Elizabeth Warren

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Elizabeth Warren (2011)

Elizabeth Warren (* 22. Juni 1949 in Oklahoma City, Oklahoma als Elizabeth Herring[1] [2]) ist eine US-amerikanische Juristin. Sie berät Präsident Barack Obama und dessen Finanzminister als Vorsitzende des Consumer Financial Protection Bureau in Verbraucherschutzfragen. Warren ist außerdem Leo-Gottlieb-Professorin für Recht an der Harvard Law School, wo sie Vertragsrecht, Insolvenzrecht und Wirtschaftsrecht lehrt. Im Zuge der Finanzkrise ab 2007 war sie Vorsitzende des Aufsichtsgremiums des Kongresses zur Untersuchung des Troubled Asset Relief Program (TARP). Warren hatte lange für eine Verbraucherschutzbehörde für Finanzprodukte geworben[3][4], für deren Einrichtung Präsident Obama am 21. Juli 2010 das entsprechende Gesetz unterzeichnete. 2012 wurde sie in den Senat der Vereinigten Staaten gewählt und schlug dabei Scott Brown.[5] Am 3. Januar 2013 trat sie ihr Amt an.

Leben[Bearbeiten]

Elizabeth ist die Tochter eines Hausmeisters und der Mitarbeiterin einer Katalogfirma.[6] Sie hat drei ältere Brüder. Nachdem ihr Vater einen Herzinfarkt erlitten hatte, mussten Elizabeth und ihre Mutter zum Familieneinkommen beitragen.

In der Highschool hatte Elizabeth Herring Debattierwettbewerbe gewonnen; mit einem Vollstipendium begann sie im Alter von 16 an der George Washington University zu studieren. Im Alter von 19 heiratete sie ihre Jugendliebe Jim Warren und folgte ihm nach Texas, wo sie 1970 an der University of Houston mit einem B.S. abschloss.[7] Sie wurde schwanger, zog mit ihrem Mann nach New Jersey und war zunächst einige Jahre als Hausfrau und Mutter tätig, bis sie sich an der Rutgers University einschrieb. Sie wurde zum zweiten Mal schwanger und erhielt 1976 ihren J.D.[8] 1977/78 hatte sie einen Lehrauftrag an der Rutgers, zog dann mit ihrem Mann zurück nach Texas, wo sie von 1978–83 an der University of Houston lehrte und von 1981–87 auch an der University of Texas at Austin.

1978 ließ sie sich von Warren scheiden und heiratete 1980 den Harvard-Professor Bruce Mann. 1987 wurde Warren Professorin für Wirtschaftsrecht an der University of Pennsylvania; 1992 berief die Harvard Law School sie zur Gastprofessorin für Wirtschaftsrecht. Sie war stellvertretende Vorsitzende des American Law Institute und ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.

Warren hat eine Tochter, Amelia Warren Tyagi, und einen Sohn, Alexander Warren. Sie hat an Sonntagsschulen gelehrt und bezeichnet den Methodisten-Prediger John Wesley als ein Vorbild.[3]

Am 18. August 2011 gab sie formal bekannt, eine Kandidatur für den Senat der Vereinigten Staaten ins Auge zu fassen.[9] Sie wurde von der Demokratischen Partei als Kandidatin für die Wahl am 6. November 2012 nominiert, wobei sie sich gegen die Anwältin Marisa DeFranco durchsetzte. Tatsächlich siegte sie gegen den republikanischen Amtsinhaber Scott Brown, der Anfang 2010 überraschend die Nachwahl um das Mandat des verstorbenen Edward Kennedy gewonnen hatte.[10] Der Wahlkampf war mit rund 70 Millionen Dollar einer der teuersten Senatsentscheidungen in der Geschichte der USA.[6] Da es für den Erhalt der Senatsmehrheit für die Demokratische Partei von großer Bedeutung war, flossen rund 38 Millionen Dollar von außerhalb des Bundesstaats in die Wahlkampfkassen.[11]

Werke[Bearbeiten]

