Spielberg bei Knittelfeld

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Spielberg bei Knittelfeld
Wappen von Spielberg bei Knittelfeld
Spielberg bei Knittelfeld (Österreich)
Spielberg bei Knittelfeld
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Murtal
Kfz-Kennzeichen: MT (ab 1.7.2012; alt KF)
Hauptort: Pausendorf
Fläche: 22,28 km²
Koordinaten: 47° 13′ N, 14° 47′ O47.21666666666714.783333333333660Koordinaten: 47° 13′ 0″ N, 14° 47′ 0″ O
Höhe: 660 m ü. A.
Einwohner: 5.103 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 8724 (8740 Laing und Lind)
Vorwahl: 03512 und 03577
Gemeindekennziffer: 6 20 35
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktpassage 1B1
8724 Spielberg bei Knittelfeld
Website: gemeinde.spielberg.at/
Politik
Bürgermeister: Manfred Lenger (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(25 Mitglieder)
16
6
2
1
16 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadtgemeinde Spielberg bei Knittelfeld im Bezirk Murtal
Amering Apfelberg Bretstein Eppenstein Feistritz bei Knittelfeld Flatschach Fohnsdorf Gaal Großlobming Hohentauern Judenburg Kleinlobming Knittelfeld Kobenz Maria Buch-Feistritz Obdach Oberkurzheim Oberweg Oberzeiring Pöls Pusterwald Rachau Reifling Reisstraße Sankt Anna am Lavantegg Sankt Georgen ob Judenburg Sankt Johann am Tauern Sankt Lorenzen bei Knittelfeld Sankt Marein bei Knittelfeld Sankt Margarethen bei Knittelfeld Sankt Oswald-Möderbrugg Sankt Peter ob Judenburg Sankt Wolfgang-Kienberg Seckau Spielberg bei Knittelfeld Unzmarkt-Frauenburg Weißkirchen in Steiermark Zeltweg SteiermarkLage der Gemeinde Spielberg bei Knittelfeld im Bezirk Murtal (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Spielberg bei Knittelfeld ist eine im Bezirk Murtal und Gerichtsbezirk Judenburg gelegene Stadtgemeinde des österreichischen Bundeslandes Steiermark mit 5103 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist sie ab 2015 mit der Gemeinde Flatschach zusammengeschlossen,[1] die neue Gemeinde wird den Namen Stadtgemeinde Spielberg weiterführen. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2]

Allgemeines und Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde, in der derzeit über 5.000 Einwohner leben, liegt nördlich der Mur, im östlichen Teil des Aichfeldes, zwischen den Städten Zeltweg und Knittelfeld, mit dem Stadtgebiet von Knittelfeld ist ein Teil von Spielberg verwachsen.

Ab 1986 war Spielberg Marktgemeinde. Seit 1. Oktober 2009 ist Spielberg eine Stadtgemeinde.[3] Innerhalb des Gemeindegebietes finden sich sowohl städtische, als auch ländliche Prägungen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 10 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[4]):

  • Einhörn (202)
  • Ingering I (132)
  • Laing (106)
  • Lind (706)
  • Maßweg (1093)
  • Pausendorf (1740)
  • Sachendorf (471)
  • Schönberg (63)
  • Spielberg (389)
  • Weyern (199)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Einhörn, Ingering I, Laing, Lind, Maßweg, Pausendorf, Sachendorf, Schönberg, Spielberg und Weyern.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der steirischen Gemeindestrukturreform wird die Gemeinde Spielberg (spätestens bis 2015) mit der Gemeinde Flatschach fusioniert werden.[5]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gaal Seckau Kobenz
Flatschach Nachbargemeinden Knittelfeld
Zeltweg Großlobming Apfelberg

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet der heutigen Stadtgemeinde Spielberg setzt sich aus mehreren historisch gewachsenen Gegenden zusammen, von denen die heutigen Ortsteile Ingering und Lind eine herausragende Stellung einnehmen. Ihre erste urkundliche Erwähnung fällt bereits in die Jahre zwischen 860 und 890. Sie gehören damit zu den ältesten Siedlungsgebieten der Obersteiermark.

Frühgeschichte[Bearbeiten]

Wie in vielen anderen Gegenden lassen sich auch im Raume Spielberg Besiedlungsformen weit vor dem Beginn der römischen Herrschaft nachweisen. Die Geschichte erzählt, dass Kelten sich im ersten vorchristlichen Jahrtausend hier niedergelassen und angesiedelt hatten und damit zum Königreich Noricum gehörten, dessen Haupterwerbsquelle die Viehzucht bildete. Die Urbewohner des Murbodens, in dessen Zentrum Spielberg liegt, dürften über Kärnten entlang des Lavanttales über Obdach in das spätere bayrische Eichfeld gelangt sein. Ein anderer Zustrom erfolgte sicherlich von Osten über das Gaberl und das Salzstiegl.

Funde aus der Römerzeit dokumentieren das Vorhandensein einer provinzialrömischen Kunst, wie das Beispiel eines Reliefs am Wirtschaftsgebäude der Pfarre Lind beweist. Der dort abgebildete Mars Latobius ist ohne Zweifel in einem direkten Zusammenhang mit dem weltberühmten Jüngling vom Magdalensberg (Kärnten) zu sehen.

In Verbindung mit der späteren slawischen und bayrischen Besiedlung ist bis zum heutigen Tage die Frage nach der Urkirche der Obersteiermark weitgehend unbeantwortet geblieben. Unter der Bezeichnung ad Undrimas wird der Standort jener Kirche verstanden, von der aus die weitere Christianisierung erfolgte. Neben Lind scheinen auch Pöls und Fohnsdorf sowie die Friedhofskirche in Knittelfeld als mögliche Standorte auf.

