Strumica (Stadt)

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Strumica (Stadt)
Струмица
Wappen von Strumica (Stadt)
Strumica (Stadt) (Mazedonien)
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Basisdaten
Region: Südosten
Koordinaten: 41° 26′ N, 22° 38′ O41.43333333333322.633333333333256Koordinaten: 41° 26′ 0″ N, 22° 38′ 0″ O
Höhe: 256 m. i. J.
Fläche (Opština): 321,49 km²
Einwohner: 35.311 (2002)
Einwohner (Opština): 54.676 (2002)
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+389) 034
Postleitzahl: 2400
Kfz-Kennzeichen: SR
Struktur und Verwaltung
Gliederung: 25 Ortschaften
Bürgermeister: Zoran Zaev (SDSM)
Webpräsenz:

Strumica (kyrillisch Струмица, griechisch Stroúmitsa Στρούμιτσα; türkisch Ustrumca) ist eine Stadt im Südosten Mazedoniens nahe der Grenze zu Bulgarien und Griechenland. Strumica ist auch der Hauptort der gleichnamigen Opština.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nach der Volkszählung von 2002 beträgt die Einwohnerzahl der Stadt 35.311 Einwohner.[1] Von denen sind 32.075 Mazedonier, 2.642 Türken, sowie weitere. In der gleichnamigen Gemeinde leben 54.676 Menschen.

Geschichte[Bearbeiten]

Straßenszene Ende des 19. Jahrhunderts

In der Antike hieß die Stadt Astraion. Zwischen dem 1. und dem 2. nachchristlichen Jahrhundert wurde sie in das Römische Reich eingegliedert. Zu dieser Zeit trug die Stadt den Namen Tiveriopol. Aus dem Jahr 362, während der Herrschaft des römischen Kaisers Julian und der von ihn eingeleiteten Verfolgung der Christen, sind die „Heiligen fünfzehn Tiverioler Märtyrer“ überliefert. In der folgenden Zeit wurde die Region von Plünderungszügen der Goten heimgesucht.

Ab dem 5. Jahrhundert war die Region von slawischen und awarischen Plünderungszügen betroffen, wobei sich die ersteren auch in Makedonien niederließen. Es ist nicht bekannt ob Tiveriopol wie andere antike Städte in der Region (Stobi, Pautalia) von ihnen zerstört und danach aufgegeben wurde.

Im 8. Jahrhundert wurde Strumica Teil des Ersten Bulgarischen Reichs und die Stadt bekam ihren slawischen Namen Strumica, nach dem gleichnamigen Fluss. Nach dem Ende des Ersten Bulgarischen Reiches 1018 wurde Strumica Bischofssitz des neu geschaffenen Erzbistums von Ohrid. In den folgenden Jahrhunderten war die Region zwischen dem bulgarischen, byzantinischen und serbischen Reich sowie dem Königreich Thessaloniki umstritten, jedoch konnten sich auch lokale Herrscher wie Alexius Slaw behaupten.

Später wurde Strimica Teil des Despotats Welbaschd und unter Konstantin Dragaš, der nach der Schlacht an der Mariza (1371) Vasall des Osmanischen Reiches geworden war, osmanisch. Nach der Schlacht bei Ankara um 1402, als die Osmanen eine schwere Niederlage erlitten, rebellierte der Despot von Welbaschd Jusuf und konnte anschließend das Despotat in seinen alten Grenzen wiederherstellen. Um 1427/28, spätestens im Herbst 1431 wurde jedoch das Fürstentum erneut osmanisch und in dessen Grenzen der Sandschak Kjustendil errichtet, einer der größten in der osmanischen Provinz Rumelien.

Unter der Herrschaft der Osmanen hieß die Stadt Ustrumdscha (Ostromdscha) und war Zentrum einer Kaza. Laut einem osmanischen Steuerregister (Defter) wohnten 1519 in Ustrumdscha 2780 Einwohner. 1450 von ihnen waren Christen und 1330 Moslems. Eine Beschreibung Ustrumdschas aus der hochosmanischen Zeit (16./17. Jahrhundert), findet sich im „Reisebuch“ (Seyahatnâme) des osmanischen Reisenden Evliya Çelebi. Er vermerkte, dass die ehemalige Festung verlassen sei und die Stadt aus 2400 ein- und zweistöckige Häuser bestehe.

Stempel der Eparchie Strumica aus dem Jahr 1901
Das Denkmal „Mazedonien“ gewidmet dem ehemaligen mazedonischen Präsidenten Boris Trajkovski.

Im Zuge der Tanzimat-Reformen von 1856 konnte sich in den 1860er-Jahren eine bulgarische Kirchengemeinde bilden. 1870 wurde die erste neubulgarische Schule in der Stadt eröffnet.[2] 1895 kam es in Strumica zur Gründung eines revolutionären Komitees der BMARK. 1897 wurde die Stadt durch einem Erlass des Sultans (Berât) Sitz einer Eparchie und eines Metropoliten des Bulgarischen Exarchats. Erster bulgarischer Metropolit wurde Gerasim von Strumica.[3] 1900 zählte die Stadt 10.160 Einwohner.

Nach sechshundertjähriger Zugehörigkeit zum Osmanischen Reich wurde Strumica am 21. Oktober 1912 von der Rila-Division der bulgarischen Armee im Zuge der Balkankriege 1912/13 eingenommen. Infolge des Friedensvertrages von Bukarest fiel es 1913 an Bulgarien und wurde im selben Jahr Zentrum eines administrativen Bezirks (bulgarisch Струмишки административен окръг).

Nach dem Ersten Weltkrieg musste das Königreich Bulgarien laut des Vertrages von Neuilly-sur-Seine Strumica mit weiteren Gebieten (siehe Ehemalige Bulgarische Westgebiete) an das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Königreich Jugoslawien) abtreten. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Strumica zwischen 1941 und 1944 erneut Teil Bulgariens.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Strumica Teil der jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien, seit 1992 gehört die Stadt zum unabhängigen Mazedonien.

Während des Kosovokriegs 1999 wurde die Stadt vom I. und II. deutschen KFOR-Kontingent als Stützpunkt genutzt. Speziell die Kaserne, die im Westen der Stadt liegt, einschließlich des zugehörigen Geländes der mazedonischen Armee wurden genutzt. Durch die Nähe zur griechischen Grenze bot sich Strumica an, da das stationierte Nachschubbataillon häufig ankommende Güter und Ausrüstung vom Hafen in Thessaloniki transportierte.

Sport[Bearbeiten]

In der Stadt sind zwei Fußballmannschaften beheimatet, der 1922 gegründete FK Belasica und der 1923 gegründete FK Tiverija. Im März 2011 wurde in Strumica ein Vorqualifikationsturnier für die Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2013 ausgetragen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

„Das ist Ostromdscha“, Illustration zu Karl Mays In den Schluchten des Balkan von Peter Schnorr, 1908

Als Ostromdscha ist die Stadt mit ihrer Umgegend Schauplatz der Romane In den Schluchten des Balkan und Durch das Land der Skipetaren von Karl May.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Strumica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Општина Струмица, Natural features. (englisch)
  2. Jordan Vančev: Новобългарската просвета в Македония през Възраждането. 1982, S. 94-95.
  3. Almanach Mazedonien, 1931