Steel Panther

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Steel Panther
Logosteelpanther.jpg
Sänger Michael Starr (Live, 2008)
Sänger Michael Starr (Live, 2008)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Glam Metal, Sleaze Rock
Gründung 2000 als Metal Shop
Website http://www.steelpantherrocks.com/
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Michael Starr
Gitarre, Gesang
Satchel
Lexxi Foxxx
Stix Zadinia

Steel Panther ist eine US-amerikanische Glam-Metal- Band aus Los Angeles, die 2000 von Ralph Saenz (Michael Starr, Gesang), Russ Parrish (Satchel, Gitarre), Travis Haley (Lexxi Foxxx, Bass) und Darren Leader (Stix Zadinia, Schlagzeug) gegründet wurde und derzeit bei Universal Records unter Vertrag steht.

In Auftreten und Musik zitiert die Gruppe stark den Hair Metal und Sleaze Rock der 1980er Jahre. Dabei bewegen sie sich zwischen Parodie, Hommage und Verehrung. Die gelegentliche Einordnung als Fun Metal begründen sich durch die klischeehaft überzogene Attitüde, sich selbst als kollektive Erlöser des Metals zu betrachten[1], sowie die ironischen Texte, die vor allem Sex, Frauen und Drogenkonsum behandeln.

Geschichte[Bearbeiten]

Michael Starr war zwischen 1997 und 1998 Musiker der Band L. A. Guns. Davor spielte er gemeinsam mit Satchel in der Van-Halen-Tribute-Band Atomic Punks. Außerdem spielte Satchel bei War & Peace, einer Band, die vom ehemaligen Bassisten der Band Dokken gegründet wurde. Satchel ist zudem bei Fight, gegründet von Judas-Priest-Frontmann Rob Halford.[2][3] In einem Interview sagte der Gitarrist, dass er seinen Stil entwickelte, indem er sich tausendfach Musikstücke von Van-Halen anhörte. Den Gitarrist Edward Van Halen nennt er als wichtigen Einfluss und einen der wichtigsten Musiker aller Zeiten.[4]

Die Gruppe gründete sich unter dem Namen Metal Shop, benannte sich aber bald in Metal Skool um. Ihre erste Single Love Box, die 2002 erschien, wurde wiederum unter neuem Bandnamen veröffentlicht. Bis zu ihrer Umbenennung in Steel Panther hieß die Band Danger Kitty. Der Name Steel Panther ist nach eigenen Angaben der Band nicht auf den Namen Steel Dragon, die Band um Zykk Wylde und Mark Wahlberg im Film "Rock Star" zurückzuführen.[5] Zu Beginn der Karriere bestritt die Formation wöchentliche Auftritte im Viper Room, wo sie bekannte Lieder des 80er Jahre Hair Metal coverten, sowie die entsprechenden Bands parodierten. Gemäß der eigenen Band-Mythologie besteht die Formation bereits seit 1988, zu spät, um noch erfolgreich zu sein. Dazu der Sänger Michael Starr: „Als der Grunge Anfang der neunziger Jahre den Metal verdrängte, haben wir nicht unsere Haare abgeschnitten und sind nicht zu Alternative-Typen geworden. Wir haben konsequent weiter Heavy Metal gemacht. Überlebt haben wir aber nur, indem wir Coverversionen gespielt haben, denn keine Plattenfirma wollte uns in der Zeit einen Vertrag anbieten. Wir haben jahrelang in vielen ausverkauften Clubs Lieder von Guns N'Roses und Mötley Crüe gezockt. Als unsere Erfolge schließlich immer größer wurden, haben wir beschlossen, eigene Songs zu schreiben.“[6]

Noch unter dem Namen Metal Shop veröffentlichte die Band 2003 im Eigenvertrieb ihr Debütalbum Hole Patrol. Beachtung daraus fanden bereits die Lieder Death to all but Metal, welches den Weg auf Kompilationen fand, sowie das Cover Fantasy des Musikers Aldo Nova, das als Titellied für eine MTV-Fernsehserie mit Rob Dyrdek verwendet wurde.[7]