Mittelalter[Bearbeiten]

Sowohl aus der Zeit des Mittelalters als auch der Neuzeit sind zahlreiche Berichte überliefert. Spielberg taucht dabei sowohl in den literarischen Werken Ulrichs von Liechtenstein (Frauendienst) als auch in der Reimchronik des Ottokar aus der Gaal auf. Die unmittelbare Nähe von Seckau hatte zur Folge, dass neben einer starken Einflussnahme des Klosters auch enge historische Zusammenhänge zwischen beiden Gemeinden feststellbar sind.

Von der baulichen Vielfalt der vergangenen Jahrhunderte berichten die Kupferstiche des Georg Matthäus Vischer in seiner 1681 erschienen Topographia Ducatus Stiriae. Überragende Bedeutung dabei genießt das Schloss Spielberg, das zuvor der umliegenden Herrschaft und später der heutigen Gemeinde seinen Namen gegeben hat. Mit der Geschichte dieses 1570 errichteten Gebäudes ist auch der Werdegang einer Reihe adeliger Familien verbunden, darunter die Teufenbacher, die Heinrichsperger und die Lachawitz.

Neuzeit[Bearbeiten]

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts befindet sich das Schloss in Besitz der Familie Arbesser-Rastburg. Die vor wenigen Jahrzehnten aufgefundene Verwalterkorrespondenz gehört zu den aufschlussreichsten Quellen über die ländlichen Verhältnisse der Obersteiermark vor der Mitte des 18. Jahrhunderts. Wenige Jahre nach der Verleihung eines eigenen Gemeindewappens wurde Spielberg 1986 zur Marktgemeinde und am 1. Oktober 2009 zur Stadtgemeinde erhoben.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Die dominierende Stellung der SPÖ in der Gemeinde besteht erst seit den 1960er Jahren, als aus der einstigen Landgemeinde durch die Erschließung neuer Industriebetriebe, allen voran der Austria Antriebstechnik AG (ATB), viele Arbeiter in den Ort gezogen sind. Bei der Gemeinderatswahl 2010 musste die SPÖ jedoch Verluste (−7,75 %) hinnehmen während die ÖVP unter ihrem neuen zweiten Vizebürgermeister Mag. Bernd Liebminger 7,15 % zulegen konnte und damit ihre Mandate von drei auf sechs verdoppelte. Auch die FPÖ konnte ihr Mandat von einem auf zwei verdoppeln. Zum ersten Mal ist nach der Wahl 2010 die KPÖ mit einem Mandat (Erich Wilding) im Gemeinderat vertreten, während hingegen die Grünen aus dem Gemeinderat ausschieden.

Wappen[Bearbeiten]

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. August 1978.
Blasonierung (Wappenbeschreibung): „Im goldenen Schild ein aus dem Schildfuß vorne zum hinteren Schildrand aufsteigender blauer Dreiberg, darüber von Gold und Blau in vier Reihen mit zehn (4 : 3 : 2 : 1) Plätzen geschacht.“[6]

Die zehn vollständigen Schachbrettfelder stehen für die zehn Katastralgemeinden der Gemeinde sowie für den Teil Spiel- des Gemeindenamens. Der Dreiberg steht für den Teil -berg. Das Wappen symbolisiert also den Ortsnamen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Spielberg bei Knittelfeld

Wirtschaft[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 1995/96 findet sich in Spielberg ein Einkaufs-, Kultur- und Wirtschaftszentrum. Die ATB, ein international tätiges Unternehmen, beschäftigt an ihrem Hauptstandort Spielberg mittlerweile wieder über 1.500 Mitarbeiter, viele davon aus angrenzenden Gemeinden. Die Idee eines geplanten Gewerbeparks konnte bisher noch nicht umgesetzt werden.

Im Gemeindegebiet von Spielberg liegt der Österreichring, auf welchem von 1970 bis 1987 und von 1997 bis 2003 der Große Preis von Österreich in der Formel-1-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde. Diese Veranstaltung stellte einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde und die Region dar.

Nachdem der Ring bereits abgerissen wurde, wurde im April 2008 bekannt, dass der österreichische Getränkehersteller Red Bull die Strecke wieder neu aufbauen möchte. Der Ring wurde modernisiert, wobei die Streckenführung gleich blieb. Die Rennstrecke bekam den Namen Red Bull Ring.

Am 15. Mai 2011 wurde der Ring offiziell mit einem Tag der offenen Tür eröffnet. Das erste Großevent am neuen Ring fand am 5. Juni 2011 mit dem Rennen der DTM statt. Am 23. Juli 2013 wurde seitens der Betreiber der Rennstrecke bekanntgegeben, dass die Formel 1 2014 wieder nach Spielberg zurückkehren soll.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Erwähnung verdient, dass der weltbekannte Regisseur und Produzent Steven Spielberg seinen Namen tatsächlich dem Schloss Spielberg verdankt. Seine aus der Ungarn stammende Familie lebte in der Mitte des 17. Jahrhunderts auch in einem „in der Steiermark gelegenen Territorium des Grafen von Spielberg“, bevor sie in die USA auswanderte. Zu Ehren des Hollywood-Stars benannte die Gemeinde ihren Hauptplatz inmitten des „Wirtschaftszentrums“ in Steven Spielberg Platz um.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spielberg bei Knittelfeld – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 8 Z 4 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  3. Murtaler Woche Online: „Am 23. Oktober wird gefeiert“, 1. Oktober 2009
  4. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  5. Das Land Steiermark: Die neue Gemeindestruktur der Steiermark. Abgerufen am 10. November 2013.
  6. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 29, 1979, S. 33
  7. derStandard.at – Red Bull verkündet Rückkehr des GP von Österreich ab 2014. Artikel vom 23. Juli 2013, abgerufen am 23. Juli 2013.