miles, Purple Schulz & Josef Piek und wieder einmal das GermanPops Orchestra unter der Leitung von Bernd Ruf. Bei den letzten beiden Mega-Events „Pur & Friends auf Schalke“ und „Pur klassisch“ traten unter anderen Stars wie Laith Al-Deen, Nena, Peter Maffay, Nubya, Fools Garden und Heinz-Rudolf Kunze auf.

2008 pausierten die Mitglieder von Pur, die Pause wurde nur im September durch ein einziges Benefizkonzert in ihrer Heimatstadt unter dem Motto „Wir wollen helfen“ unterbrochen. Hierbei wurden 300.000 € für wohltätige Zwecke erzielt.

2009 stand im Zeichen des neuen Album „Wünsche“, das am 4. September veröffentlicht wurde, sowie der Hallentour im November und Dezember mit neuem Bühnenkonzept. Am 21. August erschien bereits die Singleauskopplung „Irgendwo“. Das Album stieg auf Platz 1 der Album Charts ein und erreichte wenig später Goldstatus.

Seit 2010[Bearbeiten]

Am 3. Mai 2010 wurde offiziell bekannt gegeben, dass Roland Bless und Pur wegen „menschlicher und musikalischer Differenzen“ von nun an getrennte Wege gehen.[1]

Im Oktober wurde vor kleinem Publikum ihr Jubiläumsalbum Live die Dritte – Akustisch im Scala in Ludwigsburg aufgenommen. Im Jahr 2011 feierte die Band ihr 30-jähriges Jubiläum. Sie tourte in kleineren Hallen mit ihrer Akustisch-Tour. Am 17. September spielte Pur zum zweiten Mal ein Benefizkonzert in ihrer Heimatstadt Bietigheim-Bissingen vor 17.500 Zuschauern, bei dem eine Spendensumme von 210.000 Euro gesammelt wurde.

Ende Oktober 2012 erschien die erste Single Der bestmögliche Versuch des bis dahin noch unveröffentlichten neuen Studio-Albums. Am 2. November wurde die zweite Single Stark veröffentlicht. Am 16. November 2012 erschien das Album Schein & Sein.

Anfang 2013 startete die Band die Schein-&-Sein-Hallentour und wurde mit dem letzten Konzert am 23. März 2013 in der Dortmunder Westfalenhalle beendet. Vorgruppe war die Band Ewig mit Leadsängerin Jeanette Biedermann. Von dieser Tour erschien am 14. Juni 2013 ein Livemitschnitt, das 1000. Konzert in Berlin auf CD, DVD und Blu-Ray.[2] Am 1. Juni 2013 beginnt der Open Air Sommer 2013 mit dem ersten Auftritt in Freiburg. Als Vorgruppe trat die Cherry Gehring Band auf unter anderem mit seinem Titel "Machs laut, s'isch STEREO".[3]

Am 6. September 2014 gaben PUR ihr mittlerweile fünftes "PUR & Friends"-Konzert vor über 50.000 Besuchern[4] in der VELTINS-Arena (Arena AufSchalke) in Gelsenkirchen. Als Gäste eingeladen waren die Band Glasperlenspiel sowie die Künstler Chris de Burgh, Chris Thompson (Manfred Mann’s Earth Band) und Otto Waalkes. Es war das einzige Konzert im Jahre 2014. Auf seinem Album Herr Gott nochmal (2014) singt Karel Gott Purs Lied Ein graues Haar.

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Pur/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich SchweizSchweiz
1983 Opus Erstveröffentlichung: 1983
1985 Vorsicht Zerbrechlich Erstveröffentlichung: 1985
1987 PUR Erstveröffentlichung: 1. März 1987
1988 Wie im Film Erstveröffentlichung: 1. Juni 1988
1990 Unendlich mehr 45
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1990
Verkäufe: + 250.000
1991 Nichts ohne Grund 13
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. November 1991
Verkäufe: + 250.000
1993 Seiltänzertraum 2
(128 Wo.)
33
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. August 1993
Verkäufe: + 1.500.000
1995 Abenteuerland 1
(72 Wo.)
26
(14 Wo.)
3
(37 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. August 1995
Verkäufe: + 2.060.000
1998 Mächtig viel Theater 1
(48 Wo.)
22
(11 Wo.)
3
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. Januar 1998
Verkäufe: + 1.100.000
2000 Mittendrin 1
(29 Wo.)
26
(6 Wo.)
3
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. September 2000
Verkäufe: + 625.000
2003 Was ist passiert? 1
(24 Wo.)
25
(5 Wo.)
5
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. September 2003
Verkäufe: + 400.000
2006 Es ist wie es ist 1
(24 Wo.)
46
(3 Wo.)
16
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 31. August 2006
Verkäufe: + 300.000
2009 Wünsche 1
(30 Wo.)
27
(3 Wo.)
13
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. September 2009
Verkäufe: + 200.000
2012 Schein & Sein 2
(31 Wo.)
44
(2 Wo.)
28
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. November 2012
Verkäufe: + 200.000

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Bambi
    • 1996: für „Pop National“
  • ECHO Pop
    • 1995: für „Gruppe National“
    • 1996: für „Gruppe National“
    • 2001: für „Gruppe National“
    • 2004: für „Gruppe National“
  • RSH-Gold
    • 1994: für „Gruppe National“[5]
    • 1995: für „Gruppe National“[6]
    • 1996: für „Gruppe National“[7]
    • 1999[8]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nils Löber: Die beste Band der Welt – oder die schlechteste. In: Jan U. Welke (Hrsg.): Play it again. 50 Jahre Popmusik in der Region Stuttgart. Verlag Regionalkultur, Heidelberg/Ubstadt-Weiher/Basel 2005, ISBN 3-89735-412-8. Ausführlichere Online-Version (PDF; 95 kB) – Kulturwissenschaftlicher Essay über den Gegensatz zwischen Pur-Fans und Pur-Hassern
  • Ralph Larmann, Pur: Pur, Unsere Geschichte In Fotografien und Texten. Teneues Buchverlag, 2001, ISBN 3-8238-5481-X
  • Ralph Larmann: PUR - Das ist passiert! Der Bildband zur Tournee 2003. Schwarzkopf & Schwarzkopf 2003, ISBN 3-89602-481-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Artikel vom Stuttgart Journal
  2. [1]
  3. [2]
  4. [3]
  5. RSH-Gold Verleihung 1994
  6. RSH-Gold Verleihung 1995
  7. RSH-Gold Verleihung 1996
  8. RSH-Gold Verleihung 1999