Sachsen-Coburg-Saalfeld

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Dieser Artikel behandelt das Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld. Zu den Familienmitgliedern des Hauses Sachsen-Coburg-Saalfeld siehe Stammliste des Hauses Wettin.

Sachsen-Coburg-Saalfeld war ein ernestinisches Herzogtum mit Coburg als Residenzstadt.

Sachsen-Saalfeld (um 1680)
Sachsen-Coburg-Saalfeld (1820). Nicht im Kartenbild ist das Fürstentum Lichtenberg

Geschichte[Bearbeiten]

Sachsen-Saalfeld 1680 bis 1735[Bearbeiten]

Schloss Saalfeld, ab 1677 als herzogliche Residenz erbaut

Nachdem Herzog Ernst I. der Fromme von Sachsen-Gotha am 26. März 1675 in Gotha gestorben war, wurde das Fürstentum 1680 unter seinen sieben Söhnen aufgeteilt: Johann Ernst (1658–1729) erhielt Sachsen-Saalfeld. Das neue Fürstentum, das keine volle Landeshoheit besaß sondern bei den Regierungsgeschäften von den Oberbehörden in Gotha abhängig war, bestand aus den Ämtern Saalfeld, Gräfenthal und Probstzella. Saalfeld war von 1680 bis 1735 Residenzstadt.

Als Herzog Albrecht von Sachsen-Coburg 1699 ohne überlebende Nachkommen starb, ergaben sich Erbstreitigkeiten, insbesondere mit Bernhard I. von Sachsen-Meiningen, die erst 1735 beigelegt wurden. Der größte Teil von Sachsen-Coburg kam endgültig zur jüngsten ernestinischen Linie Sachsen-Saalfeld, das Fürstentum Sachsen-Coburg-Saalfeld war entstanden. Allerdings mussten die Ämter Sonneberg und Neuhaus nach Sachsen-Meiningen und Sonnefeld nach Sachsen-Hildburghausen abgegeben werden. Die bei der Aufteilung des Herzogtums Sachsen-Römhild im Jahr 1710 erworbenen 1/3 des Amts Römhild und 5/12 des Amts Themar verblieben bei Sachsen-Coburg.

Sachsen-Coburg-Saalfeld 1735 bis 1826[Bearbeiten]

Nach dem Tod von Herzog Johann Ernst 1729 regierten seine Söhne Christian Ernst und Franz Josias das Land, bestehend aus zwei getrennten Landesteilen, gemeinsam, jedoch von verschiedenen Residenzorten aus. Christian Ernst blieb in Saalfeld, während Franz Josias Coburg als Residenzstadt wählte. 1745 erbte Herzog Franz Josias von seinem Bruder den Saalfelder Landesteil. 1747 konnte er das Erstgeburtsrecht (Primogenitur) bei der Thronfolge gesetzlich verankern und sorgte so zusammen mit einer rasch anwachsenden Familie für das dauerhafte Überleben des Hauses Sachsen-Coburg-Saalfeld. Sein jüngster Sohn Prinz Friedrich Josias machte durch seine Siege als kaiserlicher General und Feldmarschall im Österreichisch-Türkischen Krieg und im ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich von sich als Prinz Coburg reden und das Fürstentum bekannt. Bruder und Regent Herzog Ernst Friedrich wurde eher durch die desolaten Finanzen seines Fürstentums bekannt, was ab 1773 eine Zwangsschuldenverwaltung durch eine kaiserliche Debitkommission bis 1802 zur Folge hatte.

Herzog Franz Friedrich Anton, der nur sechs Jahre, von 1800 bis 1806, regierte, sorgte insbesondere durch seinen Minister Theodor Konrad von Kretschmann für eine Erneuerung des maroden Herzogtums und 1805 vertraglich zwischen Coburg und Saalfeld für ein einheitliches Staatswesen mit einer Landesverwaltung des Fürstentums, dem 1806 mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches die volle Souveränität zufiel. Seit 1805 gehörte das Amt Themar komplett zu Sachsen-Coburg-Saalfeld.[1]

Insbesondere die Kinder des Herzogs Franz Friedrich Anton sorgten für den dynastischen Erfolg des Coburger Hauses. Durch den Ruhm von Prinz Friedrich Josias kam es 1796 zur Hochzeit zwischen der Tochter Prinzessin Julie (später Großfürstin Anna Feodorowna) mit dem russischen Großfürsten Constantin. Tochter Prinzessin Marie Luise Victoire heiratete 1818 Eduard August, Herzog von Kent und Strathearn, und wurde Mutter der britischen Königin Victoria. Der jüngste überlebende Sohn, Prinz Leopold, wurde 1831 als Leopold I. König der Belgier. Der fünf Jahre ältere Bruder Prinz Ferdinand heiratete 1816 Maria Antonie Gabriele von Koháry, die aus einer der reichsten Aristokratenfamilien Ungarns stammte, und gründete die katholische Line Sachsen-Coburg-Koháry. Der gleichnamige Sohn Prinz Ferdinand wurde 1837 als Dom Fernando II. König von Portugal und der andere Sohn Prinz August war Vater von Ferdinand I., 1887 Fürst und 1908 Zar von Bulgarien. Außerdem war Thronfolger Herzog Ernst I. Vater von Prinz Albert, The Prince Consort, der 1840 Ehemann der britischen Königin Victoria, seiner Cousine, wurde.

Am 15. Dezember Jahre 1806 trat Sachsen-Coburg-Saalfeld mit den übrigen ernestinischen Fürstentümern dem Rheinbund bei. Vom November 1806 bis zum Frieden von Tilsit im Juli 1807 war das Fürstentum französisch besetzt. Herzog Ernst I. konnte erst danach aus Königsberg in Ostpreußen in sein Land zurückkehren. Ein Grenzvertrag mit dem Königreich Bayern führte 1811 zu einem territorialen Ausgleich über strittige Gebiete. Die Orte Fürth am Berg, Hof an der Steinach, Niederfüllbach und Triebsdorf kamen zu Sachsen-Coburg, Gleußen, die Mühle Schleifenhan, Buch am Forst und Herreth wurden bayerisch. 1813 auf Seite der Alliierten kämpfend, brachte der Wiener Kongress 1815 mit einem Gebiet links vom Rhein, später Fürstentum Lichtenberg genannt, territorialen Zuwachs für den Landesherrn sowie die Mitgliedschaft im Deutschen Bund. Am 8. August 1821 erhielt das Herzogtum eine Verfassung.

Das Aussterben der ältesten Linie Sachsen-Gotha-Altenburg 1825 führte wieder zu Erbstreitigkeiten in der Familie der Ernestiner. Am 12. November 1826 führte der Schiedsspruch des Familienoberhaupts, König Friedrich August I. von Sachsen, zur umfassenden Neugliederung der ernestinischen Herzogtümer. Sachsen-Coburg-Saalfeld trat Sachsen-Saalfeld und das Amt Themar an Sachsen-Meiningen ab. Dafür erhielt es das Herzogtum Sachsen-Gotha ohne die Ämter Kranichfeld und Römhild, die an Sachsen-Meiningen fielen, und ohne Altenburg (Ämter Altenburg, Ronneburg, Eisenberg, Roda und Kahla), das der bisherige Herzog von Sachsen-Hildburghausen übernahm, sowie vom bisherigen Sachsen-Hildburghausen die Ämter Königsberg und Sonnefeld. Damit war das neue Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha als Personalunion der beiden Herzogtümer Sachsen-Coburg und Sachsen-Gotha entstanden.

Herzöge von Sachsen-Saalfeld (seit 1735 Sachsen-Coburg-Saalfeld)[Bearbeiten]

  • 1680–1729 Johann Ernst, Sohn Ernsts I. von Sachsen-Gotha-Altenburg
  • 1729–1745 Christian Ernst, Sohn des Vorherigen (regierte gemeinsam seinem Bruder Franz Josias mit Residenz in Saalfeld)
  • 1729–1764 Franz Josias, Bruder des Vorherigen (regierte bis 1745 gemeinsam seinem Bruder Christian Ernst mit Residenz in Coburg)
  • 1764–1800 Ernst Friedrich, Sohn des Vorherigen
  • 1800–1806 Franz Friedrich Anton, Sohn des Vorherigen
  • 1806–1826 Ernst Anton Karl Ludwig, Sohn des Vorherigen (seit 1826 als Ernst I. Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, † 1844)

Staatsminister von Sachsen-Coburg-Saalfeld[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Amt Themar im Archivportal Thüringen