Townsend Bell

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Townsend Bell (2006)

Townsend Bell (* 19. April 1975 in San Francisco) ist ein US-amerikanischer Automobilrennfahrer. Er wurde 2001 Meister der Indy Lights. 2001 und 2002 startete er zu insgesamt elf Rennen in der CART-Serie. Von 2004 bis 2014 trat er zu einzelnen Rennen der IndyCar Series an. 2012 und 2013 fuhr er zudem in der American Le Mans Series (ALMS). 2014 startet er in der United SportsCar Championship (USCC).

Karriere[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Bell begann seine Motorsportkarriere 1997 in der US Barber Formel Dodge West, in der den vierten Gesamtrang belegte. Danach ging er zwei Jahre in der Barber Dogde Pro Serie an den Start und wurde 1999 in seiner zweiten Saison Dritter in der Gesamtwertung. Anschließend wechselte Bell 2000 in die Indy Lights zu Dorricott Racing. Er gewann zwei Rennen und wurde bei vier Rennen Zweiter. Mit 146 zu 155 unterlag er Scott Dixon im Titelduell und wurde Vizemeister. Intern setzte er sich gegen seine Teamkollegen Casey Mears und Jason Bright durch. 2001 blieb Bell bei Dorricott Racing. Er gewann sechs von zwölf Rennen, startete achtmal von der Pole-Position und stand insgesamt achtmal auf dem Podium. Mit 193 zu 149 gewann er den Meistertitel vor Dan Wheldon. Sein Teamkollege Damien Faulkner wurde in dieser Saison Dritter. Bell erhielt 2001 zudem die Möglichkeit für Patrick Racing an zwei Rennen der CART-Serie teilzunehmen. Er erreichte den 30. Platz in der Fahrerwertung. 2002 blieb Bell zunächst bei Patrick Racing. Beim Rennen in Portland erreichte er mit einem vierten Platz seine bester Platzierung. Nach neun Rennen verlor er sein Cockpit an Oriol Servià. In der Meisterschaft belegte er den zwanzigsten Rang.

Wechsel nach Europa[Bearbeiten]

2003 wechselte Bell nach Europa in die Formel 3000. Als Teamkollege von Björn Wirdheim erhielt er ein Cockpit beim Spitzenteam Arden International. Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen, der den Meistertitel gewann und neun Mal auf dem Podium stand, gelang es ihm nicht, mit Wirdheim mitzuhalten, und er erzielte eine Podest-Platzierung. Am Saisonende belegte er den neunten Gesamtrang. Außerdem macht Bell Anfang September erste Erfahrungen in einem Formel-1-Auto und absolvierte einen Testtag für British American Racing.[1] Im November gab es einen weiteren Formel-1-Test für Bell. Zusammen mit Christian Klien testete er für Jaguar, das beiden Piloten die Chance gab, sich für ein Renncockpit zu empfehlen.[2]. Nachdem Jaguar Klien für das Renncockpit verpflichtet hatte, machte sich Bell Hoffnungen auf die Testfahrerposition.[3] Doch Jaguar entschied sich gegen Bell und verpflichtete stattdessen seinen ehemaligen Teamkollegen Björn Wirdheim.

Zurück in Amerika[Bearbeiten]

Bell im Training zum Indianapolis 500 2009

Nachdem Bell auch kein Cockpit in der Formel 3000 erhalten hatte, kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück und wechselte in die IndyCar Series. Bei Panther Racing stieg er zum siebten Rennen in die Saison ein und ersetzte Mark Taylor, der nur eine Zielankunft erreicht hatte. Bell erzielte bereits beim zweiten Rennen in Lebanon mit einem fünften Platz seine beste Saisonplatzierung. Bei zehn Rennen kam Bell insgesamt fünfmal innerhalb der Top 10 ins Ziel. In der Gesamtwertung wurde er 21. In den nächsten zwei Jahren, trat er nur zu je einem Rennen an. 2005 sprang er für den verletzten Tomáš Enge bei Panther Racing ein, 2006 erhielt er bei Vision Racing ein zusätzliches Fahrzeug, welches beim Indianapolis 500 eingesetzt wurde.

Nachdem er 2007 an keinem Rennen teilgenommen hatte, teilte er sich 2008 bei Dreyer & Reinbold Racing ein Cockpit mit der Rennfahrerin Milka Duno. Er nahm an acht Rennen teil und kam dreimal in die Top 10. 2009 bestritt er außer dem Indianapolis 500 kein Rennen. Bei dem Rennen belegte er für KV Racing Technology startend den vierten und in der Gesamtwertung den 32. Platz. 2010 trat Bell für Sam Schmidt Motorsports zum Indianapolis 500, das er auf dem 16. Platz beendete, an[4] und belegte am Saisonende den 38. Gesamtrang. 2011 nahm Bell erneut für Sam Schmidt Motorsports am Indianapolis 500 teil.[5] Nachdem er sich auf dem vierten Platz qualifiziert hatte und im Rennen unter den ersten zehn Piloten lag, schied er nach einer Kollision mit Ryan Briscoe aus und wurde 26. Im weiteren Saisonverlauf kehrte Bell als Vertretung für den verletzten Justin Wilson zu Dreyer & Reinbold Racing zurück und nahm an den letzten zwei Rennen teil.[6] Am Ende der Saison belegte er den 35. Gesamtrang.

Einstieg in den GT-Sport[Bearbeiten]

2012 wechselte Bell zu Alex Job Racing in die American Le Mans Series (ALMS) und startete erstmals im GT-Sport. Nachdem er bei seinem Debüt die GTC-Wertung gewonnen hatte, bestritt er die restliche Saison in der GT-Klasse. Zusammen mit seinem Teamkollegen Bill Sweedler erzielte Bell den 17. Gesamtrang. Darüber hinaus kehrte er fürs Indianapolis 500 in die IndyCar Series zurück. Zum dritten Mal in Folge startete er für Sam Schmidt Motorsports.[7] Er erzielte den neunten Platz. 2013 blieb Bell bei Alex Job Racing in der ALMS und bestritt die ersten neun von zehn Rennen in der GT-Klasse. In dieser erreichte er den 16. Platz. Darüber hinaus nahm er in diesem Jahr für Panther Racing am Indianapolis 500 teil.

2014 erhielt Bell ein Cockpit in der neugegründeten United SportsCar Championship (USCC), die u.a. aus der ALMS hervorgegangen war. Er begann die Saison für Level 5 Motorsports, die trotz eines Klassensieges beim 24-Stunden-Rennen von Daytona mit Bell, Bill Sweedler, Scott Tucker, Jeff Segal und Alessandro Pier Guidi nach dem ersten Rennen das Auto an AIM Autosport abgaben. Bell beendete die Saison mit dem Team auf dem vierten Platz der GTD-Meisterschaft. Die Sonderwertung für Langstreckenrennen, den North American Endurance Cup, konnte er zusammen mit Sweedler gewinnen. Beim Indianapolis 500 ging Bell für KV Racing Technology an den Start und schied aus.

Statistik[Bearbeiten]

Karrierestationen[Bearbeiten]

  • 2011: IndyCar Series (Platz 35)
  • 2012: ALMS, GT (Platz 17)
  • 2012: IndyCar Series (Platz 30)
  • 2013: ALMS, GT (Platz 16)
  • 2013: IndyCar Series (Platz 35)
  • 2014: USCC, GTD (Platz 4)
  • 2014: IndyCar Series (Platz 32)

Einzelergebnisse in der IndyCar Series[Bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Punkte Rang
2004 Panther Racing HMS
 
PHX
 
MOT
 
INDY
 
TXS
 
RIR
 
KAN
17
NSH
5
MIL
6
MIS
8
KTY
21
PPI
12
NZR
18
CHI
22
FON
9
TX2
9
193 21.
2005 Panther Racing HMS
 
PHX
 
STP
 
MOT
 
INDY
 
TXS
 
RIR
 
KAN
 
NSH
 
MIL
 
MIS
15
KTY
 
PPI
 
SNM
 
CHI
 
WGL
 
FON
 
15 31.
2006 Vision Racing HMS
 
STP
 
MOT
 
INDY
22
WGL
 
TXS
 
RIR
 
KAN
 
NSH
 
MIL
 
MIS
 
KTY
 
SNM
 
CHI
 
34 12.
2008 Dreyer & Reinbold Racing HMS
 
STP
21
MOT1
10
LBH1
 
KAN
 
INDY
10
MIL
11
TXS
 
IOW
 
RIR
8
WGL
 
NSH
 
MDO
 
EDM
25
KTY
 
SNM
19
DET
 
CHI
 
SRF2
23
117 26.
2009 KV Racing Technology STP
 
LBH
 
KAN
 
INDY
4
MIL
 
TXS
 
IOW
 
RIR
 
WGL
 
TOR
 
EDM
 
KTY
 
MDO
 
SNM
 
CHI
 
MOT
 
HMS
 
32 32.
2010 Sam Schmidt Motorsports SAO
 
STP
 
ALA
 
LBH
 
KAN
 
INDY
16
TXS
 
IOW
 
WGL
 
TOR
 
EDM
 
MDO
 
SNM
 
CHI
 
KTY
 
MOT
 
HMS
 
    18 38.
2011 Sam Schmidt Motorsports STP
 
ALA
 
LBH
 
SAO
 
INDY
26
TXS1
 
TXS2
 
MIL
 
IOW
 
TOR
 
EDM
 
MDO
 
NHA
 
SNM
 
BAL
 
MOT
 
      40 35.
Dreyer & Reinbold Racing   KTY
11
LSV
C
2012 Sam Schmidt Motorsports STP
 
ALA
 
LBH
 
SAO
 
INDY
9
DET
 
TXS
 
MIL
 
IOW
 
TOR
 
EDM
 
MDO
 
SNM
 
BAL
 
FON
 
        26 30.
2013 Panther Racing STP
 
ALA
 
LBH
 
SAO
 
INDY
27°
DE1
 
DE2
 
TXS
 
MIL
 
IOW
 
POC
 
TO1
 
TO2
 
MDO
 
SNM
 
BAL
 
HO1
 
HO2
 
FON
 
10 35.
2014 KV Racing Technology STP LBH ALA IMS INDY DET TXS HOU POC IOW TOR MDO MIL SNM FON   22 32.
        2522                            

(Legende)

1 Die Rennen fanden am selben Tag statt.
2 Es wurden keine Punkte vergeben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „BAR-Honda legte mehr als 5.000 Kilometer zurück“ (Motorsport-Total.com am 4. September 2003)
  2. „Kampf um das Jaguar-Cockpit in vollem Gange“ (Motorsport-Total.com am 25. November 2003)
  3. „Verpflichtet Jaguar Townsend Bell als Testfahrer?“ (Motorsport-Total.com am 9. Januar 2004)
  4. „Indy 500: Townsend Bell für Sam Schmidt und Ganassi“ (Motorsport-Total.com am 13. Januar 2010)
  5. „Indy 500: Howard fährt bei Sam Schmidt“ (Motorsport-Total.com am 24. Februar 2011)
  6. “Townsend Bell becomes latest stand in for Justin Wilson at Dreyer & Reinbold” (autosport.com am 23. September 2011)
  7. “Townsend Bell back with Sam Schmidt Motorsports for Indianapolis 500” (autosport.com am 4. Mai 2012)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Townsend Bell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien