Sankt Anton im Montafon

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St. Anton im Montafon
Wappen von St. Anton im Montafon
Sankt Anton im Montafon (Österreich)
Sankt Anton im Montafon
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 3,39 km²
Koordinaten: 47° 7′ N, 9° 52′ O47.1147222222229.8636111111111651Koordinaten: 47° 6′ 53″ N, 9° 51′ 49″ O
Höhe: 651 m ü. A.
Einwohner: 742 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 219 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6771
Vorwahl: 05552
Gemeindekennziffer: 8 01 19
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hnr. 124
6771 St. Anton im Montafon
Website: www.sankt-anton-im-montafon.at
Politik
Bürgermeister: Rudolf Lerch
Gemeindevertretung: (2010)
(12 Mitglieder)
12 ÖVP
Lage der Gemeinde St. Anton im Montafon im Bezirk Bludenz
Bartholomäberg Blons Bludenz Bludesch Brand Bürs Bürserberg Dalaas Fontanella Gaschurn Innerbraz Klösterle Lech Lorüns Ludesch Nenzing Nüziders Raggal Sankt Anton im Montafon Sankt Gallenkirch Sankt Gerold Schruns Silbertal Sonntag Stallehr Thüringen Thüringerberg Tschagguns Vandans VorarlbergLage der Gemeinde Sankt Anton im Montafon im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick von Vandans
Blick von Vandans
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Sankt Anton im Montafon ist eine Gemeinde in Österreich in Vorarlberg im Bezirk Bludenz mit 742 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013).

Geografie[Bearbeiten]

Sankt Anton im Montafon liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bludenz. Sankt Anton liegt am Eingang des Montafoner Tales, das zwischen dem Rhätikonmassiv und dem Davennastock (Verwallgruppe) eingebettet ist. 52,9 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Es existiert nur die Katastralgemeinde St. Anton.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde zur Zeit des Erzbergbaues am Kristberg und in Bartholomäberg gegründet und 1412 erstmals erwähnt. St. Anton hatte bereits 1419 seine Kapelle und einen Kaplan. Die Kapelle soll von einem Edlen von Zalans 1376 erbaut worden sein.

Vom Heiligen Antonius der Große (auch Antonius der Einsiedler) hat das Dörflein, das einmal „Prazalanz“ geheißen hatte, seinen Namen.[1]

Der Ort gehörte lange zu Bludenz, bis er 1776 selbständige Gemeinde wurde. Sankt Anton wurde wie alle Orte in Vorarlberg von den Habsburgern wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus regiert.
Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Sankt Anton im Montafon seit der Gründung 1861.
Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich. 1947 wurde die Gemeindezusammenlegung mit Vandans, die seit 1943 bestand, wieder aufgehoben. Bis ins 20. Jahrhundert wurde in St. Anton Gips abgebaut. Die ersten Hinweise darauf stammen bereits aus dem frühen 18. Jahrhundert. Der Abbau dauerte bis 1977, als dafür keine weitere Konzession mehr erteilt wurde.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 9,7 Prozent.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 12 Mitgliedern. Nach der Wahl 2010 verfügte die Liste „St. Antöner Volkspartei und freie Kandidaten“ als einzige antretende Partei über alle 12 Gemeindevertretungsmandate. Bürgermeister ist Rudolf Lerch. Die Gemeindeeinnahmen aus Steuern und sonstigen Abgaben lagen 2001 bei 703.409 €, die gemeindlichen Ausgaben bei 1.048.447 € und der Schuldenstand betrug 559.716 € im Jahr 2001.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde gestaltet von Konrad Honold. Es stellt eine Kirche und die beiden gekreuzten päpstlichen Schlüssel dar und wird von einem auf den Kopf gestellten Dreiberg gekrönt. Dieser nimmt Bezug auf die Überlieferung des Bergsturzes, der die sagenhafte Ortschaft Prazalanz verschüttet haben soll.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Anton im Montafon
Die Barockkirche wurde 1647 erbaut und 1651 geweiht. 1792, unter Landammann Batlogg, wurde sie nochmals erweitert. St. Anton, der Einsiedler, ist Patron der Kirche. In dieser vorwiegend barocken Kirche mit später dazu gekommenen Nazarenerwerken trägt der Hochaltar ein Gemälde des Schweizer Malers Melchior Paul von Deschwanden.[2] 1989/90 wurde die Kirche nordseitig modern erweitert.
  • Wasserfall am Gravesertobel mit etwa 30 Meter Fallhöhe
  • Holzbrücke mit doppeltem Hängewerk über die Ill, 1912 errichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Am Ort gab es im Jahr 2003 7 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 61 Beschäftigten und 12 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 207. Tourismus und Fremdenverkehr sind wichtig. Im Tourismusjahr 2001/2002 gab es insgesamt 18.848 Übernachtungen.

Verkehr[Bearbeiten]

St. Anton ist mit einer Haltestelle der Montafonerbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Bildung[Bearbeiten]

Am Ort gibt es (Stand Januar 2003) 39 Schüler. In Sankt Anton im Montafon gibt es zudem einen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Ignaz Battlogg (1925-1981), Bürgermeister und Landtagsabgeordneter
  • Siegmund Stemer (* 1951), Bürgermeister von 1981 bis 1997, ehemaliger Landtagsabgeordneter und Landesrat
180° Panoramablick vom Fusse des "Mutt". Im Vordergrund der Ort Vandans, hinten Sankt Anton im Montafon. Der Gebirgszug Links mit der Elsspitze 1.980m, Stierkopf 1.801m und der Gamsfreiheit 2.211m gehören zum Lechquellengebirge in der Mitte die Itonskopfgruppe im westlichen Verwallgebirge v.l.n.r. 1.Davennakopf 1.708m, 2.Davenna 1.881m, 3.Zwölferkopf 1.843m, 4.Wannakopf 2.032m, 5.Rellseck 1.487m. In der rechten Bildhälfte das Skigebiet Hochjoch, Zamang mit der Gebirgskette v.l.n.r. 1.Vorderkapell 1.874m, 2.Wormser Hütte 2.307m, 3.Hochjoch 2.520m, 4.Kreuzjoch 2.380m, 5.Zamangspitze. Rechts die weiße Spitze ist die Valschavieler Maderer 2.769m, ebenfalls in der Verwallgruppe.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Anton im Montafon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Montafoner Heimatbuch
  2. Montafon – Ein kleiner kulturgeschichtlicher Führer (von Andreas Rudigier)