Artikel
  • 'Bankruptcy Policy' (1987) 54(3) The University of Chicago Law Review 775-814
  • 'The Untenable Case for Repeal of Chapter 11' (1992) 102(2) The Yale Law Journal 437-479 73
  • 'Bankruptcy Policymaking in an Imperfect World (1993) 92(2) Michigan Law Review 336-387
  • 'The Bankruptcy Crisis' (1997–1998) 73 Indiana Law Journal 1079
  • 'Principled Approach to Consumer Bankruptcy' (1997) 71 American Bankruptcy Law Journal 483
  • 'Financial Characteristics of Businesses in Bankruptcy' (1999) Am. Bankr. L.J. 499 (with JL Westbrook)
  • 'Illness and Injury as Contributors to Bankruptcy' (2005) SSRN (with DU Himmelstein, D Thorne and SJ Woolhandler)
  • 'The Success of Chapter 11: A Challenge to the Critics' (2009) 107 Michigan Law Review 603 (with JL Westbrook)
  • 'Medical Bankruptcy in the United States, 2007: Results of a National Study,' (2008) American Journal of Medicine (with DU Himmelstein, D Thorne and SJ Woolhandler)
Bücher
  • Elizabeth Warren A Fighting Chance. Metropolitan Books, 2014, ISBN 978-1627790529. (Autobiographie)
  • Elizabeth Warren, Jay Lawrence Westbrook The Law of Debtors and Creditors: Text, Cases, and Problems, 6th, Aspen Publishers, 2008, ISBN 978-0-7355-7626-1.
  • Elizabeth Warren Chapter 11: Reorganizing American Businesses (Essentials). Aspen Publishers, 2008, ISBN 978-0-7355-7654-4.
  • Lynn Lopucki, Elizabeth Warren Chapter 11: Secured Credit: A Systems Approach. Wolters Kluwer Law & Business, 2008, ISBN 978-735576490.
  • Elizabeth Warren: The Vanishing Middle Class. In: Ending Poverty in America: How to Restore the American Dream. The New Press, 2007, ISBN 978-1-59558-176-1.
  • Lynn Lopucki, Elizabeth Warren, Daniel Keating, Ronald Mann, Norman Goldenberg Casenote Legal Briefs: Commercial Law. Aspen Publishers, 2006, ISBN 978-0735558274.
  • Elizabeth Warren, Amelia Warren Tyagi All Your Worth: The Ultimate Lifetime Money Plan. Simon and Schuster, 2006, ISBN 978-0-7432-6988-9.
  • Elizabeth Warren, Amelia Warren Tyagi The Two-Income Trap: Why Middle-Class Parents are Going Broke. Basic Books, 2004, ISBN 978-0-465-09090-7.
  • Teresa A. Sullivan, Elizabeth Warren, Jay Westbrook The Fragile Middle Class: Americans in Debt. Yale University Press, 2001, ISBN 978-0-300-09171-7.
  • Teresa A. Sullivan, Elizabeth Warren, Jay Westbrook As We Forgive Our Debtors: Bankruptcy and Consumer Credit in America. Beard Books, 1999, ISBN 978-1-893122-15-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Elizabeth Warren, likely to head new consumer agency, provokes strong feelings". 13. August 2010, abgerufen am 18. November 2010.
  2. "Law School Faculty Member Profile: Elizabeth Warren" Martindale.com September 16, 2010
  3. a b Jodi Kantor: Behind Consumer Agency Idea, a Tireless Advocate. In: New York Times, 24. März 2010. Abgerufen am 17. April 2010. 
  4. Melanie Trottman: Wall Street Critic Inspired New Consumer-Protection Agency. In: Wall Street Journal, 20. Juni 2009. 
  5. Demokraten verteidigen Senatsmehrheit, Spiegel Online vom 7. November 2012.
  6. a b Marc Pitzke, Starke Frauen, schwache Machos, Spiegel Online vom 6. November 2012.
  7. Warren Winning Means No Sale If You Can’t Explain It. In: Bloomberg, 19. November 2009. 
  8. The New Sheriffs of Wall Street. In: Time, 13. Mai 2010. 
  9. Glen Johnson: Warren forms Senate exploratory committee. boston.com, 18. August 2011, abgerufen am 18. August 2011 (englisch).
  10. MassLive.com: Elizabeth Warren lands party endorsement with record 95 percent support at Massachusetts Democratic Convention (2. Juni 2012)
  11. Elizabeth Warren defeats Scott Brown in Massachusetts Senate race, Washington Post vom 7. November 2012, abgerufen 7. November 2012

Weblinks[Bearbeiten]