Thoothukudi (Distrikt)

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Distrikt Thoothukudi
தூத்துக்குடி மாவட்டம்
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Tamil Nadu
Verwaltungssitz: Thoothukudi
Fläche: 4.599 km²
Einwohner: 1.738.376 (2011)
Bevölkerungsdichte: 378 Ew./km²
Website: thoothukudi.tn.nic.in

Der Distrikt Thoothukudi (Tamil: தூத்துக்குடி மாவட்டம்; früher Tuticorin) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaates Tamil Nadu. Verwaltungszentrum ist die namensgebende Stadt Thoothukudi.

Geografie[Bearbeiten]

Der Distrikt Thoothukudi liegt im Süden Tamil Nadus nahe der Südspitze des Subkontinents an der Küste des Golfs von Mannar. Die Küstenlänge beträgt 135 Kilometer. Die Fläche des Distrikts beträgt 4.599 Quadratkilometer. Nachbardistrikte sind Tirunelveli im Westen, Virudhunagar im Norden und Ramanathapuram im Nordosten.

Das Gebiet des Distrikts Thoothukudi gehört zur südlichen Küstenebene Tamil Nadus. Das Terrain ist flach und ohne besondere landschaftliche Merkmale. Durch die Lage im Regenschatten der Westghats ist das Klima semiarid: Der Jahresniederschlag in Thoothukudi ist mit 655 mm nur halb so hoch wie in Chennai

Der Distrikt Thoothukudi ist in die acht Taluks Kovilpatti, Ettayapuram, Vilathikulam, Ottapidaram, Thoothukudi, Srivaikuntam, Tiruchendur und Sathankulam unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Ansicht von Tuticorin, niederländischer Kupferstich, 1752

Das Gebiet des heutigen Distrikts kam bereits im 16. Jahrhundert unter den Einfluss der europäischen Kolonialmächte: 1540 gründeten die Portugiesen einen Stützpunkt in Thoothukudi. 1658 eroberten die Niederländer die Stadt. Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert war Thoothukudi zwischen den Niederländern und Briten umkämpft und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe es 1825 endgültig zu einem Teil Britisch-Indiens wurde.

Während der britischen Kolonialzeit wurde die Gegend von Thoothukudi als Teil des Distrikts Tirunelveli (Tinnevelly) in die Provinz Madras eingegliedert. Nach der indischen Unabhängigkeit kam das Gebiet 1956 an den neuformierten Bundesstaat Madras (heute Tamil Nadu). Als eigenständiger Distrikt existiert Thoothukudi seit 1986, als der Distrikt Tirunelveli in die heutigen Distrikte Tirunelveli und Thoothukudi zweigeteilt wurde.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat der Distrikt Thoothukudi 1.738.376 Einwohner. Im Vergleich zur letzten Volkszählung 2001 war die Einwohnerzahl um 9,1 Prozent und somit langsamer als im Durchschnitt Tamil Nadus (15,5 Prozent) gewachsen. Die Bevölkerungsdichte liegt mit 378 Einwohnern pro Quadratkilometer unter dem Mittelwert des Bundesstaates (555 Einwohner pro Quadratkilometer). Der Urbanisierungsgrad ist mit 50,2 Prozent etwas höher als der Durchschnitt Tamil Nadus (48,5 Prozent). Die Alphabetisierungsquote gehört mit 86,5 Prozent zu den höchsten des Bundesstaates und liegt deutlich über dem Durchschnitt Tamil Nadus (80,3 Prozent).[1]

Unter den Einwohnern des Distrikts Thoothukudi stellen Hindus nach der Volkszählung 2001 mit 78,6 Prozent die Mehrheit. Darunter fallen auch viele Anhänger der im 19. Jahrhundert entstandenen Ayyavali-Glaubensrichtung, die ihren Schwerpunkt in den südlichsten Distrikten Tamil Nadus hat. In offiziellen Statistiken werden die Ayyavali-Anhänger zu den Hindus gerechnet, daher existieren keine genaueren Angaben zu ihrer Anzahl. Daneben gibt es im Distrikt Thoothukudi eine bedeutende christliche Minderheit von 16,7 Prozent. Zum Islam bekennen sich 4,6 Prozent der Bevölkerung.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Distrikthauptstadt Thoothukudi ist ein Industriestandort und beherbergt einen der zwölf größten Überseehäfen Indiens. Traditionell ist die Perlenfischerei der Haupterwerbszweig der Bevölkerung im Küstengebiet um Thoothukudi. Heute werden Perlmuscheln industriell in Perlfarmen gezüchtet. Daneben wird in großem Umfang Salz gewonnen: 30 % des in ganz Indien produzierten Salzes stammt aus dem Distrikt Thoothukudi.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Basilika Our Lady of Snow in Thoothukudi

Im Distrikt Thoothukudi befindet sich mit Tiruchendur eine von sechs Wallfahrtsstätten (Arupadaividu) des Hindu-Gottes Murugan. Dem Mythos zufolge soll Murugan an dieser Stelle den Dämon Surapadman besiegt haben. Der direkt am Meer gelegene Murugan-Tempel von Tiruchendur ist ein bedeutender Pilgerort und zieht vor allem während des Skanda-Sasti-Festes im tamilischen Monat Aippasi (Oktober-November) zahlreiche Gläubige an.

An die koloniale Vergangenheit des Distrikts Thoothukudi erinnern mehrere Kirchenbauten aus der Zeit der portugiesischen Herrschaft. In Thoothukudi selbst befindet sich die 1718 erbaute Basilika Our Lady of Snow (Panimaya Matha). Die Kirche im Fischerdorf Manapad geht auf das Jahr 1542 zurück und soll ein Fragment des Heiligen Kreuzes beherbergen.

Städte[Bearbeiten]

Stadt Einwohner
(2001)[3]
Alwarthirunagiri 8.876
Arumuganeri 24.801
Athimarapatti 17.527
Athur 9.456
Eral 9.284
Ettayapuram 12.800
Iluppaiyurani 11.843
Kadambur 4.379
Kalugumalai 14.834
Kanam 3.400
Kayalpattinam 32.672
Kayatharu 9.497
Kovilpatti 87.458
Mappilaiurani 26.802
Muttayyapuram 30.314
Nazerath 16.943
Perungulam 6.451
Sathankulam 14.205
Sayapuram 12.772
Srivaikuntam 16.214
Thenthiruperai 5.092
Thoothukudi 216.058
Tiruchendur 29.330
Udangudi 19.347
V. Pudur 8.037
Vilathikulam 13.540

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Paper 1 (PDF; 17,8 MB) und Paper 2. (PDF; 14,1 MB)
  2. Census of India: Basic Data Sheet: District Thoothukkudi (28), Tamil Nadu (33). (PDF; 55 kB)
  3. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thoothukudi district – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien