Tiruchirappalli (Distrikt)

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Distrikt Tiruchirappalli
திருச்சிரப்பள்ளி மாவட்டம்
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Tamil Nadu
Verwaltungssitz: Tiruchirappalli
Fläche: 4.508 km²
Einwohner: 2.713.858 (2011)
Bevölkerungsdichte: 602 Ew./km²
Website: trichy.tn.nic.in

Der Distrikt Tiruchirappalli (Tamil: திருச்சிரப்பள்ளி மாவட்டம்; früher Trichinopoly, kurz Tiruchi oder Trichy) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaates Tamil Nadu. Verwaltungszentrum ist das namensgebende Tiruchirappalli, die viertgrößte Stadt Tamil Nadus.

Geografie[Bearbeiten]

Die Kaveri zwischen Tiruchirappalli und Srirangam

Der Distrikt Tiruchirappalli liegt im zentralen Binnenland Tamil Nadus. Nachbardistrikte sind Salem im Norden, Perambalur im Nordosten, Ariyalur im Osten, Thanjavur und Pudukkottai im Südosten, Sivaganga und Madurai im Süden, Dindigul im Südwesten, Karur im Westen sowie Namakkal im Nordwesten. Die Fläche des Distrikts Tiruchirappalli beträgt 4.508 Quadratkilometer.

Der Distrikt Tiruchirappalli wird von der Kaveri, dem größten Fluss Tamil Nadus, durchflossen. Bei der Flussinsel Srirangam bei Tiruchirappalli teilt sich die Kaveri in zwei Mündungsarme, von denen einer den Namen Kaveri behält und der andere als Kollidam bekannt ist. Ein kleines Gebiet im Norden wird vom Fluss Vellar entwässert. Das Gebiet des Distrikts Tiruchirappalli ist größtenteils eben, nur vereinzelt erheben sich schroffe Felsen, wie jener auf dem Tiruchirappallis Wahrzeichen, das Rock Fort errichtet ist, aus der flachen Umgebung. Im Nordosten an der Grenze zum Distrikt Salem steigt das Terrain zu den Pachaimalai-Bergen an.

Der Distrikt Perambalur ist in die acht Taluks Tiruchirappalli, Srirangam, Manapparai, Lalgudi, Manachanallur, Thuraiyur, Musiri und Thottiyam unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Uraiyur, heute in Vorort Tiruchirappallis, war die Hauptstadt der frühen Chola-Herrscher. Es wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. in den Ashoka-Inschriften und im 2. Jahrhundert n. Chr. vom griechischen Geographen Claudius Ptolemäus als Orthura (Ὄρθουρα) erwähnt. Um die Mitte des 9. Jahrhunderts verlagerten die Cholas ihre Hauptstadt nach Thanjavur. Mitte des 13. Jahrhunderts kam das Gebiet des heutigen Distrikts unter die Herrschaft der Hoysalas und wenig später der in Madurai residierenden Pandyas. Anfang des 14. Jahrhunderts führte Malik Kafur, ein General des Sultans von Delhi, einen Feldzug nach Südindien und gründete das Sultanat Madurai. Auch das Gebiet des Distrikts Tiruchirappalli gehörte zu diesem kurzlebigen Staat, ehe es um 1372 vom Reich Vijayanagar erobert wurde. Nach dem Niedergang Vijayanagars kam Tiruchirappalli im 16. Jahrhundert unter die Herrschaft der Nayaks von Madurai, die von den Vijayanagar-Herrschern als Militärstatthalter eingesetzt worden waren und nun das entstandene Machtvakuum füllten (siehe Nayak-Dynastien). Mitte des 17. Jahrhunderts verlegte der Nayak-Herrscher Chokkanatha seine Hauptstadt von Madurai nach Tiruchirappalli. In den Wirren, die dem Ende der Nayak-Dynastie im Jahr 1736 folgten, kam Tiruchirappalli unter die Herrschaft der Nawabs von Arcot. In den Karnatischen Kriegen (1744–1763) kam es im Gebiet des heutigen Distrikts zu Kämpfen zwischen den Briten und Franzosen, die um die Vorherrschaft in Südindien rangen, sowie deren Verbündeten. In der Folgezeit war Tiruchirappalli mehrfahr Angriffen durch Hyder Ali, den König von Mysore, und seinem Sohn Tipu Sultan ausgesetzt. 1801 annektieren die Briten das Herrschaftsgebiet der Nawabs von Arcot.

