Rautenstrauch-Joest-Museum

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Rautenstrauch-Joest-Museum

Das Rautenstrauch-Joest-Museum ist das einzige kommunale Völkerkunde-Museum in Nordrhein-Westfalen und eines der Museen der Stadt Köln. Derzeit sind die umfangreichen Sammlungsbestände nicht öffentlich zugänglich. Die Neueröffnung des Museums im Kulturzentrum am Neumarkt ist für Anfang 2010 geplant. Begonnen wurde mit dem Neubau des Braunschweiger Architekturbüros Schneider & Sendelbach auf dem ehemaligen Gelände der Kunsthalle im Mai 2006 (Kosten rund 61 Millionen Euro).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Den Grundstock der Sammlung legte der Kölner Kaufmann Wilhelm Joest. Nach dessen frühem Tod auf einer Forschungsreise schenkte dessen Schwester Adele von Rautenstrauch seine Sammlung im Jahre 1899 der Stadt Köln. Sie förderte außerdem mit einer Spende von 250.000 Mark die Errichtung des Museums, das am 12. November 1906 eröffnet wurde. Klaus Clausmeyer übertrug seine Sammlung ozeanischer und afrikanischer Kunst in den 1960ern an die Stadt Köln und seine Sammlung wurde in den Bestand des Museum aufgenommen. Gleichfalls zu der Sammlung beigetragen haben der aus einer Kölner Bankiers-Familie stammende Max von Oppenheim und in neuerer Zeit Irene und Peter Ludwig sowie Wilhelm Siegel.

Das Museum befand sich am Ubierring, einem Gründerzeitgebäude, das den Zweiten Weltkrieg unversehrt überstanden hat. Nachdem mehrfach jedoch Hochwasser die Depots des Museums überschwemmten, wird das Völkerkundemuseum in einem Neubau (Kulturzentrum) am Josef-Haubrich-Hof am Neumarkt voraussichtlich Anfang 2010 neu eröffnet.

[Bearbeiten] Sammlungen

Das Museum verfügt über eine umfangreiche Sammlung indischer, thailändischer, tibetischer, laotischer und burmesischer Gegenstände. Umfangreich ist auch die Nordamerika-Sammlung, zu der unter anderem eine Bärenkrallenkette, eine Adlerfederhaube und eine Bisonrobe der Pawnee-Indianer gehören.

[Bearbeiten] Beispielhafte Ausstellungsgegenstände

  • Gamelan-Orchester aus Java und Bali
  • Stehender Shiva aus dem 9. Jahrhundert

[Bearbeiten] Präsenzbibliothek

Das Museum verfügt über eine der Öffentlichkeit zugängliche Präsenzbibliothek von über 500 Regalmetern an Monographien und mehrere hundert weitere Meter an Zeitschriftenbestand. Eine Besonderheit dieser Bibliothek ist u.A. eine äthiopische Handschrift aus dem 16. Jh. Erwähnenswert ist darüber hinaus die wissenschaftliche Literatursammlung der 2004 verstorbenen Gründerin des Malaiologischen Apparats der Uni Köln Irene Hilgers-Hesse, die 2008 von der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft als Schenkung übergeben wurde. Sie besteht aus rd. 1500 Bänden vorwiegend indonesischer und malaiischer kulturwissenschaftlicher und belletristischer Werke (in lateinischer und Jawi-Schrift) der 60er bis 80er Jahre, die in Deutschland größtenteils nicht erhältlich sind.

[Bearbeiten] Sonderausstellungen

  • 1981 Rausch und Realität, Drogen im Kulturvergleich (Katalog, hrsg. vonm Gisela Völger und Karin von Welck: ISBN 3499340062)
  • 1985 Die Braut, geliebt, verkauft, getauscht, geraubt
  • 1990 Männerbünde - Männerbande, zur Rolle des Mannes im Kulturvergleich

[Bearbeiten] Aktuelles

Das Museum ist bis zur Wiedereröffnung im Neubau am Josef-Haubrich-Hof (Kulturzentrum) Anfang 2010 geschlossen.

[Bearbeiten] Förderverein

Gesellschaft für Völkerkunde zur Förderung des Rautenstrauch-Joest-Museum, dessen Vorsitz seit 50 Jahren Ludwig Theodor von Rautenstrauch innehat.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

50.9223555555566.9647027777778Koordinaten: 50° 55′ 20″ N, 6° 57′ 53″ O

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