Gitarrist Satchel (Live, 2009)

2008 erfolgte die Umbenennung in Steel Panther. Bereits im selben Jahr unterzeichneten sie einen Vertrag bei Republic Records unter Universal Records. Als erste Single unter dem neuen Bandnamen erschien 2009 eine neu eingespielte Version von Death to all but Metal. Im Sommer 2009 veröffentlichten sie schließlich das Album Feel the Steel, welches Platz 98 der US-amerikanischen Billboard-Charts erreichte.[8] 2010 stand dieses Album auch zur Auswahl für eine mögliche Nominierung für den Grammy als Best Comedy Album.

Die Band gewann den Wettbewerb Best Tribute Band in the Universe, woraufhin die Band zu einer der populärsten Cover-Bands in Kalifornien avancierte. Eine rasch ansteigende Popularität, vor allem in Kalifornien, war die Folge, so dass in der Folgezeit oft prominente Persönlichkeiten, wie Criss Angel, Kenny Loggins, Paul Stanley, Corey Taylor, Drew Carey, Chad Kroeger, Jerry Cantrell, Justin Hawkins, Kelly Clarkson, Phil Anselmo, Billy Ray Cyrus, Tom Morello, Pink, Vince Neil oder Avril Lavigne bei Konzerten gemeinsam mit der Band auftraten.[9] Trotz ansteigendem Erfolg mit eigenem Material, bestritten Steel Panther aber nach wie vor ihre Auftritte als Coverband auf dem Sunset Strip und in Las Vegas.

Während einer Tour in Großbritannien 2011 spielten sie bereits neues Material und kündigten das nächste Studioalbum für Oktober an. Dieses erschien dann unter dem Titel Balls Out und erreichte Platz 40 der US-amerikanischen Billboard-Charts. Die deutsche Musikzeitschrift Metal Hammer kürte es zum Album des Monats. Ende 2011 folgte eine Konzertreise durch Großbritannien, wo sie als Vorband für Def Leppard und Mötley Crüe spielten. Neben ihrer Heimat Kalifornien feiern Steel Panther 2012 insbesondere in UK und Deutschland riesige Erfolge und spielen ausverkaufte Shows.[10] Für 2014 wurde am 14. Oktober 2013 eine neue Tour durch Europa angekündigt.[11]

Im April 2014 erschien das Album All You Can Eat. Dazu wird es eine Tour geben, die die Band unter anderem auf das Wacken Open Air führt.[12]

Rezeption[Bearbeiten]

Sowohl musikalisch, als auch im Auftreten spalten Steel Panther die Hörerschaft. Die einen sehen in der Band eine gelungene Parodie auf den Achtziger-Jahre-Hair Metal, andere sehen sie als bloßen Versuch, die Poser-Acts jener Zeit zu zitieren, und als gekünstelt. In der deutschen Musikzeitschrift Rock Hard lobt Redakteur Andreas Himmelstein die Band: „Mit dieser erstklassigen Gitarrenarbeit, dem fetten Sound und dem Talent des (auf das Genre bezogen) nahezu perfekten Songwritings hätten STEEL PANTHER in der zweiten Hälfte der Achtziger in der US-Sleaze-Metal- und Hardrock-Szene erfolgsmäßig ohne Zweifel ganz vorne mitgespielt.“ Dass der infantile Humor die Gemüter spalte, könne er zwar verstehen, dennoch erkenne er darin die bewusst-klischeehafte Persiflage.[13]

Zu Kontroversen führte, dass Anfang 2012 Plakate der Band in England von öffentlichen Wänden entfernt und anschließend verboten wurden. Diese zeigten das Cover des Balls-Out-Albums, auf dem eine halbnackte Frau Liebeskugeln zwischen ihren Beinen hält.[14] Das Album Balls Out wurde in Deutschland im September 2012 auf Liste A der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPJM) aufgenommen. Dies bedeutet, dass das Album nicht beworben oder an Personen unter 18 Jahren verkauft werden darf.[15]

Bassist Lexxi Foxxx (Live, 2009)

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[8]
Feel the Steel
  UK 52 20.06.2009 (2 Wo.)
  US 98 24.10.2009 (4 Wo.)
Balls Out
  CH 87 13.11.2011 (1 Wo.)
  UK 37 12.11.2011 (1 Wo.)
  US 40 19.11.2011 (2 Wo.)
All You Can Eat
  DE 15 11.04.2014 (… Wo.)
  AT 13 11.04.2014 (… Wo.)
  CH 22 06.04.2014 (… Wo.)
  UK 12 12.04.2014 (… Wo.)
  US 24 19.04.2014 (… Wo.)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufige Chartplatzierung

Alben[Bearbeiten]

  • 2003: Hole Patrol (als Metal Shop)
  • 2009: Feel the Steel
  • 2011: Balls Out (indiziert)[15][16]
  • 2014: All You Can Eat

Singles[Bearbeiten]

  • 2001: Love Rocket (als Danger Kitty)
  • 2003: Death to All but Metal (als Metal Shop)
  • 2009: Death to All but Metal
  • 2009: Community Property
  • 2009: Eyes of a Panther
  • 2010: I Want It That Way (Cover als Download-Single)
  • 2011: If You Really, Really Love Me
  • 2011: 17 Girls in a Row
  • 2011: Just Like Tiger Woods
  • 2013: Party Like Tomorrow Is the End of the World (Download Single)
  • 2014: The Burden of Being Wonderful
  • 2014: Gloryhole

Videografie[Bearbeiten]

  • 2005: Fat Girl (Thar She Blows) - The Video (als Metal Skool)
  • 2009: Fat Girl (Thar She Blows)
  • 2009: Death to All but Metal
  • 2009: Community Property
  • 2011: If You Really Really Love Me
  • 2013: Party Like Tomorrow Is the End of the World
  • 2014: The Burden of Being Wonderful
  • 2014: Gloryhole

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://entertaimnet.wordpress.com/2014/02/24/steel-panther-last-supper-and-messiahs-of-glam-oh-my-god/
  2. http://www.musicmight.com/artist/united+states/california/los+angeles/steel+panther
  3. http://exclaim.ca/Reviews/Concerts/Steel_Panther_StinkMitt-Commodore_Ballroom_Vancouver_BC_August_4
  4. http://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/gitarren-workshop-metal-klassische-metal-soli-mit-steel-panther.html Interview & Workshop mit Satchel von Steel Panther bei Bonedo
  5. http://entertaimnet.wordpress.com/2012/11/08/steel-panther-hot-chicks-high-heels/
  6. Conny Schiffbauer: Steel Panther - Verrückt nach Vitaminen. In: Rock Hard, Nr. 296, 1/12, Seite 25.
  7. http://www.allmusic.com/artist/mn0001045720
  8. a b Chartquellen: DE AT CH UK US
  9. Steel Panther auf musicmight.com
  10. http://entertaimnet.wordpress.com/2012/11/08/steel-panther-hot-chicks-high-heels/
  11. ‎Steel Panther Tourdaten vorverkaufstarts.de
  12. http://www.blabbermouth.net/news/steel-panther-all-you-can-eat-album-details-revealed/
  13. Andreas Himmelstein, Frank Albrecht: Steel Panther. Balls Out. In: Rock Hard, Nr. 296, 1/12, Seite 107.
  14. http://blog.ourstage.com/wp-content/uploads/2011/11/steelpanther.jpeg
  15. a b Bekanntmachung Nr. 9/2012 über jugendgefährdende Trägermedien, 20. September 2012, abgerufen am 20. Oktober 2012. (Nicht mehr erreichbar)
  16. Dark Lord: STEEL PANTHER - 'Balls Out' steht auf dem Index!, 14. Oktober 2012, abgerufen am 20. Oktober 2012.