Maß für Maß

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Maß für Maß (engl. Measure for Measure) ist eine Komödie von William Shakespeare. Sie zählt zu den so genannten „Problemstücken“ aus Shakespeares Werk und wurde 1604 verfasst. Als Vorlage entnahm Shakespeare Elemente der Tragödie Epitia (1549) des italienischen Dramatikers Giambattista Giraldi und aus dem Zweipersonenstück Promos and Cassandra (1578) von George Whetstone.

Handlung[Bearbeiten]

Dem Herzog Vincentio sind die Gesetze in Wien zu oft übertreten worden. Deshalb setzt er Angelo als Statthalter ein, der die bis dahin allzu liberal angewandten Gesetze durchsetzen soll. Vincentio verlässt scheinbar die Stadt, tatsächlich aber verkleidet er sich als Mönch, um Angelo bei seiner Amtsführung zu beobachten. Der vermeintlich gewissenhafte Angelo erweist sich rasch als zu schwach, um den Verlockungen der Macht zu widerstehen. Dies wird deutlich, als er an Claudio, einem gewöhnlichen Gentleman, ein Exempel statuieren will, weil dieser die unverheiratete Juliet geschwängert hat; Claudio soll vor neun Uhr des nächsten Morgens hingerichtet werden.

Als dessen Schwester Isabella vom Unglück ihres Bruders durch einen Bekannten erfährt, macht sie sich zu Angelo auf, kniet vor ihm nieder und fleht ihn um Gnade für ihren Bruder an. Doch Angelo zeigt zunächst kein Mitgefühl. Er sagt ihr lediglich, sie solle wiederkommen. Doch sein anschließendes Selbstgespräch offenbart, dass er sich in Isabella verliebt hat und sie begehrt. Als Isabella wieder vor ihm erscheint, macht er ihr das Angebot, ihren Bruder nicht töten zu lassen, falls Isabella sich ihm eine Nacht hingebe. Isabella jedoch geht nicht auf dieses Angebot ein und lässt dem Gesetz den Vorrang.

Unterdessen verfolgt der als Mönch verkleidete Vincentio das Geschehen und eröffnet Isabella seinen Plan: Angelo war einst mit Marianna verlobt, ließ sie jedoch sitzen, da sie ihre Mitgift durch einen Schiffbruch verloren hatte. Isabella soll nun zum Schein auf Angelos Forderung eingehen, Marianna aber solle dann ihren Platz einnehmen. In Ausführung dieses Plans erhält Isabella von Angelo zwei Schlüssel und soll sich mit ihm im Garten treffen. Angelo erliegt der Täuschung. Trotzdem begnadigt er Claudio nicht und will ihn jetzt sogar schon um vier Uhr hinrichten lassen; um fünf soll ihm Claudios Kopf geschickt werden. Doch Claudio wird auf Betreiben Vincentios nicht hingerichtet und Angelo erhält den Kopf eines Zigeuners, der in der Nacht zuvor im Gefängnis gestorben war.

Als Vincentio wieder als Herzog seinen Platz einnimmt, klärt sich alles auf. Angelo gesteht sein Verbrechen und erbittet die Todesstrafe. Stattdessen aber verurteilt ihn der Herzog dazu, Marianna zu heiraten. Claudio kommt aus dem Gefängnis frei und der Herzog trägt Isabella die Heirat an.

Literatur[Bearbeiten]

  • William Shakespeare: Measure for Measure. Englisch-Deutsche Studienausgabe. Deutsche Prosafassung und Anmerkungen von Walter Naef, Einleitung und Kommentar von Peter Halter. Stauffenburg, Tübingen 1977, ISBN 3-86057-546-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Measure for Measure – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien