Lüchow (Wendland)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Lüchow-Dannenberg | |
| Samtgemeinde: | Lüchow (Wendland) | |
| Höhe: | 18 m ü. NN | |
| Fläche: | 89,01 km² | |
| Einwohner: |
9401 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 106 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 29439 | |
| Vorwahl: | 05841 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DAN | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 3 54 018 | |
| Stadtgliederung: | 24 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Theodor-Körner-Str. 14 29439 Lüchow |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Manfred Liebhaber | |
| Lage der Stadt Lüchow (Wendland) im Landkreis Lüchow-Dannenberg | ||
Lüchow (Wendland) [ˈlyːçoː] ist eine Stadt im Nordosten Niedersachsens im südlichen Wendland. Lüchow ist der Verwaltungssitz der Samtgemeinde Lüchow (Wendland) und ist die Kreisstadt des Landkreises Lüchow-Dannenberg.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Geographische Lage[Bearbeiten]
Lüchow liegt im südlichen Teil des Landkreises Lüchow-Dannenberg. Durch die Stadt fließt der Fluss Jeetzel. Die Landschaft wird durch den saaleeiszeitlich entstandenen Drawehnhöhenzug im Westen sowie die größtenteils weichselglazial überformte Lüchower Niederung (Niederterrasse) geprägt, die noch Bestandteil des Elbe-Urstromtales ist (vgl.: Naturräumliche Haupteinheitengruppe Wendland und Altmark). Die örtlich bedeutenden Höhen sind der Kolborner Berg mit 24 m[2] im Osten sowie der etwa niedrigere Jeetzeler Berg im Südwesten.
Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]
Das Stadtgebiet Lüchows umfasst 89,01 km².
Stadtgliederung[Bearbeiten]
Die Stadt Lüchow gliedert sich in 24 Ortsteile:[3]
Klimatabelle[Bearbeiten]
| Lüchow | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Lüchow
Quelle: wetterkontor.de[4]
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Geschichte[Bearbeiten]
Der Ort wurde erstmals 1158 urkundlich erwähnt und erhielt 1293 die Stadtrechte. 1320 ging die Grafschaft Lüchow in den Besitz des Hauses Braunschweig-Lüneburg über. Von der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung ist heute nur noch ein Turm vorhanden, der als Glockenturm für die aus dem 13. Jahrhundert stammende St. Johannis-Kirche genutzt wird. Ein 1555 errichtetes Stadttor, welches die Innenstadt von der Drawehner Vorstadt im Westen trennte, wurde 1793 abgebrochen. Zwischen 1471 und 1473 ließ die Gemahlin von Herzog Otto II. von Braunschweig-Lüneburg, die Gräfin Anna von Nassau-Dillenburg (1440–1513), die Grafenburg zum Schloss ausbauen, das ihr einige Jahre (1496–1504) als Witwensitz diente. 1537 wurde Lüchow von der Pest heimgesucht. Im Jahre 1589 brannte die Stadt zum großen Teil ab. Im Jahre 1608 legte eine Feuersbrunst den größten Teil der Stadt Lüchow in Asche.[5]
Die bis dahin größte Katastrophe in der Geschichte der Stadt ereignete sich im Jahr 1811. Weite Gebiete Lüchows wurden in einem großen Brand vernichtet, der auch das Rathaus und das Schloss zerstörte. 1855 erfolgte die Vereinigung mit den beiden Vorstädten, der Salzwedeler und der Drawehner Vorstadt.
Der polabische Name für Lüchow ist Ljauchüw (geschrieben als Lgauchi or Lieuschü in älteren deutschen Quellen).
Von 1852 bis 1974 war Lüchow Sitz eines Amtsgerichts. Lüchow ist seit 2006 Teil der Samtgemeinde Lüchow (Wendland), die aus den Samtgemeinden Lüchow und Clenze entstanden ist. 1972 entstand im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen die Samtgemeinde Lüchow, die bis 2006 Bestand hatte.
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Zum 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden im Raum Lüchow neu gegliedert und 19 bis dahin eigenständige Gemeinden in die Stadt Lüchow eingegliedert. Eingemeindet wurden Beutow, Bösel, Gollau, Grabow, Jabel, Jeetzel, Kolborn, Krautze, Künsche, Loge, Plate, Ranzau, Reetze, Rehbeck, Saaße, Satemin, Seerau in der Lucie, Tarmitz und Weitsche.[6]
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
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Politik[Bearbeiten]
Die Stadt Lüchow gehört zum Landtagswahlkreis 48 Elbe und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg–Lüneburg.[7][8]
Stadtrat[Bearbeiten]
Der Stadtrat von Lüchow hat einschließlich dem Bürgermeister 25 Mitglieder.
| Partei / Liste | CDU | SPD | UWG | Grüne | SOLI1 | EB2 | Gesamt |
| Sitze | 7 | 7 | 5 | 3 | 1 | 2 | 25 Sitze |
1 Sozial Ökologische Liste, in der Grünen-Fraktion 2 Einzelbewerber, je einer in der Fraktion der CDU und der UWG
Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011
Bürgermeister[Bearbeiten]
Bürgermeister der Stadt Lüchow ist Manfred Liebhaber (SPD).
Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]
Lüchow unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten und Gemeinden:
- Céret (Frankreich), seit 1983
- Newberg (USA), seit 1985
- Oborniki (Polen), seit 2007
- Hällefors (Schweden)
Religion[Bearbeiten]
Die evangelisch-lutherische St. Johannis-Kirche ist die älteste Kirche von Lüchow, sie ist benannt nach Johannes dem Täufer. Ihre Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg der Landeskirche Hannovers. Andere evangelische Einrichtungen in Lüchow sind der Kindergarten St. Johannis, das Altenheim St. Georg und ein Friedhof. Weitere evangelische Kirchen befinden sich in den zu Lüchow eingemeindeten Orten.
Die katholische St. Agnes-Kirche befindet sich an der Hindenburgstraße, benannt nach Agnes von Rom. 1913/14 wurde sie erbaut, und am 22. März 1914 geweiht. Die Pfarrgemeinde gehört zum Dekanat Lüneburg, zu ihr gehört seit dem 1. November 2006 auch die katholische Kirche in Dannenberg. Die Filialkirche in Clenze wurde 2012 profaniert.[9]
Eine Neuapostolische Kirche befindet sich an der Drawehner Straße. Von 1945 an fanden zunächst neuapostolische Gottesdienste in verschiedenen profanen Räumlichkeiten statt. 1962/63 wurde eine eigene heute noch bestehende Kirche erbaut, am 14. Juni 1963 wurde sie eingeweiht. Die Gemeinde gehört heute zur Neuapostolischen Kirche in Norddeutschland.
Die Bibel Baptisten Gemeinde besitzt in Lüchow ein Gemeindehaus und die Zeugen Jehovas einen Königreichssaal.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Museen[Bearbeiten]
In Lüchow befinden sich zwei Museen: in einem erhalten gebliebenen Turm des 1811 abgebrannten Lüchower Schlosses das 1930 eröffnete Amtsturm-Museum – das älteste Museum des Landkreises –, das die Geschichte der Lüchower Grafen und die Lüchower Stadtgeschichte präsentiert,[10] sowie seit 2011 das Stones-Fan-Museum, das sich der britischen Rockband The Rolling Stones widmet.[11] Sie gehören zusammen mit den anderen Museen des Landkreises Lüchow-Dannenberg dem Museumsverbund Lüchow-Dannenberg e. V. an.[12]
Bauwerke[Bearbeiten]
→ Liste der Baudenkmale in Lüchow (Wendland)
Sehenswert sind die naturbelassene Umgebung und einige typisch wendländische Rundlingsdörfer in der Nachbarschaft. In der Innenstadt gibt es viele Fachwerkhäuser. Durch die Stadt führt die Deutsche Fachwerkstraße.
Sport[Bearbeiten]
In der Stadt gibt es ein Hallenbad sowie ein Freibad.
Die drei Lüchower Sportvereine FC Lüchow, TuS Lüchow und SV Sporting sind am 1. Januar 2007 zum SC Lüchow verschmolzen.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Verkehr[Bearbeiten]
Die Stadt liegt an der Bundesstraße 248 und an der Bundesstraße 493. Im Jahr 2010 hat Lüchow eine Ortsumgehungsstraße erhalten. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Dannenberg, Salzwedel und Schnega. Die Bahnstrecke Lüchow–Dannenberg soll reaktiviert werden. Im Ortsteil Rehbeck befindet sich ein Verkehrslandeplatz.
Medien[Bearbeiten]
In Lüchow erscheint die Elbe-Jeetzel-Zeitung. Außerdem der zur EJZ gehörige Kiebitz und das Anzeigenblatt 'Generalanzeiger'
Der Regionalsender Radio ZuSa berichtet über UKW über Lüchow und Umgebung.
Bildung[Bearbeiten]
In der Samtgemeinde Lüchow (Wendland) gibt es zehn Grundschulen, eine Realschule, eine Hauptschule, ein Gymnasium, eine Berufsbildende Schule mit einem Beruflichen Gymnasium für Wirtschaft und einem Beruflichen Gymnasium für Technik, eine Förderschule, eine Kreisvolkshochschule sowie Kreismusikschule.
