Silivri

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Silivri
Wappen von Silivri Karte der Türkei, Position von Silivri hervorgehoben
Basisdaten
Provinz (il): İstanbul
Koordinaten: 41° 4′ N, 28° 15′ O41.07305555555628.247222222222Koordinaten: 41° 4′ 23″ N, 28° 14′ 50″ O
Einwohner: 111.636[1] (2008)
Telefonvorwahl: (+90) 212 (europäischer Teil)
(+90) 216 (asiatischer Teil)
Postleitzahl: 34 xxx
Kfz-Kennzeichen: 34
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Özcan Işıklar (CHP)
Webpräsenz:
Landkreis Silivri
Einwohner: 124.601[1] (2008)
Fläche: 869,51 km²
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km²
Kaymakam: Ahmet Mesut Demirkol
Webpräsenz (Kaymakam):
Stadtansicht
Silivri

Silivri ist das Bezirkszentrum des gleichnamigen Stadtbezirks der türkischen Provinz İstanbul auf der europäischen Seite. Der Stadtbezirk Silivri hatte laut der letzten Volkszählung 124.601 Einwohner (Stand Ende Dezember 2008).

Geschichte[Bearbeiten]

In archaischer Zeit wurde die Siedlung unter dem Namen Selymbria (gr. Σηλυμβρία) von Dorern besiedelt. Um 500 v. Chr. wird Selymbria Teil des Achämenidenreiches. 341 v. Chr. fiel der Ort an König Philipp II. von Makedonien. 200 v. Chr. ließen sich dort die keltischen Galater nieder. Als Teil Trakiens wurde die Stadt spätestens um 46 n. Chr. wie ganz Thrakien Teil des Römischen Reichs. Nach dessen endgültiger Teilung 395 gehörte Selymbria dann zum Byzantinischen Reich. Der Stadtname wurde von Kaiser Arcadius (377-408, Kaiser ab 395), nach seiner Frau Aelia Eudoxia zeitweilig in Eudoxiopolis geändert. 447 wurde die Stadt von den Hunnen geplündert und wurde bis ins 9. Jahrhundert wiederholt während Belagerungen Konstantinopels in Mitleidenschaft gezogen. 805 wurde Selymbria Teil des Bulgarischen Reiches. 812 eroberten die Byzantiner Selymbria zurück. Im 10. Jahrhundert war Selymbria Sitz eines Erzbischofs. Auf das Erzbistum geht das Titularbistum Selymbria der römisch-katholischen Kirche zurück.

1399 wurde Selymbria erstmals osmanisch, wurde aber 1403 wieder an die Byzantiner zurückgegeben. Unmittelbar nach dem Fall Konstantinopels im Mai 1453 kapitulierte auch Selymbria und fiel erneut unter osmanische Herrschaft.

Im Russisch-Osmanischen Krieg von 1877 wurde Silivri von russischen Truppen besetzt, doch nach dem Krieg wieder osmanisch. Mit Ausbruch der Balkankriege wurde Silivri von 1912 bis 1913 vorübergehend von Bulgarien besetzt. Später wurde Silivri nach Ende des Ersten Weltkrieges zwischen dem 20. Juli 1920 und dem 22. Oktober 1922 von griechischen Truppen besetzt. Den griechischen Truppen folgten dann für ganze acht Tage italienische Truppen. Seit 1924 ist Silivri Teil der Türkischen Republik.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Silivri liegt an der Hauptstraße von İstanbul nach Tekirdağ an der Küste des Marmarameeres. Die Küste um Silivri ist mit Istanbuler Wochenendhäusern bebaut.

In Silivri begann die byzantinische Mauer des Anastasios I. (491–518 n. Chr.), welche ungefähr bis Kıyıköy am Schwarzen Meer reichte. Teile der Mauer sind erhalten.

Die in Silivri vor dem Ersten Weltkrieg noch sichtbaren Reste der byzantinischen Bischofskirche von Selymbria, die von Friedrich Schrader beschrieben und photographiert worden sind, sind inzwischen abgetragen worden und verschwunden.[2]

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Silivri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 17. November 2009
  2. Otto Feld: Noch einmal Alexios Apokaukos und die byzantinische Kirche von Selymbria (Silivri). In: Byzantion 37, 1967, S. 57–65.