Madurai (Distrikt)

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Distrikt Madurai
மதுரை மாவட்டம்
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Tamil Nadu
Verwaltungssitz: Madurai
Fläche: 3.695 km²
Einwohner: 3.041.038 (2011)
Bevölkerungsdichte: 823 Ew./km²
Website: madurai.tn.nic.in

Der Distrikt Madurai (Tamil: மதுரை மாவட்டம்; früher Madura) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaates Tamil Nadu. Verwaltungszentrum ist das namensgebende Madurai, die drittgrößte Stadt Tamil Nadus, die auf eine über zweitausendjährige Geschichte zurückblicken kann.

Geografie[Bearbeiten]

Landschaft im Distrikt Madurai

Der Distrikt Madurai liegt im südlichen Binnenland Tamil Nadus. Nachbardistrikte sind Sivaganga im Osten, Virudhunagar im Süden, Theni im Westen, Dindigul im Norden sowie Tiruchirappalli im Nordosten.

Die Fläche des Distrikts Madurai beträgt 3.695 Quadratkilometer. Die Landschaft im Distriktgebiet wird von Ebenen und isolierten Bergen geprägt. Der größte Fluss des Distriktes ist der durch Madurai fließende Vaigai. Der Distrikt Madurai ist in die sieben Taluks Madurai (North), Madurai (South), Melur, Thirumangalam, Peraiyur, Usilampatti und Vadipatti unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Tirumalai-Nayak-Palast war Residenz der Nayaks von Madurai

Das heutige Distriktgebiet ist das Kernland der historischen Pandya-Dynastie, welche in den ersten vorchristlichen Jahrhunderten von Madurai aus eines der ersten frühen Reiche Südindiens beherrschte. Das Eindringen der Kalabhra im 4. Jahrhundert n. Chr. beendete die Vormacht der Pandya, die von nun an nur mehr Vasallen anderer Herrscher waren. Ende des 12. Jahrhunderts gelang es den Pandyas wieder, ihre Vormachtstellung wiederzuerlangen. 1310 befehligte Malik Kafur, ein General Ala ud-Din Khaljis, einen Feldzug des Sultanats von Delhi nach Südindien, eroberte Madurai und begründete das Sultanat Madurai. Die islamische Herrschaft über das Gebiet blieb aber kurzlebig: 1372 wurde das Sultanat vernichtend vom Hindu-Königreich Vijayanagar geschlagen, welches sich in der Folge zum mächtigsten Reich Südindiens aufschwang.

Die Vijayanagar-Herrscher setzen in den verschiedenen Teilen ihres Reiches Militärstatthalter (Nayaks) ein, die sich nach dem Fall des Vijayanagar-Reichs im Jahr 1565 selbstständig machten. Die Nayaks von Madurai herrschten von Madurai und später von Tiruchirappalli (Trichinopoly) aus über die südlichen Teile des heutigen Tamil Nadu. Nach dem Tod des größten Nayak-Herrschers Tirumalai Nayak (1623–1659) destabilisierte sich die Herrschaft der Nayaks von Madurai zusehends, ehe es 1736 endgültig unterging. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde Madurai von den Nawabs von Arcot und den Marathen beherrscht, ehe es schließlich unter britischen Einfluss kam. 1801 wurde das Gebiet von Madurai endgültig zu einem Teil Britisch-Indiens.

Die Briten gliederten das Gebiet als Distrikt Madura (Madurai) in die Provinz Madras ein. Der Distrikt umfasste ursprünglich ein weitaus größeres Gebiet von über 22.000 Quadratkilometern, das von den Westghats an der Grenze zu Kerala bis zur Küste des Golfs von Bengalen reichte. Nach der indischen Unabhängigkeit kam er im Zuge des States Reorganisation Act 1956 an den neuformierten Bundesstaat Madras, der nunmehr die tamilischsprachigen Gebiete umfasste und 1969 in Tamil Nadu umbenannt wurde. Das Gebiet des Distriktes Madurai verkleinerte sich sukzessive durch die Gründung neuer Distrikte: Schon 1910 war aus den südlichen Teilen des Distrikts Madurai und Teilen des Distrikts Tirunelveli der Distrikt Ramanathapuram (Ramnad) gebildet worden. Zu diesem gehörte bis 1985 auch das Gebiet der heutigen Distrikte Sivaganga und Virudhunagar. Ebenfalls im Jahr 1985 spaltete sich der Distrikt Dindigul vom Distrikt Madurai ab. Schließlich wurde 1996 das verbliebene Gebiet des Distrikts Madurai in die Distrikte Madurai und Theni geteilt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Kinder in einem Dalit-Dorf nahe Madurai