Nachdem das Gebiet zu einem Teil Britisch-Indiens geworden war, wurde es als Distrikt Trichinpoly (Tiruchirappalli) in die Provinz Madras eingegliedert. Der Distrikt umfasste anfangs das Gebiet der heutigen Distrikte Tiruchirappalli, Karur, Perambalur und Ariyalur. Nach der indischen Unabhängigkeit wurde ferner der aufgelöste Fürstenstaat Pudukkottai dem Distrikt Tiruchirappalli zugeschlagen. 1956 kam der Distrikt im Zuge des States Reorganisation Act an den neuformierten Bundesstaat Madras, der nunmehr die tamilischsprachigen Gebiete umfasste und 1969 in Tamil Nadu umbenannt wurde. In der Folgezeit verkleinerte sich der Distrikt Tiruchirappalli durch die Gründung neuer Distrikte: 1974 wurde das Gebiet des ehemaligen Fürstenstaates Pudukkottai wieder aus dem Distrikt Tiruchirappalli gelöst, um mit einigen Gebieten aus dem Distrikt Thanjavur den neuen Distrikt Pudukkottai zu bilden. 1995 wurde der Distrikt Tiruchirappalli in die drei Distrikte Tiruchirappalli, Karur und Perambalur aufgeteilt. Vom Distrikt Perambalur spaltete sich wiederum 2001 der Distrikt Ariyalur ab.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Chili-Verkäufer auf einer Straße in Tiruchirappalli

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat der Distrikt Tiruchirappalli 2.713.858 Einwohner. Im Vergleich zur letzten Volkszählung 2001 war die Einwohnerzahl um 12,2 Prozent und somit etwas langsamer als im Mittel Tamil Nadus (15,5 Prozent) gewachsen. Die Bevölkerungsdichte liegt mit 602 Einwohnern pro Quadratkilometer etwas über dem Durchschnitt des Bundesstaates (555 Einwohner pro Quadratkilometer). 49,3 Prozent der Einwohner des Distrikts Tiruchirappalli leben in Städten. Der Urbanisierungsgrad entspricht damit dem Mittelwert Tamil Nadus (48,5 Prozent). Die Alphabetisierungsquote liegt mit 83,6 Prozent über dem Durchschnitt des Bundesstaates (80,3 Prozent).[1]

Unter den Einwohnern des Distriktes stellen die Hindus nach der Volkszählung 2001 mit 84,4 Prozent die Mehrheit. Daneben gibt es größere Minderheiten von Christen (9,0 Prozent) und Muslimen (6,5 Prozent).[2]

Städte[Bearbeiten]

Stadt Einwohner
(2001)[3]
Balakrishnampatti 8.596
Kallakudi 11.625
Kattuputhur 11.115
Koothappar 17.061
Krishnasamudram 9.254
Lalgudi 21.204
Manachanallur 21.503
Manapparai 35.644
Mettupalayam 7.538
Musiri 27.886
Navalpattu 16.020
Palaganangudy 8.880
Pappankurichi 20.439
Ponnampatti 10.659
Pullambadi 9.985
Puvalur 7.745
S. Kannanur 11.045
Sirugamani 10.031
Thathaiyangarpet 12.276
Thiruverumbur 16.835
Thottiyam 13.757
Thuraiyur 30.998
Thuvakudi 21.460
Tiruchirappalli 746.062
Uppiliapuram 6.697

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Paper 1 (PDF; 17,8 MB) und Paper 2. (PDF; 14,1 MB)
  2. Census GIS India (Religion)
  3. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order) (Version vom 16. Juni 2004 im Internet Archive)

Literatur[Bearbeiten]

  • The Imperial Gazetteer of India. Band 24: Travancore to Zīra. New edition. Clarendon Press, Oxford 1908, S. 25f., Stichwort: Trichinpoly District.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tiruchirapalli district – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

* Website des Distrikts