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]
- Nikolaus Krage (* in Lüchow; † 1559 in Salzwedel) war ein evangelischer Theologe und der Reformator von Minden
- Bernhard Baurschmidt (* 4. Dezember 1839; † 7. April 1906 in Wernigerode), Reichstagsabgeordneter, Oberpräsident in Breslau
- Friedrich Syrup (* 9. Oktober 1881; † vermutlich 31. August 1945 im KZ Sachsenhausen-Oranienburg), deutscher Jurist und Politiker
- Dirk Looschelders (* 21. Oktober 1960), deutscher Rechtswissenschaftler
- Detlef Weigel (* 1961 in Dannenberg), deutsch-amerikanischer Biologe
- Eka von Kalben (* 1964), Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen)
- Christian Bönig (* 25. September 1977), Teammanager und Pressesprecher vom FC St. Pauli
Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten]
- Anna von Nassau (1440–1513)
- Karl Gustav Wilhelm Baurschmidt (1806-1864), evangelischer Theologe
Literatur[Bearbeiten]
- Chronik der Stadt Lüchow. Druck- u. Verlagsgesellschaft E. Köhring, Lüchow 1949, 2. unveränd. Nachdruck 1989
- Karl Kowalewski: Lüchow. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Beiträge zur Geschichte der Jeetzel-Stadt. Stade 1980
- Karl Kowalewski: Der große Brand von Lüchow 1811 und der Wiederaufbau der Stadt, Lüchow 2006
- Karl Kowalewski: Von Altertümern und von Heimatliebe. Notizen und Beobachtungen aus Anlaß des Doppeljubiläums; 75 Jahre Wendländischer Altertumsverein 1905–1980; 50 Jahre Wendländisches Heimatmuseum 1930–1980. Lüchow 1980
- Burghard Kulow: Lüchow (Wendland), Die 50er und 60er Jahre. Horb 2006
- Hans Nordsiek: Von Lüchow nach Salzwedel – auf den Spuren des Mindener Reformators Nicolaus Krage. In: Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, 53/1981, S. 51–106
- Peter und Torsten Schoepe: Lüchow. Wandel des Stadtbildes in 120 Jahren. Lüchow 1985
- Johann Parum Schultze; Reinhold Olesch (Hrsg.): Fontes linguae Dravaenopolabicae minores et Chronica Venedica J. P. Schultzii. (= Slavistische Forschungen; Band 7). Böhlau, Köln und Graz 1967
- Christian Hennig von Jessen: Vocabularium Venedicum (oder Wendisches Wörter-Buch) (1705). Nachdruck besorgt von Reinhold Olesch. - Köln [u. a.]: Böhlau 1959 (Gewährsmann des Pastors C. Hennig von Jessen war der polabisch sprechende Bauer Johann Janieschge aus Klennow)
- Hans-Cord Sarnighausen: Kurhannoversche Amtsjuristen in Lüchow (1694-1866), in: GENEALOGIE Deutsche Zeitschrift für Familienkunde, Verlag Degener & Co. 91610 Insingen, Heft 2/2007, S. 558-573.
Weblinks[Bearbeiten]
- Homepage der Samtgemeinde Lüchow
- Lüchow, St. Johannis. Orgel der Fa. Hermann Eule (2006) auf der Website von NOMINE (= Norddeutsche Orgelmusikkultur in Niedersachsen und Europa)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ vgl. die Bezeichnung "Kolborner Alpen"
- ↑ § 1, Satzung zur Festlegung der Schulbezirke im Primarbereich der Samtgemeinde Lüchow (Wendland). In: Ortsrecht der Samtgemeinde Lüchow (Wendland). Stand 1. Januar 2009, S. 36, 37 (PDF; 512 KB).
- ↑ Jürgen Schmidt: Das Klima in Lüchow. In: Wetterkontor. Abgerufen am 29. März 2013.
- ↑ Blazek, Matthias: Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900, Adelheidsdorf 2006, S. 93, ISBN 978-3-00-019837-3.
- ↑ § 5 (4), Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Lüchow. In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt. Nr. 30, 26. Jahrgang, Hannover 27 Juni 1972.
- ↑ Pfarrgemeinde St. Agnes. In: kk-lue-dan.de. Abgerufen am 21. Oktober 2012.
- ↑ Amtsturm-Museum Lüchow. In: luechow-dannenberg.de. Abgerufen am 20. Oktober 2012.
- ↑ Stones Fan Museum Lüchow. In: luechow-dannenberg.de. Abgerufen am 2. August 2012.
- ↑ Museumsverbund Lüchow-Dannenberg e. V. In: luechow-dannenberg.de. Abgerufen am 2. August 2012.
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