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat der Distrikt Madurai 3.041.038 Einwohner. Im Vergleich zur letzten Volkszählung 2001 war die Einwohnerzahl um 17,8 Prozent und somit etwas schneller als im Durchschnitt Tamil Nadus (15,6 Prozent) gewachsen. Der Distrikt ist dicht besiedelt: Die Bevölkerungsdichte liegt mit 823 Einwohnern pro Quadratkilometer deutlich über dem Mittelwert des Bundesstaats (555 Einwohner pro Quadratkilometer). 60,6 Prozent der Einwohner des Distrikts Madurai leben in Städten. Die Urbanisierungsrate ist somit höher als der Durchschnitt Tamil Nadus (48,5 Prozent). Die Alphabetisierungsquote ist mit 81,7 Prozent wenig höher als der Mittelwert Tamil Nadus (80,3 Prozent) und liegt deutlich über dem gesamtindischen Durchschnitt von 74,0 Prozent.[1]

Unter den Einwohnern des Distriktes stellen die Hindus nach der Volkszählung 2001 mit 91,2 Prozent die große Mehrheit. Daneben gibt es Minderheiten von Muslimen (5,3 Prozent) und Christen (3,3 Prozent). [2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Minakshi-Tempel in Madurai

Madurai gehört zu den kulturell und historisch bedeutsamsten Städten Südindiens. Hauptsehenswürdigkeit der Stadt ist der im Mittelpunkt der Altstadt gelegene Minakshi-Tempel, eines der herausragendsten Beispiele für die dravidische Tempelarchitektur, dessen weithin sichtbare Gopurams (Tortürme) die Skyline der Stadt beherrschen. Die ältesten Teile des Minakshi-Tempels stammen aus der Pandya-Zeit des 12.–13. Jahrhunderts, seine heutige Gestalt erhielt der Tempel aber im Wesentlichen während der Nayak-Herrschaft im 16.–17. Jahrhundert. Im Durchschnitt besuchen den Tempel täglich rund 20.000 Menschen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Stadt Madurai sind der im 17. Jahrhundert von dem gleichnamigen Nayak-Herrscher erbaute Tirumalai-Nayak-Palast und der Mariamman-Teppakulam-Tempelteich. Nur acht Kilometer südlich von Madurai liegt Tirupparankundram, eine von sechs Wallfahrtsstätten (Arupadaividu) des Hindu-Gottes Murugan. Der Gott Vishnu wird in Alagar Kovil 21 Kilometer nordöstlich von Madurai verehrt.

Städte[Bearbeiten]

Stadt Einwohner
(2001)[3]
A.Vellalapatti 7.068
Alanganallur 11.064
Anaiyur 38.302
Avaniapuram 51.587
Chinna Anuppanadi 15.415
Elumalai 14.030
Harveypatti 8.135
Kannadendal 15.987
Madurai 922.913
Melamadai 28.885
Melur 33.743
Nagavakulam 17.579
Othakadai 12.185
Palamedu 8.187
Paravai 16.346
Peraiyur 8.880
Sholavandan 21.661
T.Kallupatti 9.439
Thirumangalam 43.371
Thirunagar 15.549
Tirupparankundram 39.009
Usilampatti 29.599
Vadipatti 21.780
Vandiyur 21.464
Vilangudi 21.073

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Paper 1 (PDF-Datei; 16,96 MB) und Paper 2. (PDF-Datei; 13,40 MB)
  2. Census of India: Basic Data Sheet: District Madurai (24), Tamil Nadu (33). (PDF-Datei; 54 kB)
  3. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order) (Version vom 16. Juni 2004 im Internet Archive)

Literatur[Bearbeiten]

  • The Imperial Gazetteer of India. Band 16: Kotchāndpur to Mahāvinyaka. New edition. Clarendon Press, Oxford 1908, S. 386–404, Stichwort: Madura District.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Madurai district – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien