Sanfrecce Hiroshima

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Sanfrecce Hiroshima
サンフレッチェ広島
Logo
Voller Name Sanfrecce Hiroshima F.C.
Gegründet 1938
Stadion Hiroshima Big Arch
Asaminami-ku, Hiroshima
Plätze 50.000
Präsident Yūichi Mototani
Trainer JapanJapan Hajime Moriyasu
Homepage sanfrecce.co.jp
Liga J. League
2013 1. Platz
Heim
Auswärts

Sanfrecce Hiroshima (jap. サンフレッチェ広島, Sanfuretche Hiroshima; von japanisch san = drei, italienisch frecce = Pfeil) ist ein japanischer Fußballverein und Gründungsmitglied der landesweiten Profiliga J. League.

Vereinsgeschichte[Bearbeiten]

Obwohl erst 1992 als eigenständige Aktiengesellschaft (K.K. Sanfrecce Hiroshima, engl. Sanfrecce Hiroshima FC Co., Ltd.) gegründet, kann Sanfrecce dennoch von sich behaupten, der älteste Verein der Liga zu sein, denn er geht auf eine 1938 gegründete Werksmannschaft des Mazda-Konzerns (bis 1984: Tōyō Kōgyō K.K.) zurück, die 1965 die erste ausgetragene japanische Fußballmeisterschaft gewann.

Zu dieser Zeit entstand in der Industriestadt Hiroshima gerade das Maschinenbau-Konglomerat Tōyō Kōgyō, als dessen Betriebssportgruppe der Verein 1938 gegründet wurde. Als in den 60er- Jahren - Hiroshima und das Toyo-Werk waren inzwischen durch eine Atombombe zerstört und wiederaufgebaut worden - die Firmenmannschaften den Universitätsteams den Rang als führende Fußballmannschaften des Landes abliefen und nach den Olympischen Spielen 1964 in Tokio eine landesweite Meisterschaft eingeführt wurde, war der traditionsreiche Tōyō Kōgyō Soccer-bu (東洋工業サッカー部), englisch Toyo Industrial Football Club, mit von der Partie und sicherte sich den ersten Titel dieser Art. Fünf Jahre später, im Jahr 1970 hatte Toyo bereits die vierte Meisterschaft sowie dreimal den renommierten Kaiserpokal gewonnen und gilt deshalb zu Recht als beste japanische Mannschaft der 1960er Jahre.

Nach diesen für Hiroshima „goldenen Jahren“ wurde es still um Toyo und andere Mannschaften wie Yanmar Diesel, Mitsubishi oder Yomiuri übernahmen die Führungsrolle im japanischen Fußball. Ein kleiner Achtungserfolg gelang Toyo, das sich in den 80er-Jahren wie der gesamte Konzern in Mazda umbenannt hatte, erst 1987, als man erneut das Pokalfinale erreichte (0:2 gegen Yomiuri). Dies war zum Teil auch der Grund dafür, dass Mazda 1992 in die neue J. League aufgenommen wurde.

Wie die anderen neuen Profivereine legte sich auch Mazda einen neuen, europäisch angehauchten Kunstnamen zu. Doch in Hiroshima gab man sich besonders viel Mühe, westlichen Chic mit japanischer Tradition zu verbinden: in der Präfektur Hiroshima erinnert man sich noch heute an ein Gleichnis, das Mōri Motonari, einem dort ansässigen Samurai aus dem 16. Jahrhundert zugeschrieben wird: Mori soll einst seine drei Söhne aufgefordert haben, je einen Pfeil zu zerbrechen. Nachdem dies allen gelungen war, sollten sie ein Bündeln von drei Pfeilen zerbrechen, wozu keiner in der Lage war. Seitdem zieren die drei Pfeile das Wappen des Mōri-Clans und sind ein in Japan weithin bekanntes Symbol dafür, dass man mit vereinten Kräften mehr erreichen kann als alleine. Als die Klubführung das japanische Wort san (drei) mit dem italienischen Wort frecce (Pfeil) zum Kunstbegriff Sanfrecce verband und drei Pfeilspitzen in das Vereinswappen aufnahm, wollte sie also besonders auf den Teamgeist hinweisen.

1992 gründeten Präfektur und Stadt Hiroshima und 59 Unternehmen darunter Mazda, DEODEO (heute: Edion West), Chūgoku Denryoku und die Hiroshima Ginkō die Aktiengesellschaft in heutiger Form.[1]

Diesem Teamgeist ist es wohl auch zu verdanken, dass Sanfrecce zu Beginn der J. League überraschend gut abschnitt: im neuen Big Arch Stadium, das für die Fußball-Asienmeisterschaft 1992 gebaut worden war, belegte das Team einen unerwartet guten sechsten Platz in der Hinrunde und in der Rückrunde sogar den fünften Rang. Der bisher größte Coup gelang ein Jahr später mit dem Gewinn der Hinrunde 1994 und dem daraus resultierenden Einzug ins Meisterschaftsfinale. Dort aber offenbarte sich, was für Sanfrecce zum größten Problem der kommenden Jahre werden sollte: Im Finale unterlagen sie zweimal mit 0:1 gegen Verdy Kawasaki, und die drei erreichten Pokalendspiele 1995, 1996 und 1999 endeten mit drei Niederlagen und 0:8 Toren. Demoralisiert von so vielen verpassten Gelegenheiten stieg Hiroshima 2002 aus der J. League ab, ohne einen Titel gewonnen zu haben. Es gelang zwar in der Folgesaison der direkte Wiederaufstieg, die Platzierungen in den Jahren danach blieben aber mittelmäßig, und die Saison 2007 endete unglücklich in der Relegation mit dem erneuten Abstieg.

Der in der Saison 2007 begonnene Neuaufbau der Mannschaft zeigte in der Saison 2008 volle Wirkung. Die Saison begann mit dem Gewinn des japanischen Supercups gegen den amtierenden Meister Kashima Antlers, und endete nach 47 Ligaspielen mit 100 erzielten Punkten und 99 geschossenen Toren mit einem triumphalen Wiederaufstieg. Die Saison 2009 wurde als 4. beendet. Dadurch das Gamaba Osaka den Kaiserpokal gewonnen hat, konnte Hiroshima sich für die AFC Champions League 2010 qualifizieren. Dort schied das Team in der Gruppenphase aus.

In der Saison 2010 schaffte es die Mannschaft bis ins Finale des Yamazaki Nabisco Cups. Dort unterlag sie gegen Júbilo Iwata im Elfmeterschießen. Die Liga wurde auf dem 7. Platz beendet. In der Saison 2011 belegte man ebenfalls den 7. Rang, am Ende der Spielzeit wurde der Vertrag des Trainers Michael Petrović nicht verlängert, sein Nachfolger wurde der ehemalige japanische Nationalspieler Hajime Moriyasu.

Einen Spieltag vor Ende der Saison 2012 sicherte man sich die Meisterschaft der J. League Division 1.

Spieler und Trainer[Bearbeiten]

Aktueller Kader 2012[Bearbeiten]

Stand: Februar 2012

Nr. Position Name
1 JapanJapan TW Shusaku Nishikawa
2 Korea SudSüdkorea AB Hwang Seok-Ho
3 JapanJapan AB Daiki Nishioka
4 JapanJapan AB Hiroki Mizumoto
5 JapanJapan AB Kazuhiko Chiba
6 JapanJapan MF Toshihiro Aoyama
7 JapanJapan MF Kōji Morisaki
8 JapanJapan MF Kazuyuki Morisaki
9 JapanJapan ST Naoki Ishihara
11 JapanJapan ST Hisato Satō
13 JapanJapan TW Takuya Masuda
14 KroatienKroatien MF Mihael Mikić
15 JapanJapan MF Yojiro Takahagi
Nr. Position Name
16 JapanJapan MF Satoru Yamagishi
18 JapanJapan ST Ryuichi Hirashige
19 Korea SudSüdkorea MF Lee Dae-Heon
20 JapanJapan MF Hironori Ishikawa
21 JapanJapan TW Yutaro Hara
22 JapanJapan MF Tsubasa Yokotake
23 JapanJapan MF Kota Sameshima
24 JapanJapan AB Ryota Moriwaki
25 JapanJapan ST Junya Osaki
26 JapanJapan ST Sena Inami
27 JapanJapan MF Kohei Shimizu
28 JapanJapan MF Takuya Marutani
35 JapanJapan MF Koji Nakajima

Ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Statistik[Bearbeiten]

Saison Liga Teams Pos. Zusch./Sp. J. League Cup Emperor's Cup Asia
1992 - - - - Gruppenphase 2. Runde - -
1993 J1 10 5 16.644 Gruppenphase Halbfinale - -
1994 J1 12 2 17.191 1. Runde Viertelfinale - -
1995 J1 14 10 11.689 - Finalist - -
1996 J1 16 14 8.469 Gruppenphase Finalist - -
1997 J1 17 12 6.533 Gruppenphase 4. Runde - -
1998 J1 18 10 8.339 Gruppenphase Viertelfinale - -
1999 J1 16 8 9.377 2. Runde Finalist - -
2000 J1 16 11 8.865 2. Runde 4. Runde - -
2001 J1 16 9 9.916 Viertelfinale 4. Runde - -
2002 J1 16 15 10.941 Gruppenphase Halbfinale - -
2003 J2 12 2 9.000 - 4. Runde - -
2004 J1 16 12 14.800 Gruppenphase 4. Runde - -
2005 J1 18 7 12.527 Gruppenphase 5. Runde - -
2006 J1 18 10 11.180 Gruppenphase 5. Runde - -
2007 J1 18 16 11.423 Viertelfinale Finalist - -
2008 J2 15 1 10.840 - Viertelfinale - -
2009 J1 18 4 15.723 Gruppenphase 3. Runde - -
2010 J1 18 7 14.562 Finalist 3. Runde CL Gruppenphase
2011 J1 18 7 13.203 1. Runde 3. Runde - -
2012 J1 18 1 17.721 Gruppenphase 2. Runde - -
2013 J1 18 1 - Viertelfinale Finalist CL Gruppenphase

Erfolge[Bearbeiten]

Toyo kogyo SC und Mazda SC[Bearbeiten]

  • Japan Soccer League: (5) 1965, 1966, 1967, 1968, 1970
  • Kaiserpokal: (3) 1965, 1967, 1969
  • AFC Club Championship: Dritter Platz 1969

Sanfrecce Hiroshima[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sanfrecce Hiroshima – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sanfrecce Hiroshima: クラブ概要